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Reinhold Eichacker: Panik - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
authorReinhold Eichacker
titlePanik
publisherUniversal-Verlag
year1924
firstpub1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created201509
projectidf48642f6
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Das stadtbekannte rote Auto der Michigansternwarte hielt mitten in der Libertystraße. Der Lenker öffnete den Wagenschlag. Doktor Wepp sprang schnell auf das Trittbrett. Eine nervöse Hast lag in seinen Zügen und Bewegungen. Mit einer flüchtigen Handbewegung entließ er das Auto. Eine leichte Unschlüssigkeit ließ ihn einen Augenblick zögern. Dann ging er mit eiligen Schritten zur Wallstreet hinüber und bog um die Ecke.

Vor einem breiten Portal blieb er stehen. Newyork Assurance Compagnie stand in leuchtenden Lettern darüber. Riesige Sphinxe flankierten den Eingang. Rote, geäderte Marmorfliesen führten zur inneren Halle. Doktor Wepp nahm den Lift zu dem untersten Stockwerk. Ein Diener empfing ihn und verschwand mit der Karte. Wenige Minuten später stand er vor dem ersten Direktor der mächtigen Firma.

Wepp reichte ihm kurz die Hand wie einem alten Bekannten. Der andere grinste.

»Es geschehen noch Wunder! Doktor Wepp kommt zur Neuyork Versicherungs-Gesellschaft! Haben Sie in den Sternen gelesen, daß Sie reif für den Tod sind? Und möchten uns schnell noch für eine Versicherung entern? Bitte, nehmen Sie Platz!«

Doktor Wepp steckte lässig die Zigarette in Brand. Seine Ruhe war künstlich. In seinen immer geröteten Augen saß flackerndes Lauern. Er paffte den Rauch durch die knollige Nase.

»Keine Sorge, mein Lieber. Ich werde wahrscheinlich der einzige sein, der sich in den nächsten acht Tagen nicht lebensversichert!«

»Sollte mich freuen. Vorläufig gibt's leider noch viele Kunktators, wie Sie sind.«

Wepp strich seine borstigen Haare nach hinten.

»Ziemlich still hier bei Ihnen. Geht das Geschäft stets so ruhig wie heute?«

Der Direktor schob heftig die Asche vom Finger.

»Der Teufel soll's holen. Es ist nichts zu machen. Versicherung spielen ist heute ein Wahnsinn. Einbrüche und Brände sind heute wie Märchen. Die Polizei ist viel zu glänzend geleitet. Sterben wollen die Leute auch nicht mehr. Alles denkt und erfindet, das Leben zu schützen. Ingenieure, Ärzte und Chemiker. Jedes Jahr gehen die Aktien ständig nach unten.«

Wepp nickte befriedigt.

»70 stehen sie heute.«

Der andere blinzelte wütend durchs Fenster.

»Und ich habe ein halbes Vermögen drin liegen! Mitgift meiner Frau. Rattes, die Pest soll sie holen!«

»Die Frau?«

»Nee, die Mitgift.«

»Sie sind zu beneiden.«

»Wieso? Na, ich danke!«

»In acht Tagen werden Sie diese verfluchten Pestaktien mit Ihrem Leben verteidigen.«

Der Direktor stutzte einen Augenblick fragend.

»Möchte es hoffen, Verehrter. – Doch deswegen sind Sie wohl kaum heute zu mir gekommen.«

Sein Ton war geschäftlich, voll heimlicher Spannung.

»Es müssen schon Sterne vom Himmel gefallen –«

»Stimmt! Es fallen noch Sterne vom Himmel. Doch darüber später. Ich kam heute her, um uns beiden in wenigen Wochen Millionen zu schenken.«

Der Direktor grinste belustigt.

»Famos! Bitte schnell! Darf ich sie schon quittieren?«

»Ich spreche im Ernst.«

Auf der Stirne des anderen stieg eine Falte.

»Also los, alter Freund, kein Verstecken. Zur Sache!«

Doktor Wepp ließ ihn einige Sekunden lang warten. Er strich mit dem Fuß, wie in Sinnen, den Teppich.

»Wie viele Aktien der Newyork-Compagnie sind noch verkäuflich? Ungefähr –«

Viel! Zuviel! Wir haben ganze Reihen zurückkaufen müssen, den Kurssturz zu bremsen.«

»Ausgezeichnet. Dann kann ich für zwanzig Millionen erwerben?«

»Herr, sind Sie – – –?«

»Nicht toll, und auch nicht Millionär. Ich habe das Geld selbstverständlich noch nicht. Aber schon in acht Tagen. Ich zahle mit Wechsel, gestellt auf acht Tage, verpfände die Aktien dafür der Gesellschaft. Sie haben kein Risiko. Mir ist geholfen.«

Der dicke Direktor schwieg noch in Verblüffung. Seine fleischigen Finger umkrampften das Falzbein.

