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Meister Floh

E.T.A. Hoffmann: Meister Floh - Kapitel 4
Quellenangabe
typefairy
authorE.T.A. Hoffmann
year1981
publisherInsel Verlag
isbn3-458-32203-5
titleMeister Floh
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
corrected20120328
firstpub1822
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Drittes Abenteuer

Erscheinung eines kleinen Ungeheuers. Fernere Erläuterungen über die Schicksale der Prinzessin Gamaheh. Merkwürdiges Freundschaftsbündnis, welches Herr Peregrinus Tyß eingeht, und Aufschluß, wer der alte Herr ist, der in seinem Hause zur Miete wohnt. Sehr wunderbare Wirkung eines ziemlich kleinen mikroskopischen Glases. Unvermutete Verhaftung des Helden der Geschichte.

 

Wer solche Dinge an einem Abende erfahren hat wie Herr Peregrinus Tyß, ja, wer sich in solcher Stimmung befindet als er, kann ganz unmöglich gut schlafen. Unruhig wälzte Herr Peregrinus sich auf seinem Lager, und wenn er in das Delirieren geriet, das dem Schlaf vorherzugehen pflegt, so hatte er wieder das kleine holde Wesen in den Armen und fühlte heiße glühende Küsse auf seinen Lippen. – Dann fuhr er auf und glaubte noch wachend Alines liebliche Stimme zu hören. In brünstiger Sehnsucht wünschte er, sie möge nicht entflohen sein, und doch fürchtete er wieder, sie werde gleich hineintreten, und ihn verstricken in ein unauflösliches Netz. Dieser Kampf widersprechender Gefühle beklemmte seine Brust und erfüllte sie zugleich mit süßer, nie gekannter Angst.

»Schlaft nicht, Peregrinus, schlaft nicht, edler Mann, ich muß augenblicklich mit Euch reden!« So lispelte es dicht vor Peregrinus, und immerfort: »schlaft nicht! schlaft nicht!«, bis er endlich die Augen aufschlug, die er geschlossen, nur um die holde Aline deutlicher zu sehen. In dem Schimmer der Nachtlampe gewahrte er ein kleines, kaum spannlanges Ungeheuer, das auf seiner weißen Bettdecke saß und vor dem er sich im ersten Augenblick entsetzte, dann griff er aber mutig mit der Hand darnach, um sich zu überzeugen, ob seine Fantasie ihn nicht täusche. Doch sogleich war das kleine Ungeheuer spurlos verschwunden.

Konnte die genaue Porträtierung der schönen Aline, Dörtje Elverdink oder Prinzessin Gamaheh – denn daß eine und dieselbe Person sich nur scheinbar in drei Personen zerspaltet, weiß der geneigte Leser schon längst – füglich unterbleiben, so ist dagegen es durchaus nötig, ganz genau das kleine Ungeheuer zu beschreiben, das auf der Bettdecke saß und dem Herrn Peregrinus einiges Entsetzen verursachte.

Wie schon erwähnt, war die Kreatur kaum eine Spanne lang; in dem Vogelkopf staken ein Paar runde glänzende Augen, und aus dem Sperlingsschnabel starrte noch ein langes spitzes Ding wie ein dünnes Rapier hervor, dicht über dem Schnabel streckten sich zwei Hörner aus der Stirne. Der Hals begann dicht unter dem Kopf auch vogelartig, wurde aber immer dicker, so daß er ohne Unterbrechung der Form zum unförmlichen Leibe wuchs, der beinahe die Gestalt einer Haselnuß hatte und mit dunkelbraunen Schuppen bedeckt schien, wie der Armadillo. Das Wunderlichste und Seltsamste war aber wohl die Gestaltung der Arme und Beine. Die ersteren hatten zwei Gelenke und wurzelten in den beiden Backen der Kreatur dicht bei dem Schnabel. Gleich unter diesen Armen befand sich ein Paar Füße und denn weiterhin noch ein Paar, beide zweigelenkig, wie die Arme. Diese letzten Füße schienen aber diejenigen zu sein, auf deren Tüchtigkeit die Kreatur sich eigentlich verließ, denn außerdem daß diese Füße merklich länger und stärker waren als die andern, so trug die Kreatur auch an denselben sehr schöne goldne Stiefel mit diamantnen Sporen.

