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Micha Clarke

Arthur Conan Doyle: Micha Clarke - Kapitel 36
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typefiction
authorArthur Conan Doyle
titleMicha Clarke
publisherVelhagen & Klasing
year1895/1896
translatorRobert Koenig
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secondcorrectorGerd Bouillon
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XXXV.

Der Teufel in Perücke und Robe.

Die Schlächterei nahm ohne Verzug ihren Anfang. Noch in derselben Nacht wurde vor dem Gasthaus zum Weißen Hirsch der große Galgen aufgeschlagen. Stunde auf Stunde hörten wir die Hammerschläge, das Sägen der Balken und dazwischen das Gejohle und die wüsten Lieder des oberrichterlichen Gefolges, das mit den Offizieren des Tanger-Regiments im Vorderzimmer der Schenke saß, von wo aus man die Aussicht nach dem grausen Gerüst hatte.

Die Gefangenen verlebten diese Nacht unter Gebeten und Andachtsübungen. Die Mutigen predigten den schwächeren Brüdern und ermahnten sie, männlich und stark zu sein und dem Tode so entgegen zu gehen, daß sie zum Vorbild und Exempel für die wahren Protestanten in der ganzen Welt würden. Die meisten puritanischen Prediger waren bereits gleich nach der Schlacht kurzer Hand aufgehängt. Nur wenige waren noch übrig, die ihre Herde bei festem Mute erhielten und ihnen den Weg zum Schaffot vorangingen. Nie habe ich etwas so Bewundernswertes gesehen, wie die kaltblütige heitere Unerschrockenheit, mit der diese armen einfachen Bauern ihr Schicksal ins Auge faßten. Ihr Mut auf dem Schlachtfelde erblich vor dem, welchen sie in dem Schlachthause des Gesetzes bewiesen. Unter leise gemurmelten Gebeten und lautem Anflehen der Barmherzigkeit Gottes von Lippen, die noch keinen Menschen um Erbarmen angefleht, zog der Morgen herauf, der letzte Morgen, den viele unter uns auf Erden erleben sollten.

Die Eröffnung der ersten Sitzung des Gerichtshofes war auf neun Uhr anberaumt, aber der Lord-Oberrichter fühlte sich unpäßlich, da er wohl bis spät in die Nacht hinein mit Oberst Kirke pokuliert hatte. Es war schon fast elf geworden, ehe die Trompeter und Ausrufer verkündigten, daß er den Richtstuhl eingenommen habe. Nacheinander wurden meine Mitgefangenen namentlich aufgerufen, die hervorragenderen zuerst. Wir schieden von ihnen mit Händedrücken und vielen Segenswünschen, und wir sahen sie niemals wieder. Nur ab und zu erdröhnte ein lang ausgehaltener heftiger Trommelwirbel der Kesselpauken. Es geschah, wie unsre Wächter uns mitteilten, um irgend welche letzten Worte zu übertönen, die von den Duldern etwa an die Zuschauer gerichtet werden und in den Herzen der Hörer ihre Wirkung nicht verfehlen möchten.

Festen Schrittes und lächelnden Angesichts gingen die Märtyrer, wie ihre Namen von der Liste verlesen wurden, ihrem Schicksal entgegen. So dauerte es den ganzen langen Spätsommertag hindurch, bis endlich auch die rohen Soldaten der Wache in Ehrfurcht verstummten beim Anschauen eines Mutes, den sie für höher und edler erachten mußten, als ihren eignen.

Was mit ihnen geschah, mag immerhin ein Gerichtsverfahren genannt werden, aber es war keinesfalls eines, das wir Engländer von heute so nennen würden. Es bestand nur darin, daß man vor einen Richter gezerrt und beschimpft wurde, ehe man aufs Schaffot geschleppt ward. Was nützte es, Zeugen aufzurufen, wenn dieselben vom Lord-Oberrichter derartig angeschrieen, angedonnert und angebrüllt wurden, daß es die erschrockenen Bürger bis in der Forestraße hören konnten? Ich habe von denen, die an dem Tage dort waren, gehört, daß er wütete, wie ein vom Teufel Besessener, und daß in seinen schwarzen Augen ein boshaftes, rachsüchtiges Feuer glühte, das kaum mehr menschlich zu sein schien. Die Geschworenen schraken vor ihm zurück, wie vor einem giftigen Reptil, wenn er ihnen seinen unheildrohenden Blick zuwandte. Zuweilen, wurde mir erzählt, machte seine Strenge einer noch entsetzlicheren Lustigkeit Platz. Er warf sich dann in seinen Richtstuhl zurück und lachte, bis ihm die hellen Thränen auf seinen Hermelin hinabrollten.

An diesem Eröffnungstage wurden über hundert entweder hingerichtet oder zum Tode verurteilt.

