Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Kurt Aram >

Oh Ali!

Kurt Aram: Oh Ali! - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorKurt Aram
titleOh Ali!
publisherLeser-Vereinigung Gutenberg Verlag Christensen & Co.
yearo.J.
firstpub1927
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140415
projectid3f183a3f
Schließen

Navigation:

Fünftes Kapitel

»Du kannst jetzt wirklich unbesorgt reisen, Maman.«

»Das sagst du so, als ob zwischen hier und Tiflis täglich zweimal ein Luxuszug verkehrte, wie zwischen Paris und Brüssel.«

»Auch Luxuszüge können entgleisen. In Paris habe ich mich oft genug gewundert, wenn ich von all den Unglücksfällen las, daß es so viele Pariser gibt, die noch nicht tot sind. Wenn ein Pariser uns besucht, würde er sich sicher wundern, daß es überhaupt noch Perser gibt.«

»Ob es einem bestimmt ist, zwischen Paris und Brüssel zerquetscht oder zwischen hier und Djulfa erschossen zu werden, im Effekt läuft es auf dasselbe hinaus und beunruhigt mich nicht besonders«, bemerkte die Fürstin trocken. »Du scheinst zu glauben, ich fürchte mich vor Kurdenkugeln.«

»Gewiß nicht, Maman.«

»Es wäre mir zum Beispiel viel unangenehmer, wenn mich so ein paar Wölfe aufgriffen und bei Reis und Hammelfett durchfütterten, bis du mich losgekauft hast. Wenn man alt wird, duftet man auch ohne Hammelfett nicht mehr wie eine junge Rose.«

»Ich bitte dich, Maman.«

»Du bist immer noch verliebt, mein Sohn,« seufzte die Mutter, »und es ist mein großer Kummer, daß es so viel umständlicher ist, von Tiflis hierher als von Paris nach Brüssel zu gelangen. Sonst könnte ich wenigstens einmal die Woche herüberkommen und dir den Puls fühlen. Du lachst, und du hast allen Grund, zu lachen, denn wenn ich erst wieder in Tiflis sitze, bist du mich für lange Zeit los und hast freie Hand für jede Dummheit. Deshalb trenne ich mich diesmal so schwer.«

Der Sohn wollte etwas erwidern, gewann es aber im Augenblick nicht über sich.

»Bisher war es mir eigentlich ein rechter Trost, dich gerade hier zu wissen. Es war mir sogar lieber, als wenn du in Tiflis geblieben wärst. Die Mädchen und Frauen hier sind wirklich nicht besonders anziehend, und die Perserinnen hüpfen in ihren schwarzen Säcken wie die Vogelscheuchen herum. Wie man daran etwas Verführerisches finden kann, begreife ich nicht. Aber natürlich, gerade in so etwas mußt du dich vergaffen.«

»Auch von diesem Kummer kann ich dich befreien, Maman.«

Sie sah verwundert auf. Was machte er denn für ein Gesicht? War ihm die Dummheit auf die Leber geschlagen, daß er so gelb aussah? Sie zog einen Taschenspiegel aus ihrem umfangreichen Pompadour und hielt ihn hoch.

Er schob ihn etwas hastig beiseite und sagte: »Die von dir so wenig geschätzten Kurden haben dir einen großen Gefallen getan.«

»Sureja?« fragte die Fürstin erstaunt.

»Nein, die anderen, die uns die Soldaten aus der Stadt trieben.«

»Diese Steuer hätte ich gerne getragen, wenn es weiter nichts ist«, meinte die Fürstin enttäuscht.

»Sie haben ein paar Männer erschossen und ein paar Frauen geraubt. Unter ihnen zufällig auch das Mädchen, das dich so beunruhigt. Du hast Glück, Maman. Wie immer.«

Sie schwieg einen Augenblick. Sonst wäre ihre Genugtuung darüber gar zu deutlich geworden. Dann aber wurde sie wieder unruhig. »Sowie ich im Tarantas sitze und dir den Rücken kehre, machst du dich natürlich auf die Suche?«

Gereizt fuhr er auf: »Glaubst du wirklich, daß ich nach etwas suchen gehe, das ein Kurde gestohlen hat?«

Sie legte ihm beruhigend die Hand auf den Arm, fuhr ihm leicht über die Wange und schwieg. Der arme Junge.

»Gib mir bitte eine Zigarette, Hakob. Gegen die Mücken.«

Er reichte ihr sein Etui.

»Ist es dir lieber, ich bleibe noch ein wenig, oder ich reise? Strenge dich nicht an, Söhnchen, ich reise, morgen reise ich, wirklich und wahrhaftig, und heute abend geben wir den Nachbarn ein kleines Abschiedsessen.«

»Gerne, Maman.«

Sehr ernst sagte sie: »Nur Tee und Schärbät, ohne Wein und Champagner.«

Er blickte sie verwundert an.