War nun, wie gesagt, das kleine Ungeheuer spurlos verschwunden, sowie Peregrinus darnach faßte, so hätte er gewiß alles für Täuschung seiner aufgeregten Sinne gehalten, wäre nicht gleich unten in der Ecke des Bettes eine leise Stimme hörbar geworden, die sich also vernehmen ließ: »Mein Himmel, Peregrinus Tyß, sollte ich mich in Euch geirrt haben? Ihr handeltet gestern an mir so edel, und jetzt, da ich Euch meine Dankbarkeit beweisen will, greift Ihr nach mir mit mörderischer Hand? – Doch vielleicht mißfiel Euch meine Gestalt, und ich tat Verkehrtes, mich Euch mikroskopisch zu zeigen, damit Ihr mich nur gewiß bemerken solltet, welches nicht so leicht ist, als Ihr wohl denken möchtet. Ebenso wie vorher sitze ich jetzt auf Eurer weißen Bettdecke, und Ihr seht mich doch ganz und gar nicht. Nehmt's nicht übel, Peregrinus, aber Eure Sehnerven sind wahrlich ein wenig zu grob für meine schlanke Taille. Doch versprecht mir nur, daß ich bei Euch sicher bin und daß Ihr nichts Feindseliges gegen mich unternehmen wollt, so werde ich Euch näher kommen und manches erzählen, was zu erfahren Euch eben nicht unrecht sein wird.«

»Sagt mir«, erwiderte Peregrinus Tyß der Stimme, »sagt mir nur erst, wer Ihr seid, guter unbekannter Freund, das übrige wird sich denn wohl finden. Versichern kann ich Euch indessen zum voraus, daß irgend Feindseliges gar nicht in meiner Natur ist und daß ich fortfahren werde, gegen Euch edel zu handeln, wiewohl ich zurzeit gar nicht begreifen kann, auf welche Weise ich schon jetzt Euch meinen Edelmut bewiesen haben sollte. Bewahrt aber doch nur immer Euer Inkognito, denn Euer Anblick ist eben nicht anmutig.«

»Ihr seid«, sprach die Stimme weiter, nachdem sie sich ein wenig ausgeräuspert, »Ihr seid, ich wiederhole es mit Vergnügen, ein edler Mann, Herr Peregrinus, aber nicht sonderlich tief eingedrungen in die Wissenschaft und überhaupt ein wenig unerfahren, sonst hättet Ihr mich erkannt auf den ersten Blick. – Ich könnte ein wenig prahlerisch reden, ich könnte sagen, daß ich einer der mächtigsten Könige sei und über viele, viele Millionen herrsche. Aus angeborner Bescheidenheit und weil auch am Ende der Ausdruck: König! nicht recht paßlich, will ich es unterlassen. – In dem Volke, an dessen Spitze zu stehen ich die Ehre habe, herrscht nämlich eine republikanische Verfassung. Ein Senat, der höchstens aus fünfundvierzigtausend neunhundert und neunundneunzig Mitgliedern bestehen darf, der leichteren Übersicht beim Votieren halber, vertritt die Stelle des Regenten, wer aber an der Spitze dieses Senats steht, führt, weil er in allen Dingen des Lebens zur Meisterschaft gelangt sein muß, wirklich den Namen: Meister! – Ohne weitere Umschweife will ich es Euch denn entdecken, daß ich, der ich hier mit Euch spreche, ohne daß Ihr mich gewahrt, kein anderer bin, als der Meister Floh. – Daß Ihr mein Volk kennet, daran will ich nicht im mindesten zweifeln, denn gewiß habt Ihr, würdiger Herr, schon so manchen von meinem Volke mit Euerm eignen Blut erfrischt und gestärkt. Bekannt muß es darum Euch wenigstens wohl sein, daß mein Volk von einem beinahe unzähmbaren Freiheitssinn beseelt ist und recht eigentlich aus lauter leichtsinnigen Springinsfelden besteht, die geneigt sind, sich jeder soliden Gestaltung zu entziehen durch fortwährendes Hüpfen. Was für ein Talent dazu gehört, von einem solchen Volk Meister zu sein, werdet Ihr einsehen, Herr Peregrinus, und schon deshalb die gehörige Ehrfurcht vor mit haben. Versichert mir das, Herr Peregrinus, ehe ich weiterrede.« –

Einige Augenblicke hindurch war es dem Herrn Peregrinus Tyß, als drehe sich in seinem Kopf ein großes Mühlrad, von brausenden Wellen getrieben. Dann wurde er aber ruhiger, und es wollte ihn bedünken, daß die Erscheinung der fremden Dame bei dem Buchbinder Lämmerhirt ebenso wunderbar als das, was sich jetzt begebe, und dies vielleicht eben nur die richtige Fortsetzung der seltsamsten Geschichte sei, in die er verflochten.

