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Morgenländische Märchen

Wilhelm Ruland: Morgenländische Märchen - Kapitel 56
Quellenangabe
typefairy
authorWilhelm Ruland
titleMorgenländische Märchen
publisherGeorg Müller
year1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140313
projectid3c092c45
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Der ungerechte Fürst

Im Anfang seiner Regierung war der Kalif Abdel Melik ein ungerechter Fürst. Eines Nachts suchte er vergebens den Schlaf. Und er sandte zu einem Märchenerzähler, damit dieser ihn zerstreue. »O Fürst der Gläubigen!« sagte der Märchenerzähler, »höre: Einst lebte in El-Mosil eine Eule, und eine andere lebte in El-Basra, und jene von El-Mosil wünschte als Gattin ihres Sohnes die Tochter der Eule von El-Basra. Die Eule von El-Basra aber entgegnete: ›Ich kann dir meine Tochter nicht geben, wenn du mir nicht hundert Schloßruinen zum Geschenk machst, in denen ich mit meiner Sippe nachts Hause.‹

Da entgegnete die Eule von El-Mosil: ›Augenblicklich kann ich dir nichts versprechen; aber wenn unser Herrscher Abdel Melik (möge Allah, dessen Name gepriesen sei, ihn am Leben erhalten!) noch ein Jahr lebt, dann werde ich dir geben, was du wünschest.‹« Sinnend hörte dies Abdel Melik; er belohnte den Märchenerzähler und winkte ihm, zu gehen. Zur selben Stunde erwachte er aus seinem bisherigen unwürdigen Dasein und erfüllte die Pflichten seines Amtes.

*

 

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