Mit demselben Ernst fuhr sie fort: »Und sage Vater Grigor, daß ich nachher mit den jungen Leuten im Weingarten das Abendmahl nehmen will. Ich denke, du schließt dich nicht aus, Hakob. Es werden nicht alle zurückkommen, um wieder das Abendmahl zu nehmen, Hakob. Oder hast du vergessen, was den Müttern bevorsteht, wenn ihre Söhne gegen Scharef Pascha ausziehen? Oder glaubst du, es sei für die Mutter leichter, als wenn ihrem Sohn ein kleines Vögelchen geraubt wird?«

»Verzeih, Maman!« Er küßte sie auf beide Wangen.

»Vergiß die Mütter nicht, Hakob, die dir willig ihre Söhne geben, und was du ihnen schuldig bist. Sie verschließen ihr Herz, denn seinen Anblick könntest du nicht ertragen, Hakob. Auch die anderen Söhne vermöchten es nicht, wenn die Mütter es offen vor sie hinlegten und ohne Hülle zeigten. Wir schonen euch, damit ihr nicht schwach werdet. Wir müssen tapferer sein, als die Söhne glauben. Jede von uns weiß, daß gerade ihr Sohn in Gefahr ist. Unter euch zweifelt keiner, daß gerade ihm nichts geschehen wird. Glaube mir, Hakob, es ist für euch leichter in der Erde zu ruhen, als für uns, ohne euch auf ihr weiter zu leben. Und doch bringen wir auch das fertig, Hakob, ohne daß Väter und Söhne sich besonders darüber wundern. Es ist schwer, euch zu feiern, wenn ihr alles Elend hinter euch habt. Aber uns zu feiern ...« Sie schleuderte die Zigarette weit von sich und stand auf. »Ich denke, das Lied bliebe euch doch wohl in der Kehle stecken, wenn ihr überhaupt noch ein Herz habt.«

Sie durchschritt den Hof, machte einen Augenblick bei dem kleinen Springbrunnen in seiner Mitte halt, dessen dünner Strahl so lebhaft plätscherte, und trat in das Haus, ohne sich noch einmal umzusehen.

Tief betroffen blickte Hakob unter sich und starrte nicht mehr in die Luft dem geraubten Vögelchen nach.

Die Nachbarn erschienen pünktlich mit ihren Frauen. Auch ihre Söhne, soweit sie mannbar waren, lagerten in den Weinbergen Hakob Akunians und übten unter Anleitung der russischen Unteroffiziere.

Die Nachbarn waren alle wohlhabend, zum Teil reiche Leute, und ihre Frauen hatten es gut, denn dem Armenier steht außer der Heimat nichts höher als die Familie. Aber wie schnell verblühten diese Frauen, und wie wenig heiter waren sie. Wenn er sich der Frauen in Europa erinnerte, fiel es Hakob Akunian besonders auf. Verstohlen gingen seine Blicke von einer zur anderen. Es war nicht eine unter ihnen, die nicht Kinder verloren hatte. Die Kindersterblichkeit war bei dem Mangel an Ärzten und geschultem Personal außerordentlich groß. Nur die kräftigsten und gesündesten Kinder überstanden die ersten Lebensjahre. Und wenn aus den Knaben junge Männer geworden waren? Es war nicht eine unter den Frauen, die nicht schon einen Sohn im Kampf mit Kurden oder Türken verloren hätte. Und die Töchter? Wieviel sterben im ersten Kindbett. Und die am Leben blieben, hatten mit ihren Kindern dasselbe Schicksal wie ihre Mütter.

Als man nach der Mahlzeit in die Weingärten ging, lag der Mond dick und schwer wie eine Kugel aus Silber, die sich nicht von der Stelle rührt, in einem fast schwarzen Himmel. Es war so hell, daß man ohne Schwierigkeit jedes Buch lesen konnte. Aber ein Licht ohne Wärme, das wie ein blankes, gleißendes Schwert zwischen die Blätter kalt in die Erde stach, denn die Luft war trocken wie Stroh und ohne alle Feuchtigkeit. Die Gärten lagen nicht romantisch, sondern gespenstisch unter diesem kalten Silber, und alles Grün war schwarz geworden. Keinerlei Farbe außer Schwarz und Weiß. Kein freundlich lockendes Gemälde, ein harter, starrer Holzschnitt.

Hakob öffnete den Mund, Fackeln herbeizurufen, um in diese Versammlung von Gespenstern ein wenig Farbe und Leben zu bringen, aber er schloß ihn wieder und preßte die Lippen zusammen, denn bis jetzt schienen die anderen nichts davon zu sehen. Er lehnte sich an den dicken Stamm einer Pappel, so daß ihr schwarzer Schatten sein Gesicht auslöschte und verschluckte. Hätte seine Mutter seinen Kopf im Licht dieses Mondes erblickt, es war sicher, sie wäre ebenso erschrocken wie er beim Anblick ihres Kopfes.

