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Ernst Eckstein: Nero - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
booktitleNero
authorErnst Eckstein
year1897
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger
addressStuttgart
titleNero
pagesIII-VI
created20030403
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1889
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Neuntes Kapitel.

Ehe sich Claudius Nero dessen versah, schritt er völlig vereinsamt durch das dunkle Gesträuch.

Das erste Mondviertel goß ein mattsilbernes Licht über den kiesbeschütteten Weg, da hier die hochaufragenden Urstämme des Gartens weiter zurücktraten.

Plötzlich schreckte der Kaiser zusammen. Dicht hinter den Lorbeerbüschen, an denen er sinnend vorüberschritt, schien sich etwas zu regen, und da er nun stehen blieb, um zu lauschen, raschelte es wie von menschlichen Tritten, die sich den Weg durchs Gezweige bahnen.

Claudius Nero war ohne Waffen, – und ein Monarch, wäre er auch der beste, hat immer geheime Gegner, die ihm von Grund ihrer Seele aus gram sind und kein Mittel zu seiner Bekämpfung scheuen. Dennoch empfand der cäsarische Jüngling, im Bewußtsein, allenthalben das Gute gewollt zu haben und mehr noch vielleicht aus dem Hochgefühl seiner mannhaft strotzenden Kraft heraus, keine Spur von Beklommenheit.

»Halt!« rief er mit drohend gedämpfter Stimme ins Dickicht, während die Rechte den silbernen Griffel seiner Tabellä umspannte, – »wer du auch seist, ich befehle dir, frei heraus auf den Pfad zu treten, – ich, dein Kaiser!«

In dem Lorbeergesträuch regte sich nichts.

»Hast du gehört?« mahnte der Princeps. »Widerstrebe mir nicht! Ein einziger Kampfschrei, – und die Soldaten der Leibwache hetzen dich, wie ein umstelltes Wild!«

»Allwaltender Cäsar,« flüsterte eine bebende Mädchenstimme, »grolle mir nicht, wenn ich zögerte . . .!«

»Acte! du! du!« jauchzte der Jüngling im Tone einer schwindelnden Seligkeit . . . »Du hier? Leibhaftig? Lebendig?«

Ihre schlanke Gestalt löste sich vorsichtig aus den Zweigen. Im nächsten Moment hatte der Cäsar sie stürmisch umklammert. Er küßte sie leidenschaftlich auf den wonneverzückten Mund, immer und immer wieder, als müsse die eine Minute ihn schadlos halten für alles Weh der Vergangenheit.

»Acte!« rief er dazwischen, »himmlische Acte, bist du es wirklich?«

Seine Stimme klang wie verzaubert und doch so bange, als ob ihm das Ganze wie das Gaukelbild eines baldzerfließenden Traums erschiene.

Eine Zeit lang duldete sie den tobenden Anprall seiner Liebkosungen schweigend und in süßer Erstarrung. Es war, als ob ihr jegliche Kraft eines Widerstandes dahin sänke.

Dann freilich entzog sie ihm schamübergossen die Lippen; aber noch war die Willenslose nicht fähig, ganz und gar von ihm abzulassen. Sie lehnte das heißerglühende Haupt wider die Schulter des Einzigen, des Unendlich-Geliebten, dessen Bild sie all die Monate her mit der gleichen unverlöschlichen Sehnsucht im Herzen getragen, wie er das ihre.

Nun senkten sich seine begehrlichen Lippen andachtsvoll auf ihr welliges Blondhaar, das im Mondlichte wie ein fließendes Durcheinander von Silber und Gold glänzte.

Es war, als habe er nach verzweifelter Wüstenwanderung endlich, endlich die Blume gefunden, deren Duft ihn berauschen, deren tauiger Blütenkelch ihm das Heil bringen sollte.

Da plötzlich fuhr sie zurück.

