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Nach Sibirien mit hunderttausend Deutschen

Kurt Aram: Nach Sibirien mit hunderttausend Deutschen - Kapitel 16
Quellenangabe
typereport
authorKurt Aram
titleNach Sibirien mit hunderttausend Deutschen
publisherVerlag Ullstein & Co.
year1915
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140417
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Die Reise durch Finnland

Unser Wagen zweiter Klasse ist kein russischer, sondern ein finnischer Wagen und zwar sicherlich einer der allerältesten, die überhaupt aufzutreiben waren. Unglaublich eng und primitiv in der Ausstattung. Zum Erwärmen des Wagens dient ein winziger Kanonenofen, der aber vorläufig noch nicht geheizt ist, obwohl es draußen friert. Eine Neuheit und eine Vervollständigung unserer Erfahrungen mit russischen Eisenbahnen in dieser Zeit bedeutet es, daß alle Fenster mit grauer Ölfarbe zugestrichen sind, so daß man keinen Blick ins Freie werfen kann.

Die beiden Türen des Wagens sind abgeschlossen. Den einzigen Anblick, den Rußland uns gönnt, ist der des wachhabenden Gendarmen. Ein solcher befindet sich in jedem Waggon.

So fahren wir langsam dahin. Wohin, sehen wir nicht. Pferden mit verbundenen Augen muß ähnlich zumute sein.

Gespräche werden ängstlich vermieden. Die Frauen haben mit den Kindern zu tun. Einige ältere Herren über fünfzig Jahre flüstern zwar leise miteinander und werfen mir von Zeit zu Zeit forschende Blicke zu, aber die Stimmung ist sichtlich gedrückt.

Zwei Stunden fahren wir, und der Zug bremst. Er hält, fährt wieder an, bremst aufs neue. Was eigentlich los ist, können wir nicht sehen.

Die Türen öffnen sich, Polizei und Gepäckträger erscheinen. Die Polizei nimmt die Pässe ab, die Gepäckträger bemächtigen sich der Koffer. Revision. Alles muß aussteigen. Auf dem Perron werden die Frauen und Kinder nach einem Raum getrieben, die Männer mit den Koffern nach einem anderen.

Das Gepäck wird untersucht. Sehr genau und umständlich. Der eine hat eine Zeitung mit. Sie wird konfisziert. Der andere ein Wörterbuch. Es wird konfisziert. Mein Bädeker von Rußland teilt dasselbe Schicksal. Jeder Gegenstand wird einzeln aus dem Koffer herausgenommen, ausgebreitet, betastet, durchprüft. Jedes Blatt Papier wird konfisziert. Die Visitenkarten werden konfisziert.

Dann müssen wir in einer Reihe antreten wie zur Musterung. Polizei wacht scharf darüber, daß nun niemand mehr den einmal angewiesenen Platz verläßt. Eine Tür öffnet sich und der erste von uns muß durch sie eintreten. Hinter ihm schließt sie sich wieder. Leibesuntersuchung.

Auch an mich kommt die Reihe. In dem Untersuchungszimmer sitzen drei Polizeibeamte um einen nackten Holztisch. In dem Raum befindet sich außerdem noch ein nichtuniformierter Mensch und ein Stuhl.

Ich muß an den Tisch herantreten und alle Taschen ausleeren. Messer, Schlüssel, Bleistifte, Notizbücher, Visitenkarten mit den Adressen der Angehörigen meiner sibirischen Kameraden häufen sich auf dem Tische. Der Nichtuniformierte zieht meinen Mantel ab und durchforscht ihn nach allen Richtungen. Dann meinen Rock, meine Weste, meine Hose. Ich muß mich auf den Stuhl setzen und die Schuhe ausziehen. Dann die Strümpfe. Die Schuhe und Strümpfe werden durchforscht. Von den Schuhen wird die Sohle abgetrennt und durchforscht. Dann kann ich mich wieder anziehen und werde nochmals abgetastet wie ein Stück Vieh beim Verkauf. Man schüttet den Inhalt meines Geldbeutels auf den Tisch. Man entleert meine Brieftasche. Man nimmt alles Geld an sich und gibt nur fünfzig Rubel zurück. Das andere behält man.

