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Hans Christian Andersen: O. Z. - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
authorHans Christian Andersen
titleO. Z.
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
translatorH. Denhardt
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20071128
projectidb68dc3dc
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28.

»Hurrah, Kopenhagen und Paris,
Sie sollen beide grünen und blühn!«
Die Dänen in Paris von J. L. Heiberg.

Wilhelms Vetter, Joachim, war aus Paris eingetroffen. Wir erinnern uns noch des jungen Offiziers, aus dessen Briefe Wilhelm seinem Freunde eine Schilderung der Julikämpfe abgeschrieben hatte. Als ein begeisterter Freiheitsheld war er zurückgekehrt, mit ganzer Seele griff er für die kämpfenden Polen Partei, gern hätte er in Warschau in ihren Reihen mitgefochten. Sein Geist und seine Beredtsamkeit machten ihn doppelt interessant. Die Kämpfe der Julitage, deren Augenzeuge er gewesen war, wurden ihnen allen anschaulich. Joachim war schön; sein feines und etwas blasses Gesicht hatte scharfe Züge. Es hätte den Eindruck einer gewissen Ermüdung machen können, hätten nicht seine dunklen Augen einen so großen Glanz gehabt, der beim Reden noch zunahm. Die feinen schwarzen Augenbrauen, ja selbst der kleine Schnurrbart, verliehen dem Gesichte einen ganz eigenen Ausdruck, der an die bessern englischen Stahlstiche erinnerte. War er seiner Figur nach auch klein und fast hager, so standen doch alle Theile seines Körpers in vollkommen richtigem und schönem Verhältnisse. Die Lebhaftigkeit des Franzosen sprach sich in jeder Bewegung aus, dabei verrieth er aber auch zugleich eine Bestimmtheit, die zu sagen schien: »Man kennt seine eigenen geistigen Vorzüge!«

Er wußte Alle für sich einzunehmen; auch Otto lauschte gern auf Vetter Joachims Schilderungen, aber wenn Aller Blicke auf dem Erzählenden ruhten, richtete Otto sein Auge oft plötzlich auf Fräulein Sophie und fand, daß sie ihm doch eine etwas allzugroße Aufmerksamkeit zuwendete. Richtete Joachim seine Rede auch an Alle, so weilten seine Blicke bei den Hauptmomenten doch allein auf seiner hübschen Cousine. »Sie interessirt ihn!« sagte Otto bei sich selbst, »und der Vetter? Ja, er erzählt gut, aber hätten wir Andern nur auch solche Reisen gemacht, so würden wir einen Vergleich mit ihm nicht zu scheuen haben!«

»Karl der Zehnte war ein Jesuit!« sagte Joachim, »das Ziel, das er sich gesetzt hatte, war die uneingeschränkte Despotie, und deshalb vergriff er sich an der Charte. Der Zug nach Algier war nur ein glänzendes Feuerwerk, veranstaltet, um dem Nationalstolze zu schmeicheln. Alles nur Schein und Falschheit. Wie jener Riese des Alterthums wollte er die Charte in einer Umarmung tödten!«

Nun ging es bald über die Jesuiten, bald über die Charte und Polignac her. Die einzelnen kleinen Züge, die nur ein Augenzeuge zu geben vermag, machten den Kampf anschaulich. Man sah förmlich die letzte Nacht, sah die sonderbare Geschäftigkeit auf den Plätzen, wo die Kugeln gegossen wurden, und in den Straßen, in denen sich die Barricaden erhoben. Umgestürzte Wagen und Karren, Tonnen und Steine wurden auf einander gehäuft, selbst die hundertjährigen Bäume des Boulevards wurden zu Zwecken der Verschanzung umgehauen. Und der Kampf begann, Franzosen kämpften wider Franzosen, für Freiheit und Vaterland opferten sie das Leben, und dann schilderte er den Sieg und Louis Philippe, den er bewunderte und liebte.Ceux qui pieusement sont morts pour la patrie
On droit qu'a leur cercueil la foule vienne et prie,
Entre les plus beaux noms, leur nom est le plus beau,
Toute gloire près d'eux, passe et tombe éphémère.
Et, comme ferait une mère,
La voix d'un peuple entier les berce en leur tombeau!
Victor Hugo.