Ich hatte erwartet, ich würde unter den ersten sein, die aufgerufen wurden, und ohne Zweifel wäre das auch geschehen, wenn Major Ogilvys Verwendung es nicht verhindert hätte. So aber verging einer und noch ein Tag, und immer noch wurde ich übersehen. Am dritten und vierten Tage ließ die Schlächterei etwas nach, nicht weil in dem Richter irgend welche Neigung zur Gnade erwacht war, sondern weil die großen toryistischen Landeigentümer und vorzüglichsten Stützen der Regierung ein menschliches Rühren empfanden, das sich gegen dieses Abschlachten wehrloser Menschen empörte. Ohne den Einfluß dieser Männer auf den Richter würde Jeffreys, davon bin ich überzeugt, die sämtlichen elfhundert Gefangenen, die damals in Taunton saßen, haben hängen lassen. So aber fielen dem Blutdurst dieses abscheulichen Ungeheuers nur zweihundert und fünfzig zum Opfer.

Am achten Sitzungstage waren in unserm Wollspeicher nur etwa fünfzig Mann noch übrig. In den beiden letzten Tagen waren die Gefangenen zu zehn und zwanzig auf einmal abgeurteilt worden. Heute wurden wir, wie eine Viehherde, unter Eskorte nach dem Gerichtssaal getrieben, so viele eben Platz hatten, in die Angeklagtenbank hineingequetscht und die übrigen, wie die Kälber auf dem Markt, in einer Umfriedigung im Saal selbst eingepfercht.

Der Oberrichter saß bequem zurückgelehnt in einem hohen Armsessel unter einem scharlachroten Baldachin, während die übrigen Richter ihm zur Rechten und Linken weniger erhabene Sitze einnahmen. Rechts war die Geschworenenbank, auf der zwölf Männer saßen – Tories von der alten Schule, die unverbrüchlich fest hielten an der Lehre vom blinden Gehorsam und vom göttlichen Recht der Könige. Die Krone hatte diese Männer mit großer Sorgfalt ausgewählt, und es war nicht einer darunter, der nicht den eignen Vater verurteilt hätte, wenn auch nur der leiseste Verdacht auf ihn gefallen wäre, daß er zum Presbyterianismus oder zur Whig-Partei neigte. Gerade unterhalb des oberrichterlichen Platzes stand ein breiter, mit grünem Tuch ausgeschlagener Tisch, auf dem allerlei Papiere herumlagen, Rechts davon saß eine lange Reihe Kronanwälte, grimm blickende Männer mit scharfen, wieselartigen Zügen, jeder mit einem Stoß Akten in der Hand, in denen sie wieder und wieder herumschnüffelten, als wären sie eine Meute Bluthunde, die unsre Fährte auswitterten, um uns jagen zu können. An der andern Seite des Tisches saß ein einzelner, sehr frisch und jugendlich aussehender Mann in seidener Robe und Perücke mit unsicherem, ängstlichem Wesen. Dies war der Rechtsanwalt Magister Helstrop, den die Krone in ihrer Milde uns zum Verteidiger bestellt hatte, damit niemand sich erkühnen dürfte zu behaupten, daß es bei unsrer Verurteilung nicht ehrlich und redlich zugegangen sei. Die Bedienten vom Gefolge des Oberrichters und die Soldaten der Garnison bildeten das Publikum, Sie benutzten den Ort als Vergnügungslokal, betrachteten die ganze Geschichte als einen herrlichen, billigen Spaß und wollten sich vor Lachen ausschütten über die rohen Anzüglichkeiten und derben Witze des Lord-Oberrichters.

Die Anklage wurde schnell und würdelos von dem Beamten heruntergeschnurrt. Es war darin die gewöhnliche Behauptung aufgestellt, daß wir, die Gefangenen, vor den Schranken, aller Gottesfurcht bar, uns dem Gesetz zuwider verräterischerweise versammelt hätten und so weiter. Dann nahm der Lord-Oberrichter nach seiner Gewohnheit die Sache in die Hand.

»Ich wollte nur, wir wären mit heilen Gliedern wieder daheim!« rief er aus. »Gott gebe nur, daß dies Gebäude nicht noch von einem besonderen Gottesgericht heimgesucht wird! War wohl je eine solche Masse Bosheit in einem Richthause angehäuft? Wo hat man je solche Galerie von Schelmengesichtern gesehen? Aha, ihr Schufte, ich sehe einen Strick in Bereitschaft für jeden einzigen von euch! Habt ihr nicht Angst vorm jüngsten Gericht? Habt ihr nicht Angst vorm höllischen Feuer? Du grauhaariger Schurke dort in der Ecke, wie kommt's, daß auch du so gar keine Gottesfurcht hattest, daß du die Waffen gegen deinen allergnädigsten und leutseligsten Herrscher ergreifen konntest?«

»Ich folgte der Stimme meines Gewissens, Mylord,« sagte der ehrwürdige Tuchweber aus Wellington, zu dem er gesprochen hatte.

