Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Brandes >

Menschen und Werke

Georg Brandes: Menschen und Werke - Kapitel 2
Quellenangabe
typeessay
authorGeorg Brandes
titleMenschen und Werke
publisherLiterarische Anstalt Rütten & Loening
year1894
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150819
projectidbf9df96b
Schließen

Navigation:

Vorwort.

Es ist eben zwölf Jahre her, dass ich dem deutschen Publikum eine Sammlung Essays vorlegte. Sie hat Leser gefunden und ist in neuer, jetzt wieder ausverkaufter Ausgabe erschienen. Ich war damals in Berlin wohnhaft und war bemüht, was ich schrieb, in die deutsche Sprache zu überführen.

Seitdem hat meine Wirksamkeit auf's Neue ihren Mittelpunkt in Kopenhagen gehabt; sie ist auf die Verhältnisse im skandinavischen Norden gerichtet gewesen und ich habe mit einem nordischen Publikum vor Augen geschrieben. Nur ein sehr geringer Theil von dem, was ich in dieser Reihe von Jahren hervorgebracht habe, ist in's Deutsche übertragen worden, und die Mehrzahl der Bücher, die, mit meinem Namen versehen, in Deutschland erschienen, wurden – weil es zwischen Dänemark und Deutschland keine litterarische Konvention giebt – ohne meine Zustimmung und gegen meinen Willen als Uebersetzungen alter, vor zehn oder fünfzehn Jahren umgearbeiteter Entwürfe herausgegeben.

Der Umfang meiner Lebensarbeit und meiner Bestrebungen ist deshalb nothwendigerweise der deutschen Lesewelt unbekannt. Was für das Publikum kleinerer Staatsgesellschaften geschrieben ist, braucht viele, nicht zu erwartende, Voraussetzungen oder auch viele, ermüdende, Erklärungen, um von einem anders erzogenen, anders interessirten Publikum verstanden zu werden.

Ich habe unter meinen kürzeren Arbeiten eine kleine Auswahl getroffen, von der es mir vorkam, dass sie vielleicht ein allgemein europäisch gebildetes Publikum am ehesten interessiren könnte.

Eines Gastes, der sich nur selten zum Besuch wagt, wird der Hausherr nicht leicht überdrüssig. Ein Essayist, der sich nur ein Mal alle zwölf Jahre einfindet, kann wenigstens nicht der Zudringlichkeit beschuldigt werden.

Kopenhagen, im September 1893.
G. B.

 << Kapitel 1  Kapitel 3 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.