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Micha Clarke

Arthur Conan Doyle: Micha Clarke - Kapitel 14
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typefiction
authorArthur Conan Doyle
titleMicha Clarke
publisherVelhagen & Klasing
year1895/1896
translatorRobert Koenig
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secondcorrectorGerd Bouillon
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XIII.

Sir Gervas Jerome, Bannerherr der Grafschaft Surrey.

Das Wirtshaus war mit Gästen überfüllt, da nicht nur viele Regierungsbeamte und Kuriere auf dem Wege von und nach dem Schauplatz des Aufstandes dort Halt machten, sondern auch alle Klatschgevattern aus dem Städtchen darin zusammenströmten, um Neuigkeiten auszutauschen und Frau Hobsons selbstgebrautem Biere zuzusprechen. Bei diesem Andrange der Kundschaft und dem daraus folgenden lärmenden Verkehr sah sich die Wirtin veranlaßt, uns in ihr eignes Privatzimmer zu führen, wo wir ihre vortreffliche Kost in Frieden und Ruhe verzehren konnten. Diese Gunst verdankten wir, glaube ich, einigen schlauen Kunstgriffen und ein paar Flüsterworten Saxons, der neben andern Künsten, die er sich auf seiner wechselvollen Laufbahn angeeignet, auch die verstand, mit dem schönen Geschlecht freundliche Beziehungen anzuknüpfen, ohne Rücksicht auf Alter, Aussehen und Charakter. Bei Vornehmen und Geringen, bei Kirchlichen oder Dissentern, bei Whig oder Tory, wenn sie nur einen Weiberrock trugen, gelang es unserm Freunde stets, sich durch seine gewandte Zunge und sein selbstbewußtes Wesen beliebt zu machen.

»Wir sind Eure dankbarlichst ergebenen Diener, Frau Wirtin,« sagte er, als der dampfende Braten und die Mehlspeise aufgetragen wurde. »Wir haben Euch Eures Zimmers beraubt. Wollt Ihr uns nicht die Ehre anthun, Euch zu uns zu setzen und unsre Mahlzeit zu teilen?«

»Ihr seid zu gütig, gnädiger Herr,« sagte die stattliche Dame, höchst geschmeichelt von dem Vorschlage. »Es kommt mir nicht zu, mit solchen Herren, wie ihr seid, zu Tische zu sitzen.«

»Die Schönheit hat Rechte, die von vornehmen Leuten und vor allem von Cavalieros des Schwertes immer und überall anerkannt werden,« rief Saxon und heftete seine schmalen glitzernden Augen bewundernd auf ihr rosiges Gesicht. »Nein, bei meiner Ehre, Ihr sollt uns nicht verlassen! Ich schließe die Thür zu. Wenn Ihr nicht mit uns essen wollt, sollt Ihr wenigstens einen Tropfen Alikante mit mir trinken.«

»Nein, nein, gnädiger Herr, das ist zu viel Ehre!« rief Frau Hobson und lächelte zimperlich, »Ich werde selbst in den Keller gehen und eine Flasche vom Besten heraufholen.«

»Bei Manneswort, das sollt Ihr nicht,« rief Saxon und sprang vom Sitz auf. »Wozu sind denn alle die höllisch faulen Aufwärter da, wenn Ihr Euch zu solchen niedrigen Dienstleistungen herablassen müßt!«

Damit führte er die Witwe zu einem Stuhl, schritt säbelklirrend in das Schenkzimmer, und wir konnten hören, wie er die Kellner schalt und heruntermachte als die bummligsten Halunken, welche die Nachsicht ihrer Herrin und deren unvergleichliche Herzensgüte mißbrauchten.

»Hier ist der Wein, schöne Frau,« sagte er, als er bald darauf zurückkehrte, in jeder Hand eine Flasche. »Laßt mich Euer Glas füllen. Ha, er fließt goldklar wie Prima-Auslese! Diese Schelme können ihre Beine ganz gut brauchen, wenn sie merken, daß ihnen ein Mann auf den Hacken ist.«

»Wenn es doch mehr solche gäbe!« sagte die Witwe und warf einen vielsagenden, schmachtenden Blick auf unsern Kameraden. »Auf Eure Gesundheit, mein Herr – auch auf die eurige, ihr jungen Herren,« fügte sie hinzu und nippte an ihrem Wein. »Auf ein schleuniges Ende des Aufstandes, denn nach eurer prächtigen Rüstung zu schließen, dient ihr doch dem Könige?«

»Wir reisen in seinen Angelegenheiter nach Westen,« sagte Ruben, »und haben alle Ursache zu hoffen, daß der Aufstand bald zu Ende sein wird.«