Erst recht gespenstisch wurde ihm zumute, als der Priester das Abendmahl reichte. Aller Augen schlossen sich, und der geöffnete Mund wurde zu einem schwarzen Loch. Die heilige Handlung vollzog sich für ihn wie auf einem bösen, giftigen Stern in einem vorweltlichen Äon, in einer erstarrten Sphäre zwischen unbekannten Welten, unendlich fern der mütterlichen, liebenden Erde. Und als sie dann alle das Lied von den Tränen des Araxes sangen, das überall gesungen wird, wo Armenier zusammen sind, wandte er der Versammlung leise den Rücken, weil er ihren Anblick nicht länger ertragen konnte. Es klang wie das Abschiedslied schon Verstorbener aus weiter Ferne über die schwarzen Wasser des Todes:

Der Ararat allein gedenket
der Tage, die entschwunden sind,
und nährt mit Quellen mich und tränket,
wie eine Mutter säugt ihr Kind.

Doch ist noch wert der heiligen Quellen
ein totes Land, vom Feind verhöhnt,
ein Land der Sklaven und Rebellen;
das unterm Joch der Türken stöhnt?

Zerfleischt vom Türken und vom Zaren
liegt rings gefesselt unser Land,
verjagt die Söhne, und in Scharen
Ungläubige hierher gesandt.

Soll ich vor diesen nun mich schmücken
mit Rosenpracht und Uferglanz?
und ihren wilden Blick beglücken
mit meiner Schönheit Wogentanz?

Solange meine Söhne schmachten,
solange sie der Heimat fern,
werd' ich jedwede Lust verachten,
der Schwur sei heilig vor dem Herrn!

Mit weißem Schaume sich bedeckend,
verbergend seine tiefe Qual,
wie eine Schlange wild sich streckend,
enteilt der Arax fort ins Tal.

Sollte er diese Jugend nicht doch lieber nach Hause schicken, einer jeden Mutter ihre Söhne in die weitgeöffneten Arme? Wie lange blieben sie ihr da? Bis Scharef Pascha kam. Vielleicht noch acht, vielleicht noch vierzehn Tage. Und dann? Dann wurden sie niedergemacht samt den Müttern. Die Väter erschlagen, die Töchter in Harems verkauft, die kleinen Knaben zu Eunuchen für die Großen in der Türkei, in Persien und Arabien gemacht. Dann doch immer noch lieber dreihundert opfern, damit dreitausend noch für eine Weile weiterleben können, bis ... ja, bis der Plan Wirklichkeit war, der ihn und Sureja von Maku zusammengeführt hatte.

Es war kein leichter Abschied, als die Mutter nun wirklich in ihrem Tarantas saß, dem er zwei der russischen Unteroffiziere mitgab, weil sie überflüssig geworden waren. Aber der Fürst hatte nicht viel Zeit, dem nachzuhängen, denn als es Abend wurde, trat der Türhüter bleich, erschreckt, zitternd zu ihm und flüsterte dem Herrn zu, als er das Tor schließen wollte, habe ein altes Weib daneben gestanden und dreimal gesagt: »Ich will für dich zum Opfer werden«, und als er es greifen wollte, sei es ihm unter den Händen entschlüpft und verschwunden wie ein Gespenst.

Hakob sprang auf. Also doch! Asiatische Kunst und europäische Wissenschaft hatten gesiegt. Das Experiment war gelungen. Er hatte es nicht ernst genommen. Eine echt kurdische Spielerei, Zaubermanipulationen mit Pariser Naturwissenschaft gemischt. Was dabei schon herauskommen würde. Hakob Akunian war kein abergläubischer Mann. Nicht einmal als Bankier, geschweige denn als Mensch, der sein armenisches Christentum fleißig mit Europäertum gemischt hatte. Aber für einen Augenblick, da ihm wieder die ganze Marterszene mit dem alten Kurdenweib vor Augen stand, in der Sureja so raffiniert asiatische Grausamkeit in europäische Formen sich hatte auswirken lassen, grauste ihm doch bei dem Gedanken, was aus solcher Verbindung noch alles werden konnte, und ein Gefühl des Unbehagens befiel ihn.

Er steckte einen Revolver zu sich und ergriff einen langen Eisenstab, wie ihn die Bettelderwische tragen, um die Hunde abzuwehren. Er teilte den jungen Leuten im Weingarten mit, die Stunde sei nahe und alles Warten habe bis morgen oder übermorgen ein Ende, und entfernte sich durch die östliche Seitenpforte. Es galt, Sureja sofort zu verständigen und den Plan noch einmal in allen Einzelheiten durchzusprechen. Sureja war diesmal nicht direkt beteiligt. Ein großer Vorteil, denn ihm fiel es infolgedessen leicht, alles ganz kühl und sachlich zu überlegen, während Hakob Akunian immer auf der Hut vor dem Haß sein mußte, in den für ihn alles getränkt war, was mit Scharef Pascha zusammenhing.