»Was – Gewissen!« brüllte Jeffreys. »Ein Mucker und hat ein Gewissen! Wo war dein Gewissen denn diese ganzen zwei Monate hindurch? Du Schuft! Du Schurke! Dein Gewissen wird dir nichts helfen, Bube, wenn du mit dem Strick um den Hals ein Tänzchen in freier Luft machst! Nein, diese Bosheit! War solche Frechheit je erhört? Und du großer, klotziger Rebell, kannst nicht mal bescheiden die Augen niederschlagen, sondern siehst der Gerechtigkeit dreist ins Gesicht, als ob du ein ehrlicher Mann wärest? Hast du keine Angst, Bube? Siehst du nicht den Tod vor Augen?«

»Den hab' ich auch sonst schon gesehen und mich nicht gefürchtet, Mylord,« antwortete ich.

»Natterngezücht!« rief er und reckte beide Arme in die Höhe. »Der beste Vater! Der gütigste König! – Schreiber, notiere ja meine Worte genau! Der nachsichtigste Oberherr! Aber eigensinnige Kinder müssen mit aller Freundlichkeit durch Prügel zum Gehorsam gezwungen werden!«

Dabei fletschte er grinsend die Zähne, wie ein wildes Tier.

»Der König,« fuhr er fort, »will euren natürlichen Eltern fortan die Sorge um eure Erziehung abnehmen. Wenn sie euch behalten wollten, hätten sie euch bessere Grundsätze lehren sollen! Schurken! Wir werden barmherzig mit euch Verfahren, – o barmherzig, sehr barmherzig! Wie viele sind von ihnen heute hier, Anmelder?«

»Einundfünfzig, Mylord.«

»O Abgrund der Büberei! Einundfünfzig so eingefleischte Schurken, wie je in einem Richtkarren gelegen haben! O, welche Anhäufung der Verderbtheit! Wer verteidigt die Schufte?«

»Ich verteidige die Gefangenen, Mylord,« entgegnete der junge Rechtsgelehrte.

»Ei, ei, Herr Magister!« rief Jeffreys und schüttelte seine große Perücke, so daß der Puder herausflog, »Ihr seid immer an solchen schmutzigen Prozessen beteiligt. Ihr könntet noch in eine bedenkliche Lage kommen, Magister Helstrop. Manchmal kommt es mir vor, als sähe ich Euch auf der Anklagebank, Magister Helstrop! Wer weiß, ob Ihr nicht über kurz oder lang selbst des Beistandes eines Herrn von der Justiz bedürfen werdet, Magister Helstrop! Nehmt Euch in acht! Ja, nehmt Euch nur in acht!«

»Ich habe mein Patent von der Krone, Ew. Herrlichkeit,« entgegnete der junge Rechtsgelehrte mit zitternder Stimme.

»Soll ich mir öffentlich widersprechen lassen?« brüllte Jeffreys, und in seinen schwarzen Augen funkelte eine dämonische Wut, »Soll ich mich in meinem Gerichtssaal beleidigen lassen? Ist es jedem Dreikäsehoch von Anwalt gestattet, weil er Perücke und Robe trägt, den Lord-Oberrichter verächtlich zu behandeln und den Regeln der Gerichtsordnung ins Gesicht zu schlagen? Hoho, Magister Helstrop, ich fürchte, ich werde es noch erleben, daß es mit Euch kein gutes Ende nimmt!«

»Ich bitte Ew. Herrlichkeit allerunterthänigst um Verzeihung,« rief der geängstigte Rechtsgelehrte, dunkelrot im Gesicht, wie der Umschlag seiner Mappe.

»Haltet Eure Zunge im Zaum und seht zu, was Ihr thut!« entgegnete Jeffreys in drohendem Tone. »Seht zu, daß Ihr die Sache dieses Abschaums der Menschheit nicht gar zu eifrig führt. Und nun zur Sache! Was wollen diese einundfünfzig Schurken zu ihrer Entschuldigung vorbringen? Was für eine Lüge wollen sie vorschützen? Meine Herren Geschworenen, ich bitte Euch, betrachtet Euch die Galgengesichter dieser Menschen genau. – Es ist ein wahres Glück, daß Oberst Kirke dem Gerichtshof eine ausreichende Bedeckung gewährt, denn weder Recht noch Religion sind vor ihnen sicher.«

»Vierzig von ihnen bekennen sich schuldig, die Waffen gegen den König ergriffen zu haben,« erwiderte unser Anwalt.

»Aha!« brüllte der Oberrichter. »Welche Frechheit sondergleichen! Welche dreiste Unverschämtheit! Bekennen sich schuldig, wahrhaftig! Haben sie auch ihrer Reue Ausdruck gegeben wegen dieser Sünde gegen einen höchst liebreichen und langmütigen Monarchen? – Vergeßt nicht, diese Worte ins Protokoll einzutragen, Schreiber!«

»Sie weigern sich, Reue zu bekunden, Ew. Herrlichkeit,« versetzte der Verteidiger.