»Es war eine Weltbegebenheit,« bemerkte Jemand aus der Gesellschaft, »sie elektrisirte Könige und Völker. Noch jetzt fühlen sie die Bewegung. Das vorige Jahr war ein merkwürdiges Jahr.«

»Auch für die Kopenhagener schillerte es in drei Farben!« bemerkte Otto. »Drei Dinge ergriff die Menge mit gleichem Interesse: die Julirevolution, die Geisterbriefe, und die Kellerleute!«

»Da urtheilen Sie doch zu bitter, Herr Zostrup!« entgegnete die Frau vom Hause. »Der wirklich Gebildete beschäftigte sich doch nicht mit diesen Berliner »Eckenstehern,« die der große Haufe bei uns einzubürgern suchte.«

»In die Masse drangen sie doch ein!« versetzte Otto, »in der Klasse der Beamten, wie bei den Bürgern fanden sie Aufnahme.«

»Das will ich gern glauben!« rief Joachim. »Das sieht dem hiesigen Volke ganz ähnlich!«

»Nein, das sieht vielmehr den Ausländern ähnlich!« behauptete die Wirthin. »In Paris flattern sie noch leichter von einer Revolution, in der sie selbst eine Rolle spielten, zu einer Kritik von Jules Jauin oder einigen neuen Tänzen der Taglioni, und von da zu einer histoire scandaleuse!«

»Nein, meine gnädige Frau, von der letztern nimmt man in der That keine Notiz; die gehört schon zur Tagesordnung!«

»Das läßt sich denken!« schaltete Fräulein Sophie ein.

Nun erkundigte man sich nach den Kammern. Die Antwort des Vetters war erschöpfend. Die Frau vom Hause wünschte über den Blumenmarkt, über die eingefriedigten niedlichen Gärtchen auf den Plätzen nähere Auskunft zu erhalten. Sophie bat um Nachrichten über Victor Hugo. Sie bekam eine Schilderung von ihm, von seiner Wohnung auf der Place royale, und dazu noch von der ganzen Europe littéraire. Vetter Joachim war höchst interessant.

Zwei Tage lang machte Otto keinen Besuch.

»Wo sind Sie denn so lange gewesen?« fragte Sophie, als er wiederkam.

»Auf meiner Studirstube!« erwiderte er; in seinen Augen lag etwas Düsteres.

»O, daß Sie nicht eine halbe Stunde früher gekommen sind! Da war der Vetter hier; er schilderte mir den jardin des plantes in Paris. O ganz vortrefflich!«

»Ja, es ist ein höchst interessanter junger Mann!« entgegnete Otto.

»Der prächtige Garten!« fuhr Sophie fort, ohne auf die Betonung zu achten, die Otto auf seine Antwort gelegt hatte. »Erinnern Sie sich wol, Herr Zostrup, der charakteristischen Beschreibung, die Barthelemy von ihm gibt?

»Où tout homme, qui rève à son pays absent,
Retrouve ses parfums et son air caressant.«

Eine ganze Allee mit Käfigen, in denen wilde Thiere, Löwen und Tiger sitzen, befindet sich in demselben. In voller Freiheit gehen Elephanten und Auerochsen in kleinen Höfen umher. Giraffen nagen an den Zweigen der hohen Bäume. Mitten im Garten sind Bärengruben, in denen die Bären umhergehen. Kein Gitter hält das Publikum zurück; es kann dicht bis an den steilen Rand herantreten. Dort oben hat der Vetter auch gestanden!«

»Gottlob stürzte er nicht hinab!« bemerkte Otto kühl.

