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Nur ein Geiger

Hans Christian Andersen: Nur ein Geiger - Kapitel 2
Quellenangabe
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typefiction
authorHans Christian Andersen
titleNur ein Geiger
publisherPhilipp Reclam jun.
firstpub
translatorEdmund Zoller
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Erster Band.

I.

– Unter den an zwei Stunden im Umfang haltenden Ruinen zeichnet sich vor allen der große Tempel aus, dessen Porticus fast vollständig erhalten ist. – – Es macht eine fast rührende Wirkung, auf der Spitze des Giebelfeldes, gerade über dem Kopf des steinernen Adlers, jetzt ein Storchennest zu sehen. Schade nur, daß seine Bewohner in dieser Zeit eben ihre Sommervillegiatura in Europa bezogen hatten, so daß vielleicht einer meiner freundlichen Leser dort die Besitzer gravitätisch umhersteigen sah, während mir nur das leere Nest zu betrachten blieb.

Semilasso in Afrika.

Wenn der Schnee schmilzt, wenn die Wälder grün werden, dann kommen die Störche zurück von ihrer langen Reise. Im fernen Afrika sind sie gewesen, haben aus den Wassern des Nils getrunken und auf den Pyramiden ausgeruht. Die Bewohner der Küsten Siciliens und des Cap Miseno in Italien sagen, daß alljährlich zu einer bestimmten Zeit die Störche in großen Flügen übers Meer kommen und sich dort auf den Bergabhängen ausruhen, die sie völlig bedecken; plötzlich fliegen sie auf, fort nach Norden, über der Alpen Schneewolken, wo der Haufe sich in kleine Schwärme vertheilt. Der kleinste Schwarm, wie der größte, weiß nach dem Lande zu steuern, wo er daheim ist. Nicht gerade die kleinsten Schaaren sind's, die nach dem kleinen Dänemark fliegen. Jeder Einzelne kennt die Meerbucht, die er suchen muß, kennt des Waldes Lichtung und den weißen Schornstein auf des Herrenhauses gezacktem Giebel, wo das Nest seiner harrt. Wunderliche mystische Vögel! Auf eurem Rücken reitet der Frühlingsgott ins Land und die Wälder werden grüner, das Gras üppiger, die Luft wärmer!

Ein solches Paar war heimgekehrt, sein Nest stand hoch oben auf einem Packhaus in einem entlegenen Theile der Stadt Svendborg. Sie waren in voller Tätigkeit; ein beinahe drei Ellen langes, auf dem Felde gefundenes Strohband trugen sie zum Nest hinauf, das ausgebessert werden sollte. Diese Geschäftigkeit wurde in einem kleinen Hofe dicht dabei wahrgenommen und bildete dort den Gegenstand eines Gespräches. Das einzige etwa Besondere an dem Manne dort war ein großer dunkler Schnurrbart und eine blaue, halb herabgestülpte Mütze. Er lehnte sich an den Sims des offenen Fensters. Drinnen saß an dem Tisch eine ebenso kräftige Gestalt; ein Soldatentschako würde besser auf dem dunkeln Haare ausgesehen haben als die weiße Zipfelmütze, die jetzt darauf saß, ein Säbel in der Hand ihn hübscher gekleidet haben als die Nähnadel, die sich zwischen seinen Fingern hin- und herbewegte. Der Mann vor dem Fenster war Feldwebel, der Mann drinnen am Tische Schneidermeister. Ein kleiner Knabe mit flachgedrückter Nase stand am Fenster, um nach den Störchen zu sehen, von denen sie sprachen.