Da noch kein Stern am Himmel stand und der Mond erst später aufging, herrschte gerade im Christenviertel in den schmalen Gassen mit ihren hohen Mauern eine Dunkelheit, die den Fürsten nach wenigen Schritten völlig hilflos machte. Außerhalb seines Besitzes bewegte er sich ja nur zu Pferd wie jedermann, der auf sich hielt. Er stolperte, seine Füße versanken in Staubhügeln, die glatten Mauern boten seinen Händen keine Erkennungszeichen. In dem sonst so vertrauten Stadtteil irrte er umher wie ein Blinder in einem unbekannten Labyrinth. Er hielt an und versuchte, das Auge auf die Dunkelheit ein wenig einzustellen. In der Nähe knurrte böse ein Hund. Bei einem Reiter hätte er das nicht gewagt. Aber er zögerte wohl nur deshalb, sofort auf ihn loszufahren, weil er stillstand, und der Hund annahm, der Mensch sehe und beobachte ihn genau so mißtrauisch und sprungbereit wie er ihn. Oder hielt er den Fürsten für einen Gefährten, der gleicherweise auf Raub auszog und wollte ihn nur warnen, seine Kreise nicht zu stören, wie er auch die des anderen respektierte?

Als der Fürst endlich weiterging, blaffte der Hund ihm nur kurz nach. Man hörte, wie er sich befriedigt niederwarf und einen Knochen knackte. Der Konkurrent hatte verstanden und respektierte den Kollegen mit vier Beinen.

Hakob Akunian war froh, als er das Christenviertel endlich hinter sich hatte, denn nun wurden die Gassen breiter, die Mauern niedriger, und viele Lücken in ihnen gaben ein größeres Stück des Nachthimmels frei, der auch ohne Mond und Sterne nicht so finster war wie zwischen den hohen, lückenlosen Mauern. Jetzt hörte er auch den Bach rauschen, den er kannte, an dessen Rand er sich leichter weiterfand und nicht wieder die Richtung verlor.

Plötzlich hielt er an. Die Mauer am anderen Ufer war zerstört, und es roch immer noch nach Rauch. Da hatte noch vor einer Woche Mussa Rizas Haus gestanden. Atem und Herzschlag stockten für einen Augenblick. Mit einem Fluch tappte er weiter. Daß er die junge Perserin immer noch nicht vergessen konnte, daß ihr Bild ihm immer noch im Blute saß! Wie sie aus der Burqä schimmerte wie Elfenbein, wie sie das Lied der Nachtigall tanzte.

Endlich stand er vor Surejas Besitz und tappte nach dem Torklopfer, den er in einem bestimmten Rhythmus zweimal rasch hintereinander in Bewegung setzte. Die Lammfellmütze zog er tiefer in die Stirn, den Mantelkragen schob er bis zur Nase hoch und setzte den Klopfer wieder in Bewegung. Endlich fragte der Torhüter nach des Klopfenden Begehr. Er nannte ein verabredetes Losungswort. Schnell wurde der Riegel zurückgeschoben. Durch einen schmalen Spalt schlüpfte er ein. Schnell legte sich der schützende Riegel wieder vor. Der Torhüter rief einen Diener, der den Besuch in das Haus geleitete, und geräuschlos verschwand, seinem Herrn das Losungswort zu melden.

Der Diener kehrte nicht wieder, aber ein schwerer Wandteppich schob sich ein wenig beiseite, und Sureja winkte den Besuch zu sich in das nächste Zimmer. An der gegenüberliegenden Wand bewegte sich leicht eine bunte Seidendecke, hinter der eben jemand entschwunden war. Üppige Kissen am Boden. Es duftete stark nach Sandelholz und Pariser Parfüm. Der Fürst hatte bisher nie daran gedacht, daß der Prinz einen Harem besitzen könnte. Jetzt wußte er es. Es überraschte ihn, aber er tat, als bemerke er nichts, wie es sich einem Mohammedaner gegenüber geziemte.

Einen Augenblick lauschte Sureja, dann sagte er: »Gehen wir noch ein Zimmer weiter, wo wir vor jeder Störung sicher sind.« Es war eingerichtet wie ein europäisches Herrnzimmer. Nur statt mit Bildern mit persischen Decken geschmückt, die in bunter Stickerei und immer neuen Variationen das ewige Thema vom Baum im Paradies mit seinem Getier abwandelten. Einige Truhen, viele Bücher und ein geräumiger Gewehrschrank englischer Arbeit. »Bitte, sprechen Sie.«

Hakob berichtete, was ihm sein Torhüter mitgeteilt hatte, und die Augen des Fürsten durchzuckte ein Blitz. »Also doch! Ich habe es übrigens nie bezweifelt, Sie Ungläubiger! Ich werde nachher ein paar meiner Leute auf Kundschaft in die Berge schicken. Ist bei Ihnen alles bereit?« Der Fürst nickte.

