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Noch funfzig Fabeln für Kinder

Wilhelm Hey: Noch funfzig Fabeln für Kinder - Kapitel 88
Quellenangabe
typefable
booktitleNoch funfzig Fabeln für Kinder
authorWilhelm Hey
yearca. 1850
firstpub1837
publisherFriedrich Andreas Perthes
addressGotha
titleNoch funfzig Fabeln für Kinder
pages96
created20101014
sendergerd.bouillon@t-online.de
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       Das Kind läuft in den Garten,
Kam lange nicht hinaus,
Der Winter hielt's im Haus;
Nun will's nicht länger warten,
Die Sonne scheint ja hell,
Es springt von dannen schnell.

   Da sieht es ringsum stehen
Der Blumen mancherlei,
Und Baum und Strauch dabei,
Und kann sich satt nicht sehen.
Wie freut sich da das Kind,
Daß sie so lieblich sind.

   Nun fangen sie zusammen
Gleich um die Wette an,
Wer besser loben kann
Den Herrn, von dem sie stammen,
Den lieben Gott voll Macht,
Der auch an sie gedacht.

 
   Die bunten Blumen lachen
Dem Kinde freundlich zu;
Nun sage: weißt denn du,
Wer uns so schön kann machen,
So viel und mannichfalt
An Farben und Gestalt?

   Das ist des Herrgotts Finger,
Der hat der Farben viel,
Und hat da wie zum Spiel
Uns arme kleine Dinger
Einmal hinein getaucht
Und Leben drauf gehaucht.

   Nun stehen wir und blühen,
Recht wie er's haben will,
Die einen blaß und still,
Die andern, daß sie glühen;
Und alle, groß und klein,
Sind doch nur Kinder sein.

 
   Da ruft der Baum herunter
Mit sanftem Flüsterton:
Und sahst du mich denn schon?
Die Blumen wohl sind bunter;
Doch, sieh, die Blätter grün
Mich ringsum überziehn.

   Mit diesem grünen Kleide
Hat mich der Herr geschmückt,
Daß, wer nur auf mich blickt,
An mir sein Auge weide,
Und gießt in Sommers Lauf
Mir Thau und Regen drauf;

   Und schenkt in Frühlingstagen
Mir Blüthenherrlichkeit,
Und läßt in Herbsteszeit
Mich süße Früchte tragen;
Die Aepfel weiß und roth
Gibt all' der liebe Gott.

 
   Da regt sich's in der Ferne,
Da plaudert gar der Wind:
Du siehst mich nicht, mein Kind,
Doch komm' ich her gar gerne
Und sage mit Bedacht,
Wie schön mich Gott gemacht.

   Von seinem Odemzuge
Geh' ich in alle Welt,
Und wo mir's wohlgefällt,
Da bin ich gleich im Fluge,
Und trage Blumenduft
Umher durch alle Luft;

   Und trage Gottes Regen,
Wie er mich ausgesandt,
Herbei auf's dürre Land
Und gieß' ihn aus zum Segen,
Und freue mich, wie gut
Die Labung Allen thut.

 
   Nun noch die Vöglein singen:
Auch wir sind nicht zu schlecht;
Betracht' uns nur erst recht.
Wir hüpfen, fliegen, springen;
Der Herr macht uns so leicht,
Und Weg und Steg uns zeigt.

   Und hat uns gar gegeben
Den lustigen Gesang,
Daß wir den Sommer lang
Ihn rühmen und erheben;
Und wer nur hören kann,
Hat seine Freude dran.

   Dann schenkt er uns im Neste
Die Jungen lieb und klein,
Daß wir daran uns freun;
Die nährt er uns aufs Beste,
Und hält uns all' in Hut
Und ist so treu, so gut.

 
   Das Kind, das hört von Allen
Das Lob des guten Herrn,
Und hört es gar zu gern,
Und hat dran sein Gefallen,
Und lobt ihn auch fortan,
So gut es immer kann.

 


 

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