»Ach ja, ach ja, aber vorher wird's doch wohl Blutvergießen geben,« sagte sie kopfschüttelnd. »Es heißt ja, die Rebellen zählen schon an die siebentausend, und sollen gelobt haben, keinen Pardon zu nehmen und zu geben, die Mordgesellen, die! Ach, wie ein anständiger Mann sich nur mit solcher Blutarbeit abgeben kann, wenn er doch ein reinliches, ehrenhaftes Geschäft führen könnte – wie z. B. einen Gasthof halten, oder etwas ähnliches – das ist mehr als ich mit meinem einfältigen Verstande begreifen kann. Was ist es doch für ein andres Ding, ob ein Mann auf der kalten Erde liegt und nicht weiß, wie lange es dauert, bis er drei Fuß darunter ist, oder ob er seine Nächte auf einem warmen Federbett zubringt, und darunter vielleicht einen Keller hat, der reichlich mit Weinen versehen ist – gerade solchen, wie wir eben trinken.«

Sie warf Saxon wieder einen koketten Blick zu, während Ruben und ich uns unter dem Tisch anstießen.

»Die gegenwärtigen Kriegsläufte haben aber doch wohl Euer Geschäft gehoben, schöne Frau,« sagte Saxon.

»O ja, und zwar so wie es sich am besten bezahlt macht,« sagte sie. »Die paar Fässer Bier, die die gewöhnlichen Leute trinken, machen den Kohl nicht fett. Aber jetzt, wo die Statthalter der Grafschaften, die Offiziere, Bürgermeister und allerlei Edelleute herkommen, die wie ums liebe Leben straßauf, straßab jagen, da hab' ich in drei Tagen mehr kostbaren alten Wein verkauft, als sonst je in einem Kalendermonat. Solche Herrschaften, die trinken nicht Ale oder Branntwein, sondern Priniac, Languedoc, Tent, Muskateller, Chiante und Tokayer – keine Flasche unter einer halben Guinee.«

»So, wirklich!« meinte Saxon nachdenklich. »Ein behagliches Hauswesen und eine regelmäßige Einnahme.«

»Ach, wenn doch mein seliger Peter noch lebte und es mit mir teilen könnte!« sagte Frau Hobson, setzte ihr Glas hin und wischte sich mit einem Zipfel ihres Tuches die Augen. »Er war ein so guter Mann, Gott hab' ihn selig! Wenn er auch auf die Letzt' so breit und dick wurde, wie eine seiner eignen Biertonnen, das thut ja nichts, wenn nur das Herz auf dem rechten Fleck ist! Mein Gott, wenn ein Frauenzimmer immer warten wollte, bis ihr der in den Weg läuft, nach dem ihr der Sinn steht, da gäb's bald viel Jungfern und wenig Mütter im Land.«

»Darf man fragen, nach wem Euch der Sinn steht, beste Frau Wirtin?« fragte Ruben schelmisch.

»Nicht nach Fett, junger Mann,« antwortete sie schnippisch mit einem lustigen Blick auf unsern wohlgenährten Freund.

»Da hast du's, Ruben!« lachte ich.

»Ich möcht' keinen naseweisen jungen Springinsfeld haben,« fuhr sie fort, »sondern einen, der die Welt kennt und Erfahrung hat. Er müßte hochgewachsen sein und Sehnen haben wie Stahl, dazu müßte er redegewandt sein, um einem die Langeweile vertreiben und die Herrschaften unterhalten zu können, wenn sie 'ne Flasche Wein, anstechen. Auch müßte er was vom Geschäft verstehen, denn er hätte eine blühende Wirtschaft zu leiten, wo ihm das Jahr über wohl an die zweihundert Pfund durch die Hände gehn. Wenn Jane Hobson noch einmal zur Trau gehn sollte, dann könnt' es nur mit so 'nem Mann sein.«

Saxon hatte den Worten der Wirtin mit großer Aufmerksamkeit gelauscht und öffnete eben den Mund, um ihr zu antworten, als lautes Hin- und Herrennen draußen die Ankunft eines Reisenden verkündete. Unsre Wirtin trank ihren Wein aus und spitzte die Ohren, und als eine laute, befehlende Stimme im Flur erklang, die ein apartes Zimmer und eine Flasche Sekt forderte, erwies sich der Ruf der Pflicht stärker als ihre Privatgefühle, und sie machte sich mit einigen entschuldigenden Worten eilfertig davon, um den Ankömmling in Augenschein zu nehmen.