»Wenn ich Sie nicht kennte, verehrtester Doktor, dann würde ich Sie in ein Irrenhaus schicken. Vielleicht auch als Hochstapler festnehmen lassen.«

»Doch da Sie mich kennen?«

Doktor Wepp saß wie sprungbereit vorne im Sessel.

»– werde ich Ihnen die Aktien geben. Das heißt, nur das Anrecht. Perfekt, wie vereinbart. Das Pfand bleibt bei uns.«

»Schön.«

»Und eine Bedingung: Sie geben mir vorher genaue Erklärung für Ihr Unternehmen. Das ganze Geschäft ist ja nicht so alltäglich, daß man's nur auf Ja oder Nein machen könnte.«

»Einverstanden. Wieviel Millionen besitzen Sie selber?«

»Nicht ganz zwei Millionen.«

»Dann werden Sie heute den Rest übernehmen. Wie ich. Gegen Wechsel.«

»Ich werde den Teufel tun. Bin doch nicht närrisch!«

»Wir werden ja sehen.«

Der andere sprang leicht erregt aus dem Sessel.

»Also darf ich bald hören ...?!«

»Dürfen Sie. Kommt schon. Die Sache ist einfach und leicht zu verstehen. Ich werde heute der Presse eine Nachricht geben, die außer mir selbst nur zwei Menschen verwahren. Infolge dieser kleinen Notiz von wenigen Zeilen wird die ganze Welt Kopf stehen und wahnsinnig werden. Vor Angst und vor Torheit. Eine Panik wie nie wird die Erde beherrschen. Man wird die Börsen stürmen, und die Versicherungsbanken werden sich bald nicht mehr retten können vor der Hochflut der Lebensversicherungswünsche. Jeder Mensch wird Versicherter sein. Ohne Ausnahme. Alle! Die Prämien werden ins Rotblonde steigen, die Aktien werden ins Aschblaue springen. In acht Tagen werden wir beide die Handvoll Millionen für rund eine halbe Milliarde verkaufen.«

Der Direktor ging quer durch das Zimmer zum Doktor hinüber. Er wankte ein wenig. Der Mund zuckte sichtbar. Wortlos sah er tief in die Augen des anderen, die Hand auf der Schulter. Dann nickte er langsam.

»Sie sind nicht verrückt. Und doch klingt's wie ein Märchen.«

Der Doktor blieb kühl.

»Wird auch kaum alle zehntausend Jahre geschehen. Also bitte Entscheidung. Bekomme ich die Aktien?«

»Und die Notiz? Und ihr Inhalt?«

»Sobald ich die Eigentumsurkunde habe.«

Der dicke Direktor verschwand ohne Antwort. Wepp wartete sitzend, sich künstlich beherrschend. Nach einer Viertelstunde kam Mister Blackfriend zurück. Er reichte dem Doktor die roten Papiere. Wepp prüfte sie sorgsam und stieß sie mit blitzendem Blick in die Tasche.

»Well. Right! Und nun zu meiner Meldung. Sie haben doch damals, vor Monaten, auch von dem seltsamen Punkt vor der Sonne gelesen?«

Der dicke Direktor pfiff leise durch die Lippen.

»Du siehst wohl schwarze Punkte? Du bist wohl auch verrückt?«

Wepp verzog keine Miene.

»Das Pfeifen und Lachen wird euch bald vergehen. Da, lesen Sie, Bester!«

Der Dicke hielt sich das Papier vor die glasigen Augen. Er griff nach dem Kneifer und setzte ihn schnell wieder auf seine Nase. Die fleischigen Hängebacken zitterten schwammig und wackelnd. Auf seiner Stirne bildeten sich kleine, durchsichtige Tropfen.

»Ah – das ist ja entsetzlich!« stöhnte er auf. »Aber ist das denn – möglich?! Ist das denn nur möglich?!«

Mit einem heiseren Ächzen sank er in den Sessel.

Der andere grinste.

»Sie sehen, auch heute geschehen noch Wunder und fallen noch Sterne vom Himmel herunter.«

»Dann sind wir doch alle zusammen verloren!«

Wepp nickte befriedigt.

»Generalprobe klappt! Die Notiz tut schon Wirkung. Wie Sie werden morgen die anderen zittern. In Wirklichkeit ist's nicht so schlimm, wie es aussieht. Der Earthcliffe hat zwar seinen Ruf auf der Erde. Man wird auf ihn schwören. Das kann uns nur nützen. Doch auch Mister Earthcliffe ist noch nicht unfehlbar. Vielleicht denkt der Stern etwas anders darüber und bleibt schön am Himmel. Oder plumpst erst nach tausenden Jahren herunter.«

Der kleine Direktor rang zitternd die Hände.