»Curiose Thiere das!« sagte der Feldwebel, indem er sich den Schnurrbart strich, »ich möchte nicht für eine Monatslöhnung einen schießen! Sie bringen Glück, wo sie bauen, deshalb hat auch der Jude ihn bekommen.«

»Sie sitzen freilich auf des Juden Haus,« antwortete der Schneider, »aber wir haben doch die Abgabe! Jedes Jahr geben sie ihren Zehnten, das eine Jahr ein Ei, das andere ein Junges. Sie stoßen ihm ihren Schnabel in den Hals, es sieht aus wie ein Pfriemenstich, und dann hinaus aus dem Neste mit ihm. Es ist übrigens eine wahre Komödie, zu sehen, wie sie die Jungen füttern oder sie fliegen lehren. Die Alten machen besondere Kunststücke beim Füttern. Sie stehen aufrecht im Neste, legen den langen Hals zurück über den Rücken und den Schnabel gegen den Schwanz, wie wenn ein Gaukler sich hintenüber biegt, um einen Silberschilling vom Boden aufzuheben. Erst ziehen sie den Hals ein, dann schleudern sie ihn zurück und würgen niedliche kleine Frösche und junge Schnecken heraus, womit die Kleinen dann tractirt werden. Aber das Lustigste ist doch, zu sehen, wie sie die Jungen fliegen lehren. Das Manöver geht auf den Dachrücken vor sich. Dort gehen die Kleinen wie Seiltänzer auf einem Seile, balanciren mit den Flügeln und beginnen mit kleinen Sprüngen, weil der Körper schwerfällig ist. Jedes Jahr, so oft ich die Störche von ihren weiten Reisen zurückkehren sehe, ist es mir, als ob ich selbst erst jüngst von meiner großen Wanderung zurückgekommen wäre; dann tauchen alte Erinnerungen in mir auf, ich denke an die hohen Berge, über die ich geklettert bin, an die prächtigen Städte, wo die Häuser wie Klöster aussehen, und die Kirchen Reichthümer besaßen, wie der Kaiser Schatzkammern. Ja es ist schön im fremden Lande!« seufzte er, »dort ist fast das ganze Jahr Sommer. Der Herr hat uns freilich Stiefkinder werden lassen! – Aber was war's nur, was ich sagen wollte! Wir sprachen von den Störchen. Man kann doch nie recht die Sonderbarkeiten ergründen, die man bei diesen Thieren sieht. Ehe sie fortfliegen, sammeln sie sich immer an verschiedenen Orten im Lande. Ich habe sie mehrere Hundert an der Zahl bei Qvärndrup gesehen, es war ein ganzes Manöver, das sie abhielten. Sie klapperten alle zu gleicher Zeit mit dem Schnabel, man konnte sein eigenes Wort nicht hören. Sie sprachen wol von der Reise und hielten Rath; plötzlich stürzte der größte Schwarm über einige einzelne her und tödtete sie; es blieb wol ein Dutzend auf der Stelle liegen. Man sagt, das seien die Kranken und Schwachen, welche nicht die Kräfte zu der weiten Reise haben und von den Andern getödtet werden. Der ganze Haufe erhebt sich bann in die Luft und macht Wendungen wie ein Kehlbohrer. Gott bewahr uns! Wie das hoch hinaufgeht! Sie sehen zuletzt aus wie ein Mückenschwarm und verschwinden! Der Dotter in ihrem Ei ist roth wie Feuer und Blut. Man sieht wol, es ist ein Sonnenvogel, der es gelegt hat. Ein Junges aus den heißen Ländern liegt darin.«

»Hat der Storch auch mich aus den heißen Ländern geholt?« fragte plötzlich der kleine Knabe, der beständig das Gesicht gegen die Scheibe gedrückt hatte, aber doch jedes Wort hörte.

»Dort hinten im Mühlenteiche hat er dich gefischt!« antwortete der Vater; »du weißt ja wol, daß die kleinen Kinder aus dem Mühlenteiche geholt werden!«

»Aber sie haben ja keine Kleider an!« sagte der Knabe; »wie kann da der Storch sehen, welches Knaben und welches Mädchen sind!«

»Ja, deshalb greift er auch oft fehl,« sagte der Feldwebel, »er bringt uns ein Mädchen, wenn wir einen Knaben erwarten!«

»Wollen wir nicht vom Storche zur Lerche übergehen!« rief der Schneider und nahm eine blaue Flasche von der Kommode, die mit Krügen und Tassen geschmückt war, zwischen welchen eine geputzte Puppe saß, wie man in katholischen Ländern die Mutter Gottes dargestellt sieht.