»O die Vatermörder! O die schamlosen Buben!« schrie der Richter. »Stellt die vierzig zusammen auf diese Seite der Einfriedigung. O meine Herren, habt ihr jemals eine solche Verbrecherbande gesehen? Schaut hin und sehet, wie Niedertracht und Bosheit erhobenen Hauptes dazustehen vermag. O ihr verhärteten Ungeheuer! – Aber die andern elf? Wie können sie von uns erwarten, daß wir dieser durchsichtigen Unwahrheit, diesem greifbaren Vorwand Glauben schenken sollen? Wie können sie das dem Gerichtshof unterschieben wollen!«

»Mylord haben ihre Verteidigung noch nicht vernommen,« stammelte Magister Helstrop.

»Ich wittre eine Lüge, noch ehe sie ausgesprochen ist,« brüllte ihn der Oberrichter ohne die mindeste Verlegenheit an. »Ich lese sie so rasch, wie Ihr sie denkt. Kommt, macht rasch, der Gerichtshof hat keine Zeit zu verlieren! Bringt die Verteidigung vor oder setzt Euch, damit das Urteil gesprochen werden kann!«

»Diese Männer, Mylord,« sagte der Anwalt, der so zitterte, daß das Pergament in seiner Hand raschelte, – »diese elf Männer, Mylord –«

»Elf Teufel, Mylord,« unterbrach ihn Jeffreys.

»Es sind schuldlose Landleute, Mylord, die Gott und den König lieben und sich in keinerlei Weise auf diesen neulichen Aufstand eingelassen haben. Sie wurden aus ihren Häusern weggeschleppt, Mylord, nicht weil irgend ein Verdacht gegen sie vorlag, sondern weil sie die Habgier gewisser gemeiner Soldaten nicht befriedigen konnten, die bei der Plünderung –«

»O schämt Euch, schämt Euch!« schrie Jeffreys mit Donnerstimme, »schämt Euch in Euer Herz hinein, Herr Magister. Nicht genug, daß Ihr Euch damit abgebt, den Rebellen unter die Arme zu greifen, Ihr müßt auch noch die Hand dazu bieten, um die königlichen Truppen zu verleumden? Was wird nur aus der Welt noch werden? – Was, mit einem Wort, bringen die Schufte zu ihrer Verteidigung vor?«

»Ein Alibi, Ew. Herrlichkeit.«

»Ha! Der gewöhnliche Vorwand jedes Bösewichtes. Haben sie Zeugen?«

»Wir haben hier eine Liste von vierzig Zeugen, Mylord. Sie warten unten. Viele sind von weit hergekommen unter mancherlei Beschwerden und Mühseligkeiten.«

»Wer sind sie? Was sind sie?« schrie Jeffreys.

»Es sind auch Landleute, Ew. Herrlichkeit! Käthner und Pächter, die Nachbarn dieser armen Leute, die sie genauer kennen und über sie zu berichten im stande sind.«

»Käthner und Pächter!« rief Jeffreys aus. »Ei, dann gehören sie ja demselben Stande an, wie diese Männer alle! Wollt Ihr uns zumuten, dem Eide von solchen zu glauben, die selbst Whigs, Presbyterianer, Somersetshirer Schwärmer sind . . . die Bierbrüder sind eben der Leute, die wir in Untersuchungshaft haben? Ich will Bürge sein – sie haben beim Bierkrug ein gemütliches Abkommen miteinander getroffen – ganz heimlich und gemütlich – die Schufte!«

»Wollen Ew. Herrlichkeit die Zeugen nicht verhören?« rief unser Anwalt, dem endlich bei diesem beleidigenden Ausfalle die Scham ein Gefühl männlicher Kühnheit verlieh.

»Nicht ein Wort will ich von ihnen hören, Bube,« sagte Jeffreys. »Es ist sehr die Frage, ob nicht die Pflicht gegen meinen gütigen Herrn, den König – schreib' ja gütigen Herrn, Schreiber – mich berechtigt, alle deine Zeugen als Helfer und Hehler des Hochverrats hier auf die Anklagebank zu setzen.«

»Mit Ew. Herrlichkeit Erlaubnis,« rief einer der Gefangenen, »ich habe zum Zeugen Mr. Johnson von Nether Stoway, der ein guter Tory ist, und auch Mr. Shepperton, den Herrn Pfarrer!«

»Sie sollten sich schämen, in einer solchen Sache zu erscheinen,« versetzte Jeffreys, »Was soll man dazu sagen, meine Herren Geschworenen, wenn Landedelleute und Pfarrer der Staatskirche den Verrat und die Rebellion unterstützen? Wahrlich, wir leben in den letzten Zeiten! Du bist ein höchst verbissener und gefährlicher Whig, daß du sie so von ihrer Pflicht hast abwendig machen können.«

»Aber geruhen Mylord doch nur mich anzuhören!« rief der Gefangene.