»Doch wenn er herabfällt? In wenigen Wochen?«

»Dann geht er vorher, wenn die Erdatmosphäre ihn aufnimmt, in zahllose Stücke und trifft nur an einigen Stellen die Erde. Der einzelne Laie denkt sich ja den Körper nur immer als Ganzes und meint, bums, jetzt fällt er mir auf den Gesichtskopp. Warum soll er denn gerade uns zweien den Schädel einhauen?! Die Wahrscheinlichkeit spricht mit 1 : 100 000 000 dagegen. Vielleicht werden ein paar tausend Menschen und Häuser krepieren. Was macht das fürs Ganze! Was schert das uns beide?«

Der andere strich sich geängstigt die Glatze.

»Mir zieht das Gefühl schon die Nerven zusammen!«

Wepp lachte höhnisch.

»Warten Sie nur, mein verehrter Direktor! Von morgen ab wird es Millionen so gehen. In allen fünf Erdteilen wird man so jammern. Nur uns beiden wird es dann wirklich sauwohl sein. Wenn täglich die Aktien sprungweise klettern!«

»Doch wenn nun das Dings gerade uns auf den Kopf fällt?!«

Wepp kniff in Verachtung und Ärger die Lippen.

»Kreuzschock, Herr Direktor! Sie sind doch ein Mann, wie?! Verpfuschen Sie mir nicht aus Angst alle Chancen! Ich sage Ihnen als Fachmann und Doktor der Sternkunst, der Körper wird aller Wahrscheinlichkeit nach keine Fallsucht bekommen! Und wenn er herabfällt, so gibt es nur zwei Möglichkeiten von allen. Entweder zersplittert er vorher in zahllose Stücke. Dann wird er nur örtlichen Schaden anrichten. Nicht mehr als ein Weltkrieg –«

»Um Himmelswillen,« stöhnte der Dicke.

»– oder er wird als ein Ganzes ansausen – ssst, bummmm! und dann alles vernichten.«

Der kleine Direktor rang zitternd die Hände.

»Und dann – und dann! –? Wenn die Erde kaputt geht? Und alle Versicherten Geld haben wollen?!«

Wepp lachte voll Hohn auf.

»Dann brauchen Sie auch keinen Mammon zu blechen! Dann ist unsere ganze Kledage zum Teufel. Potzschock und Granaten, verehrtester Sportheld, jetzt Schluß mit dem Jammern! Jetzt geht es ums Ganze!«

* * *

Doktor Nagel ging hastig durch den herbstlichen Park in das Wohnhaus hinüber. In seinen Zügen lag tiefer Ernst und eine nur mühsam verhaltene Erregung. Die Läutwerke der Korridore schrillten und brüllten. Dienerschaft eilte gehetzt durch die endlosen Gänge, mit ängstlichen Fragen.

»Doktor Wepp wird gesucht. – Der Direktor ist rasend. – Weiß niemand, wo Wepp – –?«

»Es ist gut,« sagte Nagel und klopfte entschlossen am Arbeitszimmer des Löwen. Das Läuten brach ab. Die plötzliche Stille wirkte fast noch unheimlicher als das vorherige Lärmen.

Die Türe wurde von innen aufgerissen. Earthcliffe stand auf der Schwelle, mit funkelnden Augen. Fluchend wich er zurück. Nagel schloß fest die Türe.

»Sie, Herr?! Wo ist Doktor Wepp?! Wie? Potz Wurzel aus dreizehn! Ich läute und rufe jetzt seit drei Viertelstunden. Ist das ein Betrieb, wie? Wenn mein Assistent nicht ...«

Eine kurze Bewegung des anderen ließ ihn jäh verstummen.

»Doktor Wepp kommt nicht wieder. Hier ist die Erklärung.«

Es lag wie ein Brausen der Luft in dem Zimmer. Gegen die geschlossenen Fenster tobte fern und gedämpft, und doch deutlich erkennbar, das Leben der Straße. Einzelne Rufe und Schreie hielten sich fest in den Bäumen, hellkreischend, zerflatternd.

Earthcliffe griff nach der Zeitung, die Nagel ihm hinhielt. Seine Hand fuhr nach dem Haarschopf und sank matt herunter. Er war bleich und starrte verstört in die ernsten und sprechenden Augen des Doktors. Seine Lippen stammelten laut das Gelesene.

Weltuntergang? Alles verloren?

Alle Welt erinnert sich noch des schwarzen Punktes, der erst vor der Sonne und später vor dem Jupiter vorbeizog und alle Gemüter in Aufregung brachte. Man hielt ihn bisher für einen neuen Planeten. Wie die Aufdeckung eines Fehlers in der ersten Beobachtung inzwischen deutlich ergab, ist diese Annahme irrig. Professor Earthcliffe, der berühmteste Mathematiker und Astronom der Welt, hat unbezweifelbar festgestellt, daß es sich nur um ein Meteor von ungeheuerem Ausmaß handeln kann. Dies Meteor kreist zur Zeit als zweiter Mond um die Erde. Seine Bahn schrumpft aber ständig zusammen. Leider gestatten die bisherigen Beobachtungen noch nicht, diese Bahn ganz genau zu bestimmen. Die Entfernung des Meteors schwankt in der Berechnung zwischen 7/8 und 15/8 des Mondbahnradius, seine Größe zwischen 1800 bis 3000 Meter Durchmesser.