»Was fehlt Ihnen?« fragte Sophie. »Sie scheinen sich wieder in Ihrer elegischen Stimmung zu befinden. So, wie Sie jetzt aussehen, denke ich mir Victor Hugo, wenn er noch nicht über die Behandlung der tragischen Katastrophe mit sich einig geworden ist!«

»Das ist mein altes Erbübel!« erwiderte Otto. »Mich könnte die Lust anwandeln, zu den Bären hinabzuspringen, von denen Sie reden!«

»Um zu sterben?« fragte Sophie. »Nein, Sie müssen leben. –

»C'est le bonheur de vivre,
Qui fait la gloire de mourir!«
Victor Hugo

»Sie sprechen heut viel französisch!« versetzte Otto mit einer äußern Freundlichkeit, die die Bitterkeit im Ausdrucke mildern sollte. »Vielleicht wurde die Conversation mit dem Herrn Lieutenant in dieser Sprache geführt?«

»Für die französische Sprache hege ich das meiste Interesse,« entgegnete sie. »Ich werde den Vetter bitten, sich recht oft mit mir in derselben zu unterhalten. Sein Accent ist vortrefflich, und er selbst ist ein höchst angenehmer Mann!«

»O, ungemein!« bestätigte Otto.

»Sie bleiben doch zu Mittag bei uns!« redete ihn die Frau vom Hause an, die eben eintrat.

Otto entschuldigte sich mit Unwohlsein.

»Das sind nur Grillen!« meinte Sophie.

Die Damen scherzten so lange darüber, bis Otto zu bleiben erklärte. Vetter Joachim kam wieder und war interessant, sehr interessant, wie Alle behaupteten. Seine Erzählungen drehten sich meistens um Paris, aber er sprach auch von Kopenhagen und stellte Vergleichungen an. Die Stille auf den hiesigen Straßen hatte besonders einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht.

»Die Leute hier,« sagte er, »gehen wahrlich einher, als ob sie einen tiefen Kummer oder eine große Freude zu tragen hätten, die sie nicht aussprechen dürften. Besucht man ein Café, so glaubt man in ein Trauerhaus zu treten. Jeder sitzt still über seine Zeitung gebeugt! Das erscheint allerdings auffällig, wenn man von Paris kommt. Man fragt sich überrascht: ist es möglich, daß die wenigen Grade nördlicher so viel Kälte in das Blut bringen können? In unserm Theater herrscht dieselbe Stille. Ich liebe nun einmal das bewegliche Leben! Die einzige Kühnheit, zu der sich das hiesige Publikum mitunter emporschwingt, besteht darin, einen armen Dichter, der gegen die guten Sitten verstoßen hat, auszupfeifen; aber ein jämmerlicher Sänger, der weder Stimme noch Anstand besitzt, eine elende Schauspielerin, die werden geduldet, ja auch wol von guten Freunden oder aus Mitleid beklatscht. Sie soll so ängstlich sein! Sie hat ein so gutes Herz! In Paris kennt man solche Rücksichten nicht, man pfeift ganz einfach. Der Maschinenmeister wie der Regisseur, kurzum, Jeder erhält seinen Beifall oder Tadel. Selbst die Direction wird dort ausgepfiffen, wenn sie ihrer Stellung nicht gewachsen ist.«

»Da predigen Sie ja eine förmliche Revolution in unserm Theaterstaat!« unterbrach ihn die Frau des Hauses. »Der Kopenhagener kann einmal kein Pariser sein, und soll es auch nicht sein!«

