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Nach den Mondbergen

Friedrich Wilhelm Mader: Nach den Mondbergen - Kapitel 9
Quellenangabe
type
authorFriedrich Wilhelm Mader
titleNach den Mondbergen
publisherUnion Deutsche Verlagsgesellschaft
printrunZwölfte Auflage
yearo.J.
firstpub1911
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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6. Die Zauberin von Ruanda.

Hendrik schlief spät ein. Und wie es oft geht, wachte er um so früher auf.

Es war noch Nacht. Doch hörte er bereits das eintönige Geräusch des Mehlstampfens im Lager und dazu den schwermütigen Gesang der Negerinnen.

Der Bure erhob sich und nahm seine Flinte. Vielleicht gelang es ihm, in der Morgenfrühe ein Wild zu schießen, da es Not tat, Nahrung zu beschaffen; denn außer den Früchten des Waldes und Baumtermiten war seit der letzten Hungersnot keine Nahrung zu haben, als das unterwegs geschossene Wild und Geflügel.

Jetzt erst verwunderte er sich darüber, daß die Weiber Mehl stampften: woher mochten sie nur Getreide haben? Hatte man doch in den letzten Tagen nirgends eine Niederlassung getroffen, wo sie es erhandeln konnten, und die Versorgung der Träger wurde stets noch nach dem Mikonosystem geübt, das heißt, sie erhielten ihre »Mikono« oder Armlängen Tuch, um sich dafür Lebensmittel einzutauschen, falls solche zu haben waren.

Als der Jüngling das Lager durchschritt, sah er mehrere Weiber und Mädchen bei der mühsamen Arbeit hocken; unter ihnen erkannte er auch Sangula, Kaschwallas Weib.

Der Mond leuchtete den Arbeiterinnen, denen Hendrik im Innern seine Hochachtung nicht versagen konnte.

»Was reden die Europäer doch so viel von der Faulheit der Neger!« dachte er bei sich. »Und dabei wird man in Europa weit wandern können, bis man solchen Fleiß antrifft, nach dem, was ich von Europa gehört habe.

»Wenn sie abends vom Marsch ermüdet im Lager ankommen, machen diese Negerinnen sich sofort an die Arbeit. Wenn die Männer schon schlafen, stampfen sie noch das Korn. Und morgens ehe der Tag erwacht und wenn das ganze Lager noch schlummert, erheben sie sich und beginnen schon wieder ihr beschwerliches Tagewerk.

»Niemand weckt sie auf, niemand treibt oder mahnt sie ans Geschäft, keine Sklavenpeitsche wird über ihnen geschwungen. Ich habe auch nie gehört, daß die Männer sie irgendwie unwirsch angefahren oder gar ihnen gedroht hätten, weil es etwa an Brei oder an Brot mangelte. Freilich, sie geben keinen Anlaß dazu.«

»Ihr Pflichtgefühl allein ist es, das sie zu so ausdauernder Arbeit treibt, und wer weiß, wieviel zärtliche Sorge in diesem Mehlstampfen verborgen liegt: ihr Mann, ihr Vater, ihr Bruder, ihre Kinder müssen zu essen haben! Das ist der Gedanke, der sie abends und morgens so unermüdlich tätig sein läßt.«

Als Hendrik gegen Westen am Waldsaum entlang ging, sah er einen Schakal am Boden lagern und Nüsse knacken. Das Tier, etwas größer als ein Fuchs, einem Windhunde gleichend, war bräunlich gefärbt und hatte auf jeder Seite einen breiten hellgrauen Streifen, der ihm den Namen »Streifenwolf« eingetragen hat.

Es bemerkte Hendriks Kommen nicht, der als geübter Jäger lautlos einherschritt und nur deshalb das Raubtier verschonte, weil er kein besseres Wild durch einen vorzeitigen Schuß erschrecken wollte.

Als jedoch kurz darauf zwei Wildschweine aus dem Waldesdickicht brachen, legte der Bure sofort an, und mit zwei wohlgezielten Schüssen streckte er beide nieder. Es waren sogenannte »Pinselschweine«.