Unbezweifelbar steht aber fest, daß, wenn nicht in letzter Stunde der Mond als Retter auftritt und sich des Meteors bemächtigt, der neue Körper in die Erdatmosphäre eindringen und früher oder später auf unseren Planeten herabstürzen muß.

Doktor Wepp,
früher 1. Assistent der Michigansternwarte.

Mit leisem Ächzen sank der kleine Professor in ein Rhomboid. Seine Zähne schlugen laut gegeneinander.

»Oh, dieser Schuft! Dieser Mörder! Was kann nur der Grund sein?! Das klingt doch wie Wahnsinn!«

Nagel nahm seine Zeitung.

»Der Mann denkt sehr klar. Und sein Grund ist sehr einfach. Er wirft seine Ehre entschlossen zum Kehricht und spekuliert mit der Panik der Menschen. Wenn sein Plan ihm gelingt, ist der Kerl Milliardär in der Zeit von acht Tagen. Ganz gleich, ob das Ding uns verschont oder abstürzt. Wahrscheinlich wird er auch mit der Versicherungshausse arbeiten wollen. Da draußen herrscht jetzt schon die Untergangspanik. Da, hören Sie nur!«

Er öffnete eines der riesigen Fenster.

Grelle Schreie warfen sich bis in das Zimmer. Wie ein Orkan brauste es über den Bäumen.

In die bleichen Wangen des greisen Gelehrten kehrte langsam das Blut zurück. Seine Blauaugen blitzten.

»Dann darf diesem Schuft seine Tat nicht gelingen. Wir müssen das verhindern.«

Nagel zuckte im Zweifel die Schulter.

»Und wie das?«

»Sie müssen sofort auf die Börse. Sofort, Herr! Ich werde eine Gegennotiz schreiben. Nehmen Sie das Auto und rasen Sie zu den Redaktionen. Es muß etwas geschehen, der Panik zu steuern. Ich muß diesen Schuft Lügen strafen!«

»Können Sie das?«

Der Professor stutzte unwillig.

»Es ist nichts bewiesen. Kein Mensch kann den Absturz schon jetzt fest behaupten. Wahrscheinlichkeit alles. Die Pflicht zwingt, die Menschen noch hoffen zu lassen. Mein Name, meine Autorität muß die Panik verhindern. Es muß, Herr. Verstanden?«

Nagel gab ihm die Rechte mit eisernem Handdruck.

»Ich stehe zur Ihrer Verfügung. Gut. Kämpfen wir also. Zwei gegen Millionen.«

»Lassen Sie alle Tore zum Park und zur Sternwarte schließen!«

»Ist vor einer halben Stunde schon durch mich geschehen. Sonst stände das Volk uns längst mitten im Zimmer.«

Das Telefon schrillte. Earthcliffe sprang an das Hörrohr. Seine Stirnadern schwollen.

»Was? New York Herald? Die Nachricht ist Schwindel! Doktor Wepp ist ein Schurke! Mein Assistent Doktor Nagel wird zu Ihnen kommen. Was? Panik? Untergang? Spekulation? Der Teufel soll Sie holen! Mein Name ist Earthcliffe. Kein Mensch wird mich sprechen! Schluß! – Schock und Trillionen!«

Er warf voller Wut beide Hörer zur Seite. Die Glocke brüllte ununterbrochen.

»Ich soll der Spekulation erst etwas Zeit lassen, bis zu einer Antwort! Die Welt ist verrückt geworden. Ein Saustall von Schurken. Die Redaktionen als erste. Sie werden etwas erleben! Spekulieren mit meinen Sternen! Wir müssen es zwingen!«

Seine Feder flog über das Papier, wie gehetzt. Er strich die Zeilen zusammen und setzte sie neu auf. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirne. Er las das Geschriebene dreimal und fluchte.

»Hätte ich doch Engelszungen! Es klingt nicht, es schallt nicht im Lärm der Millionen! Da, nehmen Sie! Laufen Sie, eh' es zu spät ist! Versuchen Sie alles! Auch wenn es ganz aussichtslos scheint!«

Nagel nahm das Papier. Seine schlanke Figur stand gerafft und gestreckt wie ein Fechter im Kampf über Leben und Tod.

»Auch wenn es ganz aussichtslos scheint,« wiederholte er grollend. »Good bye, Herr Direktor!«

* * *

... Der Autoführer riß die Bremse nach rückwärts und sprang auf das Trittbrett.

