Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Kretzer >

Meister Timpe

Max Kretzer: Meister Timpe - Kapitel 5
Quellenangabe
pfad/kretzer/timpe/timpe.xml
typefiction
authorMax Kretzer
titleMeister Timpe
publisherPhilipp Reclam Jr.
year1976
firstpub1888
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20120416
Schließen

Navigation:

V.
Fräulein Emma

Eine Woche später, man schrieb den 4. Mai, befand sich Franz in der Laube des Gärtchens, wo er allein sein Essen einnahm. Der Flieder stand in voller Blüte. Knospe auf Knospe hatte sich aufgetan, und eine seltene Wärme der Luft ließ die Pracht des nahenden Sommers ahnen. Die Drehbänke standen bereits still, friedliches Schweigen herrschte in dem Häuschen. Sieben Uhr war kaum vorüber, der Himmel hell und durchsichtig, so daß dem Blick eine weite Aussicht gestattet wurde.

Die Mauer zeigte noch immer ihre klaffende Öffnung, denn es war nun fraglich geworden, ob man sie nicht ganz niederlegen solle, um eine elegante, architektonisch verschönerte an ihre Stelle zu setzen.

Da Meister Timpe auf eine Stunde seine alte Stammkneipe, drüben auf der anderen Seite der Straße (Vater Jamraths Weißbier war im ganzen Viertel berühmt), aufgesucht hatte, so war in Franz die alte Lust erwacht, die seit Jahren in ihm nicht mehr rege werden durfte: dem Nachbargrundstück einen Besuch abzustatten. Er hielt diesen Gang heute nicht mehr für so gefährlich wie früher; ja glaubte sogar berechtigt zu sein, sich an Ort und Stelle von der beginnenden Umwandlung des Parkes überzeugen zu dürfen. Sollte doch auch er dereinst seine Tätigkeit auf dem feindlichen Gebiete fortsetzen.

Er war eben im Begriff, sich zu erheben, als eine helle Mädchenstimme ganz in der Nähe laut und vernehmlich sagte:

»Papa Timpes Haus sieht immer noch so häßlich aus wie früher.«

Als die Sprecherin, die sich in dem Durchbruch der Mauer wie in einem Rahmen präsentierte, den jungen Mann erblickte, zog sie verlegen den Kopf zurück; Franz aber, bereits außerordentlich geübt in Galanterien Damen gegenüber, lüftete sehr höflich den Hut und gebrauchte einige zuvorkommende Redensarten, die ihre Wirkung nicht verfehlten; denn alsbald zeigten sich die Locken wieder, und dieselbe Stimme sagte:

»Ach, Sie sind's, Herr Timpe! Man kennt Sie gar nicht mehr wieder ...«

Es war Fräulein Emma Kirchberg, die jüngste Tochter der jetzigen Frau Urban, ein schlank gewachsenes Mädchen von nahezu siebzehn Jahren, das sich noch in der körperlichen Entwickelung befand und etwas zu groß geratene Hände besaß, die ihren größten Kummer bildeten und welche sie daher sowenig als möglich zu zeigen versuchte. Ihr längliches, gesund aussehendes Gesicht enthielt regelmäßige Züge, deren Harmonie nur durch einen etwas breiten Mund, der beim Lachen zwei Reihen gesunder Zähne zeigte (und das geschah oft, denn sie lachte gern), gestört wurde. Dafür entschädigten ein paar große, schwärmerisch blickende Augen, die sehr keck in die Welt blickten und zeitweise die Starrheit von zwei durchsichtigen Wassertropfen annahmen, auf welche das Grün der Bäume seinen Reflex wirft. Das rötlich blonde Haar fiel in Ringeln über die Schulter und verlieh dem Antlitz den Schimmer von gefärbtem Alabaster.

Sie war nicht allein; eine Freundin, Therese Ramm, die etwas kränklich aussehende Tochter eines Dachpappenfabrikanten aus der Köpnickerstraße, war bei ihr. Therese stand in gleichem Alter mit Emma und war deren stete Gesellschafterin, soweit sich das mit der Zeit und den Umständen vertrug. Da sie hinter der Mauer stand, so blieb sie Franzen noch verborgen, der sie seit jener Zeit kannte, als an Stelle der Mauer das kleine Zäunchen stand und er ein guter Spielkamerad der Mädchen war.