Während er bisher am Waldsaum hingeschritten war, der, stark eingebuchtet, einen großen Bogen beschrieb, kehrte der junge Nimrod nun auf dem nächsten Wege zum Lager zurück.

Dabei kam er an zwei verlassenen Negerhütten vorbei, neben denen verwilderte Mais- und Eleusinefelder standen. Nun erst war ihm klar, woher die Negerinnen das Korn hatten, das sie in aller Frühe zu Brei und Brot verarbeiteten.

Als die Karawane nach einem notdürftigen Morgenimbiß wieder aufbrach, begab sie sich zunächst zu der Stelle, wo Hendriks Jagdbeute lag, um das Fleisch mitzunehmen. Unterwegs wurden noch die offenbar herrenlosen Felder geplündert, die wenigstens für zwei Tage genügend Mehl für die ganze Karawane liefern mochten.

Die verlassenen Hütten waren übrigens ein sicheres Zeichen, daß man bald auf menschliche Siedelungen stoßen würde, und somit die Not vorerst ein Ende haben werde.

Es fanden sich bei den zerfallenen Wohnungen auch noch Kolokasien, die fleißig ausgegraben wurden, da ihre Knollen und Blätter genießbar sind.

An diesem Tage ging es durch Dornwald, der wenigstens zum Lohn für den beschwerlichen Durchmarsch einige Perlhühner und noch ein paar weitere Eber und Wildsäue lieferte.

Die folgenden Tage führten abwechselnd durch Wälder und Steppen, über Täler und Hügel, an Sümpfen und Seen vorbei, bis endlich wieder angebautes Land erreicht wurde.

Sofort fielen allen die riesigen Ährenkolben des Sorghumgetreides auf, die weit über Kindskopfgröße erreichten. Daneben stand ein Maniokfeld, und auch die Maniokpflanzen überschritten jedes gewöhnliche Maß, denn sie glichen jungen Bäumen.

»O, Mama!« rief Kaschwalla, »wir kommen in das Land der Riesen! Bwana Bawessa, vorgestern hat mich ein Riesenreiher beinahe zu Tode gepickt, heute finden wir den Riesenmaniok und das Riesengetreide, wie nur Riesen sie anbauen können.«

»Es gibt kein Land der Riesen!« beruhigte Leusohn den Erschreckten.

»O, Bwana Dakta, jedermann weiß, daß es ein Land der Riesen gibt, wie ein Land der Zwerge, und beide sind nicht weit voneinander.«

»Was sind das für törichte Fabeln!« eiferte Leusohn unmutig.

Aber Hamissi bestätigte Kaschwallas Behauptung. »Bwana Fimbo,« sagte er, im Eifer den Doktor bei seinem Spitznamen anredend, »Zwerge Menschen sein so klein, wie viele nicht glauben, Menschen sein können. Aber Bwana selber gesehen haben, Zwerge doch da sein! Riesen auch Menschen sein so groß, wie viele nicht glauben, aber Riesen doch da sein, wie Zwerge. Das wissen alle Suaheli, weil es gehört haben von anderen, die Riesen gesehen haben, und hier gewiß Land der Riesen bald kommen: da wir nicht hinein können.«

Schon jetzt hätten sich wohl die Schwarzen geweigert, weiterzugehen, denn allgemein hatte sie die Furcht vor den Riesen ergriffen; aber hinter ihnen drohte der Hungertod, also mußten sie zunächst voran: dem gefürchteten Lande konnten sie ja immer noch ausweichen.

Auf einmal riß Helene, die mit Sannah und Tipekitanga vorausritt, die Augen weit auf.

»Da ist ja ein richtiger Wegzeiger mit einer deutschen Inschrift!« rief sie verblüfft aus.