Ich bitte um eine Quittung. Man tut, als verstehe man mich nicht. Die Kerle sprechen natürlich Deutsch oder wenigstens einer unter ihnen. Ich wiederhole meine Bitte französisch. Da schnauzt mich einer deutsch an. »Quittung gibt es nicht. Das Geld kannst du dir wieder holen, wenn Deutschland erst die Kriegskosten bezahlt hat. Bis dahin behalten wir es. Zur Deckung der Kriegskosten. Bezahlen werdet ihr ja doch nicht können. Du wirst das Geld schon nicht wieder sehen."

Ich will meine Notizbücher, in denen natürlich längst nichts mehr steht, und die Visitenkarten mit den Adressen vom Tisch nehmen, aber es wird nicht erlaubt.

Ich protestiere. Aber der Nichtuniformierte faßt mich am Arm, der Polizeioffizier brüllt: »Pascholl!« (Raus!) Draußen bin ich.

Meiner Frau ist es derweil in dem Raum für Frauenuntersuchung ähnlich ergangen.

Nun besitzen wir also glücklich zusammen noch hundert Rubel, gleich rund zweihundert Mark, um nach Deutschland zu gelangen. Alles andere hat die russische Behörde einfach gestohlen.

Wir dürfen in das Restaurant gehen und etwas essen. Wir haben Zeit, denn der Zug geht so bald doch nicht weiter.

Der Zug hat es wirklich nicht eilig. Erst gegen Abend müssen wir wieder einsteigen. Bis dahin können wir im Restaurant sitzen oder auf dem Perron spazierengehen.

Endlich werden wir wieder verladen. Die Wagentüren werden abgeschlossen. Es wird hin und her rangiert. Endlich geht es weiter.

»So eine Gaunergesellschaft, es sind doch einfach Räuber und Diebe, diese Beamten!«

Erschrockene Stille um mich her.

Dann sagt ein Männlein mit rheinischem Dialekt. »Solche Gespräche wollen wir lieber doch nicht führen.«

Neben ihm sitzt ein umfangreicher Herr im Bratenrock. Viele Ringe an den Fingern und Brillantenknöpfe im Hemd. Es dürfte wohl ein Kommerzienrat sein oder dergleichen. Er nickt beifällig zu den Worten des rheinischen Männleins.

»Ach so, die Herren fürchten sich vor dem Gendarmen?«

»Man kann nicht vorsichtig genug sein,« orakelt der Umfangreiche und schlägt einen Skat vor. Die Beleuchtung ist zwar höchst kümmerlich, aber er meint, bei einigem guten Willen ginge es.

Ich lehne dankend ab. So viel Ängstlichkeit ärgert mich. Daran muß ich mich erst wieder gewöhnen. Meine früheren Kameraden kannten das nicht. Diese älteren Herrschaften wurden kürzlich erst aus Riga und Lodz ausgewiesen, sie sind aber nie verschickt worden. Also haben sie noch Angst, die wir Verschickten längst nicht mehr kennen. Was sollten wir auch noch zu fürchten haben? Außer dem Gehängtwerden haben wir ja so ziemlich alles mitgemacht, was Rußland Feinden zu bieten hat.

Das kümmerliche Lichtlein erlischt, der Ofen ist nicht geheizt. Es ist kalt und dunkel ringsum. Die Kinder weinen sich in Schlaf. Einige Damen schnarchen. Eine alte Dame kann sich die halbe Nacht hindurch nicht von dem Versuch trennen, den Ofen doch noch anzuzünden und ihm Warme zu entlocken, trotzdem es vergeblich ist.

Zwei Stunden fährt der Zug, dann hält er wieder. Ein gewaltiger Krach, daß die Kinder schreiend aus dem Schlaf fahren und die Koffer über uns herpurzeln. Ein Ruck. Wieder ein Krach. Kein Zweifel, wir werden umrangiert ... Warum, wohin, wir wissen es nicht.