Herr Peregrinus erklärte dem Meister Floh, daß er ihn schon jetzt seiner seltenen Gaben halber ganz ungemein verehre, und daß er um so begieriger sei, mehr von ihm zu erfahren, als seine Stimme sehr wohlklinge und eine gewisse Zartheit in der Rede seinen feinen zierlichen Körperbau verrate.

»Sehr«, fuhr Meister Floh fort, »sehr danke ich Euch, bester Herr Tyß, für Eure gute Gesinnung und hoffe Euch bald zu überzeugen, daß Ihr Euch in mir nicht geirrt habt. – Damit Ihr erfahrt, bester Mann, welchen Dienst Ihr mir erwiesen habt, ist es indessen nötig, Euch meine vollständige Biographie mitzuteilen. – Vernehmt also! – Mein Vater war der berühmte – doch! eben fällt mir ein, daß Lesern und Hörern die schöne Gabe der Geduld merklich ausgegangen ist, und daß ausführliche Lebensbesehreibungen, sonst am mehrsten geliebt, jetzt verabscheut werden. Ich will daher, statt gründlich zu sein, nur flüchtig und episodisch dasjenige berühren, was auf meinen Aufenthalt bei Euch sich zunächst bezieht. Schon weil ich wirklich Meister Floh bin, müßt Ihr, teurer Herr Peregrinus, in mir einen Mann von der umfangreichsten Erudition, von der tiefsten Erfahrung in allen Zweigen des Wissens erkennen. Doch! – nicht messen könnt Ihr den Grad meiner Wissenschaft nach Euerm Maßstab, da Euch die wunderbare Welt unbekannt ist, in der ich mit meinem Volk lebe. In welches Erstaunen würdet Ihr geraten, wenn Euer Sinn erschlossen werden sollte für diese Welt, die Euch das seltsamste, unbegreiflichste Zauberreich dünken würde. Eben daher möget Ihr es auch gar nicht befremdlich finden, wenn alles, was aus jener Welt herstammt, Euch vorkommen wird wie ein verwirrtes Märchen, das ein müßiges Gehirn ausgebrütet. Laßt Euch aber dadurch nicht irremachen, sondern traut meinen Worten. – Seht, mein Volk ist euch Menschen in manchen Dingen weit überlegen, z.B. was Durchschauen der Geheimnisse der Natur, Stärke, Gewandtheit, geistige und körperliche Gewandtheit betrifft. Doch auch wir haben Leidenschaften, und diese sind, so wie bei euch, gar oft die Quelle vieles Ungemachs, ja gänzlichen Verderbens. So war auch ich von meinem Volke geliebt, ja, angebetet, mein Meistertum hätte mich auf die höchste Stufe des Glücks bringen können, verblendete mich nicht eine unglückliche Leidenschaft zu einer Person, die mich ganz und gar beherrschte, ohne jemals meine Gattin werden zu können. Man wirft überhaupt unserm Geschlecht eine ganz besondere, die Schranken des Anstandes überschreitende Vorliebe für das schöne Geschlecht vor. Mag dieser Vorwurf auch begründet sein, so weiß auf der andern Seite jeder – Doch! – ohne weitere Umschweife! – Ich sah des Königs Sekakis Tochter, die schöne Gamaheh, und wurde augenblicklich so entsetzlich verliebt in sie, daß ich mein Volk, mich selbst vergaß und nur in der Wonne lebte, auf dem schönsten Halse, auf dem schönsten Busen umherzuhüpfen und die Holde mit süßen Küssen zu kitzeln. Oft haschte sie mit den Rosenfingern nach mir, ohne mich jemals fangen zu können. Dies dünkte mir anmutiges Kosen, liebliche Tändelei beglückter Liebe! – Wie töricht ist der Sinn eines Verliebten, ist dieser auch selbst der Meister Floh. – Es genügt zu sagen, daß die arme Gamaheh von dem häßlichen Egelprinzen überfallen wurde, der sie zu Tode küßte; mir wär' es aber gelungen, die Geliebte zu retten, hätte sich nicht ein einfältiger Prahlhans und ein ungeschickter Tölpel ohne Beruf in die Sache gemischt und alles verdorben. Der Prahlhans war aber die Distel Zeherit und der Tölpel der Genius Thetel. – Als sich der Genius Thetel mit der entschlummerten Prinzessin in die Lüfte erhob, klammerte ich mich fest an die Brüßler Kanten, die sie gerade um den Hals trug, und war so Gamahehs treuer Reisegefährte, ohne von dem Genius bemerkt zu werden. Es geschah, daß wir über zwei Magier wegflogen, die auf einem hohen Turm gerade den Lauf der Gestirne beobachteten. Da richtete der eine dieser Magier sein Glas so scharf auf mich, daß ich schier von dem Schein des magischen Instruments geblendet wurde. Mich überfiel ein starker Schwindel, vergebens suchte ich mich festzuhalten, ich stürzte rettungslos hinab aus der entsetzlichen Höhe, fiel dem beobachtenden Magier gerade auf die Nase, nur meine Leichtigkeit, meine außerordentliche Gewandtheit erhielt mich am Leben.