Wirklich lag da ein mächtiger Felsblock, auf den mit roter Farbe ein Pfeil gemalt war und die Inschrift:

»Jambo! Nach Katschuri eine Viertelstunde!«

»Das ist das Großartigste, was mir je vorgekommen ist,« versicherte Leusohn. »Ist so etwas erhört? Da reisen wir in den wildesten und unbekanntesten Gegenden Innerafrikas, und plötzlich heißt uns ein deutscher Wegzeiger willkommen!«

»Wir sind von dem Gebiet des Kongostaats auf deutsches Gebiet übergetreten,« sagte Schulze, ebenfalls höchlich verwundert. »Gewiß hat hier ein Offizier der deutschen Schutztruppe Grenzvermessungen vorgenommen oder ist aus einem sonstigen Grund hierhergelangt, worauf er nach chinesischer Art einen Felsblock zum Wegzeiger machte.«

»Jedenfalls ist dieses ›Willkommen‹ uns ein gutes Vorzeichen,« meinte Hendrik. »Es sind also schon Weiße in der Gegend gewesen und haben guten Humor behalten; es kann hier nicht so schlimm sein.«

Auch auf die Schwarzen machte die Erklärung der Inschrift einen sichtlich guten Eindruck, und sie marschierten nun frisch drauf los in der Richtung des Pfeiles.

Freilich, die Viertelstunde hatte der Fuchs gemessen! Entweder war der Verfertiger des Wegzeigers gut beritten gewesen oder er war eine mitleidige Seele, die dem ermüdeten Wanderer eine schöne Hoffnung vorspiegeln wollte; jedenfalls dauerte es eine starke Stunde, ehe das Negerdorf erreicht war.

Die Bewohner Katschuris zeigten sich friedlich und freundlich und es konnten große Vorräte an Sorghum, Mais, Butter und Eiern eingehandelt werden, ebenso mehrere Hühner.

Besonders war eine herrliche Milch zu bekommen, die sich Schwarze und Weiße schmecken ließen, und Honig in Fülle. Man war tatsächlich in das Land gekommen, wo Milch und Honig floß, der Inbegriff der köstlichsten Nahrung von alters her.

Hamissi verstand es, namentlich aus den noch milchigen Körnern des Mais ganz vorzügliche Speisen zu bereiten, vor allem den Maisbrei nach Art der Niamniam und den Milchmais nach Art der Mangbattu und Sande, ein Gericht, das bei den letzteren nur den Häuptlingen vorgesetzt wird.

Die Niam-Niam-Polenta bereitete er auf folgende Weise: die saftigen Maiskörner wurden auf dem Mahlsteine feingerieben, was gewöhnlich Amina und die weißen Damen besorgten, wobei Tipekitanga trotz ihres Prinzessinnenranges fleißig mithalf.

Der von der Kleie gereinigte Brei wurde in kleine Klöße geballt, die in einem Topf mit ein wenig siedendem Wasser locker aufgeschichtet wurden, um nicht anzubrennen. Nachdem sie recht durchdämpft waren, rührte sie Hamissi erst zusammen.

Der Milchmais der Sande war noch schmackhafter. Die im Holzmörser zerstampften Maiskörner wurden in Bananenblätter gewickelt oder auch in andere Blätter, in Anteilen, die zu einer Mahlzeit ausreichend bemessen waren. Mit dem Blattstiel verschloß der Koch die Düten; dann stemmte er Querhölzchen in den Kochtopf, auf denen die Düten über dem Wasser ruhten. Der Topf wurde zugedeckt und der Brei im Wasserdampf gar gekocht.

Dieses herrliche Gericht nannte Hamissi »Pokuta«. Es geriet nicht immer gut; am besten war es, wenn es recht locker und innerlich wie Eidotter dunkelgelb gefärbt war.

Um an Milch und frischem Fleisch künftig keinen Mangel zu leiden, erwarb Schulze eine ganze Ziegenherde. Zum Ziegenhirten wurde Uledi, Kaschwallas zwölfjähriger Sohn, ernannt, ein äußerst gescheiter und zuverlässiger Knabe, der seiner Mutter Sangula nachschlug und auch körperlich nichts von der Beleibtheit feines Vaters besaß, von dem er jedoch den Witz und den unverwüstlichen Humor geerbt hatte.