Für gewöhnlich dauert die Fahrt von Petrograd bis Raumo sechzehn Stunden. Die unsere dauerte aber sechzig Stunden. Wir durften zwar den Preis für ein Billett zweiter Klasse im Personenzug bezahlen, in Wahrheit aber wurden unsere Wagen an Güterzüge angehängt und alle paar Stunden wieder umrangiert. Krach, Ruck, wieder ein Krach, so daß alles durcheinander purzelt. Eine äußerst liebevolle Behandlung. Und in den sechzig Stunden wurde uns ein einziges Mal eine Mahlzeit im Zuge serviert. Sonst lebte man wieder aus Eßkörben. Besonders schlimm war es natürlich für die kleinen Kinder, für die es weder warmes Wasser noch warme Milch gab.

Der umfangreiche Herr ist wirklich ein Kommerzienrat. Er hat eine Fabrik in Lodz und russische Verwandte, Schwäger, Vettern und Kusinen. Er zittert offenbar mehr um seine Fabrik als um Deutschland. Dem Männlein aus Riga mit dem rheinischen Dialekt geht es genau so. Sie zittern um ihren russischen Besitz und um ihre russischen Verwandten. Sie sind mit einem Wort stark verrußt, und wenn die Russen sie nicht ausgewiesen hätten, hätte keiner auch nur einen Augenblick daran gedacht, nach Deutschland zu reisen. Das sind die Leute, die es dann bei den deutschen Behörden nicht Wort haben wollen, daß es den Deutschen in Rußland schlecht geht. Aus Angst um ihre Fabrik und ihre Vettern in Rußland. Nette Deutsche!

Der russische Gendarm in unserem Wagen wird durch einen finnischen abgelöst. Er hat zwar dieselbe Uniform wie der russische, ist aber ein ganz anderer Mensch. Entgegenkommend und freundlich zu uns. Er bemüht sich sogar selbst um den Ofen, denn es herrscht eine elende Kälte. Er geht den Frauen zur Hand. Er drückt sich bescheiden in eine Ecke, um uns nicht zu viel Platz fortzunehmen. »Sehen Sie, es gibt auch anständige russische Gendarmen,« sagt das rheinische Männlein voller Genugtuung zu mir.

»Warum nicht? Zumal, wenn es Finnen sind, die nur eine russische Uniform tragen müssen.«

Darauf kann er nun wieder nichts erwidern.

Lieber will ich bei den Deutschen am Ural bleiben, als mit diesen verrußten Menschen deutscher Abstammung länger zusammen sein, als unbedingt nötig ist.

Pfui Teufel!

Meine Frau gibt die Hoffnung nicht auf, den Lodzer und den Rigaer durch Erzählungen über das, was unsere Landsleute am Ural durchmachen müssen, zu bekehren. Haben die beiden Männer Angst, der Gendarm könnte verstehen, was meine Frau erzählt, und wie sie es erzählt? Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Und auch die amerikanische Botschaft bekommt ihr Teil, wie die Amerikaner überhaupt. O Gott, o Gott, haben die beiden Männlein Angst! Aber sie wagen auch nicht, meine Frau zu bitten, aufzuhören. O Gott, o Gott, die armen Kerle!

Der finnische Gendarm versteht offenbar Deutsch, läßt es sich aber nicht merken. Die Art meiner Frau gefällt ihm entschieden besser als die der beiden Mußdeutschen. Seine Sympathien sind bei mir und meiner Frau. Man fühlt so etwas. Sonst hätte er ihr ja auch schon längst den Mund verboten. Und als wir wieder einmal unseren Eßkorb hervorholen, da hilft der Gendarm meiner Frau beim Auspacken und nimmt von uns Zigaretten und Essen, während er es bei den anderen ablehnt.

Der Lodzer und der Rigaer verstehen das einfach nicht. Sie lebten viel zu lange in Rußland, um noch zu wissen, daß Charakter überall in der Welt auf die Dauer mehr imponiert als Feigheit und Ängstlichkeit.