»Ja, damals!« dachte er in diesem Augenblick mit dem Großvater. Jene Tage tauchten vor seinem Geiste auf: wo er mit dem jetzt so großen Fräulein Emma als Kind Hand in Hand den Nachbargarten durchtollte, sie verwegen auf seine Arme nahm und die Drohung ausstieß, sie in den Wassergraben zu werfen, falls sie ihr lautes Rufen nach der Mutter nicht lassen würde. Allerlei phantasiereiche Ausgeburten seines Gehirns schlossen sich dem an: er würde sie des Nachts aus ihrem Bette rauben und in ein dunkles Gewölbe werfen lassen, wo sie bei Wasser und Brot so lange sitzen müsse, bis sie alt und grau geworden sei und kein Mensch mehr sie zur Frau haben wolle. Die kleine, magere Emma fing dann an, bitterlich zu weinen, und bat ihn, seinen fürchterlichen Plan nicht auszuführen. Sie wolle auch ganz artig sein und sich von ihm durch den Garten tragen lassen. Und nun stand dieses kleine, zierliche Ding von damals als furchtlose, elegant gekleidete Dame vor ihm und redete ihn mit »Herr Timpe« an. Was die Jahre und die Entfremdung doch alles zuwege bringen!

Fräulein Emma hatte sechs Jahre bei einer Tante auf dem Lande zugebracht, da ihre Mutter von jeher für ihren schwächlichen Körper gefürchtet hatte und es eines Tages für nötig fand, dem Verlangen des Arztes nach einem Ortswechsel nachzugeben. Im vergangenen Winter war das Mädchen wieder nach Berlin zurückgekehrt, um von nun an inmitten der Familie zu verweilen. Die ganze Nachbarschaft hatte ihre Größe angestaunt und sich über die ländlichen Manieren gewundert, die sie sich angeeignet hatte. Ihre beiden älteren Schwestern aber fanden alle Augenblicke Veranlassung, sich über sie zu ärgern und ihren trockenen Humor, mit dem sie sich über alles lustig machte, und mehr noch ihre Ungeniertheit im Gespräche zu bemängeln und unausstehlich zu finden. Binnen wenigen Monaten war sie zum Enfant terrible geworden, das schließlich anfing, eine gewisse Ausnahmestellung im Hause einzunehmen. Therese Ramm allein erklärte sie für entzückend, denn sie fand mannigfache Berührungspunkte mit ihrer Freundin, da sie als einziges Mädchen unter fünf Brüdern sehr zu leiden hatte; außerdem fühlte sie sich in ihrem ganzen Denken und Trachten innig mit Emma verwandt, zumal dieselbe trotz ihrer Fehler eine große Herzensgüte besaß, die in der Schlichtheit, mit der sie zutage trat, doppelt für sie einnahm.

Fräulein Kirchberg hatte kaum Franz erblickt und begrüßt, als sie erklärlicherweise von denselben alten Erinnerungen heimgesucht wurde; und da sie die Empfindung hatte, als müsse sie ihrem vorlauten Gruße etwas hinzufügen, um nicht in Verlegenheit zu geraten, so sagte sie sehr lustig:

»Bitte, zeigen Sie mir doch einmal das unterirdische Burgverlies, in das Sie mich früher zu werfen drohten, wenn ich Ihnen nicht parieren wollte. Entsinnen Sie sich noch, Herr Timpe?«

»Ich habe im Augenblick daran gedacht, mein Fräulein, und freue mich, daß Sie mich bei unserer ersten Begegnung auf etwas aufmerksam machen, wofür ich nachträglich vielmals um Verzeihung bitten muß. Aber ich war damals ein sehr ungezogener Junge, wie das oftmals in solchem Alter vorkommen soll.«

»Und jetzt sind wir beide sehr vernünftig geworden, wenigstens Sie, wie es scheint, denn von mir will man das durchaus nicht behaupten. Schwester Bertha nennt mich eine lose Range, wenn ich das Gebaren meines Hauslehrers in Uxfeld, des spindeldürren Kandidaten Knothe, nachahme; und Schwester Alwine besitzt die große Freundlichkeit, sehr anzügliche Redensarten von einer Landpomeranze fallenzulassen, falls ich einmal die Verwegenheit besitze, bei Tisch in Gegenwart von Gästen gewisse Schicklichkeiten nicht zu beobachten, die mir sehr albern vorkommen ... Aber es ist so, wie Tante Julie zu sagen pflegt: Wir sind allzumal Sünder.«

Die Stimmung wurde durch diese im größten Übermute gesprochenen Worte eine so anheimelnde, daß die beiden jungen Leute sich plötzlich so vertraut wie früher vorkamen und sozusagen zwischen Tür und Angel eine launige Plauderei begannen, in der eine Erinnerung die andere jagte. Franz mußte von seinen Angehörigen erzählen: Ob der Großvater noch lebe und seine alte Bärbeißigkeit beibehalten habe; ob Herr Beyer noch seinen alten Platz da links am Fenster innehabe und das alte traurige Gesicht beim Drechseln mache; ob der kleine, dicke Geselle aus Sachsen immer noch viel Wurst und Käse esse; ob die Tauben noch lebten und ob man noch immer auf den Lindenbaum steige, um neugierige Blicke über die Mauer zu werfen? Und so weiter.