»Es geht nicht, Herr Doktor! Wir kommen nicht durch. Bitte sehen Sie selbst!«

Nagel bückte sich aus dem Wagen. Wütende Schreie empfingen ihn, hunderte Arme, geballte Fäuste reckten sich ihm durch das Gitter entgegen. Gegen die eisernen Tore des Sternwartgartens flogen Stöcke und Steine.

»Astronomen heraus! Wepp, Wepp! Ist es wahr, was er sagt? Mister Earthcliffe heraus!«

Wie ein reißendes Tier lag die von Angst und Wut gepeitschte Menge vor den haushohen Toren, vor den Gittern des Parks. Immer neue Wogen entfesselter Leidenschaft brandeten brausend heran. Nagel ballte die Faust. Sein Gesicht war stahlhart.

»Sie haben recht, Fred. Also hinten hinaus!«

Er sprang selbst an das Lenkrad und riß es herum. Das Tier vor dem Tor schrie in machtloser Wut.

In rasender Fahrt schoß das Auto den Parkweg zurück, nach dem hinteren Tor. Aus dem Wohnhause sprangen zwei Männer hervor.

»Alles draußen voll Volk. Niemand kann hier hinaus!«

Nagel griff in das Rad.

»Macht nichts! Müssen hinaus! Wieviel Leute sind hier?«

»Sieben Mann.«

»Also los! Alle Mann an das Tor! Ich zähle bis drei. Bei drei fliegt das Tor einen Augenblick auf. Ich fahre hinaus. Wer im Wege steht – God save! Ehe das Volk sich besinnt, ist das Tor wieder zu. Verstanden? Come on!«

Der Wachtmann zitterte am ganzen Körper.

»Das Tor ist zu schmal. Sie werden das Auto zerschmettern und sich –«

»Kerl, mach' zu!«

Der Mann hob flehend die Hände.

»Sie werden steckenbleiben da draußen, und uns wird die Menge in Stücke zerreißen!«

Ein wütender Blick aus den blitzenden Augen des Doktors ließ ihn jäh verstummen. Zehn schwielige Fäuste hielten die Stangen und Hebel des Tores umklammert.

Nagel saß, auf das Steuer gebeugt, den Blick starr nach vorne, auf das Parktor gerichtet.

»Alles fertig?«

»All right.«

Nagel griff in das Rad.

»Eins – zwei – drei!« schrie er scharf.

Ein schrilles Kreischen – Das Tor flog weit auf. Im gleichen Augenblick sprang das Auto, auf höchste Fahrt gestellt, wie ein fauchendes Tier in das gähnende Loch. Eine breite Woge von weißen Gesichtern, schreckhaft aufgerissenen Augen, steil erhobenen Händen und schrillen Schreien schlug Nagel entgegen. Wie auf eine Gummimauer prallte das Auto gegen die drängende, pressende Menge. Einen Augenblick stieg der Wagen jäh hoch. Seine vorderen Räder griffen rasselnd ins Leere. Dann packte der 300-Pferde-Motor wie ein Bluttiger zu und riß sich ein Tor. Über Leichen hinweg. Wie ein Pfeil schoß der Wagen die Macstreet entlang, nach dem Börsenpalast.

Mit beiden Ellenbogen und Fäusten bahnte sich Nagel den Weg. Er kam schrittweise vor. Panik, Untergangsstimmung, Todesangst wohin er sah. Auf den Straßen das zitternde, jammernde Volk, von Verzweiflung gehetzt, ratlos, führerlos, ziellos. In der Börse die Angst um Verlust und Gewinn. Krasse Gier nach Besitz und nach Macht selbst im Sterben der Welt.

In der Vorhalle des Riesengebäudes wogte ein Meer von schwarzen Gestalten. Schwarze Mäntel, schwarze Hüte. Hüte, wohin man sah. Schrittweise, von immer neuen Stößen erschüttert, schob sich die schreiende Schlange nach vorne. Jeder hatte eine Frage, die er dem anderen zuschrie. Fragen, nur Fragen. Niemand gab Antwort.

Die inneren Säle glichen dem Tollhaus. Krampfhaft verzerrte, todbleiche Gesichter. Weit aufgerissene Augen, alle auf ein Ziel gerichtet, auf den Tisch der Verwaltung. Wie zum Griff gespreizte Hände, aufschießend, verschwindend. Von der Höhe umlagerter Tische die kreischenden Stimmen der Börsenbeamten und wilden Agenten. Grell, keifend und heiser, kaum menschlich, zerschrien. Zahlen, Namen, Flüche schossen schrill an die Decke und fielen nach unten, setzten sich fort in einzelnen Aufschreien, in Lachen und Heulen, tanzten von Reihe zu Reihe, wie ein Ball über offenen Mäulern. Zwischendurch stampfend, zerschmetternd die stets gleichen Laute, sich stets wiederholend, in rasendem Rhythmus: Sturz – Meteor – Ende ...!