»Herr, du entehrst dich!« hauchte sie beinah verstört. »Weißt du auch, was du gethan hast? Du, der Princeps der Erde, hast eine ehemalige Sklavin geküßt!«

»Ja, ja, ich habe Acte geküßt! Vom Kapitol herab möcht' ich's in alle Welt rufen. Ich bin glücklich gewesen, zum erstenmal, seitdem ich atme!«

»Glücklich gewesen, – ist's wahr?« fragte sie leuchtenden Auges. »O, wie herrlich das klingt! Aber gleichviel! Wenn du es warst, so bist du's in Schmach und in Sündhaftigkeit gewesen. In Schmach, denn ich bin eine Freigelassene, und deiner nicht wert. In Sündhaftigkeit, denn Claudius Nero besitzt eine edle, hochherzige Gattin, deren Herz wohl in Stücke zerbräche, wenn sie erführe, wie treulos ihr Gemahl sie verrät.«

»Octavia!« rief Nero voll unsäglicher Bitternis. »Ich habe sie nicht gewählt; ich habe dem Staatswohl und den Wünschen meiner Berater ein thörichtes Opfer gebracht. Aber siehe, ich schwöre dir: Niemals im Leben hätte ich eingewilligt, und wäre selbst Agrippina, meine erlauchte Mutter, in eigener Person vor mir in die Kniee gesunken, wenn ich gewußt hätte. wo ich die eine, die ich vergötterte, finden sollte! Acte, wie unablässig hab' ich nach dir geforscht! Wie rastlos haben meine Vertrauten ganz Rom durchwandert, um Kunde von dir zu gewinnen! Ach, wie oft selbst habe ich deinen Freund Artemidorus befragt! Alles umsonst! Sprich, wo warst du denn? Warum hast du's geschehen lassen, daß der Mann, der dich liebte, jede Hoffnung verlor und sich stumpfsinnig einem Schicksal preisgab, das jetzt kaum noch zu ändern ist?«

»Cäsar, ich folgte der Stimme meines Gewissens. Da ich dir kaum erst in die Augen geblickt, fühlte ich, daß du mir Sinn und Seele hinweggenommen! Aber ich wußte zugleich, wie thöricht es ist, wenn die niedrige Feldblume zu der Sonne emporschaut, die unnahbar im Aether schwebt. Ich hatte dich schrecklich lieb, ganz über alle Maßen . . .«

Noch einmal barg sie ihr Antlitz an seine Schulter. Dann sich würdig emporrichtend: »Du weißt, Herr, ich bin eine Christin. Unsre Lehre und die Pflichten, die sie uns auferlegt, hast du inzwischen durch Nicodemus und Seneca, deinen Berater, kennen gelernt. Als Christin mußte ich fliehen, denn wir beten alltäglich zu dem Gotte, den uns der Heiland gelehrt hat: ›Führe uns nicht in Versuchung!‹ Nicodemus hatte mir in dem Werk der Bekehrung, das meine Glaubensgenossen planten, eine gefahrvolle Rolle erteilt. Die Brüder und Schwestern, so hieß es, hätten mich lieber, als jede andre; meine Art sei bestrickend, meine Sprache beredt. Und so sollte ich denn dem zweifelnden Cäsar, der sich dem ernsten Mahnwort der Männer vielleicht verschließen würde, das Herz öffnen und es zugänglich machen für den Balsam des Glaubens. Ach, Herr, ich hatte von Anfang an das Gefühl, dieser Weg sei der falsche, und Nicodemus handle im Widerspruch mit dem frommen Erlöser, wenn er die weltlichen Dinge mit den Angelegenheiten des Glaubens vermische. Als ich nun vollends erfahren hatte, welch ein betäubender Zauber dir innewohnt, da stand es fest in mir wie ein heiliger Spruch der Propheten: Du mußt fort und gälte es Leben und Tod. Die eine selige Stunde im Zelt des Aegypters hatte mir klar gemacht, daß ich mich selber verlieren würde, – und so floh ich denn weit hinaus über die Grenze des Weichbildes, nordwärts bis nach Falerii, wo ich bei redlichen Pächtersleuten Unterkunft und Verdienst fand.«

Claudius Nero sah ihr gedankenvoll in das mondscheinbestrahlte Antlitz.