Alles das wurde sehr schnell hintereinander gefragt, und als die Neugierde erschöpft war, sagte Emma plötzlich:

»Steigen Sie doch hier durch und kommen Sie in unseren Garten. Es ist mir durchaus nicht angenehm, mich fortwährend um Ihretwegen bücken zu müssen. Es ist niemand weiter hier als Fräulein Therese Ramm, ein liebes, gutes Schäfchen, das keinem Menschen etwas zuleide tut ... Ich stelle sie Ihnen hiermit feierlichst vor.«

Jetzt erst erblickte Franz die andere junge Dame und zog zum zweiten Male sehr tief seinen Hut. Eine Weile zögerte er, der Aufforderung Folge zu leisten; dann aber siegte seine Abenteuerlust und die alte Neugierde. Nach einigen landläufigen Redensarten, aus welchen die Worte »Dank«, »große Ehre«, »liebenswürdige Einladung« vernehmbar waren, trat er näher und schlüpfte durch die Öffnung.

Oben am geöffneten Dachfenster zeigte sich das weiße Haupt des Großvaters. Vor wenigen Minuten war er erschienen und hatte einen Teil des Gespräches mit angehört. Ingrimmig darüber, niemanden in seiner Nähe zu haben, den er seinen Hader mit der Welt fühlen lassen konnte, stieß er kräftig mit dem Stock auf die Diele und murmelte halblaut vor sich hin: »Der und die Sippe da drüben, die passen zusammen. Die werden uns einen Brei einrühren, von dem wir zeit unsers Lebens essen können, ohne satt zu werden. Dieser Bursche, dieser Überläufer!« ... Die Faust ballte sich, und das Fenster wurde unsanft zugeschlagen.

Jenseits der Mauer schritt Franz neben den beiden Mädchen langsam dahin. Zuerst war er sehr zerstreut und gab verkehrte Antworten auf die Fragen Emmas, denn sein Interesse wurde durch die Umgebung in Anspruch genommen. An einzelnen Stellen hatte man bereits Erde aufgeworfen, um den Grund und Boden zu prüfen. Meßschnüre waren ausgespannt, eine Arbeitsbude zeigte sich. In der Nähe der Mauer zeugte entwurzeltes Strauchwerk von dem Ernste, mit dem man die Neugestaltung zu beginnen gedachte. Alles deutete darauf hin, daß demnächst hundert rührige Hände ihre Arbeit beginnen würden, um das, was hier stand und die Allmacht der Natur verkündete, dem Boden gleichzumachen.

Als Franz stehenblieb und sich eine darauf bezügliche Bemerkung erlaubte, zeigte Emma ein sehr trauriges Gesicht, in dem sich der Ernst allerdings etwas komisch ausnahm. Da sie aber ihren Groll nicht zu unterdrücken vermochte und schon längst die Gelegenheit herbeigesehnt hatte, ihrem Unmut über die neuesten Wandlungen der Dinge einmal gründlich Luft zu machen, so ließ sie nun den Worten des Ärgers freien Lauf.

Vorerst gestand sie ein, nicht zu begreifen, wie ihre Mama, die sie so sehr liebe und welche sie immer für außerordentlich vernünftig gehalten habe, es über sich habe gewinnen können, auf ihre alten Tage noch einmal zu heiraten; und obendrein einen so häßlichen, wenig sympathischen Menschen, wie Herr Urban es sei! Dann sah sie sich zu der Erklärung genötigt, daß sie niemals ihren Stiefvater als solchen anerkennen werde und sich vorgenommen habe, allen Ernstes Barmherzige Schwester zu werden, falls Herr Urban es jemals wagen sollte, irgendwelche väterlichen Rechte über sie ausüben zu wollen. Und zum Schluß brach sich der ganze Jammer ihrer Mädchenseele über die Verwüstung im Parke Bahn.

»Ich werde es Maman niemals verzeihen können, daß sie den Namen meines Vaters einem Vandalen geopfert hat, der keinen Respekt vor dem Allerheiligsten und keinen Sinn für Natur hat. Alle Menschen haben uns um diesen schönen Garten inmitten der Stadt beneidet, Mama hat oft beteuert, sie werde ihn niemals veräußern, und nun soll hier alles wie Kraut und Rüben ausgerissen werden. Es ist einfach schändlich!«

Sie ballte die Hände, die Lippen zuckten, und ihre Augen wurden feucht, so daß Therese ganz ergriffen wurde, ihren Arm um Emmas Taille legte und Neigung zeigte, sich aus alter Anhänglichkeit demselben Schmerze hinzugeben. Um ihr Mitgefühl zu beweisen, drückte sie das Taschentuch mehrmals gegen das Antlitz.