Nagel hieb sich den Weg wie ein Fechter. Er achtete nicht der entrüsteten Rufe, der Hiebe und Stöße, die ihn rings erreichten. Den Blick starr nach vorne gerichtet, die Backenmuskeln gespannt wie zwei Wülste, die Fäuste geballt, stieß er sich nach dem Tisch zu dem Vorstand hinüber. Keuchend ergriff er das Tischbrett und schwang sich nach oben. Der dicke Beamte stieß wütend nach unten. Ein eiserner Boxhieb warf ihn in die Ecke.

Nagel reckte sich über die Menge und schwang beide Arme. Einige Vornestehende erkannten ihn. Wie ein Lauffeuer flog sein Name über die Reihen.

»Die Michigansternwarte – Assistent Mister Nagel –«

Der Lärm schwoll zur Decke und schwieg, wie zerrissen. Hunderte ängstlicher, hoffender Augen starrten nach oben in tödlicher Spannung.

Nagel schwenkte die Arme und hielt ein Papier hoch. Wieder brauste es aufwärts, kurz, hastig, verebbend ...

»Die Antwort des Earthcliffe – Ruhe! – Die Michigansternwarte ...«

Unheimliche Stille lag über dem Raume. Die Stimme des Doktors klang bis zu den Treppen.

»Ich bin beauftragt, Ihnen die Antwort des ersten Astronomen der Welt, des Professors Earthcliffe, zu bringen ...«

»Ruhe!« brüllte es wieder, doch stand alles reglos.

»Mister Wepps Behauptung von einem drohenden Weltuntergang, das heißt von einem Absturz des neuen Meteors zur Erde, ist noch ganz unbeweisbar. Wenn auch die Möglichkeit eines Absturzes besteht, sind die bisherigen Beobachtungen doch noch so ungenau, daß niemand etwas Sicheres sagen kann. Und außerdem braucht der Sturz auch nicht ...«

Ein wütendes Pfeifen und Heulen kam von der Saaltür. Die hagere Gestalt Mister Wepps stand auf dem Tische der Agenten und schrie in die Menge. Wild gestikulierende, dunkle Gestalten umdrängten ihn kreischend.

»Unsinn! Lüge! Täuschung!« brüllte Wepp schrill von oben. »Ich selbst habe die Rechnungen alle gesehen, die Beobachtungen geprüft, die Entdeckung gemacht. Glaubt nicht diesem Amateur da drüben, diesem Dilettanten! Alles Bluff, feige Angst. Hört auf mich, Doktor Wepp ...«

Die heulende Furcht der Menge verschlang seine Worte. Der Saal spaltete sich in zwei Teile, die Tische umdrängend.

Nagel warf seine Worte wie Faustschläge abwärts. Nur Bruchstücke trafen die vordersten Reihen.

»Ungewiß – warten – Rettung – Mond – Earthcliffe vertrauen –«

Mitten im Satz riß es ihn von seinem Stand hinweg nach hinten. Kräftige Fäuste zerrten ihn in ein seitliches Zimmer. Wütend verzogene Fratzen drängten ihn gegen die innere Türe. Mit blitzschnellen Stößen rang er sich frei, doch man fing seine Arme mit zehn, zwanzig Fäusten.

»Kämpfen Sie, – und wenn es auch aussichtslos scheint!« schoß es ihm durch den Kopf. Mit einer verzweifelten Anstrengung riß er den Arm los. Kaum eine Sekunde, dann lag er schon wieder ohnmächtig gefesselt.

»Was wollen Sie von mir?« zischte er durch seine Zähne.

Ein hagerer Mensch drängte sich durch seine Gegner, den hohen Zylinder tief hinten im Nacken. Mit blutunterlaufenen Augen sprang er ihn an.

»Sind Sie des Satans, Mann, das hier zu wagen?! Was scheren uns Ihre Sterne und Zahlen! Die Nachricht ist da, in der Welt, auf der Börse, und damit die Panik. Eine Chance für Börsenmanöver zu haben, wie sie nicht die Welt sah?!«

»An die Laterne! An die Laterne!« brüllte es hinten. Ein winziges Männchen sprang fuchtelnd und kreischend zu Nagel herüber. »An die Laterne, wenn der Mann nicht das Maul hält!«

Feige wich er zurück vor den Augen des Doktors.

»An die Laterne,« hustete er noch unter der Türe, bevor er hinausschlich, mit hündischem Kläffen.

Ein rundlicher Herr bog sich mühsam nach vorne und legte die Hand auf die Schulter des Opfers.

»Seien Sie vernünftig, verehrtester Mister! So was ist jetzt Wahnsinn.«

»Was wollen Sie von mir?!« grollte Nagel, sich windend und drehend. »Warum macht man mich mundtot? Ich sagte die Wahrheit. Und Wepp ist ein Schurke ...«

Über das fette Gesicht des anderen huschte ein scheußliches Grinsen.