Schulze hatte in Erfahrung gebracht, daß sich in Katschuri zur Zeit die Sultanin Nyawingi aufhalte, die berühmte Zauberin von Ruanda, die aber für keinen Sterblichen sichtbar sei. Sie selbst sei unsterblich; wer sie erblicke, sei des Todes.

Der Professor jedoch begehrte sie zu sehen, und Leusohn und Hendrik mit ihren Schwestern begleiteten ihn.

Eine Grashütte in der üblichen Bienenkorbform wurde ihnen gewiesen. Sie zwängten sich durch eine enge Türe in den »Palast«, der durch eine geflochtene, mit Kuhdung gedichtete Scheidewand in zwei Räume geteilt war. Die Türöffnung dieser Wand war mit einer Strohmatte verhängt, auf die schwarze Figuren gemalt waren.

Der Katikiro, das heißt der Minister oder Großwesir, fragte die Ankömmlinge nach ihrem Begehren.

»Wir wollen die große Sultanin sehen,« erwiderte Schulze.

Hierauf erscholl eine Stimme hinter der Wand, welche also redete: »Ich bin ein Geist, die Tochter des Sonnengottes Kasoba; mein Wohnsitz ist in den Wolken, ich komme aber zur Erde und kann in einem Augenblick gehen, an welchen Ort ich will.«

»Die Nebel sind mein Kleid und der Blitz mein Schlag. Auch die Weißen sind meine Kinder wie die Schwarzen, aber ich habe noch keinen gesehen.«

Über dieses treuherzige Eingeständnis mußten unsere Freunde lächeln. Dieser allgegenwärtige Geist hatte noch nie seine weißen Kinder zu Gesicht bekommen können!

Nyawingi befahl nun dem Katikiro, die Hütte zu verlassen, und als dieser dem Befehl Folge geleistet hatte, frug sie: »Was begehrt ihr von mir, meine weißen Kinder?«

Zu Schutzes und Leusohns Verblüffung erwiderte Hendrik, der Frechling: »Wir begehren Hongo von dir, als Zeichen deiner Unterwerfung, zehn Rinder und fünfzig Hühner.«

Nun entstand ein fürchterlicher Spektakel hinter dem Vorhang: das aufgeregte Gekreisch einer weiblichen Stimme und ein Gerassel wie von eisernen Waffen.

Plötzlich riß Hendrik mit einem Griff die Strohmatte herunter. Da stand vor ihnen ein schlankes Weib von heller Hautfarbe und zierlicher Gestalt mit wohlgeformten Gliedern, die reich mit glänzenden Kupferringen geschmückt waren.

Mit einem blinkenden Eisenstab schlug sie nach Hendrik, der behende auswich; dann aber sank sie zu Boden und sah zitternd mit den großen, langbewimperten schönen Augen die Weißen an. Ihr ovales Gesicht mit der feingeschwungenen Adlernase und dem kleinen Munde hatte nichts Negerhaftes, eher einen semitischen Schnitt.

Sie kroch nun heran, umfaßte Hendriks Knie und bat um Schonung, sie wolle alle Forderungen pünktlich erfüllen.

Hendrik beruhigte sie. »Wir sind nicht gekommen, dir ein Leid zuzufügen, wir wollten dich nur sehen, und du siehst, dein Anblick tötet uns nicht.«

Die also beruhigte Sultanin hatte alsbald ihre Fassung wiedergewonnen und erwiderte lächelnd: »Ich bin nicht Nyawingi, die soeben in die Wolken entschwebt ist; ich bin nur Kiakutuma, ihre Dienerin, die dem Volke der Göttin Befehle verkündigt.«

Hierauf rief sie den Katikiro herein und gebot ihm, den Gästen nach dem Willen Nyawingis zwanzig Rinder und siebzig Hühner zu überbringen. Alsbald wurde auch diese reiche Abgabe in das Lager vor dem Dorfe geschafft.