»Das Theater ist hier wie dort das mächtigste Organ des Volkslebens. Es ist unläugbar von großer Einwirkung, und das unserige steht hoch, sogar sehr hoch, wenn man berücksichtigt, nach wie verschiedenen Richtungen hin es seine Wirksamkeit ausdehnen muß. Unser einziges Theater ist für alle Zweige der Dramatik bestimmt, es soll die Aufgabe des Théâtre français, der großen wie der komischen Oper und des Theaters der Porte Saint Martin erfüllen, mit einem Worte, es soll alle Arten umfassen. Bei uns müssen dieselben Schauspieler, welche heut Abend in der Tragödie auftreten, sich morgen im Lustspiele oder im Singspiele zeigen. Wir besitzen Künstler und Künstlerinnen, welche es mit den besten Pariser Kräften aufnehmen können; nur eine Einzige daselbst überragt alle unserige, aber auch alle, die ich sonst noch in Europa gesehen habe: diese Einzige ist Mademoiselle Mars. Sie werden den Grund, aus welchem ich ihr besonders den Vorrang einräume, eigenthümlich finden. Er liegt in ihrem Alter, welches sie uns durch ihr hinreißendes Spiel völlig zu vergessen zwingt. Sie ist noch hübsch; wohlbeleibt, ohne corpulent genannt werden zu können. Nicht Schminke, nicht falsches Haar und falsche Zähne verleihen ihr den Schein der Jugendlichkeit, nein, ihre Seele athmet wahren Jugendsinn, und von ihr wird jedes Glied jugendlich belebt. Jede Bewegung ist voller Anmuth! Entzückt hängt jedes Auge an ihr; ihr Blick ist voller Ausdruck, und ihr Organ, das sonorste, das ich kenne. Das ist Musik! Wie kann man wol die Jahre berechnen, wenn man von einer unsterblichen Seele ergriffen wird! Für Leontine Fay schwärme ich, aber die alte Mars hat mein Herz. Noch eine Dritte gibt es, welche bei den Parisern in hoher Gunst steht, Jenny Vertpré an dem Gymnase dramatique, allein sie würde sicherlich bald verdunkelt werden, sähen die Pariser unser Fräulein Pätges, denn diese ist ein Talent, welches auf jeder Bühne glänzen würde. Die Vertpré besitzt zwar ihre Munterkeit und ihre Laune, aber nicht ihr Proteus-Genie und ihren Adel. Ich sah die Vertpré in »La reine de seize ans,« einem Stücke, welches bei uns noch nicht zur Aufführung gekommen ist, aber ich fand in ihr nichts anders, als eine naseweise Soubrette in königlicher Pracht, eine Holberg'sche Pernille,Der gewöhnliche Name, welchen Holberg in seinen Stücken den weiblichen Dienstboten beigelegt hat. wie sie eine Pariserin geben würde. Wir haben ferner Frau Wexschall, wir haben einen Frydendal –! Wäre Dänemark nur ein größeres Land, dann würden diese Namen ganz Europa erfüllen!«

Darauf beschrieb er die Decorationen in der Sylphide, in Natalie und in mehreren Balletten, beschrieb den ganzen darin entfalteten Reichthum, die ganze verschwenderische Pracht.

»Aber unser Orchester ist ausgezeichnet!« bemerkte Fräulein Sophie.

»Es enthält sicherlich einzelne ausgezeichnete Künstler,« erwiderte Joachim, »was indeß die Leistungen des Ganzen anlangt, so – –! Sie wissen, ich bin nicht musikalisch, und vermag mich deshalb auch nicht mit der Klarheit eines Kunstkenners über die Musik auszusprechen; aber so viel kann ich versichern, daß in meinem Ohre, in meinem Gefühle etwas liegt, das mir in Paris zuflüsterte: Das ist vortrefflich! Hier dagegen ruft es: Maß gehalten, meine Herren, Maß gehalten! Die Singstimme ist doch das Erste, ist gleichsam die Dame, während die Instrumente die Rolle des Cavaliers spielen, welcher jene dem Publikum vorstellen soll! Seine Aufgabe ist es, sie hübsch an der Hand zu führen, sie muß den ersten Platz einnehmen, aber hier wird sie zur Seite gestoßen, und es kommt mir vor, als ob jedes Instrument auf den ersten Platz Anspruch erhöbe und unablässig riefe: Hier bin ich, hier bin ich!«

