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Nächte der Venus

Reinhold Eichacker: Nächte der Venus - Kapitel 12
Quellenangabe
authorReinhold Eichacker
titleNächte der Venus
publisherUniversal-Verlag
printrun26.-50. Tausend
yearo.J.
firstpub
illustratorE. Deetjen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170112
projectid755b6cc7
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Feuerwerk.

             Sßt – aah! – die Rakete!
             Ein staunender Schrei,
             Kreischen und Lachen –
             der Kurpark plötzlich ein Meer von Lichtern,
             ein Schwarm von fröhlichen Menschengesichtern
             – dazwischen wir zwei.

Und wieder ein Jubeln – der Springbrunnen speit
sich in zahllosen, leuchtenden, schillernden Farben
hinein in das Dunkel der Seligkeit.
Juchu! schreit die Flöte. Trata! dröhnt das Horn,
die Pauke zerpoltert die Takte im Zorn,
die Geigen zerreißen die Saiten vor Lust,
die Zimmdeckel prügeln sich schallend die Brust –
             Im Tanz schwebt die Menge
             und taumelt die Gänge
             des Parkes vorbei.
             Es wogt das Gedränge
             in schiebender Enge
             – dazwischen wir zwei ...

             Man lacht sich entgegen
man flirtet verwegen
und macht sich verlegen
mit leuchtendem Blick –
Es trippeln die Füße,
man flüstert sich Grüße –
Juchhei! springt der süße
Schalk Amor
den Männlein und Weiblein
             ins nackte Genick!

Sssst! – aah! – trata bumm!
– – »ach wie süß!« – ein Gehusch –
»fix Mädel, den Kuß!« – »wenn man's sieht?!«
             tsching! – ein Tusch
»und mein Lohn, gnädige Frau?«
             »morgen Abend um acht!«
             »nicht so laut!« – »Du bist frech!«
             »ach, mein Gott, wie sie lacht!«
»ich hab' Angst!« – »aber geh!«
             »Schatz, was ist denn dabei?!«
             tsching klingling – trätätä –
             – und dazwischen wir zwei! –

Wo die Quellnymphe steht,
und der Laubgang sich dreht,
wo kein Späher sich zeigt,
und der Flieder sich neigt
in der Blüten Gewicht
bis zum plätschernden Teich,
wuchs die Hecke so dicht,
war der Rasen so weich,
             blühten Blumen zuhauf,
rot, weiß, blau in der Reih,
lagen Leuchtkäfer drauf
– und dazwischen wir zwei! –

Ich wette, die Nymphe hat zärtlich gelacht,
und der Mond hat verzückte Gesichter gemacht,
als er durch die Zweige des Fliederstrauchs sah,
was unten im Moose so Süßes geschah:
             in Büschen von Rüschen
             ein Hälschen so fein,
zwei Halbkugeln prangend wie Marmelstein,
ein Kußfrätzchen, glühend vom seligsten Kuß –
der weicheste, zierlichste Hüftenschluß –
zwei Füßchen, zwei Kniechen, und sonst allerlei – – –
             und ich nur, und ich nur –
             und ich nur dabei!

   

Juchu! schreit die Flöte,
trata, dröhnt das Horn,
die Pauke zerpoltert die Takte im Zorn,
die Geige verhauchte – ihr zärtlichster Schrei
             schwang auf sich zum Himmel
             – und mit ihm wir zwei!

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