»Es scheint Sie weniger zu befriedigen, als ich erwartet hatte«, meinte Sureja ein wenig verwundert. »Was verstimmt oder beunruhigt Sie? Immer noch dieselbe Frage nach dem Recht, Sie Christ?«

Ja, es war immer wieder dasselbe, das einzige, was dem Fürsten von Zeit zu Zeit zu schaffen machte. Es war ganz klar, daß man Scharef Pascha zuvorkommen und ihn überraschen mußte. Ließ man ihn erst auf persisches Gebiet kommen und wartete seinen Angriff auf den Salmasdistrikt, oder wo immer er einfallen mochte, ab, hatte man zwar das Recht der Notwehr für sich, und niemand konnte etwas dagegen einwenden, wenn man sich nicht einfach hinschlachten ließ. Kam man dagegen dem Angreifer zuvor, mußte man die Entscheidung auf türkischem Boden suchen, bevor Scharef die persische Grenze erreicht hatte. Das war dann aber keine Notwehr mehr, sondern ein glatter Völkerrechtsbruch, einfach ein Räuberkrieg oder weiß Gott was sonst noch Infameres. Die Türkei erhob ein gewaltiges Geschrei und überall in Europa fand es lautesten Widerhall. Jeder Teilnehmer an einem so unerhörten, die heiligsten Rechte mißachtenden Unternehmen war vogelfrei, ein Bandit, ein Mörder. Hängt ihn zur Beruhigung des so überaus empfindlichen internationalen Gewissens.

Wie oft hatten beide dies Thema in den letzten Wochen nach allen Seiten gedreht und gewendet. Der Armenier tief beunruhigt, der Kurde voll Hohn und Spott über das Völkerrecht, das die Starken geschaffen, um die Schwachen auch noch mit gutem Gewissen im Interesse der Zivilisation aussaugen zu können, wie Sureja behauptete. Da seien die echten Asiaten doch bessere Menschen, die kein solches Mäntelchen brauchten. Schlimm sei in diesem besonderen Fall nur, daß die Türken diesen europäischen Schwindel weidlich zu ihren Gunsten nutzen würden.

Hakob Akunian fand keinen Ausweg aus diesem Dilemma, seine Volksgenossen hier oder in Salmas ohne Gegenwehr ausrauben zu lassen oder ganz Europa gegen sich aufzubringen. Daß in diesem Fall der Angriff als einzige Form der Notwehr einige Aussicht auf Rettung verhieß, galt nichts vor dem Gewissen Europas.

»Die Türkei ist stärker als Sie, also im Recht«, fiel Sureja schmunzelnd ein.

Eine Weile beobachtete er den unschlüssigen Fürsten. Dann sagte er: »Es bleibt wirklich keine andere Wahl für Sie: entweder sich hier abschlachten zu lassen wie die Hammel, oder die Wölfe auf türkischem Gebiet niederzuschlagen, bevor sie noch das Maul aufreißen. Ein drittes gibt es nicht. Ich rate wie immer zum zweiten. Was Europa dazu sagt, schreckt mich nicht, seitdem ich es kenne.«

Der Fürst sprang auf und durchmaß das Zimmer. Endlich blieb er dicht vor Sureja stehen. »Es ist schlimm, aber es geht nicht anders.«

»Am besten wäre es, Sie vernichteten Scharef im Schlaf, so daß keiner mit dem Leben davonkommt. Gewiß, auch dann werden die Türken schreien, mörderisch sogar, aber sie können nichts beweisen, denn die Zeugen sind tot.«

Der Fürst machte eine abwehrende Bewegung.

»Für alle Fälle stecken Sie ein Dutzend Leute in russische Uniformen und exponieren sie am meisten. Man kann dann das Gerücht verbreiten, der Überfall sei aus russischem Gebiet gekommen. Seine Armenier wird Rußland schon zu schützen wissen, wenn sie die Türkei geschädigt haben. Die europäischen Christen können sich dann über die russischen entrüsten und die russischen über die europäischen. Je mehr sie sich dabei ineinander verbeißen, um so vergnüglicher für uns. Und wenn all diesen Christen dann der Türke noch tüchtig schreien hilft, gibt es ein Feuerchen, über dem wir unseren Braten getrost aufhängen können, daß er hübsch gar werde. Und mitten im schönsten Entrüstungsgeschrei, verlassen Sie sich darauf, wird sich der Engländer oder der Russe seitwärts in die Büsche schlagen, weil er unseren Braten riecht und seinen Anteil haben will. Er wird sich vor den anderen bald als der frömmste seiner Frömmigkeit brüsten, die den Schwachen beisteht, und am Schluß hat sich dann bei der ganzen Geschichte nur der Türke die Finger verbrannt.« Sureja lachte.