»Die Mutter Maria sitzt gut da!« sagte der Feldwebel, und deutete auf die Puppe. »Ihr habt sie wol selbst gemacht?«

»Der Kopf ist aus Österreich,« antwortete der Schneider, und schenkte ein. »Die Kleider hab' ich selbst genäht. Das erinnert mich an meine Jugendreisen. Solch' ein Bild hatten sie auf einem Tisch vor der Thüre, kleine Lichter brannten davor, und dann bettelten sie die Vorübergehenden mit den Worten an: »Heut' ist der Madonna Geburtstag!« Aber jetzt sollt Ihr mein Verwandlungsbild sehen. Das habe ich selbst gemacht.« Damit zeigte er auf ein schlecht gezeichnetes colorirtes Bild in einem großen Rahmen. »Das ist der Doctor Faust in seiner Studirstube. Auf der einen Seite steht eine Stubenuhr, es ist gerade zwölf, auf der andern Seite liegt die Bibel. Zieht nun an diesem Bande links! Seht die Uhr verwandelt sich in den Satan, der ihn versuchen will. Nun ziehen wir an diesem Band, da öffnet sich die Bibel, der Engel kommt aus den Blättern hervor und spricht das Wort des Friedens.« Wie er sagte, geschah es und bei jeder Figur wurde zugleich ein Vers sichtbar, worin des Teufels Versuchung und des Engels Warnung zu lesen war. Der Schneider zog wieder an dem Bande rechts und der Engel stieg in die Bibel, die sich schloß, der Teufel blieb zurück bei Faust.

»Potztausend!« rief der Feldwebel. »Das habt Ihr selbst erfunden? Ihr solltet nicht Schneider sein. Ihr habt Kopf!«

»Das Bild hab' ich selbst zusammengesetzt nach einem ähnlichen, das ich einmal in Deutschland sah. Die Mechanik hab' ich erfunden. Die Geschichte selbst mit Faust, dem Zauberkünstler, ist jedoch nicht mein; ich sah sie auf meinen Reisen. Es war eine Puppenkomödie. Der Engel stieg aus der Bibel und warnte Doctor Faust, aber die Uhr wurde zum Satan, der über den Doctor Macht bekam, als der Engel ging und das Buch sich schloß. Dieser Faust hatte einen Famulus, wie sie ihn nennen, er wußte den ganzen Pact und war selbst auf dem schlimmen Wege, zog sich aber bei Zeiten zurück; arm und elend sah man ihn im letzten Act als Nachtwächter in der Stadt herumgehen, wo Faust wohnte; er wußte, daß wenn er zwölf rief, der Teufel kam und seinen Herrn holte. Man hörte die Glocke schlagen, der Famulus faltete die Hände über der Brust: »die Glock«, – rief er, und weder konnte noch wollte er »zwölf« sagen, er flüsterte nur – »geschlagen!« es half nichts, Faust fuhr zum Fenster hinaus, auf der rothen Flamme reitend!«

»Ihr seid nicht dazu geschaffen, auf der Butik zu sitzen!« sagte der Feldwebel. »Ihr lebt ja doch nur in Reisen und Wanderschaft. Das Feld wäre ein Leben für Euch! Vorwärts! Marsch! Ehrenzeichen auf der Brust! Ehe ein Jahr um ist, seid Ihr Feldwebel«