Franzens Sinn für Romantik war niemals bedeutend ausgeprägt gewesen. Seitdem er sich dem Kaufmannsstande widmete, suchte er eine gewisse Force darin, über alles äußerst nüchtern und praktisch zu denken und bei jeder Gelegenheit seinen Zynismus hervorzukehren. Er fand daher das Gebaren der beiden Mädchen äußerst komisch, lachte und sagte sehr altklug:

»Das verstehen Sie beide nicht, meine Damen.«

Er machte eine Pause der Überlegenheit, beschäftigte sich einige Augenblicke mit den Spitzen seiner ersten Manneswürde über der Oberlippe, ordnete dann mit einer ebenso schnellen als koketten Handbewegung den Zipfel des weißen Taschentuches, der aus der äußeren Brusttasche ragte, zupfte den Rock mehrmals glatt, drückte beim Gehen zu gleicher Zeit die Brust und die Knie heraus und wendete sich dann direkt an Fräulein Kirchberg, und zwar mit einem Tone, der nur zu deutlich sein Bestreben kennzeichnete, bereits für einen erfahrenen Mann zu gelten, der die Welt nach allen Richtungen hin kennt. So sagte er denn mit Würde:

»Seien Sie versichert, Fräulein Kirchberg, daß ich Ihren gerechten Schmerz zu würdigen weiß. Jedoch dürfen ›wir‹ nicht vergessen, daß der Kaufmann die Welt regiert und daß er nur mit dem Verstande rechnet. Die Sentimentalität müssen ›wir‹, die ›wir‹ uns daran gewöhnt haben, den Nutzen einer Sache nur vom praktischen Standpunkte aus zu beurteilen, allen denen überlassen, die niemals einen Begriff davon gehabt haben, daß die größten Dinge dieser Erde ihr Entstehen nur dem Handel zu verdanken haben. Die Zahl macht heute alles; nur wer rechnen kann, hat Aussicht, zu etwas zu kommen und sein Leben zu genießen. ›Wir‹ Kaufleute sind die eigentlichen Macher – Pardon, wenn ich mich zu sehr geschäftsmäßig ausgedrückt habe – ich wollte sagen, die einzigen Erlöser der bedrängten Menschheit. ›Wir‹ bauen mit unserem Gelde Leuchttürme, Paläste, ganze Städte, ›wir‹ geben der Armut Brot, ›wir‹ verhelfen den Bürgern zum Wohlstande, an ›uns‹ wenden sich Könige und Kaiser, wenn sie in Not sind und Geld gebrauchen. Ja, meine Damen, ›wir‹ Kaufleute regieren die Welt ...«

Er machte abermals eine Pause.

Die beiden Mädchen waren bei den rasch hintereinander herausgeschnarrten, mit Pathos gesprochenen Worten starr geworden und blickten mit dem Ausdruck unverhohlener Bewunderung auf ihren Begleiter. Emma konnte sich nicht enthalten zu sagen:

»Sie sind ja ein furchtbar großer Redner geworden, seitdem wir uns nicht gesehen haben, Herr Timpe.«

Und Therese drückte ihrer Begleiterin den Arm und flüsterte leise: »Ein netter Mensch, nicht wahr?«

Franz Timpe aber, geschmeichelt durch die Anerkennung Emmas und im Gefühle der großen Rolle, die er hier spielte, ordnete mit Zeigefinger und Daumen der rechten Hand abermals den Modezipfel der Brusttasche, spielte eine Weile mit den Glacehandschuhen, die er aus Rücksicht gegen die Damen hervorgelangt hatte, und fuhr fort:

»Herr Urban, Ihr Stiefvater, mag Ihnen persönlich nicht gefallen, mein verehrtes Fräulein, aber er ist mein Chef, ein bedeutender Industrieller, und aus diesem Grunde sehe ich mich genötigt, eine Lanze für ihn zu brechen ... Er ist derjenige Mann, der die ganz überflüssige Existenz dieser Bäume und dieses Gartens hier zuerst erkannt hat. Dieses Lob gebührt ihm ... Bedenken Sie nur, was für ein Verdienst er sich dadurch erwirbt: er wird an dieser Stelle prächtige Fabriken erbauen, Hunderte von Menschen in ihnen beschäftigen – Leute, die durch ihn vielleicht vor dem Hungertode gerettet werden. Herr Urban wird dadurch zu gleicher Zeit zu einem großen Menschenfreunde, denn er gibt den Leuten Arbeit und Brot. Aber nicht nur das: Die Industrie wird ihm äußerst dankbar sein müssen, ja, ich behaupte kühn: die ganze Menschheit, weil er vermöge seines Geldes und seiner Intelligenz seine Fabrikate von nun an zu einem so billigen Preise herzustellen vermag, daß sie jedermann zugänglich sein werden. Bedauern wir also die Bäume nicht, freuen wir uns vielmehr darüber, daß sie fallen, denn sie sind stumme, untätige Wesen, die der Menschheit mit nichts anderem nützen können als mit ihrem Holze; und auch aus diesem Grunde müssen sie ihr Dasein aufgeben ... Das ist so meine Theorie, meine Damen, die ich mir erlaubte, Ihnen in wenigen, aber großen Zügen zu entwickeln.«