So geht es sechzig Stunden statt sechzehn, zweieinhalb Tage statt eines halben. Krach, Ruck, wieder ein Krach und so fort. Unsere Nerven, die schon manches haben aushalten müssen, werden nochmals auf eine harte Probe gestellt.

Endlich hält der Zug endgültig. Der finnische Gendarm nimmt unser Gepäck und geleitet uns persönlich zum Grenzzollamt. Die eine Seite ist russisch, die andere schwedisch. Wären wir doch schon auf der schwedischen Seite!

Aber so schnell geht das nicht. Wieder einmal Gepäckrevision und zwar gemeinsam von russischen und schwedischen Beamten. Wir aber müssen so lange noch auf russischem Boden bleiben.

Ein russischer Gendarm mit den Pässen tritt vor und ruft die Namen aus. Der Gerufene nimmt seinen Paß in Empfang und betritt schwedischen Boden. Rußland kann ihm so leicht nichts mehr anhaben.

Es dauert lange, bis mein Name gerufen wird. Der finnische Gendarm, der sich unserer immer noch annimmt, geht zweimal zu dem Kollegen, um nach unserem Paß zu sehen, findet ihn aber nicht.

Die Deutschen auf der russischen Seite werden immer weniger. Endlich, endlich auch mein Name. Ich nehme meinen Paß, der Freund in Petrograd hat also recht behalten, man hat sich meinen Paß vermutlich nicht näher angesehen. Der finnische Gendarm reicht mir unser Gepäck zu, wir stehen auf schwedischem Boden. Rußland kann uns ... ich will nichts weiter sagen.

Auf schwedischem Boden am Ausgang des Zollamts ist ein Büfett errichtet, wo schwedische Damen den Ausgewiesenen Tee, Kaffee und belegte Brötchen servieren. Die Damen sind freundlich, ungeheuer gefällig und liebenswürdig. Gibt es das wirklich noch auf der Welt, daß man nicht einfach als gemeiner Verbrecher behandelt wird, bloß weil man Deutscher ist?

Wir stärken uns ein wenig, aber nicht lange. Russischer Boden ist uns noch zu nahe, die Entfernung zwischen uns und Rußland ist noch sehr klein. Wir machen bald, daß wir auf den schwedischen Dampfer kommen. Und nun sitzen wir in unserer Kabine und uns ist zumute wie in einem Märchen. Wahr und wahrhaftig, wir sind keine Verbrecher mehr. Wir sind wieder anständige Menschen wie andere auch, bevor man uns das Gegenteil nachgewiesen hat. Wir befinden uns wieder auf Rechtsboden. Keine Behörde kann uns mehr nach Belieben einsperren und bestrafen. Das wäre erst nach einer Gerichtsverhandlung möglich, in der uns irgendein Vergehen nachgewiesen werden müßte.

So seltsam es für den klingen mag, der diese russische Zeit nicht mitgemacht hat, dieser Art waren unsere ersten Gedanken auf dem schwedischen Schiff.

Nachdem wir uns ein wenig gefaßt und dann vor allem gewaschen haben, gehen wir auf dem kleinen Dampfer spazieren. Jawohl, richtig spazieren. Als freie Menschen, denen niemand mehr etwas anhaben kann.

Es ist ein ziemlich minderwertiger, kleiner Kasten, dieser schwedische Dampfer, uns kommt er wie das Paradies vor. Und die Stewardeß fragt nach unseren Wünschen. Ob wir noch eine wärmere Decke für die Nacht haben wollen? Es ist gar nicht zu fassen, daß wir wieder Wünsche haben und äußern dürfen.

Und der Steuermann zeigt uns den Weg zum Speisezimmer, wo es Bier gibt. Unglaublich ist das, einfach: Bier!

Als wir das Speisezimmer betreten, fahren wir im ersten Augenblick entsetzt zurück. Bei dem schwedischen Kapitän sitzt ein Kerl in russischer Uniform. Was tut der Mensch hier auf schwedischem Boden?

