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Moll Flanders

Daniel Defoe: Moll Flanders - Kapitel 14
Quellenangabe
typefiction
booktitleMoll Flanders
authorDaniel Defoe
translatoranonymus
firstpub1722
year1919
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
titleMoll Flanders
pages1-489
created20060719
sendergerd.bouillon
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Des Autors Nachschrift zur vierten Auflage.

Noch drei Jahre brachte sie im Witwenstande zu, bis sie endlich von Wassersucht und Engbrüstigkeit aufs Krankenlager geworfen wurde. Während der Krankheit, die elf Monate anhielt, hat sie weiter nichts geschrieben, sondern die ganze Zeit mit bußfertigen Verrichtungen in eifriger Andacht zugebracht, sich auch nicht mehr um die Welt gekümmert, vielmehr sich auf das künftige Leben vorbereitet. Es besuchten sie die Herren Geistlichen gar fleißig, besonders aber Rerverend Price, ein vornehmer Prediger. In diesem Zustande lag sie bis zum 10. April, an welchem Tage sie denn im 75. Jahre ihres Lebens sanft und selig entschlief, zum nicht geringen Leidwesen der Armen, denen sie in ihren letzten Tagen ungemein viel Gutes getan hatte und dadurch ihr Gewissen erleichterte. Sie ließ 25 alten Männern jährlich 40 Schillinge austeilen, und 20 alten Frauen alle Jahre 30 Schillinge einer jeden, auch gab sie noch 40 Pfund an arme Kinder, damit sie in die Lehre kommen und ein gutes Handwerk ergreifen könnten.

Sobald sie gestorben war, wurde sie nach Landesbrauch schön eingekleidet und auf ein Paradebett gelegt. Das Haus war von unten bis oben schwarz bezogen. Über ihrem Sarge lag eine schwarze Samtdecke, das ganze Sterbezimmer war mit weißen Wachslichtern auf silbernen Leuchtern erhellt. So lag sie drei Tage und wurde von jedermann gesehen. Danach wurde sie in der St. Nicolaikirche begraben, unter Begleitung aller Verwandten von ihres seligen Mannes Seite, sowohl Frauen als Männern, alle in tiefster Trauer, und mehr als 120 Personen, denen allen goldene Ringe zum Andenken geschenkt wurden, worin die Worte standen: Memento mori, Elisabetha Carrol obiit 1722.

Vier Frauen gingen vor der Leiche her und streuten schöne Kräuter und wohlriechende Blumen auf den Weg, ihnen folgten zwei Pedelle, deren Stäbe mit Zypressen umwunden waren, hinter diesen gingen zwei Prediger und der Küster. Das Leichentuch trugen die Frauen der vornehmsten obrigkeitlichen Personen von Gallway, sechs an der Zahl, und jede Frau wurde von ihrem Manne bei der Hand geführt. Nachdem die Leiche in der Kirche niedergesetzt war, hielt der Dr. Shaw eine Trauerrede, nach deren Ende die Beisetzung in das Grab geschah, in das ihr seliger Mann drei Jahre zuvor gelegt worden war.

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