»Und Persien?« fragte Hakob Akunian.

»Wenn Sie zu zartfühlend sind, Scharefs Lager im Schlaf zu vernichten, wird es natürlich herauskommen, daß der Überfall von Persien aus unternommen wurde. Die Türkei wird sich an Persien halten, und Amenisam wird sich an die Armenier halten. Im Grunde freut er sich, wenn die Türken eine Schlappe erleiden und gönnt es ihnen von Herzen. Aber da sein Land schwach ist, muß er sich entrüsten und strafen und Genugtuung geben.« Sureja schwieg einen Augenblick. Dann meinte er mit besonderer Energie: »Vor allem müßte man den türkischen Konsul hier unschädlich machen, wenn es herauskommt, daß der Überfall von Persien aus geschah. Sonst: gibt er keine Ruhe und heizt Amenisam so lange ein, bis er wütend wird, und dann verläßt ihn alle Klugheit.«

»Die Folgen für die Armenier hier und in Salmas sind gar nicht auszudenken«, stöhnte der Fürst.

»Dann legen Sie als frommer Christ die Hände in den Schoß und warten in Geduld und Demut ab, was Scharef Ihnen beschert. Übrigens würden es viele fromme Mohammedaner auch so machen.«

Der Armenier reichte plötzlich dem Kurden die Hand und drückte sie: »Abgemacht, es bleibt dabei.«

»Ich lege mich derweil hier auf die Lauer und stelle meine Netze. An wilden Gerüchten soll es nicht fehlen, wenn sie erst in die Luft schnuppern und Unrat wittern. Sie sollen mir alle den Kopf nach Norden drehen, nach Rußland. Die beiden russischen Bären kamen sehr gelegen. Auch den türkischen Konsul stoße ich mit der Nase darauf, bis er sonst nichts mehr hört und sieht. Wenn sich nun Rußland und Persien heimlich verbündet haben? Ein übler Geruch für jede türkische Nase. Und weshalb sollen sie das nicht tun? England ist weit und Rußland ist nah, und einen Helfer braucht Persien. Wenn Sie es nicht sehr ungeschickt anstellen, mein Fürst, werden Sie Ihre Arbeit in Ruhe verrichten können, und wenn Sie wieder zurück sind, werden wir weiter sehen. Ein guter Christ und ein schlechter Mohammedaner sind nicht so leicht umzubringen, besonders wenn der schlechte Mohammedaner den Fürsten von Maku zum Bruder hat und der gute Christ ein gutes Bankhaus.«

»Und wenn ich nicht wiederkomme, mein Prinz? Man muß an alles denken.«

»Daran soll man überhaupt nicht denken, denn die Gedanken haben mehr Macht, als mancher Mächtige glaubt. Aber wenn dieser undenkbare Fall eintreten sollte, mein Fürst, ich versichere Sie, dann sind Sie jedes weiteren Nachdenkens überhoben.«

Sureja lächelte und klatschte in die Hände. Unter einer Seidendecke wurde ein Samowar in das Zimmer geschoben. Nach wenigen Augenblicken ein silbernes Tablett mit Gläsern und Zucker. Zwei junge Frauenhände wurden sichtbar, huschten vor und verschwanden wieder.

Der Prinz stellte alles auf den Tisch und bot seinem Gast Zigaretten an. Stumm rauchten beide eine Weile und tranken Tee.

»Ich möchte Ihnen noch eine Mitteilung machen, mein Fürst. Ich kenne Ihren Heroismus und möchte ihn so weit dämpfen, daß er nicht völlig Herr wird über alle Klugheit. Auch in meinem Interesse, denn unser Plan steht ja bis jetzt nur auf vier Augen, und die Ihren sind dabei nicht zu entbehren.« Sureja zögerte, und Hakob sah verwundert auf. Der Makuer schien unsicher, fast ein wenig verlegen zu sein. Das war ein ungewohnter Anblick.

»Ich habe ebenfalls einige französische Romane gelesen«, begann Sureja wieder. »Ich wähle daher den europäischen Stil. In dieser Angelegenheit ist er, denke ich, der geeignetste, damit wir uns recht verstehen, oder Sie mich wenigstens nicht von vornherein mißverstehen.«

»Sie machen mich wirklich neugierig, mein Prinz.«

»Erst berührte es mich recht komisch, jedenfalls sehr fremdartig, welch Wesens so ein europäischer Schriftsteller von einer Sache macht, die in meinem Leben nie eine große Rolle gespielt hat. Vor aller Öffentlichkeit schon gar nicht. Wie es in diesem Punkte bei Ihnen steht, mein Fürst, weiß ich nicht. Ich würde mich auch nicht unterfangen, eine Frage an Sie zu stellen, die darauf zielt. Ich kenne nichts Ungehörigeres, ja für meinen Geschmack Unanständigeres. Aber Sie sind aus Rußland zu uns gekommen, mein Fürst, und Rußland ist in diesem Punkt ganz europäisch. Wenigstens habe ich da nie einen Unterschied zwischen ihm und dem übrigen Europa bemerkt. Ich hoffe, deshalb kränke ich Sie nicht?«

Hakob lächelte. »Vorläufig sprechen Sie in Rätseln, mein Prinz.«

»Sie erinnern sich der Kanone und der zwölf Zuckerhüte als Preis für sie, den ich vermittelte?«

Hakob nickte und blickte immer verwunderter drein.