»Meiner Treu, Jungens!« sagte Decimus Saxon, sowie sie verschwunden war, »ihr seht, wie der Hase läuft! Ich bin halb und halb entschlossen, Monmouth – Monmouth sein zu lassen und mein Zelt in diesem stillen englischen Landstädtchen aufzuschlagen.«

»Euer Zelt!« rief Ruben; »na, es ist ein nettes Zelt, das im Keller solche Weine hat wie dieser, den wir hier trinken! Und was die Stille betrifft, o Erlauchtester, wenn Ihr Eure Residenz hier aufschlagt, dann will ich Euch dafür bürgen, daß die bald aufhört.«

»Ihr habt das Weibchen gesehen,« sagte Saxon, der seine Stirn in nachdenklich krause Falten gezogen hatte. »Sie ist nicht so übel. Man muß auch an die Zukunft denken. Zweihundert Pfund das Jahr findet man nicht alle Tage an der Landstraße. Es ist kein fürstliches Vermögen, aber immerhin etwas für einen alten Soldaten der Fortuna, der fünfunddreißig Feldzüge hinter sich hat und die Zeit kommen sieht, wo seine Beine im Geschirr steif werden. Was sagt unser gelehrter Flamänder? ›an mulier‹ – aber was in drei Teufels Namen ist nun los?«

Unsres Gefährten Ausruf war durch ein leichtes Geräusch hervorgerufen, das wie eine Art Ringen zweier Personen dicht vor der Thür klang, dann folgte ein halberstickter Ausruf: »O mein Herr!« und »Was sollen die Mägde davon denken?« Der Kampf endete damit, daß die Thür geöffnet wurde und unsre Frau Wirtin mit dunkelglühendem Gesicht eintrat, der ein nach der neuesten, extravagantesten Mode gekleideter schlanker junger Mann auf dem Fuße folgte.

»Nicht wahr,« sagte sie, »die geehrten Herrschaften haben nichts dagegen, daß der Herr Junker hier seinen Wein in diesem Zimmer mit ihnen trinkt? Alle die andern sind mit den Bürgersleuten und gewöhnlichem Volke überfüllt.«

»Meiner Treu, ich muß wohl oder übel mein eigner Ceremonienmeister sein,« sagte der Fremde, klemmte sein goldbetreßtes Barett unter den linken Arm, legte die Hand aufs Herz und machte eine Verbeugung, bei der seine Stirn beinah die Tischkante berührte. »Euer allerunterthänigster Diener, meine Herren, Sir Gervas Jerome, Bannerherr von Sr. Majestät Grafschaft Surrey und weiland custos rotulorumAktenbewahrer. des Kreises Beacham Ford.«

»Willkommen, Sir Gervas,« antwortete Ruben mit drolligem Augenzwinkern, »Ihr habt hier vor Euch Don Decimo Saxon von spanischem Adel, ferner Sir Micha Clarke und Sir Ruben Lockarby, beide von Sr. Majestät Grafschaft Hampshire.«

»Es gewährt mir eine freudige Genugthuung, und ich bin stolz darauf, die Bekanntschaft der Herren zu machen!« rief der Bannerherr mit tiefer Reverenz. »Aber was ist das hier für Wein auf dem Tisch? Alikante? Fi, fi – das ist ein Kindergetränk! Bringt mir einen guten Sekt, der viel Gehalt hat! Rotwein ist für die Jugend, sage ich immer, Sekt für das reifere Alter und gebranntes Wasser für Greise. Fliege, meine Süße, rege deine zierlichen Füßchen, denn bei Gott, meine Zunge ist trocken wie altes Leder! Alle Wetter, gestern abend habe ich doch ganz gehörig getrunken, aber es ist mir klar, ich kann nicht genug getrunken haben, denn als ich aufwachte, war ich so trocken wie eine Konkordanz.«

Saxon saß stumm am Tisch und warf dem Fremden aus seinen halbgeschlossenen funkelnden Augen so boshafte Blicke zu, daß ich schon Angst bekam, wir würden aufs neue eine Rauferei bekommen, wie damals in Salisbury, diesmal aber vielleicht mit einem unangenehmeren Abschluß. Endlich aber, nachdem sich sein Unwille über des jungen Fants leichte und ungenierte Galanterie gegen unsre Wirtin in ein paar gemurmelten Flüchen Luft gemacht hatte, zündete er sich sein unfehlbares Beruhigungsmittel bei Gemütserregungen – die lange Pfeife – an.

Ruben und ich beobachteten inzwischen unsern neuen Kumpan halb verwundert, halb belustigt; denn seine Erscheinung und sein ganzes Wesen war uns zu neu, um nicht das ungeteilte Interesse von ein paar unerfahrenen Jungen vom Lande, wie wir's waren, in Anspruch zu nehmen.