Er steckte den Daumen der rechten Hand zwischen zwei Knöpfe seines Rockes und schlug mit den übrigen Fingern den Takt zu der Melodie, die er leise zu pfeifen begann. Es war unleugbar: er kam sich im Augenblick wie ein Held vor, der eine große Tat verrichtet hat und das Bewußtsein empfindet, die Situation völlig zu beherrschen.

Emma, die ihn während seiner letzten Rede aufmerksam betrachtet hatte, ärgerte sich im geheimen, daß er ihren Stiefvater so außerordentlich lobte; andererseits berührte es sie sehr sympathisch, daß er die Interessen des Mannes, dem er zum Danke und zum Gehorsam verpflichtet war, so energisch wahrnahm und hinter dessen Rücken mit Anerkennung und Achtung von ihm sprach. Um ihm aber zu beweisen, daß sie mit seinen praktischen Grundsätzen nicht übereinstimme, begann sie:

»Wenn Sie die Bäume für stumme, untätige Wesen halten, so kann ich nur mein Bedauern darüber ausdrücken, daß Sie niemals ihre Sprache vernommen und verstanden haben. Ich hätte gewünscht, daß Sie gleich mir bei Tante Julie gewesen wären, um mutterseelenallein durch den Wald zu streifen und das Rauschen der Bäume zu vernehmen. Wie oft habe ich an schönen Sommertagen im Grase gelegen und den ziehenden Wolken am Himmel nachgeblickt. Es war weiter nichts zu vernehmen als das Rascheln und Säuseln der Blätter in den Baumkronen. Da dachte ich an Mama, Alwine und Bertha, habe laut ihre Namen in die Luft gerufen und dann vernommen, wie die Blätter über mir flüsternd die Antwort gaben. Das war oft eine wunderschöne Musik. Erst fing es leise an zu tuscheln, so daß es sich anhörte, als spiele im Finstern eine Maus mit einem Stückchen Papier; dann rauschte es lauter, kam klagend wie eine Windsbraut dahergezogen, pfiff und flötete in allen Melodien und brauste dann mächtig wie ein Posaunenchor durch die Wipfel, so daß ich glaubte, mich in einer großen, großen Kirche zu befinden, in der eine Riesenorgel ertönt ... Das mag vielleicht für manchen eine überflüssige Sprache sein, ich aber habe mich an ihr erbaut und sie oft im stillen gesegnet. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, sie in diesem Sommer auch hier zu vernehmen, und muß nun erleben, daß aus reiner Spekulation alle Poesie verschwinden soll. Das ist wirklich ganz abscheulich! Weil die Bäume nicht rechnen können, sollen sie fallen! Es tut mir weh, Herr Timpe, daß auch Sie so denken gelernt haben, trotzdem Sie früher, wenn wir uns hier herumtummelten, so oft ausriefen: Ach die schönen Bäume, sie werfen so prächtigen Schatten! Was würden Sie nun sagen, wenn man Ihnen Ihren schönen Lindenbaum da drüben nähme?«

Franz war nahe daran gewesen, von der Schwärmerei Emmas gerührt zu werden, schämte sich aber jetzt seiner Inkonsequenz und erwiderte daher kurz und trocken:

»Er könnte fallen, denn ich benutze ihn nicht mehr.«

»Also nur, was Ihnen gefällt und nützlich erscheint, hat bleibenden Wert – nicht wahr, so meinen Sie? Das wäre dann sehr egoistisch von Ihnen.«

»Gewiß, das muß auch jeder Mensch sein, mein Kind, falls er zu etwas kommen will im Leben. Immer hübsch praktisch denken und nicht schwärmen und mit den Beinen am Monde kleben. Dann wird die Geschichte schon gehen.«

Der das sehr laut sagte und mit diesen Worten wie mit helltönenden Gewitterschlägen in die Unterhaltung fuhr, war nicht Timpe junior, sondern Herr Ferdinand Friedrich Urban, der am Arme seiner Frau Gemahlin gemütlich aus einem Seitenweg dahergebummelt kam und die letzte Rede seiner jüngsten Stieftochter vernommen hatte.