»Und wie kömmst du hierher?« fragte er nach langer Pause.

Acte senkte den Blick auf die Tunica.

»Herr, du siehst mich beschämt; aber auch dies noch darf ich bekennen. Seit acht Tagen weile ich in Rom. Eine vornehme Dame, die mich auf ihrer Reise durch das stille Falerii zufällig sah, fand Behagen an mir, – und da ich längst mich hinweggesehnt aus der Eintönigkeit dieses Lebens, so nahm ich den Vorschlag der reichen Sicilianerin dankerfüllt an, ihre Hausgenossin und Vorleserin zu werden. Ich begleitete sie hierher, wo sie mancherlei zu erledigen hatte. Morgen in aller Frühe geht die Fahrt über die appische Straße nach Capua.«

»Das alles erklärt mir noch nicht, weshalb ich dich hier bei Flavius Scevinus im Park finde.«

»Ahnst du das immer noch nicht?« flüsterte Acte verschämt. »Ich wußte durch Artemidorus, daß du, Herr, heute bei Flavius Scevinus zu Gast sein würdest. Artemidorus hat mir das Pförtchen geöffnet, das von der Höhe des Hügels herein führt. Seit einer Stunde schon schlich ich umher, bald hervortretend, bald mich verbergend. Noch einmal im Leben wollt' ich das Antlitz meines Gebieters schau'n, eh' ich für immer hinausginge ins Leere und Trostlose.«

»Artemidorus wußte also um deinen Aufenthalt?« fragte der Kaiser staunend.

»Ja, Herr! Ich bin lange mit ihm befreundet; sein Gebieter Flavius Scevinus hat zweimal die heiße Jahreszeit am Gestade von Ostia verbracht, wo auch Nicodemus ein Haus besaß. Ich wußte, Artemidorus würde in Sorge sein um die plötzlich entschwundene Acte, – weit mehr als die übrigen. So schrieb ich ihm denn, daß es mir wohl ergehe, und einmal sogar, als er für seinen Herrn etwas in Cures zu thun hatte, nahm er den Umweg über Falerii und besuchte mich.«

»So also lohnt er mir's, daß ich ihn damals vom Tod errettet!« rief Nero voll Bitternis. »Zehnmal hab' ich gefragt: ›Wo ist Acte?‹ und zehnmal beteuerte er, nichts, gar nichts zu wissen.«

»Er hatte mir Schweigen gelobt, – ach, und er kannte ja meine Gründe.«

»Er ist ein Schurke. Dem Imperator, der ihn befreit hatte, schuldete er die Wahrheit. Wenn ich bedenke, was ich durch ihn und seine Lüge verloren habe, – ich könnte ihn eigenhändig erdrosseln.«

Der junge Fürst stand hoch aufgerichtet. Wie Wetterleuchten zuckte es um den blühenden Mund. Die ganze Qual dieser letzten Wochen, das Weh um seine zertrümmerte Liebe, das wühlende Mißbehagen über die Aufgabe, die ihm zugefallen: von Menschen und Prinzipien geknechtet, den Herrscher zu spielen, und insgeheim einen Glauben zu fördern, der ihm jetzt, in der Gestalt des Nicodemus verkörpert, fast antipathisch erschien, – dies alles wogte, wallte und tobte in seiner keuchenden Brust wie eine drohende Rebellion.

Was war das für eine fromme Gemeinde, die ihm Last um Last auf die Schultern wälzte, die in elender Gaukelei ein Geschöpf wie Acte zum Werkzeug schnöder Intriguen machte?