Ich habe schon gesagt, daß er äußerst modisch gekleidet war. Dieser Umstand fiel sofort ins Auge. Sein Gesicht war schmal und aristokratisch, mit einer markierten Nase, feinen Zügen und sorglos heiterem Ausdruck. Eine leichte Blässe auf den Wangen und dunkle Schatten unter den Augen, die Folgen einer anstrengenden Reise oder eines ausschweifenden Lebens, gaben seiner Erscheinung eine gewisse interessante Anmut. Seine weiße Perücke, sein sammtner, silberbesetzter Reitrock, seine lavendelfarbne Weste und rote Atlas-Kniehosen waren sämtlich nach dem stilvollsten Schnitt und Geschmack damaliger Zeit; wenn man aber näher zusah, bemerkte man wohl, daß alle diese Kleidungsstücke bessere Tage gekannt hatten. Abgesehen von dem Staube und den Flecken der Reise, konnte man hin und wieder ein Blankwerden oder ein Verschießen der Farbe darauf wahrnehmen, was weder mit der Kostbarkeit der Stoffe, noch dem Gebahren ihres Trägers so recht übereinstimmte. An einem Fuß zeigte der eine lange Reitstiefel einen klaffenden Riß, während am andern die große Zehe hervorguckte. Übrigens führte er einen schönen Stoßdegen mit silbernem Griff an der Seite und trug ein gefälteltes Batisthemd, das auch schon nicht mehr ganz frisch und nach damaliger galanter Mode vorn offen war. Während er sprach, stocherte er in seinen Zähnen herum, wodurch seine Art zu reden sehr wunderlich klang.

Während wir so an ihm herum studierten, lag er zurückgelehnt auf Frau Hobsons bestem seidebezogenem Sofa und kämmte behaglich seine Perücke mit einem zierlichen Elfenbeinkamm, den er einem kleinen, an seinem Schwertgurt befestigten Atlasbeutel entnommen hatte.

»Gott behüt einen vor den Landschenken!« bemerkte er. »Bauernlümmel in allen Zimmern, keine Spiegel, kein Jasminwasser und was man sonst noch notwendig braucht, wahrhaftig, man muß im gemeinsamen Wohnzimmer Toilette machen! Uh! Da reist es sich im Gebiet des Großmoguls nicht schlechter!«

»Wenn Ihr zu meinen Jahren gekommen sein werdet, junger Herr,« erwiderte Saxon, »werdet Ihr gelernt haben, ein behagliches ländliches Gasthaus nicht gering zu achten.«

»Wahrscheinlich, wahrscheinlich!« entgegnete der Stutzer mit nachlässigem heiterm Lachen. »Inzwischen, da ich eben noch in meinen Jahren bin, finde ich, daß die Heiden von Wiltshire und ein Gasthof in Bruton eine wenig erfreuliche Abwechselung nach dem Mall in London und der Kost bei Pontak oder dem Coka-Baum bieten. Doch bei Gott, da kommt der Sekt! Laß den Pfropfen knallen, meine schöne Hebe, und schicke uns ein Brett mit reinen Gläsern, denn diese Herren müssen mir die Ehre erweisen und mit mir trinken. Eine Prise gefällig, meine Herren? Ja, ja, seht euch nur die Dose an. Ein niedliches Ding, nicht wahr? Eine gewisse vornehme Dame, die aber ungenannt bleiben soll, hat es mir geschenkt; zwar, wenn ich sagte, daß ihr Titel mit einem H anfängt und ihr Name mit einem C – so würde ein Herr aus der Hofgesellschaft wohl mein Rätsel lösen können.«

Unsre Wirtin zog sich, nachdem sie die reinen Gläser gebracht hatte, zurück, und Decimus Saxon fand bald Gelegenheit, ihr zu folgen. Sir Gervas Jerome setzte indessen seine leichte, muntre Plauderei mit Ruben und mir fort, als ob wir alte Bekannte waren.

»Ich will mich hängen lassen, wenn ich euern Kameraden nicht weggegrault habe!« bemerkte er. »Oder ist's möglich, daß er errötend den Spuren der rundlichen Wirtin nachgegangen ist? Er sah freilich nicht besonders vergnügt aus, als ich sie vor der Thür geküßt hatte! Ich muß nun gestehn, ich versage diese Höflichkeit selten einem Wesen, das eine Haube trägt. Eures Freundes Erscheinung und Anstand scheint mir aber mehr nach Mars als nach Venus zu schmecken; freilich pflegen die Verehrer des Gottes auch meist mit der Göttin gut zu stehn. Ein kühner alter Soldat scheint er mir, nach seinem Gesicht und seinem Auftreten zu urteilen.«

»Ja, und einer, der im Ausland manchen Feldzug mitgemacht hat,« erwiderte ich.

»Hei, ihr habt Glück, in Gesellschaft eines so vollendeten Kavaliers in den Krieg ziehen zu dürfen! Denn ich nehme an, daß ihr in den Krieg zieht, ausgerüstet und bewaffnet, wie ihr seid!«

»Wir müssen allerdings nach Westen,« entgegnete ich mit einiger Zurückhaltung, denn in Saxons Abwesenheit mochte ich meiner Zunge nicht den Zügel schießen lassen.