Es ist der russische Hafenkommandant, schwer betrunken. Er liebt diesen schwedischen Boden, denn da gibt es für ihn reichlich Schnaps und Alkohol in allen Abwandlungen, was es auf russischem Boden nicht mehr gibt. Deshalb lebt er, solange es irgend geht, auf den schwedischen Schiffen im Hafen, dieser edle russische Hafenkommandant. In diesem Augenblick bedeutet er für mich die Inkarnation des offiziellen Rußlands mit all seiner Gemeinheit, Korruption und Versoffenheit.

»Na, Deutsche!« stammelt er auf deutsch und stiert uns an.

»Hübsche Prügel habt ihr wieder mal bekommen!« rufe ich ihm zu.

Er versteht mich offenbar im ersten Augenblick nicht vor lauter Betrunkenheit.

»Sechzigtausend Russen sind gefangen, weißt du es schon?«

Er reißt die Augen auf. »Das macht nichts, das schadet gar nichts, Brüderchen. Ihr werdet noch mehr fangen und wir werden noch mehr schicken, immer mehr, immer mehr, bis ihr erstickt unter ihnen. Wir schlagen euch einfach mit Mützen tot. Prosit!«

Er trinkt und ich kümmere mich nicht mehr um ihn. Mit Mützen totschlagen, das ist so der typische russische Ausdruck, der schon beim Krieg mit Japan geprägt wurde. Es kommt nicht auf die Ausrüstung, auf die Waffen, auf die Munition, die Verpflegung, die Führung an, sondern auf die Mützen. Möglichst viel Mützen, das heißt Soldaten, Mützen, Mützen, das ist die Hauptsache. Wer die meisten hat, siegt.

Der Hafenkommandant erhebt sich mühsam und torkelt aus dem Speisezimmer. Ich blicke ihm nach. Lebe wohl, du letzte russische Erscheinung aus Fleisch und Bein. Es ist eine Genugtuung, daß du gerade in solcher Verfassung entschwindest! ...

Unser Schiffchen setzt sich in Bewegung. Es ist ein alter Kasten und schaukelt mächtig ... Der Wind setzt ein und heult, die Wellen spritzen über Bord ... Minengefahr ... Seekrankheit ... Doch das alles bedeutet nichts und kann uns nicht schrecken. Nur weiter, weiter, immer weiter fort von Rußlands Gestaden. Wir haben Gegenwind. Der alte Kasten arbeitet schwer dagegen an. Wir brauchen fast anderthalb Tage bis Stockholm. Gegen vier Uhr morgens laufen wir in Schwedens Hauptstadt ein. In das erstbeste Hotel und schlafen, endlich einmal wieder tüchtig ausschlafen, ohne von Polizei oder Gendarmen gestört, geweckt und fortgeschleppt zu werden ...

Gegen Mittag begegnen wir dem Rigaer und dem Lodzer Herrn. Sie haben schon etwas mehr Mut als auf der Fahrt durch Finnland, und der Lodzer hat sogar ein Ordensbändchen im Knopfloch, das Bändchen des Roten Adlerordens vierter Klasse. Schau einer den Patrioten an! Kaum in Stockholm und schon das Bändchen am Gehrock. Was für deutsche Sorgen er hat, der Lodzer Kommerzienrat ...

Wir bleiben nur bis zum Abend. Die Russen haben uns ja nur zweihundert Mark gelassen, die bis Berlin reichen müssen.

Wir benutzen mit vielen anderen den Schnellzug über Malmö nach Trelleborg. Fuhrwerk für das Gepäck steht hier bereit. Wir wandern über die Schienen zur Fähre Trelleborg-Saßnitz. Wahrhaftig, da liegt sie, und neben der schwedischen flattert die deutsche Flagge im Winde. Fast fünf Monate sahen wir die deutschen Farben nicht mehr. Wie viel bedeutet uns das, wie Gewaltiges sagt uns das in diesem Augenblick ...

Wir sind wieder zu Hause, wir sind wieder in Deutschland.

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