»Und Frau und Kind?« sagte der Schneider. »Der Bube sollte wol als Pfeifer mitgehen, sie als Marketenderin? Das wäre kein Leben für sie! Nein, ledig und frei muß man sein, dann ist die Welt unser! Das war ein Leben, die fünf Jahre, als ich mein eigner Herr war! Seht Ihr, Feldwebel, ich war erst neunzehn Jahre alt, hatte weder Vater noch Mutter, keine Liebste! Faaborg ist ein hübscher Ort, da bin ich geboren, da ging ich in die Lehre. Des Nachbars Maria war ein erwachsenes Mädchen, als ich noch ein Knabe geheißen wurde, deshalb machte es mich stolz, daß das hübsche, erwachsene Mädchen, mit dem so manche gern »gute Freunde« sein wollten, mir die Hand gab und mich so schelmisch dabei ansah, aber daß sie meine Geliebte werden konnte, so hoch durfte ich mich nicht versteigen! Ich wollte reisen, wenn ich Geselle geworden, die Welt, von der ich in den Beschreibungen gelesen, wollte ich sehen. Als deshalb mein Gesellenstück angenommen und meine ersparten Schillinge zusammengezählt waren, wurde rasch das Ränzchen geschnürt und ich sagte guten Freunden Lebewohl! Nun ist das so in Faaborg, daß die Kirche an einen Ende der Stadt liegt und der Thurm am andern. Ich ging Abends vorbei am Thurme, da begegnete ich Maria. Sie legte ihre Hände um meinen Kopf und küßte mich mitten auf den Mund. Es glühte wie Feuer, nie ist mir wieder ein Kuß so bis ins Mark gegangen, ich hatte gewünscht, daß es die ganze Stadt gesehen, aber wir waren allein, wir zwei! Ich sah zum Thurme hinauf. Es ist dort kein Wächtergang, keiner, nur einer, den sie auf die Mauer gemalt haben; da sieht man zwei Wächter hingezeichnet, in natürlicher Größe und mit Farben; man sieht sie noch, denn sie werden immer wieder aufgefrischt. Wie sehr hatte ich gewünscht, daß sie lebten! Ich mußte unwillkürlich im Stillen sagen: »Ihr habt das schönste Mädchen in der Stadt mich küssen sehen.«

»So war't ihr verlobt?« fragte der Feldwebel.

»Ja, warum nicht gar! Ich wurde blutroth, aber es war mir doch froh zu Sinne und die Reise ging lustiger von statten. Während fünf Jahren reiste ich von Land zu Land. Gute Leute, brave Meister habe ich gefunden, aber mich juckte es immer auf den Sohlen!«

»Und der Kuß, den Ihr von Maria bekamt, das war das Blut, das Ihr gerochen, Ihr bekamt Geschmack an den Mädchen.«

»Nun, ich will mich nicht besser machen, als ich bin; aber es ist die reine Wahrheit, als ich in der Fremde zum erstenmal den Arm um eines Mädchens Leib schlang, und wieder einen Kuß erhielt, da mußte ich an Maria denken und das auf eine ganz eigne Art! Es war gerade, als wenn sie zuschaute und das Blut stieg mir ins Gesicht! Ich fühlte mich nie fremd draußen. Oft, wenn ich in einer Stadt ein paar Wochen gewesen, glaubte ich, ich hätte immer dort gewohnt, hatte die Kameraden von je gekannt und mit ihnen ihre deutschen Lieder gepfiffen Nur, wenn ich etwas sah, was mich recht in Staunen versetzte, wie die alte Stephanskirche in Wien, oder die hohen Berge, an denen die Wolken herabhingen und unten am Fuße eine Fruchtbarkeit, wie in dem reichsten Küchengarten, dann stand Faaborg vor mir mit allen alten Bekannten. Während ich nahe daran war, daß mir ob all' der Herrlichkeit der Erde Wasser ins Auge kam, dachte ich unwillkürlich an den Thurm in Faaborg, mit dem gemalten Wächtergang und den abgebildeten Wächtern, die zugesehen, wie mich Maria küßte, und dann war es mir, als wenn es hier noch schöner für mich sein würde, wenn der alte Thurm hier stände und Maria darunter mit dem Stoffmieder und dem grünen Rock. Ich pfiff dann ein Lied und die Lustigkeit war wieder da: Heisa! Dann ging's mit den Kameraden wieder in die Welt hinaus!«

»Aber hier in der Heimat ist es doch schön!« rief der Feldwebel.