»Und als was?« fuhr er ebenso fort. »Wollt ihr euren Kopf für König Jakobs Krone aufs Spiel setzen, oder wollt ihr auf gut Glück mit den Halunken aus Devon und Somerset dreinschlagen? Ich will keinen lebendigen Odem haben, wenn ich nicht ebenso gern mit dem Bauer wie mit dem König ginge – übrigens mit aller schuldigen Hochachtung vor euren Grundsätzen.«

»Ihr seid ein verwegener Mann,« sagte ich, »wenn Ihr Eure Meinungen in jeder Dorfkneipe so sorglos äußert. Wißt Ihr nicht, daß wenn ein Wort von dem, was Ihr eben sagtet, dem nächsten Friedensrichter ins Ohr gezischelt wird, Eure Freiheit, ja Euer Leben in Gefahr sein würde?«

»Aus Leben und Freiheit mache ich mir nicht mehr, als aus der Schale einer verfaulten Apfelsine!« rief unser neuer Bekannter und schlug mit Zeigefinger und Daumen ein Schnippchen. »Verbrannt will ich werden, wenn es mir nicht eine neue, interessante Empfindung verursachen würde, mit einem schwerfälligen Richter, dem noch das papistische Komplott im Magen liegt, einen lustigen Wortstreit zu haben und nachher in den Kerker geworfen zu werden, wie der Held in John Dryden's letztem Stück. Manch liebes Mal bin ich vom Wächter aufgegriffen und polizeilich verwahrt worden in den alten Tagen der Hawkubiten.So wurden im Jahre 1685 die Banden junger Wüstlinge genannt, welche die Straßen von London allnächtlich durchschwärmten. Das hier wäre aber entschieden dramatischer – mit Hochverrat, Block und Richtbeil im Hintergrunde!«

»Und Rad und Daumschrauben als Vorspiel,« sagte Ruben. »Das ist doch der sonderbarste Ehrgeiz, der mir je vorgekommen ist.«

»Abwechselung ist das halbe Leben,« rief Sir Gerwas und füllte seinen Becher. »Ein Glas auf das Mädchen, das uns von Herzen liebt, und noch eins auf das Herz, das die Mädchen liebt! Krieg, Wein und Weiber – was wäre die Welt ohne diese drei langweilig! Aber Ihr habt meine Frage noch nicht beantwortet!«

»Ich muß Euch gestehn, edler Herr,« sagte ich, »daß ich leider nicht eben so offen gegen Euch sein darf, wie Ihr es gegen uns gewesen seid ohne die Erlaubnis des Herrn, der vorhin das Zimmer verließ. Er ist unser Anführer. Die kurze Bekanntschaft mit Euch war ja sehr angenehm, aber die Zeiten sind gefahrvoll, und eine voreilige Vertraulichkeit kann leicht zu beklagenswerten Folgen führen.«

»Ein Daniel kommt zu richten!« rief unser neuer Bekannter. »Was für altkluge Worte aus so jugendlichem Munde! Ihr seid, wett' ich, fünf Jahre jünger als ich lustiger Vogel, und Ihr redet wie die sieben Weisen Griechenlands. Willst mich zum Kammerdiener?«

»Kammerdiener!« rief ich erstaunt.

»Ja, ja, ein Kammerdiener, ein Bedienter. Ich habe mich so lange bedienen lassen, daß ich jetzt recht wohl auch 'mal dienen kann, und einen Herrn, der mir besser anstünde, finde ich so leicht nicht wieder. Bei Gott! da ich mich um eine Stelle bewerbe, muß ich natürlich ein Sittenzeugnis beibringen und meine Eigenschaften aufzählen. Meine Kerls thaten das bei mir auch immer, obgleich ich, offen gestanden, eigentlich nie danach hinhörte. Ehrlich – das kann ich unterstreichen. Zuverlässig – nun so leidlich. Nüchtern –, Ananias selbst dürfte mich kaum dafür ausgeben. Gesetzt – hm! ungefähr so sehr wie Garraways Wetterhahn! Zum Henker, Mensch, ich bin gepfropft voll guter Vorsätze, aber ein blinkendes Glas und ein schelmisches Auge lenkt mich ab, wie die Seeleute von der Magnetnadel sagen. Das wären meine schwachen Seiten. Jetzt laßt sehn, was ich für Befähigungen und Fertigkeiten aufweisen kann. Feste Nerven – außer wenn ich meinen Katzenjammer habe, – und ein fröhliches Herz; – das kann ich zweimal unterstreichen. Ich kann Sarabande, Menuett und Corranto tanzen, fechten, reiten und französische Chansons singen. Lieber Gott! wo hat man je einen Kammerdiener solche Fertigkeiten von sich rühmen hören? Ich bin der beste Piketspieler in London. Sir John Etherege hat mir wenigstens das Zeugnis gegeben, als ich ihm ein rundes Tausend beim Groom Parter abgewann. Was kann ich denn nur noch zu meinen Gunsten anführen? Ei, traun, ich kann einen Punsch brauen und ein gepfeffertes Huhn schmoren. 's ist nicht viel, aber das mache ich gut.«