Die jungen Leute waren außerordentlich erschrocken, am meisten Franz, der beim Anblick der früheren Frau Kirchberg das Gefühl eines Menschen verspürte, der plötzlich an einem Orte entdeckt wird, wo er eigentlich nicht hingehört. Jedoch zog er mit einer Verbeugung sehr tief den Hut und behielt ihn in der Hand, denn er wagte nicht, ihn sogleich wieder aufzusetzen. Dabei zeigte er ein Gesicht, das wenig mit seiner sonstigen Keckheit harmonierte.

Bevor er noch irgend etwas zu seiner Entschuldigung hervorbringen konnte, hatte ihn sein Chef bereits aus der Situation gezogen.

»Na, Timpe, Sie auch hier? Alte Freundschaft wieder erneuert, he? Die Geschichte macht sich! Lassen Sie sich nur nicht stören. Tüchtige Leute weiß ich immer zu schätzen. Bin neulich auch über die feindliche Grenze geschritten, also Wurst wider Wurst! ... Übrigens, liebe Agathe – kennst du ihn noch, den Obstdieb? ... Na, schadet nichts, alles vergessen! Er gehört zu unserem Geschäft.«

Frau Kirchberg, eine stattliche Dame mit sehr ausdrucksvollen Zügen, die sehr langsam zu sprechen pflegte und jedes Wort, das sie sprach, mit der Lorgnette in der Hand begleitete, lächelte gnädig und erkundigte sich in ihrer monotonen Weise nach den Eltern des jungen Mannes. Und da sie inne ward, daß Franz, der nach diesem unerwarteten Empfang sofort den Kopf wieder in die Höhe streckte, sich überstürzte, äußerst aufmerksam gegen sie zu sein (er hatte sofort ihr niedergefallenes Spitzentuch aufgehoben und es mit einer tiefen Verbeugung zurückerstattet), so verschwand allmählich ihre alte Antipathie gegen ihn, verstieg sie sich nach fünf Minuten bereits, während welchen sie nebeneinander dahingeschritten waren, zu der ihrem Manne zugeraunten Äußerung, daß man es anscheinend mit einem sehr wohlerzogenen jungen Manne zu tun habe, der durchaus nicht den Eindruck mache, als stamme er aus einer einfachen Handwerkerfamilie.

Und Urban, der wie immer, seitdem er das junge Eheglück genoß, äußerst gut gelaunt war und der schon längst seine besonderen Pläne mit dem einzigen Sohne Meister Timpes hatte, fühlte sich durch diese unerwartete Gnade seiner Frau so erfreut, daß er sich sofort an die Seite seines ihn um Haupteslänge überragenden Lehrlings begab und, fortwährend mit schiefem Kopfe zu Franz aufblickend, ein Gespräch begann, das sich um die neue Fabrik drehte. Er vergaß dabei nicht, hin und wieder auf die geschäftliche Tätigkeit seines Nachbarn zu kommen, über die er jedenfalls von dem Sohne die beste Auskunft empfangen mußte.

Dann, wenn Franz, geehrt durch diese Würdigung seiner Person seitens seines Chefs, bereitwillig Antwort gegeben hatte, beeilte sich Urban, mit einem sehr plötzlich hingeworfenen »Wie?«, »So, so«, »Ach!« seine Vorliebe für Anwendung von Interjektionen zu beweisen. Nach einer erhaltenen Auskunft fuhr dann verstohlen ein blitzartiges Lächeln über seine Züge, die rechte Hand rückte nervös an der Brille, und die Nase beschrieb die bekannten Kreise und Linien in der Luft.

Einige Schritte hinter ihnen gingen Arm in Arm neben Frau Urban deren Tochter und Therese. Auf Emma hatte das plötzliche Dazwischentreten ihres Stiefvaters einen wenig günstigen Eindruck gemacht, wie immer, wenn sie ihn erblickte und er seine Ungeniertheit hervorkehrte.

»Wie dein Mann dazukommt, mich nach unserer so kurzen Bekanntschaft als ›mein Kind‹ anzureden, ist mir unverständlich, Mama«, sagte sie malitiös und doch mit einem Anflug von Humor, der ihrer Freundin Veranlassung gab, leise zu kichern. Frau Urban jedoch fand diese Äußerung nicht passend. Sie liebte ihre jüngste Tochter mehr wie die anderen Kinder, mußte aber nur zu oft erleben, daß dieselbe sich durchaus nicht in Dinge fügen wollte, deren Anerkennung zum allgemeinen Hausfrieden nötig war.