»Ja, hier ist es schön, wenn die Obstbäume in der Blüte stehen und das Kleefeld wie ein Potpourrikrug duftet. Aber da solltet Ihr sehen, wenn man erst über die hohen blauen Berge ist, die Alpen nennen sie's, das ist wie ein großer Garten; er sticht den sogar auf Glorup aus, ja übertrifft jede königliche Anlage in den nördlichen Landen! Marmor, weiß, wie Zucker, hauen sie aus den Bergen, und die Trauben hängen dort groß und fest im Fleisch, wie bei uns die Pflaumen. Ich war dort drei Jahre; da kam einmal ein Brief von meinem Geschwisterkind in Horne und unten in der Ecke stand: »Maria grüßt und bittet sie nicht zu vergessen!« Das war von ihrer eigenen Hand geschrieben. Mir wurde weich ums Herz dabei, ich konnte merken, daß das Liebe bei mir war, und ich hatte keine Ruhe mehr; ich bekam eine Sehnsucht, ich mußte heim und ich wollte heim. Manche Nacht ging ich auf einsamen Wegen, vorbei an großen Klöstern, durch enge Städte, über Berge und durch Thäler; dann hörte ich wieder die dänische Sprache, sah den Thurm der Kirche von Horne, die Haidehügel bei Faaborg – und als ich um Maria freite, bekam ich ein Ja. Nun reise ich nicht mehr! nun sehe ich den Störchen zu, wie sie fortziehen und heimkehren. Zuweilen bin ich auch gerade nicht in gutem Humor, aber da weiß es Maria immer wieder auf ihre eigne Art einzurichten; einmal im Sommer segeln wir auch hinüber nach Thorseng und spazieren dort herum. Das ist ja auch eine Art Reise! Die weiten Touren, ja die kann der Bube machen, wenn er mal groß ist. Er hat frisches Blut, Feldwebel!«

»Und deshalb soll er auch von dem Klaren haben!« antwortete dieser und reichte ihm das halbvolle Glas. Der Junge griff mit beiden Händen darnach und trank, daß ihm das Wasser aus den Augen lief.

»Da haben wir unsere Madam!« rief der Feldwebel, während die Mutter des Knaben eintrat. Die üppige Gestalt, die großen braunen Augen konnten wol ein Herz aus dem Süden zurückrufen. Ein ziemlich strenger Blick traf den Mann, ein kurzer, aber freundlicher Gruß fiel dem Feldwebel zu, der sie auf die Schulter klopfte. »Die ganze Liebesgeschichte habe ich gehört!« sagte er, »war in Ost und West mit dem Meister.«

»Ja, man hat nichts Andres zu thun!« antwortete sie kurz und legte ihr Halstuch in die Kommode. »Dort hätte er bleiben sollen, da es dort gar so schön war! Der Himmel weiß, was er hier wollte! Bald ist es hier zu kalt, bald regnet es zu viel! Ich sage auch: Reise! Es ist Niemand, der dich hält. Ich kann in einen Dienst gehen, für den Jungen bekomme ich auch noch Brod!«

»Maria!« sagte der Mann, »das ist nicht dein Ernst! Wäre ich nicht zurückgekommen, so wärest du vielleicht noch nicht verheirathet.«

»Zehn für einen hätte ich haben können! Der Sohn des Hüfners in Oerebäk freite vor dir, aber ich war eine Thörin, wie alle Frauenzimmer.«

»Du hast es nicht bereut, Maria!« sagte der Mann liebevoll und legte seine Wange an die ihre. Sie küßte ihn, lachte und ging in die Küche, wo bald darauf der Fisch für die kleine Mittagsmahlzeit briet.

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