»Wahrhaftig, Sir Gervas,« sagte ich lächelnd, »ich kann mir kaum denken, daß Eure Künste uns gerade jetzt von großem Nutzen sein könnten. Aber Ihr scherzt auch nur, wenn Ihr davon redet, daß Ihr zu einer solchen Stellung herabsteigen wollt.«

»Nicht im geringsten, nicht im geringsten!« entgegnete er eifrig, »›Zu so geringer Stellung kommen wir herab,‹ wie Will Shakespeare sagt. Möchtet Ihr nicht sagen können, Ihr hättet in Euren Diensten Sir Gervas Jerome, Ritter, Bannerherr und alleinigen Eigentümer von Beacham Ford Park mit einem jährlichen Einkommen von viertausend Pfund Sterling? Jetzt wird er ausgeboten und demjenigen Bieter zugesprochen, der ihm am besten gefällt. Sprecht das Wort aus, und wir wollen den Handel mit einer Flasche Sekt begießen.«

»Aber wenn Ihr wirklich Eigentümer einer so schönen Besitzung seid, warum laßt Ihr Euch denn zu einer so niederen Beschäftigung herab?« fragte ich.

»Die Juden, die Juden, mein überschlauer und doch so schwer begreifender Herr! Die zehn Stämme sind über mich gekommen und haben mich geplündert und zu Grunde gerichtet, gebunden, beraubt und entblößt. Agag, der Amalekiterkönig, war nicht vollständiger in den Händen des auserwählten Volkes, als ich, mit dem einzigen Unterschiede, daß sie mein Gut in Stücken gehauen haben, anstatt mich in höchsteigner Person.«

»So habt Ihr also alles verloren?« fragte Ruben und riß die Augen weit auf.

»Ei nun – nicht alles – durchaus nicht alles!« antwortete er mit lustigem Lachen. »Ich besitze noch einen goldnen Jakobus, und ein paar Guineen in meiner Börse. Das reicht wohl noch für ein paar Flaschen oder auch noch etwas weiter. Dann hab' ich mein Rapier mit silbernem Gefäß, meine Ringe, die goldne Tabaksdose und meine Uhr – sie ist von Tompion im Gewölbe zu den Drei Kronen. Sie hat ein rundes Hundert gekostet, dafür steh' ich. Dann sind hier noch Reste einer einst glänzenden Garderobe, die Ihr an mir sehen könnt, obgleich sie anfangen, so abgetragen und schäbig auszusehn wie die Tugend eines Kammerkätzchens. Dieser Beutel enthält überdies Mittel, um mir die Feinheit und Eleganz zu bewahren, in der – das darf ich ohne Selbstruhm sagen – kein andrer Kavalier in St. James Park es mir zuvor gethan hat. Hier ist eine französische Schere, eine Augenbrauenbürste, eine Zahnstocherdose, eine Schönpflasterschachtel, ein Puderbeutel, Kamm, Puderquast und ein Paar Schuhe mit roten Hacken. Was kann sich ein Mann mehr wünschen? Zu diesem allen noch eine durstige Kehle, ein fröhliches Herz, eine willige Hand, das ist mein Besitzstand!«

Bei der Herzählung dieser merkwürdigen, aus dem Schiffbruch seines Vermögens geretteten Besitztümer, konnten Ruben und ich uns nicht mehr halten und fingen laut an zu lachen. Aber auch Sir Gervas selbst schien sein eignes Mißgeschick dermaßen zu kitzeln, daß er in den höchsten Fisteltönen in unser Gelächter einstimmte, bis das ganze Haus von seiner Lustigkeit wiederhallte.

»Potz Meß' und Rosenkranz,« rief er endlich, »von meinem ganzen Wohlstand hab' ich nie so viel ehrliches Vergnügen gehabt, wie mir sein Verlust verursacht hat! Füllt eure Gläser!«

»Wir wollen heut abend noch eine gute Strecke reisen, da dürfen wir nicht mehr trinken,« bemerkte ich, denn ich überlegte bei mir, daß es für zwei an Nüchternheit gewöhnte Buben vom Dorf gefährlich werden konnte, mit einem erfahrenen Zecher Schritt zu halten.