Noch war ich zu betäubt, um von des Magiers Nase herabzuhüpfen und mich ganz in Sicherheit zu setzen, als der Unhold, der verräterische Leuwenhoek (der war der Magier), mich geschickt mit den Fingern erhaschte und sogleich in ein Rußwurmsches Universal-Mikroskop setzte. Unerachtet es Nacht war und er daher die Lampe anzünden mußte, war er doch ein viel zu geübter Beobachter und viel zu tief eingedrungen in die Wissenschaft, um nicht sogleich mich als den Meister Floh zu erkennen. Hoch erfreut, daß ein glücklicher Zufall ihm diesen vornehmen Gefangenen in die Hände gespielt, entschlossen, allen Vorteil daraus zu ziehen, der nur möglich, schlug er mich Ärmsten in Ketten, und so begann eine qualvolle Gefangenschaft, aus der ich durch Euch, Herr Peregrinus Tyß, erst gestern vormittags befreit wurde. Mein Besitz gab dem fatalen Leuwenhoek volle Macht über meine Vasallen, die er bald scharenweise um sich her versammelte und mit barbarischer Härte eine sogenannte Kultur einführte, die uns bald um alle Freiheit, um allen Genuß des Lebens brachte. Was die Schulstudien und überhaupt die Wissenschaften und Künste betrifft, so fand Leuwenhoek gar bald zu seinem Erstaunen und Ärger, daß wir beinahe gelehrter waren als er selbst; die höhere Kultur, die er uns aufzwang, bestand aber vorzüglich darin, daß wir durchaus was werden, wenigstens was vorstellen mußten. Eben dieses Was-werden, dieses Was-vorstellen führte eine Menge Bedürfnisse herbei, die wir sonst gar nicht gekannt hatten und die wir nun im Schweiß unseres Angesichts erringen mußten. Zu Staatsmännern, Kriegsleuten, Professoren und was weiß ich alles, schuf uns der grausame Leuwenhoek um. Diese mußten einhertreten in der Tracht des verschiedenen Standes, mußten Waffen tragen usw. So entstanden aber unter uns Schneider, Schuster, Friseurs, Sticker, Knopfmacher, Waffenschmiede, Gürtler, Schwertfeger, Stellmacher und eine Menge anderer Professionisten, die nur arbeiteten, um einen unnötigen, verderblichen Luxus zu befördern. Am allerschlimmsten war es, daß Leuwenhoek nichts im Auge hatte als seinen eignen Vorteil, daß er uns kultivierte Leute den Menschen zeigte und sich Geld dafür bezahlen ließ. Überdies aber kam unsere Kultur ganz auf seine Rechnung, und er erhielt die Lobsprüche, die uns allein gebührten. Recht gut wußte Leuwenhoek, daß mit meinem Verlust auch seine Herrschaft über mein Volk ein Ende hatte, um so fester verschlang er daher den Zauber, der mich an ihn bannte, und um so quälender war meine unglückliche Gefangenschaft. Mit heißer Sehnsucht dachte ich an die holde Gamaheh und sann auf Mittel, Nachricht von ihrem Schicksal zu erhalten. – Was aber der schärfste Verstand nicht zu ersinnen vermochte, das führte die Gunst des Zufalls von selbst herbei. – Meines Magiers Freund und Bundesgenosse, der alte Swammerdamm, hatte die Prinzessin Gamaheh in dem Blumenstaube einer Tulpe entdeckt und diese Entdeckung dem Freunde mitgeteilt. Durch Mittel, die