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Laurids Bruun: Oanda - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
authorLaurids Bruun
titleOanda
publisherGyldendal'scher Verlag
translatorJulia Koppel
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20080110
projectid3adcebb3
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IV.

Als Ralph durch die Allee gehen wollte, sah er, wie zwei Herren und eine Dame in die Pforte einbogen.

Er blieb ärgerlich stehen. Was wollten diese Leute hier. Da stand doch: »Unbefugten ist der Zutritt verboten.«

Er überlegte, ob er abbiegen, bevor man ihn gesehen hatte, und den Weg über den Hof einschlagen sollte. Daß es keiner von seinen Gästen war, sah er gleich. Bevor er aber noch einen Entschluß gefaßt hatte, sah er, wie der eine Herr seine Arme wie in Wiedersehensfreude ausbreitete und auf ihn zukam.

Ralph erwiderte zögernd seinen Gruß und blieb stehen.

»Ralph Cunning!« Der Fremde blieb stehen und blickte ihn mit einem komischen Ausdruck von Enttäuschung auf seinem runden Gesicht an, »Erkennen Sie mich wirklich nicht!?«

»Goodwill?« Ralph ergriff seine Hand und zog ihn ins Licht auf die Terrasse. »Herzlich willkommen!«

»Welche Freude, Sie wiederzusehen!« Goodwill betrachtete ihn mit feuchten Augen. »Ich glaube wahrhaftig, daß Sie noch gewachsen sind.«

»Gar nicht unmöglich. Ich war ja erst einundzwanzig Jahre alt, als Sie mich damals verließen.«

»Oder – ?« Goodwill trat einen Schritt zurück, um ihn recht zu betrachten. »Ja, das ist's: Der Geist in Ihnen ist gewachsen, die Lebensfreude in Ihrem Blick ist zu Willenskraft geworden, der Mund so energisch, die Stirn voller Verantwortung.«

»Und Sie sind derselbe unverbesserliche Optimist,« lachte Ralph, »das sehe ich Ihren Augen an. Warten Sie lieber mit Ihrem Lob, bis Sie sehen, daß es berechtigt ist.«

»Ich hab' es gesehen! Cunning!« Goodwills Blick schweifte über den Springbrunnen, den Wintergarten, die Fabrik, und er schien alles mit seinen ausgebreiteten Armen umfassen zu wollen, »Dies alles haben Sie in neun Jahren geschaffen? Das Schloß – und den Park – und die Fabrik! Ja, die Fabrik. Wir haben alles gesehen – alles ist erstklassig, wohin man blickt. Und wie ich höre, wollen Sie sie jetzt von neuem vergrößern?«

Er stellte sich wieder vor Ralph auf und musterte ihn, während sein Gesicht strahlte.

»Und der Gedanke, daß es mein Schüler ist, dem Gott die Fähigkeit gab, solch großes Werk zu verrichten!«

Oanda war in der Allee stehen geblieben. Der Ausdruck ihres Gesichtes war fast feierlich, wie sie dort stumm und steif stand und mit einem unklaren Gefühl der Zusammengehörigkeit das Bild desjenigen in ihre Seele aufnahm, der den Namen ihres Vaters trug.

Ralph fühlte ihren Blick, drehte sich um und stutzte.

»Das sind Ihre Freunde, Goodwill?«

»Ich bitte um Entschuldigung!« Goodwill streckte die Hand aus, um vorzustellen. »Ja, meine Freunde, aber Sie wissen ja noch gar nicht, daß ich auf einer unbekannten Insel strandete, ich und Fielding, sie kennen ihn wohl, den Gefängnisinspektor hier aus Pennsylvania; wir wollten ihn auf dem Wege hierher besuchen, trafen ihn aber nicht zu Hause.«

Ralph machte eine ungeduldige Bewegung.

Goodwill beeilte sich fortzufahren: »Wir reisten zusammen von Manila, mitten auf dem Meer aber geriet das Schiff in Brand. Wir verließen es in einem geringen Boot, der Herr aber hielt seine Hand über uns – über Fielding und mich und Nomura.«

Er wandte sich zu dem Japaner um, der nähertrat, als sein Name genannt wurde.