»Das klingt freilich ganz hübsch,« versetzte Sophie, »allein man darf Ihnen nicht Glauben schenken! Sie haben sich einmal in das Fremde verliebt; deshalb soll daheim alles im Hintergrunde stehen!«

»In keiner Weise, die dänischen Damen zum Beispiel scheinen mir die hübschesten und sittsamsten unter allen zu sein, die ich kennen gelernt habe!«

»Scheinen?« wiederholte Otto.

»Es fehlt Joachim nicht an Beredsamkeit!« sagte die Frau vom Hause.

»Die hat in der Fremde ihre Ausbildung erhalten!« erwiderte er. »Hier in der Heimat gibt es nur zwei Stellen, an denen man sich öffentlich hören lassen kann, auf der Kanzel und bei einem Festmahle im Schützenhause. Doch es ist ja wahr, nun bekommen wir ebenfalls Stände, bekommen ein mehr politisches Leben. Die erste Wirkung fühle ich schon im Voraus; Alle werden jetzt nur für Politik schwärmen, die Blätter werden in Politik aufgehen, die Dichter Politik singen und die Maler ihre Ideen dem politischen Leben entnehmen. C'est un Uebergang, wie Frau La Fleche sagt.Holbergs Jean de France. Kopenhagen ist zu klein, um eine große, und zu groß, um eine kleine Stadt zu sein. Seht, darin liegt der Fehler!«

Otto fühlte eine unwiderstehliche Lust, ihm in den meisten Dingen, die er über die Heimat äußerte, zu widersprechen. Allein jeden kühnen Schlag parirte der Vetter mit einem Scherzworte.

Kopenhagen müßte das nordische Paris sein, behauptete er, und das würde es nach fünfzig oder hundert Jahren auch wol werden. Die Lage wäre ungleich schöner, als die der Seinestadt. Die Marmorkirche müßte erhöht und zu einem Pantheon umgeschaffen werden, geschmückt mit Thorwaldsens und anderer Künstler Werken. Zum Louvre könnte Christiansborg erweitert werden, dessen Galerie sicherlich zahlreiche Besucher herbeiziehen würde; aus der Oststraße und einigen andern müßte man sogenannte Passagen machen, wie in Paris, mit Glas gedeckt, mit Fliesen belegt, Läden an den Seiten, die dann des Abends, wenn Tausende von Gasflammen sie erleuchteten, als Promenaden benutzt werden würden. Die Esplanade könnte die Champs Elysées mit ihren Schaukeln und Rutschbahnen, mit ihrer Musik und ihren Mats de CocagneAufgerichtete Mastbäume, an deren Spitze Eßwaaren, Kleidungsstücke oder Geld aufgehängt sind. Leute der niedern Volksklassen bemühen sich nun hinaufzuklettern, um sich der Gewinne zu bemächtigen. Die besten Sachen hängen am höchsten. vorstellen. Auf den Seen der Umgegend müßten wie auf der Seine kleine Seegefechte geliefert werden. »Voilà!« endigte er seine Rede, »das müßte glänzend sein!«

»O, göttlich schön müßte das sein!« stimmte Sophie ein.

In dem Gesichte des Vetters lag Leben und Gedanken; die feinen Züge wurden durch den Ausdruck markirt. So prägte sich sein Bild in Otto's Seele ab und stellte sich neben Sophiens Bild, wie sie mit ihren großen braunen seelenvollen Augen dastand, während ihre Blicke unverwandt auf dem Vetter ruhten. Die schöngeformte weiße Hand mit den spitzen Fingern spielte mit den Haarlocken, die ihr über die Wange hinabglitten.

Otto wollte nicht daran denken.

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