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Negermärchen

Adolf Gelber: Negermärchen - Kapitel 18
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authorAdolf Gelber
titleNegermärchen
publisherRikola Verlag A.G.
year1921
illustratorAxel Leskoschek
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Der gebratene Freund

Der Spottvogel ging einst zu seinem Freunde, der Fledermaus, und die Fledermaus sprach zu ihrer Frau: »Mein liebes Weib, bring Kartoffeln und koch sie schön, damit mein Freund sie esse und ich selbst auch davon etwas bekomme.«

»Gewiß, gewiß,« sagte die Frau.

»Und tummle dich,« sagte die Fledermaus, »damit sie so schnell als möglich gar werden, dann ißt sie mein Freund.«

Die Frau tummelte sich, die Kartoffeln wurden gar. Die Fledermaus nahm sie selbst vom Feuer weg und gab sie dem Vogel. Der Spottvogel aß und kehrte dann nach Hause zurück.

Tags darauf klopfte es beim Hause des Vogels an der Tür, und wer war da? Die Fledermaus war da. Der Spottvogel freute sich und sagte zu seiner Frau: »Mein liebes Weib, jetzt mußt du Kartoffeln bringen und sie kochen, denn unser Gast wird hungrig sein, nicht wahr?« Sprach die Fledermaus: »Ja.« Während aber die Kartoffeln kochten, zog der Vogel seine Frau beiseite und sagte: »Soll er denn unsere ganzen Kartoffeln aufessen?«

»Was willst du tun?« sagte die Frau.

»Das wirst du schon sehen,« sagte der Vogel. »Ich werde in den Topf hineingehen und du wirst mich rasch zudecken. Was dann zurückbleibt, das soll der Freund haben.«

»Aber dann möchte ich auch was von den Kartoffeln haben,« sagte die Frau.

»Gut,« sprach der Vogel. »Erst werde ich in den Topf hineingehen und mich satt essen, und dann gehst du hinein und nimmst dir auch etwas und was übrig bleibt, wird für die Fledermaus noch immer genug sein.« Sagte die Frau: »Das ist gescheit.«

Dann kehrten sie wieder ins Haus zurück, und der Vogel ging in den Topf hinein, worauf das Weib ihn zudeckte. Aber, o weh, als sie wartete und wartete und er noch immer nicht an den Deckel klopfte, um wieder herauszukommen, hob sie den Deckel ab und sah, daß ihr Mann in dem Topf tot war. Da weinte sie und auch die Fledermaus weinte und sagte:

»Ach, der arme Vogel! Er ist in den Topf gegangen, damit ich zu den Kartoffeln noch etwas Gebratenes zum Essen habe!« Darauf verzehrte sie den Vogel und erzählte dann bei sich zu Hause, was der Spottvogel für ein guter Freund gewesen war.

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