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Nächte der Venus

Reinhold Eichacker: Nächte der Venus - Kapitel 18
Quellenangabe
authorReinhold Eichacker
titleNächte der Venus
publisherUniversal-Verlag
printrun26.-50. Tausend
yearo.J.
firstpub
illustratorE. Deetjen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170112
projectid755b6cc7
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Der Kuß der Venus.

Goldner Champagner im schlanken Pokal,
glitzernde Perlen im reichsten Kristall,
spielendes Feuer zärtlichster Hand,
blitzende Augen, wie lodernder Brand!
Küsse mich, Venus, – – o küsse mich toll,
– – gieß mir die Adern mit Feuerschaum voll!
Perlzähnchen, schimmerndes Elfenbein,
taucht in die glitzernden Fluten hinein;
süßeste Zunge im rotesten Mund,
bade Dich, schlürfe Dich, küsse Dich wund!
Goldner Champagner im schlanken Pokal,
glitzernde Perlen im reichsten Kristall –
schöner, zwei Lippen, champagnerbesprüht,
schöner, ein Mund, der in Sehnsucht erglüht;
seligster Trunk, der dem Liebenden winkt,
wenn er im Kusse der Venus ihn trinkt!
– Badet euch, Lippen, in goldenem Wein,
taucht in die perlenden Fluten hinein,
schlürft sie verströmend in schäumendem Fluß,
züngelt, ihr Zungen, im feurigsten Kuß!
Goldner Champagner, von Venus geschürft,
glitzernde Perlen von Lippen geschlürft;
rinne zum Herzen, Du flackernde Glut,
rinne und brenne in brausendem Blut!
Sind meine Hände nicht züngelnde Schlangen?
Brüste, wie bebt ihr in wildem Verlangen!
            Strafft euch und rafft euch;
                  Glührosen, brecht auf!
Adern, wie zuckt ihr in jagendem Lauf!
Rasende Küsse auf Nacken und Brust,
zitternder Schultern erschauernde Luft,
sehnende Arme, umschlingend geschwellt,
weicheste Wölbung, von Dufthaar umwellt
Bäumt euch, ihr Hüften! Mit herrischer Hand
halt' ich die wonnigen Hügel umspannt!
Taumelt, ihr Seufzer, in Wollust ertränkt,
raset ihr Schenkel, von Sehnsucht verrenkt!
      Goldner Champagner und perlende Glut
flammt euch im Fleische und braust euch im Blut,
küßt euch die Herzen in jauchzender Qual,
schlürft ihr die Flammen aus rotem Pokal.
Beuge, Frau Venus, das stolze Genick,
sterbet, ihr Augen, in brechendem Blick!
Fühlst Du die Fackeln? Sie lodern zum Tanz,
fassen Dich, schlingen Dich, trinken Dich ganz.
Sterne und Himmel von Blutschein umglüht; –
küsse mich, Venus, die Sonne zersprüht! –
Stürzende Sinne, verbrennend im All,
taumelnde Seufzer und stammelnder Schwall,
jagende Träume in seligster Not – –
Venus –! – Ich sterbe –! O göttlichster Tod!

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