»Das ist Dr. Nomura, ein japanischer Arzt aus Manila.«

Nomura streckte seine Hand aus und sagte feierlich:

»Es ist mir eine Ehre.«

»Gleichfalls.« Ralph schüttelte seine Hand, streifte das magere, gelbliche Gesicht mit einem Blick und wandte sich darauf Oanda zu.

»Und das gnädige Fräulein?«

»Ja, das ist ein Märchen!« Goodwill rückte seine Brille zurecht und setzte zu einer umständlichen Erklärung an: »Sie müssen nämlich wissen, Cunning, daß sie die Prinzessin der Insel ist –«

Weiter kam er nicht.

»Willkommen in meinem Reich, Prinzessin!« unterbrach Ralph ihn und streckte Oanda seine Hand hin.

Oanda blickte in seine starken, weitgeöffneten Augen; sie lächelten ihr zu, und auch sie lächelte, aber sie trat nicht näher und nahm nicht seine Hand – sie vergaß es.

»Ja, wer hätte das gedacht,« fuhr Goodwill fort. »Statt einer wilden und feindlichen Bevölkerung finden wir einen geordneten Staat von einem Holländer und – äh – einer europäischen Dame mit ihrer jungen Tochter geleitet. Diese Insel wurde unsere Rettung.«

Ralph verwandte keinen Blick von ihr. Sie war wie eine Dame gekleidet, und dennoch wie ganz anders! In Haltung, Blick, so frei von allem gezierten Wesen, so offen und geradezu, als ob sie einem geradeswegs in die Seele blickte.

»Und Sie lohnten Ihren Rettern, indem Sie die Prinzessin entführten?« sagte er munter.

»Es geschah mit vollem Einverständnis ihrer Mutter,« protestierte Goodwill feierlich.

»Fräulein Oanda wollte die Welt kennen lernen, wie sie ist, und ich sollte ihr Führer sein.«

»Eine große Verantwortung, Goodwill!« Ralph lachte und wollte mehr gesagt haben, als aber Oanda im selben Augenblick nähertrat und ihre Augen sich trafen, verstummte er.

Sie nahm seine Hand und fragte:

»Wie alt sind Sie, Ralph Cunning?«

Die feste, warme Hand, die Frage, die Stimme, klar und stark und dennoch weich – das alles ging ihm so seltsam zu Herzen,

»Dreißig Jahre.«

Er betrachtete ihr flammendes Haar, das ihr über die Ohren fiel. Es war nicht glanzvoll und wohlgepflegt wie Eleanors, aber üppig und von Licht und Luft gesättigt.

»Und Sie, gnädiges Fräulein?«

»Neunzehn.«

Sie ließ seine Hand los, und ihre Wangen, die hell und flaumig waren, färbten sich rot.«

»Warum nennen Sie mich gnädiges Fräulein? Ich heiße Oanda.«

»Aber liebes Kind,« beeilte Goodwill sich zu sagen, »ich habe Ihnen ja schon erklärt, daß man sich nur beim Namen nennt, wenn man sich sehr nahe steht.«

»Oanda – Oanda!« sagte er, den Klang prüfend.

»Das bedeutet ›die Leuchtende‹. So nannten die Eingeborenen sie, weil sie helles Haar und blaue Augen hat, das hatten sie noch nie gesehen.«

Oanda faltete ihre Hände vor der Brust und sagte: »Ich hatte geglaubt, daß Sie größer seien.«

Sie reicht mir kaum bis ans Kinn, dachte er bei sich. Vielleicht aber meinte sie gar nicht seinen Wuchs.

»Warum glaubten Sie das?«

Sie zögerte einen Augenblick.

»Weil Ihr Reich so groß ist.«

»Größer als Ihres?«

»Ja, Sie aber haben kein Meer.« Ein Schatten glitt über ihr Gesicht, während sie sich umblickte. »Und hier sind auch keine Palmen.«

»Sehen Sie dorthin!« Ralph zeigte auf den Wintergarten, hinter dessen offener Flügeltür eine mächtige Königspalme ihre Blätter breitete.