Er kannte ja nicht die stillen, demuterfüllten Christen, die sich andachtsfroh um ihre Aeltesten scharten, um das Wort und den Wandel des Gekreuzigten zu erfahren; wie er Blinde geheilt und den Trauernden Trost gespendet, und was er am Berg gesprochen, oder als Knabe im Tempel unter den Schriftgelehrten . . . Der Cäsar dachte jetzt nur an den schlauen, hohläugigen Fanatiker, der die Lehre zu predigen schien: alles auch das Verwerflichste sei gestattet um des erhabenen Zwecks willen.

So schroff zerklüftet war die Seele des Imperators, daß er beiden mit gleicher Aufgeregtheit Vorwürfe machte, dem Artemidorus für die brüderliche Beschirmung, dem Nicodemus für die gewissenlose Gefährdung des jungen Mädchens.

Er durchwühlte sein volles Haar, daß die halbentblätterten Rosengewinde sich lösten, und über die Schultern hinab in das taufeuchte Gras fielen.

Dann plötzlich ergriff er mit sanfter Zärtlichkeit Actes zierliche, weiche Hand.

»Laß uns vergessen, was wir gelitten haben!« sagte er aufatmend. – »Um mich noch einmal zu schauen, bist du hierher gekommen: du liebst mich, heute wie damals, – und bei allem, was heilig ist, das Schicksal soll mich bestrafen, wenn ich die glücklich Wiedergefundene je wieder frei gebe! Siehst du nicht ein, Acte, daß es die Moira, oder mit dir zu reden, die Vorsehung selber ist, die uns zusammenführt, gerade jetzt, – unmittelbar vor der Stunde des Abschieds, den du liebliche Thörin für möglich hieltst? Laß dich umklammern, du Einzige, die da im stande ist, meiner Seele den Frieden zu geben! Acte, ewig geliebte Acte, willst du mein eigen sein voll und ganz, mit Leib und mit Seele? Wenn du willst, so gelob' ich dir Treue bis in den Tod. Mit dir will ich leben und mit dir will ich sterben. An deiner Seite will ich die Hände zu deiner Gottheit emporheben. Ich will glauben, – glauben so gut ich kann, daß Christus gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Das Symbol dieses Glaubens soll sich allenthalben erheben, wo die Cäsarenfaust noch die Kraft besitzt, die Altäre des Jupiters und des übrigen Göttergesindels über den Haufen zu stoßen. Das Weltreich soll nächst mir dem Galiläer gehorchen, und du, als die Erkorene des Imperators, wirst hoch über den ungezählten Scharen deiner Gemeinde thronen, hoch und herrlich wie kein irdisches Weib vor dir und nach dir.«

Acte schüttelte schwermütig das mondlichtbestrahlte Haupt.

»Nein, Herr!« sagte sie bebend. »Aus Ueblem ist noch niemals Gutes erwachsen. Die Kirche des allmächtigen Gottes gründet sich nicht auf Missethaten, sondern auf die unerschütterte Treue seiner Bekenner. Sie wird siegen auch ohne mich, auch ohne die Unterstützung der Imperatoren, – einfach durch die innere Kraft ihrer Wahrheit.«

»Ist das die Sprache der Liebe? Süße, himmlische Acte . . .«

»Denk an Octavia!«

»Ich denke an sie, und fühle keine Gewissensregung. Octavia kann nicht verlieren, was sie niemals besessen hat. Ich bin dein gewesen, lange bevor mich die List meiner Umgebung, die Autorität einer kindlich verehrten Mutter, ach, und die maßlose Oede des eigenen Herzens zu diesem Bündnis verführten. Acte, lässest du jetzt wieder von mir, so ist's mein Tod. Siehe, mein Abgott, wenn du's gebietest, sprech' ich heute noch mit Octavia und verlange die Scheidung . . .«

»Niemals!«

»Du willst nicht mein sein vor aller Welt? Du fürchtest den Sturm, den die Trennung des Imperators von der kaiserlichen Gemahlin entfesseln würde? Gut. Dein Wille ist mir Gesetz. Laß mich denn als Cäsar der Pflicht genügen, die mich an das jämmerliche Getriebe meines Palastes fesselt! Dem Menschen aber gönne das Glück deiner Liebe! Ja, du hast recht, all die Verheißungen abzuweisen, die ich der Christin gemacht. Nur zu dem Mädchen hätte ich sprechen sollen. Nicht erkaufen durch cäsarische Gunst will ich die himmlische Acte, sondern ihr Herz als freies Geschenk empfangen aus ihren eigenen liebeglühenden Händen!«

Seine Stimme erbebte von so maßloser Leidenschaft, daß Acte, wie von seligem Schauer ergriffen, am ganzen Leibe erzitterte.