»Dich anzuhören, du blökendes Kalb?« schrie der Richter. »Wir haben ja bis jetzt noch gar nichts andres gehört? Du bildest dir wohl ein, daß du wieder in deinem Konventikel bist, daß du es wagst, so laut zu sprechen? Ihn anhören, sagt er – wir werden dich binnen kurzem am Seil hören!«

»Wir sind der Meinung, Ew. Herrlichkeit,« sagte einer der Kronanwälte und erhob sich so rasch, daß seine Papiere laut raschelten und knisterten, »wir sind der Meinung, es wird eigentlich unnötig sein, daß die Krone sich mit den Einzelfällen abgibt. Wir haben die ganze Geschichte dieses höchst verdammlichen und fluchwürdigen Unternehmens wieder und wieder gehört. Die Angeklagten vor Ew. Lordschaft haben größtenteils ihre Schuld bekannt, und unter denen, die noch nicht geständig sind, ist auch nicht einer, von dem wir Grund hätten, ihn für unschuldig an dem schändlichen Verbrechen zu halten, das ihm zur Last gelegt wird. Die Herren vom Gericht sind deshalb einstimmig der Ansicht, daß wir die Geschworenen unverzüglich um einen einzigen Wahlspruch über alle Gefangenen zugleich bitten.«

»Und welchen? –« fragte Jeffreys mit einem Blick auf den Obmann.

»Schuldig, Ew. Lordschaft,« sagte dieser grinsend, während seine Mitverschworenen nickten und einander zulachten.

»Natürlich, natürlich! Schuldig wie Judas Ischariot!« rief der Richter und blickte frohlockenden Auges auf die Menge der Bauern und Bürger vor ihm herab, »Laßt sie etwas näher treten, Thürwart, damit ich sie deutlicher sehen kann. O ihr Schlaufüchse! Seid ihr gefangen? Seid ihr nun umstellt? Wo ist ein Ausweg? Was? Seht ihr, daß sich die Hölle zu euern Füßen aufthut? Wie? Zittert ihr nicht davor? Oho, eure Beichte und Absolution soll kurz sein – sehr kurz!«

Es war wirklich, als sei der leibhaftige Teufel in den Mann gefahren. Während er sprach, wand er sich in abscheulichem Gelächter und trommelte mit der Hand auf die roten Kissen des Armsessels. Ich blickte mich unter meinen Gefährten um; ihre Angesichter waren wie aus Marmor gemeißelt. Wenn er gehofft hatte, ein feuchtes Auge oder eine bebende Lippe zu sehen, so wurde er um diese Genugthuung betrogen.

»Käme es auf mich an,« sagte der Lord-Oberrichter, »so sollte jeder einzige von euch baumeln. Ja, und wenn es auf mich ankäme, so sollten auch einige von denen, deren Nerven für diese Aufgabe zu empfindlich sind und die mit den Lippen vorgeben, dem König zu dienen, während sie doch für seine schlimmsten Feinde eintreten, so sollten sie, sag' ich, Ursach' haben, an die Gerichtswoche von Taunton zu denken! O ihr undankbaren Rebellen! Habt ihr noch nicht davon gehört, daß euer allerhöchst weichmütiger und barmherziger Monarch, der beste Mensch, den es gibt – gebt das zu Protokoll, Schreiber – auf die Fürbitte des großen und mildherzigen Staatsmannes Lord Sunderland – notiere das, Schreiber – mit euch Mitleid gefühlt hat? Nun, erweicht euch das nicht? Verabscheut ihr euch nicht selbst? Ich gestehe, wenn ich daran denke –« hier brach er plötzlich in heftiges Schluchzen aus, so daß ihm die hellen Thränen über die Backen liefen – »wenn ich daran denke, an die christliche Langmut, das unaussprechlich gnädige Erbarmen, so tritt mir der große Richter lebhaft vor die Augen, vor dem dereinst wir alle – sogar ich – eines Tages Rechenschaft ablegen müssen. Soll ich das wiederholen, Schreiber, oder hast du es schon notiert?«

»Ich habe es notiert, Mylord.«

»Dann schreibe noch an den Rand: ›Schluchzen‹. Der König muß unsre Ansicht in dieser Sache erfahren. Wisset denn, ihr höchst verräterischen und unnatürlichen Rebellen, daß dieser gütige Vater, den ihr zurückgestoßen habt, sich zwischen euch und die Strenge der beleidigten Gesetze gestellt hat. Auf seinen Befehl erlassen wir euch die verdiente Züchtigung. Wenn ihr wirklich noch beten könnt, und wenn eure seelenmörderischen Konventikel in euch nicht jede Spur von Tugend ertötet haben, dann fallet jetzt auf die Knie und danket laut, wenn ich euch verkünde, daß er euch allen einen freien Pardon gewährt.«

Mit diesen Worten erhob sich der Richter von seinem Sitz, als wäre er im Begriff, die Sitzung aufzuheben, und wir sahen uns alle an, starr vor Staunen über diesen unerwarteten Ausgang des Prozesses. Ebenso verblüfft waren die Soldaten und Rechtsgelehrten, während ein freudiges, beifälliges Gemurmel unter den wenigen Landleuten entstand, die es gewagt hatten, sich in den Bereich der grauenvollen Räume zu begeben.