»Die sind ja gefangen!« Sie rümpfte die Nase, so daß Ralph lächeln mußte. »Warum ist alles bei euch eingesperrt?« Sie trat ganz nah an ihn heran und erklärte ihm eifrig, als ob er es noch nicht wüßte: »In den großen Häusern dort drüben, die ihr die Fabrik nennt, war es so voll von eingesperrten Menschen, wie Kerne in einer Frucht. Und weshalb laufen alle Menschen?«

»Welche Menschen?«

»Alle auf der Straße, Sie rennen zwischen den Häusern, als ob jemand hinter ihnen her sei.«

Sie überlegte einen Augenblick.

»Können sie vielleicht keine Luft bekommen? – Da war mal einer auf der Insel, der ebenso komisch über seine eigenen Beine fiel, und Pieter sagte, es sei, weil er keine Luft bekommen könne.«

»Warum sollte man keine Luft bekommen können?«

»Hier ist ja keine Luft – und das Licht kann wegen der Häuser nicht durchdringen.«

Ralph sah Goodwill fragend an.

»Sie meint den Kohlenstaub,« erklärte der Priester.

»Ist darum alles so tot?«

»Tot?«

Im selben Augenblick sandte die Dampfpfeife in der Fabrik einen kreischenden Ton durch die Luft. Oanda fuhr zusammen und griff nach Goodwills Arm.

Der Geistliche sah nach seiner Uhr.

»Ist es schon Feierabend?«

»Heut ist Löhnungstag.«

Noch ein kreischendes Pfeifen, und noch eins, etwas weiter fort.

»Mich dünkt, hier ist Lärm genug,« sagte Ralph und lächelte.

»Ja, hier ist alles voll von totem Lärm.«

Goodwill rückte an seiner Brille und sagte nachdenklich:

»Nicht der freie Pulsschlag des Lebens, sondern toter Lärm.«

Er blickte Ralph an und lächelte anerkennend über Oandas gute Bemerkung.

Ralph aber achtete nicht darauf. Der Gedanke, nicht die Worte hatten ihn ergriffen. Wie sie dort stand, so echt und eigenartig, schien die Beleuchtung über ihr gewechselt zu haben.

»Sehnen Sie sich schon nach Ihrer Insel zurück?«

»Ja.« Sie atmete tief auf und ihr Blick wurde fern.

»Seit wann sind Sie hier?«

Oanda antwortete nicht, sie war weit fort.

»Wir kamen Montag Morgen nach St. Francisco,« berichtete Goodwill, »und fuhren gleich mit dem Overland-Expreß nach New York. Der ungeheure Verkehr aber wirkte so niederdrückend auf sie, daß ich es für ratsam hielt, gleich mit ihr in die Berge zu gehen.«

Oanda blickte auf das große, weiße Haus, das sich hinter dem gewölbten Glasdach des Wintergartens erhob, und dessen Kapitale und Säulen in der Sonne leuchteten. Sie dachte an das, was sie in der großen Stadt gesehen hatte, und sagte, als spräche sie zu sich selbst:

»Ich hatte geglaubt, daß Menschen, die sich so große Häuser bauen, größer und schöner und glücklicher seien als wir, die wir nur in Hütten wohnen. Die Menschen aber, die zwischen den Häusern liefen, waren so bleich und tot im Gesicht, als ob sie kein Licht in sich hätten.«

Sie wandte sich an Ralph und zeigte auf die Fabrik, die sie eben besichtigt hatte.

»Dort sang niemand bei der Arbeit, keiner lachte. Ich bin keinem einzigen in Ihrem Reich begegnet, der glücklich aussah.«

Ralph runzelte die Brauen.

