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Ernst Eckstein: Nero - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
booktitleNero
authorErnst Eckstein
year1897
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger
addressStuttgart
titleNero
pagesIII-VI
created20030403
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1889
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Ernst Eckstein

Nero

Ernst Eckstein: Nero

Zum Eingang.

Der vorliegende Roman stellt sich die Aufgabe, seinen Lesern zu schildern, wie und durch welche Momente sich der ursprünglich so milde, unverdorbene, groß und edel veranlagte Nero in das übermenschliche Ungeheuer verwandelt hat, von dem uns die alten Autoren so unbegreifliche Dinge erzählen. Aus dieser Absicht ergibt sich naturgemäß die umfassendere Behandlung der einzelnen Entwicklungsstadien im Vergleich mit den Ausschreitungen des fertigen Missethäters. Sobald der Cäsar den Höhepunkt seiner Entartung erreicht hat, ist unser Problem der Hauptsache nach gelöst; nur die Entsühnung, falls eine solche möglich erscheint, reizt noch unser künstlerisches Interesse.

Dies zur Vorbemerkung für solche Leser, die, verführt durch die herkömmliche Betrachtung dieses Charakters, vielleicht eine breitere Ausmalung des Schauderhaften und Widerlichen erwartet haben.

Noch sei hier erwähnt, daß die Ereignisse, die sich in Wahrheit auf einen erheblich längeren Zeitraum verteilen, aus leicht ersichtlichen Gründen zusammengedrängt worden sind. Auch sonst finden sich kleine Abweichungen von der Chronologie, die nicht über Gebühr auffallen werden. Für diese und andere Punkte – insbesondere für die innere Motivierung der geschichtlichen Vorgänge – nehme ich selbstverständlich ganz die gleiche Freiheit in Anspruch, die der Dramatiker, einem historischen Stoff gegenüber, längst als sein unbestreitbares Recht betrachtet. Uebrigens wird ein genaueres Studium der einschlägigen Litteratur den Beweis liefern, daß gar manche »Kühnheit«, die den Leser anfänglich überrascht – so z. B. die Intimität der Poppäa Sabina mit der Phönicierin Hasdra, die Beziehungen Senecas zu dem Fanatiker Nicodemus, die Genesis der Christenverfolgung u. a. – nicht so ganz in der Luft schwebt, sondern durch die Berichte der alten Autoren und die neue und neueste Kritik vielfach getragen wird.


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