»So,« sagte er erstaunt, »ich hätte geglaubt, das würde eine raison de plus sein, wie die Franzosen sagen. Hoffentlich kommt euer langbeiniger Freund zurück – selbst wenn er beabsichtigen sollte, mir wegen meiner Aufmerksamkeit gegen die Witwe den Bauch aufzuschlitzen. Das ist nicht der Mann, der den Saft der Reben scheut, dafür steh' ich. Verdammt sei der Staub von Wiltshire, der an meiner Perücke klebt!«

»Bis mein Kamerad zurückkommt, Sir Gervas,« sagte ich, »könntet Ihr uns erzählen – da Euch der Gegenstand ja nicht peinlich zu sein scheint – wie es kam, daß Ihr in diese Not gerietet, die Ihr mit so philosophischem Gleichmut ertragt.«

»Die alte Geschichte!« antwortete er und schnellte ein paar Schnupftabakskörnchen mit seinem spitzenbesetzten Batisttaschentuch hinweg. »Die alte, alte Geschichte! Mein Vater, ein guter, leichtlebiger Landedelmann, der vermutlich fand, daß sein Geldbeutel zu voll gespickt sei, brachte mich früh nach der Hauptstadt, um einen Mann aus mir zu machen. Schon als Knabe wurde ich bei Hofe vorgestellt, und da ich ein schlankes, behendes Bürschchen mit naseweiser Zunge und dreistem Wesen war, fiel ich der Königin auf, die mich zu ihrem Pagen machte. Diesen Posten hatte ich inne, bis ich ihm entwuchs. Danach ging ich aufs Land, aber bei Gott! das war nicht zum Aushalten. Beacham Ford Park war so langweilig wie ein Kloster, nach dem Leben, das ich bei Hofe geführt hatte. Ich kehrte also nach London zurück und lebte mit lustigen Kumpanen, wie Tommy Lawson, Mylord Halifax, Sir Jasper Lemark, dem kleinen Geordie Chichester, ja und dem alten Sidney Godolphin, dem Oberschatzmeister! Trotz der förmlichen Manieren und langatmigen Budgets des letztern, konnte er mit dem besten unter uns um die Wette seinen Becher leeren, und war so eifrig bei einem Hahnenkampf, wie bei einer amtlichen Sitzung. Nun, es war ein Heidenspaß, so lang es dauerte, und ich will mich hängen lassen, wenn ich nicht wieder von vorn anfinge, wenn ich's noch einmal dazu hätte! Es ist aber freilich damit, als ob man ein mit Fett beschmiertes Brett hinabglitschte. Zuerst geht's noch ziemlich langsam, und man denkt, man könne immer noch anhalten, aber dann geht's schneller und schneller, bis man schließlich mit einem großen Krach unten an den Felsen des Ruins auffährt.«

»Und habt Ihr wirklich Eure ganzen viertausend Pfund jährlich durchgebracht?« rief ich aus.

»Potz Blitz, Mensch! Ihr redet, als wäre diese Lappalie die Schatzkammer Indiens! Was denkt Ihr? Von Ormond und Buckingham an mit ihren zwanzigtausend, bis auf Dicky Talbot, den Prahlhans, war auch nicht einer unter meinen Bekannten, der nicht mindestens das doppelte gehabt hatte. Ich aber mußte doch auch meine vierspännige Equipage haben, mein eignes Haus in der Stadt, meine Livreebedienten, und einen anständigen Marstall. Um die Mode mitzumachen, mußte ich mir auch meinen Dichter halten und ihm für eine Widmung eine Handvoll Guineen hinwerfen. Der arme Teufel, der wird mich vermissen! Ich will jede Wette darauf eingehen, als er entdeckte, daß ich weg war, wurde ihm das Herz so schwer wie seine Versfüße, obgleich es immer sein kann, daß er seitdem durch eine Satire auf mich ein paar Guineen verdient hat. Sie würde unter meinen Freunden gewiß reißenden Absatz gefunden haben. Bei Gott! ich möchte wissen, wie es wohl mit meinen Levers steht, und an wen sich meine Speichellecker und Bittsteller jetzt festgesogen haben mögen. Jeden Morgen, den Gott werden ließ, erschienen sie bei mir. Da war der französische Kuppler, der englische Preisfechter, der hungernde Litterat, der verkannte Erfinder – ich glaubte damals, ich würde die Gesellschaft nie los werden, aber es ist wahr, jetzt habe ich sie mir gründlich abgeschüttelt. Wenn der Honigtopf kaput ist, sagen die Fliegen Gutnacht!«

»Und was thaten Eure edlen Freunde?« fragte ich, »Hat Euch keiner von ihnen in der Not beigestanden?«

»Ei, ich kann mich nicht beklagen!« rief Sir Gervas aus. »Es waren meist herzlich brave Jungens. Sie hätten ihren Namen mit Freuden unter meine Wechsel gesetzt, so lang ihre Finger noch die Feder halten konnten, aber ich will gespießt werden, wenn ich meine eignen Kameraden zur Ader lassen mag. Sie würden mir auch eine Anstellung verschafft haben, wenn ich hätte die zweite Geige spielen mögen, wo ich sonst den Ton angab. Übrigens gilt's mir bei meiner Ehre gleich, was ich vornehme hier, wo ich fremd bin, aber in London will ich in gutem Andenken bleiben.«

