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Morgenländische Märchen

Wilhelm Ruland: Morgenländische Märchen - Kapitel 8
Quellenangabe
typefairy
authorWilhelm Ruland
titleMorgenländische Märchen
publisherGeorg Müller
year1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140313
projectid3c092c45
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Der Jagdfalke

Ein König hatte unter seinen abgerichteten Jagdvögeln einen Falken, den er sehr liebgewann; denn keiner verstand wie dieser die Kunst, ihm das Wild zuzutragen. Einst nahm der König den Falken wieder mit auf die Jagd. Die Sonne brannte, und der königliche Falkner litt großen Durst. Da er am Fuß eines Felsen lagerte, sah er an dessen Wand ein klares Quellwasser herunterrieseln. Er griff nach seiner goldenen Trinkschale und schöpfte von dem Wasser, um den Durst zu stillen.

In diesem Augenblick schlug der Falke mit den Flügeln heftig gegen die Schale, so daß der Inhalt verschüttet wurde. Der erzürnte König holte mit der goldenen Schale zu einem Schlage aus. Tödlich am Kopf getroffen, fiel das Tier zur Erde. Zu spät bereute der König seinen Jähzorn. Da aber der Durst ihn weiter peinigte, gebot er dem Diener, nach der Quelle des Rinnsals hinaufzusteigen und die Schale zu füllen. Nach einer Weile kehrte der Diener zurück und meldete: »Herr, die Quelle, nach der du mich ausgesandt hast, ist vergiftet; denn dicht daneben lag eine tote Schlange.«

Da erkannte der königliche Jäger, daß sein Lieblingsfalke ihm das Leben gerettet hatte. Seine Dankbarkeit war so groß als seine Reue. Dies gefiel der Gottheit so sehr, daß sie die Lebensgeister des treuen Tieres zurückrief, und seitdem hing der König mit noch größerer Liebe an diesem Jagdfalken.

*

 

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