ich Euch, guter Herr Peregrinus Tyß, weiter zu entwickeln unterlasse, da Ihr nicht sonderlich viel davon verstehen würdet, gelang es dem Herrn, der Prinzessin natürliche Gestalt wieder herzustellen und sie ins Leben zurückzurufen. Am Ende waren aber doch beide hochweise Herren ebenso ungeschickte Tölpel als der Genius Thetel und die Distel Zeherit. Sie hatten nämlich im Eifer die Hauptsache vergessen, und so kam es, daß die Prinzessin in demselben Augenblick, als sie zum Leben erwacht, wiederum tot niedersinken wollte. Ich allein wußte, woran es lag, die Liebe zur schönen Gamaheh, die in meiner Brust emporgelodert stärker als jemals, gab mir Riesenkraft; ich zerriß meine Ketten, ich sprang mit einem mächtigen Satz der Holden auf die Schulter – nur ein einziger kleiner Stich genügte, das stockende Blut in Wallung zu setzen. Sie lebte! – Nun muß ich Euch aber sagen, Herr Peregrinus Tyß, daß dieser Stich wiederholt werden muß, wenn die Prinzessin in Schönheit und Jugend fortblühen soll; sie würde entgegengesetzten Falls in wenigen Monaten zusammenschrumpfen zum alten abgelebten Mütterlein. Deshalb bin ich ihr, das werdet Ihr einsehen, ganz unentbehrlich, und nur aus der Furcht, mich zu verlieren, läßt sich der schwarze Undank erklären, mit dem Gamaheh meine Liebe lohnte. Sie lieferte mich nämlich ohne weiteres dem abscheulichen Quälgeist, dem Leuwenhoek aus, der mich in stärkere Fesseln schlug, als ich sie je getragen, jedoch zu seinem eignen Verderben. – Trotz aller Vorsicht des alten Leuwenhoek und der schönen Gamaheh gelang es mir endlich dennoch, in einer unbewachten Stunde aus meinem Kerker zu entspringen. Hinderten mich auch die schweren Reiterstiefel, die ich nicht Zeit hatte von den Füßen abzustreifen, sehr an der Flucht, so kam ich doch glücklich bis in die Bude des Spielsachenkrämers, bei dem Ihr Waren einkauftet. Nicht lange dauerte es, so trat, zu meinem nicht geringen Schreck, auch Gamaheh in den Laden. Ich hielt mich für verloren, Ihr allein konntet mich retten, edler Herr Peregrinus; ich klagte Euch leise meine Not, und Ihr wart gütig genug, mir eine Schachtel zu öffnen, in die ich schnell hineinhüpfte und die Ihr dann ebenso schnell mit Euch nahmet; Gamaheh suchte mich vergebens und erfuhr erst viel später, wie und wohin ich geflüchtet. Sowie ich in Freiheit war, hatte Leuwenhoek auch die Macht über mein Völklein verloren. Alle befreiten sich, entschlüpften und ließen dem Tyrannen zum Hohn Pfefferkörner, Obstkerne u. d. m. in den Kleidern stecken. Nochmals meinen herzlichen Dank, guter edler Herr Peregrinus, für die große Wohltat, die Ihr mir erzeigt habt und die ich zu schätzen weiß wie keiner. Erlaubt, daß ich mich als ein freier Mann wenige Zeit bei Euch aufhalte; ich kann Euch in manchen recht wichtigen Angelegenheiten Eures Lebens so nützlich sein, als Ihr es kaum denken möget. Zwar könnte es für gefährlich zu achten sein, daß Ihr in heftiger Liebe entbrannt seid zu dem holden Wesen –

