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Neues Glockenspiel

Heinrich Seidel: Neues Glockenspiel - Kapitel 108
Quellenangabe
titleNeues Glockenspiel
authorHeinrich Seidel
publisherJ.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger G.m.b.H.
addressStuttgart
typepoem
sendermagnus.mueller@phys.chemie.uni-giessen.de
firstpub1893
modified20170929
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Rosalie und Amalie

        Die eine hiess Rosalie,
Die andre hiess Amalie –
Ich liebt' sie alle zwei.
Und keine mocht' ich missen,
Mein Herz war mir zerrissen
Und meine Ruh vorbei.

Die eine weiss und hold war
Und röthlich blond wie Gold war
Und schlank – das lieb' ich sehr.
Die andre mehr brünett war
Und ein klein wenig fett war!
Das schätz' ich fast noch mehr.

Dem blumenreichen Weine
Vom Rheine glich die eine
Das war mir eben recht!
Doch – feuriger und freier
Die andre dem Tokaier!
Und das ist auch nicht schlecht

So hin und her gezogen
Und auf und ab gebogen,
Als wie vom Wind ein Ast –
Mit Zaudern und mit Schwanken,
Mit grübelnden Gedanken
Hab' ich die Zeit verpasst.

Sie liessen beid' mich wandern:
Die eine nahm 'nen andern
Und liess mich lächelnd stehn.
Die andre nahm sich einen,
Und mit geknickten Beinen
Konnt' ich nach Hause gehn.

Dem edlen Wein vom Rheine
Und dem Tokaierweine
Verglich sie einst mein Herz:
Und als verschmähter Freier
in Rheinwein und Tokaier
Ersäuft' ich meinen Schmerz.

 


 

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