Schulze überreichte dagegen der Sultanin ein kostbares Geschenk an Stoffen, Perlen, Messingdraht und allerlei Spielzeug, worüber die lichtfarbige Negerin in helles Entzücken geriet.

Am meisten freute und wunderte sie ein Handspiegel, in den sie immer wieder hineinblickte, um dann vergeblich hinter dem Spiegel nach dem hübschen Gesicht zu suchen, das, wie sie meinte, ihr durch das Glas entgegenblickte.

Als nun der Professor erwähnte, sie hätten die Absicht, durch das Land Ruanda nach Süden weiter vorzudringen, mahnte Kiakutuma ernstlich, sie möchten von diesem gefährlichen Unternehmen abstehen.

»Riesen wohnen in diesem Lande und lassen niemand hindurch, selbst unsere Leute dürfen nur waffenlos, mit einem bloßen Lendentuche die Grenze überschreiten, obgleich unser Bezirk zum großen Sultanat Ruanda gehört.«

»Es ist ein großes Land mit hohen Bergen. Die Leute sind stark und ihre Speere nicht zu zählen; ihre Bogen sind größer als ich bin. Niemand kann sie besiegen.«

Ähnliche Nachrichten hatten auch die Neger im Lager von den Einwohnern Katschuris erhalten, mit denen sie in lebhaften Tauschverkehr eingetreten waren.

Sie verlangten daher hartnäckig nach Osten, zur Küste zurück zu marschieren.

Davon konnte keine Rede sein, weil schon Flitmore nicht so schnöde im Stiche gelassen werden durfte.

Schulze wandte sich an Hassan, auf dessen Mut und Treue er sich am meisten verließ. »Was sagst denn du?« fragte er den Somali. Dieser aber erwiderte zu seiner schmerzlichen Überraschung: »O Bwana, sie wollen alle nicht in dies schreckliche Land; dort müßten wir alle sterben. Laß uns umkehren!«

»Dann müssen wir Weiße eben allein weitermarschieren,« rief der Professor ingrimmig. »Ihr seid eine feige, schuftige Bande, alle miteinander, Somalis und Sansibariten.«

»O nein!« rief da Amina. »Ich folge meiner weißen Herrin, wohin sie geht, und wenn mein Bruder seinen Mut verloren hat, soll er sich vor mir und den weißen Damen schämen.«

Da rief auch Sangula: »Lasset nur unsere Männer mit den Knaben heimkehren, und mögen unsere Söhne daheim erzählen, unsere Väter sind Ziegen, sie haben ihre weißen Herren verlassen. Aber unsere Mütter und Schwestern sind als Träger und Askaris mit ihnen gegangen, die soll niemand beschimpfen.«

»Und was sagt Tipekitanga?« fragte Helene, erfreut von dieser Standhaftigkeit schwarzer Mädchen und Frauen, die kleine Negerprinzessin.

»Die Wambutti kennen keine Furcht,« sagte die Zwergin stolz. Wenn dies auch gewiß übertrieben war, für sie selber mußte es jedenfalls als Wahrheit anerkannt werden. Und sie fuhr fort: »Nur die großen Männer sind Feiglinge, mich wird niemand auf dem Pfade der Flucht sehen.«

Diese mannhaften Erklärungen der kühnen weiblichen Wesen riefen bei den Weibern eine wahre Begeisterung hervor. Sie schmähten ihre mutlosen Männer und riefen ihnen zu: »Gehet heim, gehet heim und stampfet fortan euer Mehl selber, gebt uns eure Lasten und Gewehre, wir werden sie nicht fortwerfen und tragen sie durch die Länder der Riesen.«

Da konnte man sehen, wie kleinlaut und beschämt die Schwarzen dastanden. Keiner fand mehr den Mut, den Weitermarsch zu verweigern.

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