»Ich habe meinen Bergvettern natürlich einen kleinen Wink gegeben, wie sie sich sonst noch ein wenig schadlos halten können. Ich kenne ja die Vettern. Ohne ihn hätte ich die Kanone nicht so preiswert zurückbekommen und ohne ihn hätten sie die Kanone nicht selbst in das Lager zurückgebracht.«

»Verstehe ich recht?«

»Ich hoffe, mein Fürst. Ich kenne ja auch die persischen Soldaten, und alles vollzog sich, wie ich es erwartet hatte. Ganz programmäßig, möchte ich sagen. Ich hoffe, Ihre Mutter, die uns nicht leiden kann, ist nicht gar zu entrüstet gewesen. Auch die Leute in Ihren Gärten waren so vernünftig und ließen keine Flinte losgehen. Das einzige, was mir ein wenig Sorge machte.«

Hakob Akunian sprang erregt auf.

»Wenn Sie sich jetzt schon aufregen, wie soll ich Ihnen dann die Fortsetzung meiner kleinen Geschichte erzählen? Sie sehen mich ratlos, mein Fürst.«

Hakob Akunian setzte sich wieder, verdeckte seinen Mund mit der Hand und sah zu Boden. Eine Unruhe stieg ihm ins Blut, die er unter allen Umständen verbergen wollte.

»Alles vollzog sich pünktlich. Wir sind außerordentlich pünktlich, wenn es unseren Vorteil gilt. Darin können wir mit jedem Europäer wetteifern, so sehr wir ihm sonst auch unterlegen sein mögen, mein Fürst. Ich hatte damit gerechnet und danach meine Vorkehrungen getroffen. Für ein kleines Privatunternehmen, dem diese Stunde besonders günstig war.« Sureja hielt an und betrachtete den Fürsten aufmerksam. Dieser rührte sich nicht.

Sureja fuhr fort. »Es herrschte ein ganz hübsches Durcheinander und der übliche Wirrwarr in unserer guten Stadt, den Sie vermutlich auch beobachtet haben. Ich benutzte die günstige Gelegenheit, die so nicht leicht wiederkommt und ließ aus Mussa-Rizas Haus die kleine Miryäm entführen.«

Der Fürst zuckte zusammen, der Prinz tat, als bemerkte er es nicht und fuhr fort: »Daß Onkel und Tante und Haus dann draufgingen, war nicht meine und meiner Leute Schuld. Das haben später ohne mein Wissen und gegen meine Absicht die Vettern aus den Bergen besorgt.«

Hakob Akunian blickte dem Kurden wild und verstört in die Augen. Dieser verzog keine Miene. Der Fürst schlug die Augen wieder nieder.

»Erinnern Sie sich noch, mein Fürst, damals beim Gouverneur fragte ich halb im Scherz, halb im Ernst, ob ich die Kleine für Sie kaufen solle. Sie waren sehr entrüstet über die Frage, wenn ich mich recht erinnere. Ich verstand das durchaus nicht, nicht einmal von dem hochgepriesenen europäischen Standpunkt aus. Oder sollten Sie dort keine Männer kennengelernt haben, die sich Mädchen kaufen? Ich habe sogar von alten Frauen gehört, die sich junge Männer kaufen. Ich hatte den Eindruck, und nun muß ich so schamlos werden wie ein Europäer, als hätten Sie eine Passion, eine Leidenschaft für die Kleine. Ich bin darüber erschrocken. Aus Egoismus, denn es ist nicht gut für unsere Pläne, wenn einem Mann ein Mädchen wie in einem französischen Roman die Gedanken in Unordnung bringt. Erst dachte ich, man muß das Hindernis beseitigen, ehe es zu spät ist. Dann aber erinnerte ich mich meiner asiatischen Erfahrung und zugleich meiner europäischen Lektüre, die mir zuweilen wirklich Spaß gemacht hat, und hielt es für besser, die Kleine für Sie zu gewinnen, da Sie selbst als Christ das nicht können, ohne in wenigen Tagen erstochen, erschossen oder vergiftet zu werden. Dazu sind Sie mir für unsere Pläne zu wertvoll. Alles Egoismus, mein Fürst. Da ich die Kleine aber ohne Kaufpreis an mich bringen konnte, war mir das noch angenehmer.«

Der Fürst war wieder aufgesprungen.