»Dieser Pardon,« fuhr Jeffreys mit einem boshaften Lächeln fort, indem er sich noch einmal zurückwandte, »ist jedoch mit gewissen Bedingungen und Beschränkungen verbunden. Ihr werdet in Ketten von hier nach Poole gebracht werden, wo ein Schiff euch erwartet. Mit noch andern werdet ihr in den Schiffsraum verpackt und auf des Königs Kosten nach den Pflanzungen geführt und dort als Sklaven verkauft werden. Gott schenke euch Herren, die euren trotzigen Sinn durch angemessene Anwendung von Holz und Leder brechen und für Besserung empfänglich machen.«

Noch einmal wandte er sich zum Gehen, als einer der Kronanwälte ihm etwas zuflüsterte.

»Gut, daß du daran denkst, Vetter,« rief der Richter, »das hatte ich noch vergessen. Bringt die Gefangenen noch einmal heran, Thürwärter! Vielleicht denkt ihr, daß ich mit den Pflanzungen Sr. Majestät amerikanische Besitzungen meine? Unglücklicherweise gibt es dort bereits nur zu viele von derselben Brut. Ihr würdet Freunde finden, die euch in eurem bösen Treiben bestärkten und damit das Heil eurer Seele gefährden würden. Euch dorthin senden, hieße ein brennendes Scheit auf das andre werfen und so meinen, das Feuer löschen zu können. Unter den Pflanzungen verstehe ich also Barbadoes und Westindien, wo ihr unter andern Sklaven leben sollt, deren Haut schwärzer sein mag, deren Seelen aber, darauf wett' ich, weißer sind als die euren.«

Mit dieser Schlußrede endete der Prozeß, und wir wurden durch die gedrängt vollen Straßen nach dem Gefängnis zurückgeführt.

An jeder Seite der Straße, die wir durchschritten, konnten wir die leblosen Glieder früherer Kameraden im Winde baumeln sehen, und ihre Köpfe grinsten von Stangen und Piken auf uns herab. Kein wildes Land im heidnischen Afrika konnte einen greulicheren Anblick darbieten, als die alte englische Stadt Taunton in der Zeit, da Jeffreys und Kirke darin hausten. Der Tod war in der Luft, und die Städter schlichen schweigend umher und wagten kaum, Trauer anzulegen um die, welche sie geliebt und verloren hatten, aus Furcht, es möchte als hochverräterische Gesinnung ausgelegt werden.

Kaum waren wir wieder im Wollspeicher angelangt, als ein Zug Dragoner, von einem Sergeanten befehligt, eintrat. Sie dienten einem Manne zur Eskorte, der ein langes blasses Gesicht und vorstehende Zähne hatte, und den sein hellblauer Rock, weißseidene Kniehosen, vergoldeter Schwertgriff und funkelnde Schuhschnallen als einen der Londoner »Exquisiten« erkennen ließen, den Interesse oder Neugierde nach dem Schauplatz des Aufruhrs geführt hatte. Er trippelte wie ein französischer Tanzmeister auf den Zehenspitzen umher, schwenkte sein parfümiertes Taschentuch vor seiner großen, gebogenen Nase hin und her und atmete irgend ein aromatisches Salz aus einem blauen Fläschchen ein, das er in der linken Hand trug.

»Bei Gott!« rief er aus, »dieser Gestank von dem Lumpenpack benimmt einem ja förmlich den Atem! Ja, bei Gott! Die Gedärme sollen mir bersten! Wenn ich nicht der leibhaftige Höllendrache wäre, ich würde mich nicht unter sie wagen! Hat's keine Gefahr mit Kerkerfiebern, Sergeant? He?«

»Sie sind alle so gesund, wie die Fische im Wasser, gnädiger Herr,« sagte der Unteroffizier und legte die Hand an die Mütze.

»He, he!« rief der Stutzer und lachte in schrillem Diskant. »Es passiert wohl nicht oft, daß ihr einen Mann von Stande bei euch empfangt, nicht wahr? Es ist eine Geschäftssache, Herr Sergeant, eine Geschäftssache! Auri sacra fames – Ihr wißt doch noch, was Horatius Flaccus sagt, Herr Sergeant?«

»Habe den Herrn nie sprechen gehört, gnädiger Herr – wenigstens soviel ich weiß,« sagte der Sergeant.