»Das sind Dagos,« sagte er hart. »Abfall aus Italien, Polen und Rumänien. Was hat es für Zweck, daß wir ihnen eine Bibliothek einrichten, wenn sie doch nicht lesen können, daß wir einen Sportplatz haben, wenn sie faul wie Tiere in ihrer freien Zeit sind? Das einzige, was sie lockt, sind Kneipen und Ringkämpfe und Filme, die von Einbruch und Mord handeln.«

»Hier wartet unser eine große Arbeit!« sagte Goodwill eifrig, »Wissen Sie, Cunning, mein erster Gedanke war, als ich von meiner Tätigkeit in China, die mir so teuer geworden war, vertrieben wurde, daß ich mich der Missionsarbeit in der Heimat widmen wollte. Wird hier in christlichem Sinne zwischen der Arbeiterbevölkerung gewirkt?«

»Die Heilsarmee hat ihr Haus und ihre Versammlungen.«

Goodwill schüttelte nachsichtig den Kopf.

»Eine Seelsorge von berufenen Kräften gibt es also nicht?«

Und da er den Glauben hatte, daß der Augenblick von der Vorsehung bestimmt wurde, so ergriff er die Gelegenheit:

»Ralph Cunning,« sagte er, und legte die Hand auf Cunnings Arm, »wollen Sie mir erlauben, eine christliche Pionierarbeit auf Ihrem Grund und Boden zu eröffnen?«

»Gern. Die Bibliothek und das Versammlungshaus stehen zu ihrer Verfügung, ich fürchte aber, daß Sie in eine Wüste hineinrufen werden.«

Goodwill sah ihn fest und zuversichtlich an.

»Der Herr wird seinen Segen dazu geben.«

Jetzt näherte sich Nomura, als ob auch er etwas auf dem Herzen habe.

Ralph sah es.

»Sie sind Arzt?«

»Ja, ich war drei Jahre Arzt beim Armenkrankenhaus in Manila.«

»Warum verließen Sie Ihre Stellung?«

»Um mich an amerikanischen Krankenhäusern weiter auszubilden.«

»Zur Fabrik gehört ein Krankenhaus.«

»Ich weiß es,« nickte Nomura.

»Der Oberarzt hat seine Stellung gekündigt. Wollen Sie sie haben? Ich kann Ihnen viertausend Dollar und freie Wohnung bieten.«

»Danke. Ich nehme es an. Wann soll ich die Stellung antreten?«

»Sofort.«

»Sehr wohl.«

Nomura beeilte sich, seine Hand hinzuhalten, damit Cunning sich nicht noch eines Besseren besinnen sollte.

Ralph nahm sie.

»Damit wäre also sowohl für die seelische, wie für die körperliche Pflege gesorgt,« sagte er und lächelte Oanda zu. »Sie sehen, Fräulein Oanda, daß Sie Segen bringen.«

»Warum lieben Sie die Menschen nicht?« fragte Oanda traurig.

»Liebes Kind.« Goodwill sandte ihr einen verweisenden Blick. »Herr Cunning hat doch eben bewiesen –«

»Ja, Sie hat er gern, weil er Sie schon so lange kennt, und mir wollte er eine Freude machen, nicht?«

Ralph nickte.

»Warum aber lieben Sie nicht die anderen, die faul wie die Tiere sind?«

Goodwill berührte mißbilligend ihren Arm.

»Wenn die Leute ihren Vorteil darin sähen, würden sie mich zugrunde richten.«

»Die Menschen, die für Sie arbeiten?«

»Ja.«

»Die Menschen, die so tot und blaß im Gesicht sind und weder singen noch lachen können?«

»Ja. Uebrigens, wenn sie getrunken haben, können sie lachen und singen und noch mehr dazu.«

»Dann würde ich ihnen viel zu trinken geben.«

Goodwill mußte ihr abermals eine Zurechtweisung erteilen.

»Es ist ja gerade der Trunk, der sie tot und faul macht. Es ist die Trunksucht, die sie um das häusliche Glück bringt.«

Oanda sah ihn betrübt an.

