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Nachgelassene Gedichte

Reinhard Sorge: Nachgelassene Gedichte - Kapitel 9
Quellenangabe
typepoem
authorReinhard Johannes Sorge
titleNachgelassene Gedichte
publisherVier Quellen Verlag
addressLeipzig
year1925
firstpub1925
pages70
senderadlerbird@t-online.de
created20041205
modified20170929
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Brautgesang

            Stimme die Harfe mit mir, damit wir rein beginnen;
Liebe heißt unser Gott, und Liebe ist sein Sinnen –:
Zwei Felsen sehe ich von feurigen Weinen rinnen,
Die Felsen sind du und ich, der Wein ist unser Minnen.

Hebe die Hände auf und rühre bräutlich die Saiten;
Dein Antlitz ist lieb und licht, dein Leib prangt in Geschmeiden:
Weiße Seele dein Schmuck aus Gottes freudigen Weiten; –
Rühre die Harfe mit mir, laß uns das Fest bereiten!

Es hüpft das Lamm voran auf blumigem Pfade, schmalem,
Seine Stimme ist Glockenklang, sein Auge ist mild opalen;
Wir folgen durch Blumen dicht, die unserer Liebe strahlen,
Folgen dem Lamm zu Paar in blauen Himmelssaalen!

Die Flöte frohlockt, das Horn, die Tube höre ich jubeln.
Dein Haupt bleibt keusch geneigt: ich höre dein Herze jubeln.
Schaue das springende Lamm, spürst du im Tritte es jubeln?
Und alle Welt erblüht, und alle Himmel jubeln.

Ahne, welch schwerer Preis erwarb uns die Himmelsreise,
Blicke zum Lamm, das uns führt, blicke verhüllt, blick leise:
Fünffacher Liebe Kuß glüht in verstohlener Weise!
Doch auch ein kleiner Preis erwirbt uns die Himmelsreise.

Drum halte wenig nur still, von Herzen mußt du bluten,
Neige dein zartes Haupt des Leidens bitteren Gluten,
Damit der Retter dich raubt, weil du den feurigen Ruten
Dich botest in Blöße um Ihn, den Einzigen, den Guten.

Damit der Retter dich raubt, dich reißt aus irdischem Schwarme.
– Horch, daß der mächtige Gott in Gnaden sich unser erbarme,
Weil wir dem Lamme gefolgt, zwei franziskanische Arme,
Weil wir der Male fünf trugen in fünffachem Harme!

 


 

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