»Hi, hi, hi! Habt ihn nie sprechen gehört, was? Das wird bei Slaughter Furore machen. Das ganze Haus wird sich die Seiten halten bei Slaughter! Mein Seel! Wenn ich mal eine Geschichte zum besten gebe, beklagen sich die Leute immer über mangelhafte Bedienung, denn die Kellner lachen so, daß sie absolut nichts thun können. O ich will verbluten, wenn das hier nicht eine schmierige, gottverlassene Bande ist. Laßt die Musketiere dicht herzu treten, Herr Sergeant, damit sie mich nicht anfallen!«

»Das lassen wir schon nicht zu, gnädiger Herr.«

»Ich habe einen Schein auf ein Dutzend. Kapitän Pogram hat mir pro Kopf zwölf Pfund geboten. Aber es müssen muskulöse Burschen sein, denn bei der Seefahrt geht so mancher darauf, Herr Sergeant. Diesen hier, den muß ich haben! Das ist ein junger Mann, ja, ja, der hat Leben in sich, der hat Kraft in sich! Notiert ihn, Herr Sergeant, notiert ihn.«

»Er heißt Clarke mit Namen,« sagte der Sergeant, »ich habe ihn aufgeschrieben.«

»Da jener Mann mit dem braunen Gesicht,« fuhr der Zieraffe fort, hielt das Fläschchen an seine Nase und sog den Duft ein, »der kann auch notiert werden. Auch der junge Mann neben ihm. Schreibt ihn an. Ha, er streckt die Hand nach mir aus! Paßt auf, Sergeant! Wo ist mein Riechfläschchen? Was wollt ihr von mir, Mensch, was wollt ihr?«

»Wenn der Herr doch so gut sein möchten,« sagte der junge Bauer, »und wo der Herr mich ausgewählt haben, daß ich mit von der Partie sein soll, wollt' ich ihn doch schön gebeten haben, zu erlauben, daß auch mein alter Vater dort mitkommt!«

»Pa, pa!« rief der Zierliche, »da bist du aber ganz unvernünftig, wahrhaftig! Das wäre ja ganz unerhört! Meine Ehre verbietet das durchaus! Wie dürfte ich meinen ehrlichen Freund Kapitän Pogram mit einem Greise bemogeln! Da der stramme Bursch dort mit dem Rotkopf, Sergeant! Die Schwarzen werden denken, er brennt! Diese und dann noch diese sechs tüchtigen Jockels, das macht gerade mein Dutzend voll!«

»Ihr habt wahrhaftig die Auslese,« sagte der Sergeant.

»Aha, begraben will ich sein, wenn ich für so was nicht einen sicheren Blick habe, es sei Pferd, Weib oder Mann! Ich kann's darin mit den meisten aufnehmen und aus jedem Schub die besten der Sorte rausfinden. Zwölf mal zwölf, das sind fast hundert und fünfzig Goldstücke, Herr Sergeant, und sie kosten mich bloß ein paar Worte! Ich schickte nur meine Frau – höllisch niedliches Weibsbild, versteht Ihr, und trägt sich immer modisch – zu meinem guten Freunde, dem Minister, und ließ ihn um ein paar Rebellen bitten. ›Wie viele?‹ sagt er. ›Ein Dutzend genügt,‹ sagt sie. Es war mit einem Federstrich abgemacht. War sie nicht verdammt thöricht, daß sie nicht um hundert bat? Aber, Herr Sergeant, was gibt's nun, was gibt's nun?«

Ein kleiner behender Mann mit einem rotbäckigen Apfelgesicht in Reiterstiefeln und Reitanzug betrat mit vieler Sicherheit, befehlshaberischem Wesen und Säbelgerassel den Wollenspeicher. Sein Schwert schleifte hinter ihm drein, und in der Hand wippte seine Reitpeitsche auf und nieder.

»Morgen, Sergeant!« sagte er in hochfahrendem lautem Tone. »Meinen Namen werdet Ihr wohl gehört haben. Ich bin Master John Wooton von Langmere House bei Dulverton, der so Hervorragendes für den König geleistet hat; derselbe, den Herr Godolphin vor versammeltem Unterhause einen der lokalen Grundpfeiler des Staates genannt hat! Das waren seine eignen Worte. Großartig, nicht wahr? Pfeiler – Ihr müßt Euch nämlich vorstellen, er vergleicht den Staat mit einem Tempel oder Palast, und die königstreuen Männer mit den Pfeilern, die ihn tragen – unter denen auch ich einer bin. Ich bin ein lokaler Grundpfeiler. Ich habe einen königlichen Erlaubnisschein, Sergeant, und darf mir von Euern Gefangenen zehn stramme Kerls aussuchen – als Belohnung für meine Leistungen. Stellt sie auf, damit ich meine Wahl treffen kann.«

»Ei, mein werter Herr, da haben wir ja beide dasselbe Anliegen,« mischte sich jetzt der Londoner hinein, legte die Hand aufs Herz und verbeugte sich so tief, daß schließlich sein Stoßdegen fast steilrecht gegen die Decke emporstarrte. »Der ehrenwerte George Dawnish zu dienen. Ganz ergebenster, gehorsamster Diener! Stehe ganz zu Befehl. Es gewährt mir die vorzüglichste Genugthuung, rechne es mir zu besonderer Ehre, Ihre werte Bekanntschaft zu machen. Hm, hm!«

Der Landjunker schien von diesem Erguß Londoner Komplimente etwas betreten.