»Schön, schön! Bezweifelt kein Mensch hier. Aber die Wahrheit bezahlt Ihnen heute kein Nilpferd. Und Ihr Doktor Wepp gibt uns allen Millionen. Da, hören Sie nur!«

Aus dem Nebensaal gellten die Stimmen der Ausrufer, ununterbrochen, hämmernd, wahnsinnig –.

»Bethlehem Steel 2600. – Philadelphia Betonwerke 5100. –«

»Standen gestern noch 100,« erklärte der Trustmann. »Ist, um sich Keller zu bauen. Aus Angst vor dem Absturz. Morgen stehen sie über 10 000. Glauben Sie wirklich, die Stahlwerke ließen sich jetzt ihre prachtvolle Panik verderben mit Ihrer Berechnung?«

»Newyork Assurance Compagnie 1000,« klang es herüber.

»Potz Blitz!« pfiff der Dicke. »Von 70 auf 1000! Das nenne ich Sprünge. Kein Wunder – die Panik! Dafür gibt's jetzt Häuser für 'n Spottgeld zu kaufen. Was nützt nach dem Absturz ein Haufen Ruinen. Stellen Sie sich nur vor, bester Herr, wenn's heransaust, ssst – bummm –! Bleibt kein Stein auf dem andern stehen.«

Er lachte voll Hohn, daß der Husten ihn packte.

»Kann man den Leuten gar nicht oft genug sagen. Dann geben sie's billig. Ich kaufe die Häuser seit gestern im Dutzend.«

»Pochs Panzerplatten 5400 –« brüllte es drüben – »Flugwerke 800 –.«

»Eh!« grinste der Dicke. »Man sucht sich auf Flugzeugen auch schon zu retten. So'n Blödsinn! Na, glauben Sie, Herr, hier sei was zu machen mit all Ihrer Earthcliffe- und Michiganweisheit? Der Wepp, der versteht es. Da können Sie lernen. Wenn Sie vernünftig sind, machen Sie zwei es genau so und lassen das Bocken. Hier gibt's nur verzichten!«

Nagel biß seine Zähne voll Wut aufeinander. Hier war jeder zweite Versuch heller Wahnsinn. Die Leute wollten die Wahrheit nicht hören. Sie brauchten die Lüge. Wepp blieb hier der Sieger.

»Ich verzichte!« sagte er heiser. »Laßt los. Ich will gehen.«

Der Dicke sah ihn nur kurz prüfend an und gab seinen Helfern ein lässiges Zeichen.

Nagel schüttelte seine freihängenden Arme und ging nach dem Ausgang, ohne sich umzublicken. Der Ekel vor dieser geldgierigen Kaste saß ihm in der Kehle. Mit einem Fluche spie er aus, doch der üble Geschmack blieb ihm weiter im Munde. Er sah nur noch zwei Möglichkeiten, mit Aussicht zu kämpfen. Zu zwei Zielen führte sein Weg. Zu den Redaktionen der großen Zeitungen, und zu dem Volke da draußen, das führerlos suchte, gehetzt und verraten, den Tod schon im Nacken.

Ein Auto jagte heran. Er winkte ihm hastig und sprang in den Wagen.

»Newyork-Times,« befahl er. Er mußte es brüllen, um sich in dem Lärmen verständlich zu machen. Der Lenker hielt alle zehn Finger nach oben.

»Tausend Dollar die Fahrt!« schrie er wie durch ein Sprachrohr.

Auch hier nackter Wucher. Der letzte Gedanke, zusammenzuraffen aus fallenden Trümmern.

»Fahren Sie!« brüllte Nagel zurück. »Die Pest auf euch Schurken!«

Der Riesenpalast der Newyork-Times stand breit und gigantisch in blendender Lichtflut. Auto an Auto, endlose Reihen von Trägern und Boten warteten vor den geschlossenen Toren der Expedition auf die Extrablätter der Zeitung. Eine Milliardenauflage lief durch die Walzen. Hunderte Druckpressen, Rotationsmaschinen stampften und rollten Tag und Nacht ununterbrochen. Die Bedienungsmannschaften wechselten stündlich. Schweißbedeckt, keuchend, vollkommen erschöpft, umnebelten Blicks wankten sie seitwärts. Das eiserne Ungeheuer fraß stets neue Menschen.

Wie Schwämme nach dem Regen schossen die Extrablätter hervor. Erst einmal, dann dreimal, fünfmal am Tage und dann alle Stunden. Eines phantastischer als das andere. Grauenerregender, panikzeugender, wahnsinniger. Die Masse da draußen schlang gierig das Gift ein und bebte vor Angst wie ein Tier vor der Schlachtbank.

Durch ein Heer von Beamten stieß, schob, schwang und würgte sich Nagel nach oben. Ein Diener vertrat ihm den Durchgang zum Saale.