»Davon, daß Ihr bei mir Kammerdiener werdet, wie Ihr vorhin vorschlugt, kann aber nicht die Rede sein,« sagte ich. »Wir sind, trotzdem was mein Freund Euch vorräuberte, nur ganz einfache Burschen vom Lande und brauchen einen Kammerdiener ebensowenig wie solchen Poeten, von dem Ihr vorhin sprachet. Wenn Ihr sonst aber Lust habt, Euch uns anzuschließen, so sollt Ihr schon einen Dienst finden, der Euch besser anstehen wird, als Perücken kräuseln und Augenbrauen bürsten!«

»Na, na, mein Freund! sprecht nicht mit unziemlicher Leichtfertigkeit von den Mysterien der Toilette!« rief er, »Ihr selbst würdet unzweifelhaft gewinnen, wenn Ihr in einige Berührung mit meinem Elfenbeinkamm kämet und nähere Bekanntschaft mit dem berühmten hautreinigenden Waschwasser von Murphy machtet, das ich gewöhnlich für mich benutze.«

»Sehr verbunden, edler Herr,« sagte Ruben, »aber das berühmte hautreinigende Quellwasser reicht zu dem Zweck vollkommen aus.«

»Und Mutter Natur hat mir dazu eine eigne Perücke aufgesetzt, die ich nur ungern gegen eine andre vertauschen würde,« entgegnete ich.

»Vandalen! die reinen Vandalen!« rief der Stutzer, und erhob entsetzt die weißen Hände zum Himmel. »Aber da kommt ein schwerer, spornklirrender Schritt den Gang draußen herauf. 's ist unser Freund, der Ritter von der zornigen Gestalt, wenn ich nicht irre.«

Es war wirklich Saxon, der rasch ins Zimmer trat, um uns zu sagen, daß die Pferde vor der Thür und alles zum Aufbruch bereit sei.

Ich nahm ihn beiseite und teilte ihm flüsternd mit, was sich zwischen dem Fremden und uns zugetragen, und zugleich auch, was mich bewogen hatte, ihn aufzufordern, sich uns anzuschließen. Der alte Soldat zog die Stirn kraus.

»Was hilft uns solch ein Grasaff?« sagte er. »Wir haben hartes Brot und härtere Schläge vor uns. Dazu taugt er nicht.«

»Ihr habt selbst gesagt, daß es Monmouth an Reitern mangeln wird,« antwortete ich. »Hier haben wir einen vollständig ausgerüsteten Kavalier, der allem Anschein nach ein verzweifelter Mann und zu allem bereit ist. Warum sollten wir ihn nicht anwerben?«

»Ich fürchte nur,« sagte Saxon, »daß er wie die Kleie in einem eleganten Kissen ist, die nur Wert hat durch das, worin sie steckt. Indessen, am Ende ist's doch nicht so ohne mit ihm. Sein Name wird ihm im Lager willkommenen Eingang verschaffen, denn nach dem, was man so hört, scheinen sie doch ein wenig verschnupft zu sein, daß der Adel sich dem Unternehmen so ganz fern hält.«

»Ich hatte schon gefürchtet,« bemerkte ich, noch immer flüsternd, »daß wir im Begriff standen, hier im Gasthof von Bruton einen der Unsrigen zu verlieren, anstatt einen zu gewinnen.«

»Ich habe mich eines Besseren besonnen,« erwiderte Saxon lächelnd. »Na, ich erzähl's Euch ein andermal. Nun, Sir Gervas Jerome,« fügte er laut hinzu und wandte sich unserm neuen Genossen zu, »ich höre, Ihr wollt uns begleiten. Ihr müßt es aber zufrieden sein, uns den ersten Tag zu folgen, ohne zu fragen oder eine Bemerkung zu machen. Geht Ihr darauf ein?«

»Von ganzem Herzen,« rief Sir Gervas.

»So trink' ich dies Glas auf nähere Bekanntschaft!« rief Saxon und hob seinen Becher empor.

»Ich thu' euch allen Bescheid,« entgegnete der junge Fant. »Hier also, – auf ehrlichen Kampf, und dem Besten der Sieg!«

»Donnerblitz, Mensch!« rief Saxon. »Jetzt fang' ich doch an zu glauben, es steckt was in Euch, trotz Eures bunten Gefieders. Ihr gefallt mir. Reicht mir die Hand!«

Des Glücksritters große, braune Faust umschloß die zarte Hand unsres neuen Freundes als Unterpfand treuer Kameradschaft. Darauf bezahlten wir unsre Rechnung, sagten unsrer Frau Wirtin, die, als wir herauskamen, Saxon einen erwartungs- und vorwurfsvollen Blick zuwarf, ein herzliches Lebewohl, schwangen uns in den Sattel und ritten durch einen Haufen gaffender Dorfjugend, die kräftig Hurra schrie, hindurch, immer weiter dem Ziel unsrer Reise zu.

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