»A hem, mein Herr! Ja freilich, mein Herr!« sagte er und wackelte mit dem Kopf. »Freut mich, Euch kennen zu lernen! Freut mich ganz verdammt. Aber nun die Leute, Sergeant! Die Zeit drängt. Morgen ist Markt in Shepton, und ich möchte gern meinen alten preisgekrönten Eber noch einmal sehen, ehe er verkauft wird. Dies hier ist ein recht fleischiger – den will ich haben.«

»Ei sieh, da bin ich Euch zuvorgekommen,« rief der Höfling. »Umkommen will ich, wenn mich das nicht aufrichtig schmerzt. Der gehört mir.«

»Dann diesen,« fuhr der andre fort und bezeichneten den Gewünschten mit der Peitsche.

»Der gehört mir auch. Hi, hi, hi! Steif will ich werden, aber dies ist zu drollig!«

»Donnerwetter! Wie viele gehören euch denn?« rief der Dulvertoner Junker.

»Ein Dutzend. Hi, hi! Ein rundes Dutzend. Alle die auf dieser Seite stehen. Spießt mich! Da bin ich Euch zuvorgekommen! Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – Ihr kennt doch das Sprichwort?«

»Es ist eine Schmach und eine Schande,« rief der Gutsbesitzer erregt. »Wir müssen für den König fechten und unsre Haut zu Markte tragen, und wenn alles gethan ist, kommt das Pack von Kammerlakaien und schnappt einem das Beste vor der Nase weg, ehe noch die Herrschaft was gekriegt hat!«

»Kammerlakaien, Herr!« kreischte der Geschniegelte. »Tod und Teufel, Herr! Das geht mir gegen die Ehre! Ich habe Blut fließen sehen, Herr! Ja, und offne Wunden wegen geringerer Reizung! Nehmt das Wort zurück, Herr! Nehmt es zurück!«

»Das wäre noch besser, du Kleiderständer!« rief der andre verächtlich. »Wie nach der Schlacht sich die Aasvögel sammeln, so bist du hergekommen! Bist du im Parlament in öffentlicher Sitzung erwähnt worden? Bist du ein lokaler Grundpfeiler? Geh ab, du Schneiderpuppe!«

»Du unverschämter Krautjunker!« schrie der Geck. »Du Kürbis, du böse Zunge. Der einzige Pfeiler, mit dem du verdientest, nähere Bekanntschaft zu machen, ist der Schandpfahl! Ha, Herr Sergeant, haltet ihn fest, sonst thu' ich ihm noch ein Leides!«

»Nicht doch, ihr Herren!« rief der Unteroffizier. »Dieser Zank darf hier nicht weitergehen. Solche Streitigkeiten können im Gefängnis nicht geduldet werden. Draußen ist ein ebner Rasenplatz und Ellenbogenraum genug, wenn die Herren einen Gang miteinander machen wollen.«

Dieser Vorschlag schien keinem der beiden zornigen Herren genehm zu sein. Sie maßen aber die Länge ihrer beiderseitigen Schwerter, und jeder versicherte dem andern, daß er noch vor Sonnenuntergang von ihm hören solle.

Unser Eigentümer, wie ich ihn wohl nennen muß – der Geck, empfahl sich endlich, und der Landedelmann, nachdem er die zehn nächstbesten Leute ausgewählt hatte, stolzierte hinter ihm drein und verwünschte laut alle Höflinge und Londoner, den Sergeanten und die Gefangenen, vor allem aber die Undankbarkeit der Regierung, die ihm seine Anstrengungen so schäbig gelohnt habe.

Dies war nicht die letzte derartige Scene, denn die Regierung hatte in dem Bemühen, die Ansprüche aller ihrer Anhänger zu befriedigen, viel mehr Gefangene verschenkt, als vorhanden waren. Es betrübt mich, sagen zu müssen, daß ich gesehen habe, wie nicht nur Männer, sondern auch meine Landsmänninnen, hochgeborene Damen noch dazu, die Hände rangen und laut jammerten, weil keine armen Somersetshirer Bauern mehr zu haben waren, um sie als Sklaven zu verkaufen. Es war ihnen wirklich nur schwer begreiflich zu machen, daß sie nicht das Recht hatten, vermöge ihres Anspruches an die Regierung irgend welche Bürger und Bauern, die ihnen in den Weg liefen, aufzugreifen und sie ohne weiteres nach den Niederlassungen zu verschiffen.

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