Einige Schritte weiter, wo die alten Platanen ihr dichtes Geäste wieder tief ineinander flochten, stand eine Ruhebank, von tarentinischen Wollgeweben bedeckt.

Claudius Nero zog die kaum Widerstrebende schmeichlerisch kosend zu sich hernieder.

In Actes vereinsamter Brust wallte es auf, wie unermeßliche Seligkeit.

Fest an ihn geschmiegt weinte sie sanftfließende Thränen des Glücks und der schluchzenden Wonne.

Dann ward sie still. Schweigend litt sie die Flammenküsse des jungen Kaisers, der sich an ihrem glühenden Munde fest saugte, wie ein Verschmachtender.

Da man sich endlich erhoben hatte, stand man sich wohl eine Minute lang stumm gegenüber.

Acte strich sich das lose flatternde Haar aus der Stirne, steckte die Nadeln zurecht und das halbgelockerte Band, und blickte dem angebeteten Jüngling süßverwirrt in die Augen.

Nichts von Reue lag in dem Ausdruck ihres flammenden Angesichts: nur unsägliche Liebe, unsägliche Hingebung.

»Also du bleibst?« flüsterte Nero, sie noch einmal heiß in die Arme schließend. »Ja? Du versprichst mir's? Acte, Acte, wie soll ich für all diese Güte und Liebe dir danken! Leb wohl, mein Liebchen, meine einzig wahre, holdselige Gattin! Ich muß jetzt eiligst zurück zur Gesellschaft. Schon fürchte ich, meine lange Abwesenheit ist bemerkt worden. Ich sehe, du trägst von damals noch meinen Ring. Zeig ihn dem Pförtner des Tigellinus. Man wird dich dort wie eine Fürstin behandeln und dir ein Nachtlager anweisen, wo du ruhig im Vollbewußtsein unsres endlich erreichten Glückes entschlummern kannst. Deine Herrin mag Artemidorus auffordern, daß sie sich anderweitig nach einer Begleiterin umschaue. Acte ist für Höheres geboren, als zur Kammerzofe einer alternden Provinzialin. Bitte, schreib das Nötige hier in die Wachstafel: ich will zusehen, daß der Junge sie morgen in aller Frühe an die Adresse befördert. Wo hält sich deine Sicilianerin auf?«

»Im Haus einer Freundin, – der Aegypterin Epicharis.«

»Die heut hier geladen ist?«

»Der nämlichen. Artemidorus sprach mir davon. Hätten wir nicht für morgen die Abfahrt in Aussicht, wäre auch meine Gebieterin unter den Gästen.«

»Da mag Epicharis ihr gleich deine Absage heimbringen,« sagte der Kaiser.

Acte schrieb.

»So,« flüsterte Nero, die Wachstafel in die Tunica schiebend. »Nun geh, mein liebes, angebetetes Mädchen! Ach, wie du mich glücklich machst, über jede Beschreibung! Die Brust will mir überquellen vor Lust, – alle Menschen könnt' ich umarmen. Geh, und nimm noch diesen feurigen Kuß, der dir sagen möchte, wie ganz und gar du mein Herz besitzest!«

Ein letztes Mal preßte er seinen Mund auf den ihren. Dann wandte sie sich in der Richtung der kleinen Parkthüre, während Nero sich die Toga über die Schultern warf und eilig dem Festplatz zuschritt, dessen rauschender Lärm immer voller und lauter zu ihm herüber drang.

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