»Regen Sie sich nicht auf, mein Fürst, und suchen Sie nicht meine Wände zu durchbohren. Sie ist nicht hier. Von Onkel und Tante hielt sie nicht viel, aber daß ich sie so gut bewachen ließ, machte sie wild. Sie biß und kratzte und fauchte wie eine Katze. Am Ende wäre sie mir doch wieder entwischt und hätte Lärm geschlagen. Ich habe sie unter sicherer Bedeckung nach Maku zu meinem Bruder bringen lassen. Dort ist sie gut aufgehoben, und ich bürge dafür, wie man gut europäisch sagt, daß ihr kein Leid geschieht. Wenn Sie Scharef Pascha hinter sich haben, steht die Kleine Ihnen nach Belieben zur Verfügung.«

Der Fürst hatte den Prinzen wiederholt unterbrechen, ihm seine Entrüstung, seinen Grimm über das alles ausdrücken wollen, aber er hielt immer wieder an sich. Es war ja hoffnungslos, ihm klarzumachen, was er angerichtet hatte und was der andere dabei empfand. Der Kurde besaß dafür einfach kein Organ. Es war aussichtslos. Eine Wand zwischen beiden, durch die keiner zum anderen konnte. Hier hörte jedes Verständnis zwischen Kurde und Armenier, zwischen Christ und Mohammedaner auf.

Lächelnd folgte ihm Sureja mit den Blicken. »Ich hoffe, Sie werden jetzt die Klugheit über allen Heroismus setzen und Ihr auch für mich so wertvolles Leben im Kampf gegen Scharef nicht mehr in Gefahr bringen, als unvermeidlich ist, wenn man nicht auf einen Hasen, sondern einen Pascha Jagd macht.«

»Ich werde ... ich werde«, stammelte Hakob Akunian voll Wut, ohne aber den Satz zu vollenden. Ja, was würde er tun? Nun erst recht jede Gefahr herausfordern, um überhaupt nichts mehr tun zu müssen? Die Sache im Stich lassen, um eines kleinen Mädchen willen und damit auch das Mädchen im Stich lassen, das ohne sein Zutun und doch nicht ohne seine Schuld geraubt, verschleppt und eingesperrt worden ist?

»Es ist abscheulich und schändlich!« schrie er.

Sureja zündete sich eine neue Zigarette an und goß Tee ein. Die paar Wochen würde der Fürst sich gedulden müssen. Das ließ sich jetzt nicht mehr ändern. Oh Ali! wir sind doch nicht in einem französischen Roman. Wie kann man nur so unbeherrscht sein. Die Kleine lief derweil nicht fort. Sie würde nur zahmer werden. Das war für diese wilde Katze und den verwirrten Fürsten nur heilsam, der durch das Zimmer lief und nach Luft schnappte, als wäre er ein Fisch, der nie mehr ins Wasser kommt. Jawasch, jawasch, nur Geduld, bei seinem Bruder gab es einen hübschen Teich für beide.

Da der Fürst sich immer noch nicht beruhigen wollte, sprach Sureja wieder von dem Zug gegen Scharef. Man täte am besten, ihn zu beschleichen und zu umstellen, wenn alles noch schlief. So gegen Morgen und möglichst von Osten, daß der Gegner die Sonne ins Gesicht bekam. Auf türkischem Gebiet fühlte sich Scharef mit den Seinen sicher und würde nur wenig Wachen ausstellen, die gegen Morgen vermutlich ebenfalls schliefen. Sie würden wohl irgendein kleines Tal zum Lager wählen. Bei den Hamidiekurden hatte der Führer ein schwarzes Zelt, alle anderen weiße oder andersfarbige. Ein gutes Ziel, das nicht zu verfehlen war. Gleichzeitig ein Dutzend Kugeln hinein. Wie bei einer Schießscheibe. Nicht alle ins Zentrum, sondern gut verteilt, daß alles mit einer Salve durchlöchert wurde, was in dem schwarzen Zelt war. Nach der ersten Salve immer fünf Mann für jedes weitere Zelt. Das richtige Kesseltreiben, wie man es in Europa Tieren gegenüber liebt, die niemand etwas zuleide getan haben. Ob der Fürst nicht einmal eine Treibjagd bei Paris oder London mitgemacht habe? Schade, dann wüßte er Bescheid. Und die Augen auf, daß keiner ausbricht. Zehn Jäger bringen so mit Leichtigkeit hundert Hasen und Dutzende von Rehen und Hirschen zur Strecke. Weshalb nicht dreihundert Armenier, wenn sie sich klug anstellen, tausend Hamidiekurden und mehr?

 << Kapitel 4  Kapitel 6 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.