»Gehen Sie!« fauchte Nagel ihn an. »Hier – los – meine Karte. Ich werde erwartet.«

In wenigen Minuten stand er schon vor dem ersten Direktor. Dutzende Reporter, den Schreibblock und Stift wie zum Sprung in den Händen, saßen rund um die Tische, den Blick auf der Türe.

Der Direktor versuchte vergeblich ein Lächeln. Es wurde zur Fratze.

»Da sind Sie ja endlich. Betrieb hier, Verehrter. Was bringen Sie Neues?«

Nagel gab ihm die Abschrift der Meldung.

Der Direktor las schnell den Inhalt und nickte gelassen. Seine Augen zwinkerten, und auf seiner Stirne standen zuckende Runzeln.

»Und das soll ...« fragte er hustend.

»Sofort abgedruckt werden. Man muß unverzüglich ...«

Der Direktor legte ihm die Hand auf den Ärmel.

»Einen Augenblick, bitte!«

Mit einer lässigen Handbewegung entließ er die noch immer sprungbereit stehenden Leute.

»Es ist gut, meine Herren. Für heute nichts Neues.«

Langsam, als wäre die Sache erledigt, schob er die Meldung tief in seine Tasche.

Nagel hielt seinen Arm fest.

»Bis wann wird das Extrablatt heute erscheinen?«

Der andere blickte mit schläfrigen Augen, als sähe er durch eine luftige Wolke.

»Wollen sehen, mein Lieber. Alles jetzt zu beschäftigt. Die Notiz wird gelegentlich mitgehen können. Es eilt ja nicht, – so was.«

Auf Nagels Stirne schwollen die Adern zu Wülsten.

»Es eilt nicht? Hier diese Notiz soll nicht eilen? Wo draußen das Volk steht und nach ihr verdurstet? Wo stündlich die Panik stets mehr Opfer fordert! Wo alles verrückt ist aus Angst vor dem Absturz?!«

»Sie sind nervös geworden, Verehrter! Nerven! Nerven! Sie sollten sich schonen.«

Von der Straße scholl der Lärm und das Angstheulen irrender Menschen. Nagel packte Verzweiflung. Alle Muskeln spannten sich, um der Bestie vor ihm den Hals zuzupressen für diese Verhöhnung. Da trat Earthcliffes Bild greifbar vor seine Augen.

»Kämpfen Sie, Doktor, wenn es auch aussichtslos scheint!«

Mit einer letzten Hoffnung griff er die Hand des Direktors.

»Herr!« sagte er heiser, mit bittender Stimme, »ich stehe hier als ein Mensch vor dem Menschen. Als Ehrenmann vor dem Ehrenmann. In einer Situation, wie die Welt sie nicht sah. Es ist begreiflich, verzeihlich, daß die allgemeine Welle des Wahnsinns, der Geldgier, des Taumels auch Sie plötzlich mitriß. Daß selbst Sie einen Tag dieser Seuche verfielen. Besinnen Sie sich, bester Direktor! Sie sind keine Bestie, haben Familie, Kinder und Freunde. – Draußen stehen Millionen verzweifelter Menschen und warten auf Sie. Warten vertrauend auf das, was Sie sagen. Hoffen von Ihnen erlösende Nachricht. Hören Sie auf diese Rufer da draußen. Befreien Sie sich und Tausende andere von diesem Albdruck. Die kleine Notiz hier enthält ihre Rettung.«

In die gelangweilten Züge des langen Direktors kam wütendes Leuchten. Stahlhart und unbewegt stießen sie Nagels Bemühen zur Seite.

»Gar nichts enthält die Notiz! Nicht mehr als Vermutung, Beruhigungsmärchen. Nicht ja und nicht nein, das! Was sagt Ihr Professor? Man kann es nicht wissen – es ist alles möglich – wir müssen noch warten. – Well, Ausflüchte, Worte. Mag er ruhig warten, wir anderen handeln. So oder so. – Meine Zeit ist besetzt, Herr.«

Nagel machte eine letzte Bewegung. Das kahle Gesicht vor ihm reizte ihn maßlos.

»Bestellen Sie Ihrem Herrn Earthcliffe die dankbarsten Grüße. Hat uns sehr interessiert, seine Ansicht. Sehr freundlich. Herr Wepp hat uns aber schon eingehender und vor allem positiver informiert. Kein Bedarf mehr. – Ich danke.«

Wie zwei Todfeinde standen sich die beiden Männer gegenüber, Auge in Auge, Wille gegen Wille. Einen Augenblick lang. Dann drehte Nagel sich um. Kurz, ohne Gruß, voll Empörung, und Trauer. Hier war jeder Versuch nur verlorene Mühe, verlorene Zeit. Nur der letzte Weg blieb noch, dem Unheil zu steuern. Der letzte und schwerste. Der Weg auf die Straße ...

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