»Die Welt ist also doch schlecht.«

»Nein, aber die Menschen wollen das Gute nicht.«

»Sie müssen trinken, um lachen und singen zu können, und dennoch vernichtet die Trunksucht ihr Glück. Ist denn das nicht schlecht?«

Goodwill rückte an seiner Brille, während er nach einer Antwort suchte.

»Schlecht kann man es nicht nennen, eher unglücklich.«

»Ist es denn nicht eine Schlechtigkeit, daß sie unglücklich sein müssen?«

Jetzt verlor Goodwill die Geduld.

»Liebes Kind,« sagte er feierlich, »wenn Sie in dem richtigen christlichen Glauben erzogen wären, würden Sie wissen, daß es nicht darauf ankommt, glücklich zu sein, sondern den Willen desjenigen zu tun, der allein gut ist.«

»Tun sie denn nicht Ihren Willen, wenn sie für Sie arbeiten?« Sie wandte sich an Ralph: »Wollen Sie denn nicht, daß sie glücklich sein sollen?«

Es ist zwecklos, dachte Ralph, dennoch antwortete er ernst:

»Nicht mein Wille, sondern der der Gesellschaft bestimmt ihre Lebenslage. Diesem Willen muß auch ich mich beugen.«

Sie merkte wohl, Goodwill wünschte, daß sie das Gespräch nicht fortsetzte. Sie sah, daß Ralph ungern antwortete. Sie aber konnte es nicht lassen zu denken, und wenn sie dachte, mußte sie auch fragen. Wie sollte sie sonst die Welt kennen lernen, wie sie wirklich war? Und das wollte sie, sonst wäre sie zu Hause geblieben.

»Der Wille der Gesellschaft?« wiederholte sie und blickte prüfend in Ralphs mageres Gesicht, mit der hohen, eckigen Stirn und den scharfen Linien um den festgeschlossenen Mund. Sprach aus all' dem nicht Wille? Froh aber ist er nicht, dachte sie betrübt, das sah sie an den großen, weitgeöffneten Augen, in deren Grau es so hart blitzte, und dennoch, als er vorhin ihren Namen wiederholte, hatten sie so gut geblickt. Merkwürdig, daß ein Gesicht gleichzeitig düster und hell aussehen konnte; so aber war es hier drüben in der Welt.

»Ich glaubte, daß Sie selbst einen Willen hätten. Aber das haben Sie auch! Goodwill sagte vorhin, daß die Lebensfreude in Ihrem Blick zum Willen geworden sei.« Sie zögerte einen Augenblick, während sie nachdachte, »Und Sie gaben Goodwill gleich, um was er Sie bat, und Nomura, obgleich er Sie nicht einmal darum gebeten hatte, und mir wollten Sie eine Freude machen, weil sie wollten – Sie wollten!« wiederholte sie strahlend, denn hier hatte sie ja den Beweis. »Ich habe also doch recht, Sie sind gut und haben einen eigenen Willen!«

Ralph nickte. Die plötzliche Freude in ihren Augen hatte ihn mehr als ihre Worte ergriffen.

»So helfen Sie ihnen doch, glücklich zu werden!«

»Das ist ein großes Wort. Wer ist glücklich?«

»Sind Sie es nicht?«

»Nicht, seitdem ich Kind war.«

Oanda sah von ihm zu Goodwill auf.

»Und Sie?«

Goodwill sagte feierlich:

»Glücklich ist der, der ein gutes Gewissen hat.«

Sie wandte sich an Nomura:

»Und Sie?«

»O, ja,« sagte er trocken, »das Leben ist sehr gut, aber kurz.«

»Und Sie selbst, Oanda?«

Es war Ralph, der gefragt hatte. Sie blickte zu ihm auf und wollte antworten, im selben Augenblick aber glitt ein Schatten über ihr Gesicht,

»Ich war es, als ich zu Hause war.« Dann leuchtete es in ihrem Gesicht auf. »Und ich will es wieder werden.«

»Lehren Sie mich diese Kunst,« bat Ralph, halb im Ernst, halb im Scherz.

Sie hielt seinen Blick fest und nickte ernst:

»Ja, falls ich so lange hier bleibe.«

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