Sie sagte daher wohlmeinend:

»Ich habe dich bereits mehrmals gebeten, wenn du von Herrn Urban zu mir sprichst, die ganz unschicklichen Worte ›dein Mann‹ nicht mehr anzuwenden. Du wirst dir auf die Dauer die Bezeichnung ›Papa‹ trotz deiner Abneigung aneignen müssen.«

»Niemals, Mama! Ich werde mich nie daran gewöhnen können. Ich kann ihn nun einmal nicht leiden. Wie gut war dagegen unser wirklicher Papa – Du weißt, ich war sechs Jahr alt, als er starb, und kann mich seiner noch sehr gut erinnern.«

Frau Urban zog ihre Tochter an sich, legte den Arm um ihre Schulter und sagte sanft:

»Es gibt gewisse Dinge im Leben, die man durchaus so nehmen muß, wie sie sind, will man sich nicht selbst das Dasein erschweren ... Mir zuliebe wirst du es tun, Kindchen, nicht wahr?«

Einen Augenblick drohten bei Emma die Tränen hervorzubrechen; sie unterdrückte dieselben aber, weil ihr Stiefvater sie nicht weinen sehen sollte. Dann sagte sie, indem sie ihre Mutter plötzlich mit beiden Armen umschlang:

»Mama, ich habe dich von Herzen lieb! Ich will es tun, weil du es wünschest. Aber nie und nimmer werde ich diese Liebe auf Herrn Urban ausdehnen können. Ich verstehe gar nicht, wie Alwine und Bertha so gleichgiltig darüber denken können.«

»Sie sind eben vernünftige Mädchen«, warf Frau Urban ein.

»Also dann bin ich unvernünftig! Es scheint sich hier viel geändert zu haben, seitdem ich nicht mehr unter euch weilte und nicht nach dem Rechten sehen konnte.«

Ihre Mutter brach in ein lautes Lachen aus, das ihrer sonstigen Ruhe ganz widersprach. »Siehst du, so gefällst du mir wieder«, sagte sie dann; »daran erkenne ich meine lustige Plaudertasche. Du besitzest Humor, und der ist nicht jedem Menschen beschieden; man kann sich mit ihm vortrefflich zu trösten versuchen.«

Emmas Stimmung hätte wohl nicht so schnell gewechselt, wenn sie nicht die Vertraulichkeit, mit welcher ihr Stiefvater mit Franz verkehrte, bemerkt haben würde. Das erweckte eine gewisse Befriedigung in ihr, denn sie konnte sich nicht verhehlen, daß ihr einstiger Jugendfreund trotz seiner prosaischen Anschauungen und seines stutzerhaften Auftretens, dessen Komik ihr nicht entging, ein hübscher junger Mann von Manieren geworden sei, der, was das Äußerliche betraf, einen sehr günstigen Eindruck auf sie gemacht hatte. Da sie auf ihrem Landaufenthalt nur mit einigen jungen Leuten zusammengekommen war, Söhnen von Lehrern, Pächtern und Pastoren, die zum Teil sehr blöde und beschränkt taten und jede Keckheit vermissen ließen, so hatte Franzens furchtloses, elegantes Auftreten sofort ihre Anerkennung errungen. Dadurch wurde ihre günstige Meinung von ihm nur noch bestärkt; und nicht minder durch den freundlichen Ton, mit welchem er hier empfangen worden war.

Im Laufe des Gespräches mußte sie ihrer Mutter beichten, wie und wo sie die Bekanntschaft des jungen Mannes erneuert hatte. Bei dieser Gelegenheit hielt sie sich für verpflichtet, auf den kleinen Streit zwischen ihr und Franz zurückzukommen und die Lobeshymne desselben auf ihren Stiefvater zu erwähnen.

»Siehst du«, sagte Frau Urban, »da hast du gleich einen, der anderer Meinung über deinen neuen Papa ist. Daß die Bäume fallen müssen, tut mir ebenso leid wie dir, aber wir haben Ersatz dafür: Urban besitzt in Steglitz eine sehr schöne Villa, zu der ein prächtiger Garten gehört. Da kannst du deine Träumereien fortsetzen, so lange, bis – –«

»Ihr mich losgeworden sein werdet«, fiel Emma ergänzend ein, da ihre Mutter zögerte, den Satz zu beenden. »O gewiß, Mama, ich will bald dafür sorgen. Ich werde Schullehrerin werden, mir eine blaue Brille anschaffen und darnach trachten, so häßlich zu erscheinen, daß alle Menschen auf den ersten Blick sagen werden: Das ist Herrn Urbans Tochter, das sieht man sofort.«

»Aber Kind, willst du denn ewig ungezogen bleiben!«

Die würdige Dame gab ihrer Tochter einen leichten Schlag. Und Therese, die sonst eine große Neigung zur Schweigsamkeit besaß, sah sich jetzt ebenfalls genötigt, mit beredten Worten ihre Freundin auf das Unschickliche ihrer Bemerkung aufmerksam zu machen.

Sie waren in einiger Entfernung von Herrn Urban und Franz zurückgeblieben. Als sie dieselben auf der Seite des Gartens, die an der Straßenfront lag, erreichten, fanden sie den ersteren bereits wieder in voller Tätigkeit, seinem Lehrling die großartigen Pläne der neuen Fabrikanlage in die Luft zu zeichnen. Der lange Zeigefinger der rechten Hand beschrieb Linie auf Linie, Kreis auf Kreis, bis er endlich kerzengerade gen Himmel ragte, begleitet von den vielbedeutenden Worten:

»Das wird der Schornstein, verstehen Sie? Er wird an Höhe alles überragen, was jemals in dieser Gegend gesehen worden ist.«

Dieses »Verstehen Sie?«, zeitweilig unterbrochen von dem Stichwort »die Geschichte macht sich«, ließ sich überhaupt nach jedem Satze vernehmen, so daß es sich wie das »Werda« eines Postens anhörte, auf das unter allen Umständen eine Antwort erfolgen muß. Und Franz stand steif und gerade wie ein Gardist dabei, der sich auf dem Paradefelde befindet und eine feierliche Miene zeigt, gab sich alle Mühe, bei dem jedesmaligen Angriff von Herrn Urbans Zeigefinger auf seine Brust nicht zu wanken, und beantwortete jede Kardinalfrage mit den vertrauenerweckenden Worten »Großartig«, »Ausgezeichnet«, »Das wird was werden!«.

Herr Ferdinand Friedrich Urban war glücklich; und er konnte nicht leugnen, daß seine Sympathie für den Sohn seines Nachbarn bedeutend gestiegen und daß er auf dem besten Wege sei, immer mehr gute, wohltuende Seiten an ihm zu entdecken. Dieser junge Mann besaß das richtige Verständnis für seine Pläne, denn er war groß geworden inmitten von Artikeln, die er, Urban, dereinst ebenfalls zu produzieren gedachte. Das leuchtete ihm ein.

»Wir machen alle tot«, sagte er zum Schluß, während die flache Hand wie die Schneide eines Schwertes durch die Luft fuhr, als sollte diese Bewegung die Symbolik seiner Worte bilden. Mit diesem »alle« meinte er die Konkurrenten.

»Keine Frage, Herr Urban, wir machen alle tot«, bestätigte der junge Mann mit einem Ernste, der eine erschütternde Tragikomik enthielt.

Unbewußt glitt sein Blick nach dem kleinen Häuschen des Vaters hinüber, aus dessen Schornstein blauer Rauch kerzengerade wie eine Segnung des Friedens zum Himmel stieg; und ebenso gleichgültig-ahnungslos glitt sein Blick wieder zurück zu seinem Chef, der den herankommenden Damen entgegentrat.

Ferdinand Friedrich Urban war durch seine anhaltenden Gestikulationen so erschöpft geworden, daß er zu seinem Leidwesen die Lektion mit den Damen nicht von neuem beginnen konnte. Und da seine Frau durchaus keine Neigung verriet, wie er und seine Stieftochter es bereits getan hatten, den Kopf durch das Loch in der Mauer zu stecken, so machte man wieder kehrt und schritt auf dem breiten Mittelweg zurück, den man gekommen war, die Damen diesmal voran und Franz mit seinem keuchenden Gebieter hinterdrein, da er es noch immer nicht an der Zeit hielt, sich zu verabschieden.

Herrn Urbans rotseidenes Taschentuch fuhr fortwährend über das Gesicht und zur Abwechselung einigemal über die Gläser der goldenen Brille. Da er die Angewohnheit hatte, die Arme niemals stillzuhalten und beim Gehen fortwährend zu tänzeln, so bemühte Franz sich soviel als möglich, einen gewissen Abstand von ihm einzuhalten, um eine Karambolage der Füße zu verhindern.

Sie waren vor der hinteren Veranda des Wohnhauses angelangt. Allmählich war der Himmel dunkler geworden, so daß die Abenddämmerung den Baumstämmen die scharfen Konturen nahm. Jetzt endlich wollte Franz sich verabschieden, da sagte plötzlich Urban:

»Ach was, bleiben Sie! Haben Sie schon Wein getrunken, zum Beispiel echten Rüdesheimer Berg? – Kommen Sie nur, wir haben noch zu reden, Ihr Vater muß nachgeben!«

Und zum grenzenlosen Erstaunen seiner Frau, und zum heimlichen Vergnügen Emmas und Theresens, faßte der kleine Chef seinen großen Lehrling unter den Arm und stieg mit ihm die Stufen empor.

Franz wußte nicht, wie ihm geschah; aber sein erster Gedanke war: Das müßten die Leute im Kontor sehen! Ja, ja, wenn man Eindruck zu machen versteht ...

 << Kapitel 4  Kapitel 6 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.