»Was sagt Ihr«, unterbrach Peregrinus den kleinen Unsichtbaren, »was sagt Ihr, Meister, ich – ich entbrannt in Liebe?«

»Es ist nicht anders«, fuhr Meister Floh fort, »denkt Euch mein Entsetzen, meine Angst, als Ihr gestern eintratet mit der Prinzessin in den Armen, ganz erhitzt von wilder Leidenschaft; als sie alle Verführungskünste anwandte, die ihr leider nur zu sehr zu Gebote stehen, um Euch zu meiner Auslieferung zu bewegen! – Doch! erst da erkannte ich Eure Großmut in ganzem Umfange, als Ihr standhaft bliebt, als Ihr geschickt so tatet, als wüßtet Ihr gar nichts von meinem Aufenthalt bei Euch, als verstandet Ihr gar nicht, was die Prinzessin eigentlich von Euch verlange.« »Das«, unterbrach Peregrinus den Meister Floh aufs neue, »das war ja aber auch in der Tat der Fall. Ihr rechnet mir, lieber Meister Floh, Dinge als Verdienst an, die ich gar nicht geahnt habe. Weder Euch, noch das hübsche Frauenzimmer, das mich aufsuchte bei dem Buchbinder Lämmerhirt und das Ihr seltsamerweise Prinzessin Gamaheh zu nennen beliebt, habe ich in der Bude gewahrt, wo ich Spielsachen einkaufte. Ganz unbekannt war es mir, daß unter den Schachteln, die ich mitnahm und in welchen ich bleierne Soldaten und ebensolche Jagden vermutete, sich eine leere befand, in der Ihr saßet, und wie in aller Welt hätte ich es erraten können, daß Ihr der Gefangene wart, den das anmutige Kind so stürmisch verlangte. Seid nicht wunderlich, Meister Floh, und laßt Euch Dinge träumen, von denen keine Ahnung in meiner Seele liegt.«

»Ihr wollt«, erwiderte Meister Floh, »meinen Danksagungen ausweichen auf geschickte Weise, guter Herr Peregrinus, und dies gibt mir zu großem Trost aufs neue den lebhaften Beweis Eurer uneigennützigen Denkungsart. Wißt, edler Mann! daß Leuwenhoeks, Gamahehs Bemühungen, mich wieder zu erhaschen, ganz vergeblich bleiben, solange Ihr mir Euern Schutz gewährt. Freiwillig müßt Ihr mich meinen Peinigern übergeben, alle andere Mittel sind fruchtlos. Herr Peregrinus Tyß! Ihr seid verliebt.« –

»O sprecht«, fiel Peregrinus dem Meister ins Wort, »o sprecht doch nur nicht so! – Nennt Liebe nicht eine augenblickliche törichte Aufwallung, die schon jetzt vorüber ist!« –

Herr Peregrinus fühlte, daß Glutröte ihm ins Antlitz stieg und ihn Lügen strafte. Er kroch unters Deckbette. »Es ist«, fuhr Meister Flohfort,»es ist gar nicht zu verwundern, daß auch Ihr dem wunderbaren Liebreiz der Prinzessin Gamaheh nicht widerstehen konntet, zumal sie manche gefährliche Kunst anwandte, Euch zu fangen. Der Sturm ist noch nicht vorüber. Manches Zaubermittel, wie es auch wohl andern anmutigen Weibern, die nicht gerade die Prinzessin Gamaheh sind, zu Gebote steht, wird die kleine Boshafte noch aufbieten, um Euch in ihr Liebesnetz zu verstricken. Sie wird sich Eurer so ganz zu bemächtigen suchen, daß Ihr nur für sie, für ihre Wünsche leben sollt, und dann – weh mir! – Es wird darauf ankommen, ob Euer Edelmut stark genug ist, Eure Leidenschaft zu besiegen, ob Ihr es vorziehen werdet, Gamahehs Wünschen nachzugeben und nicht allein Euern Schützling, sondern auch das arme Völklein, welches Ihr niedriger Knechtschaft entrissen, aufs neue ins Elend zu stürzen, oder der bösen falschen Verlockung eines verführerischen Wesens zu widerstehen und so mein und meines Volkes Glück zu begründen. – O daß Ihr mir das letztere versprechen wolltet – könntet!«

»Meister«, antwortete Herr Peregrinus, indem er die Bettdecke vom Gesichte wegzog, »lieber Meister, Ihr habt recht, nichts ist gefährlicher als die Verlockung der Weiber; sie sind alle falsch, boshaft, sie spielen mit uns wie die Katze mit der Maus, und für unsere zärtlichsten Bemühungen ernten wir nichts ein als Spott und Hohn. Deshalb stand mir auch sonst der kalte Todesschweiß auf der Stirne, sowie sich nur ein weibliches Wesen nahte, und ich glaube selbst, daß mit der schönen Aline oder, wie Ihr wollt, mit der Prinzessin Gamaheh es eine besondere Bewandtnis haben muß, unerachtet ich alles, was Ihr mir erzählt habt, mit meinem schlichten gesunden Menschenverstande gar nicht begreifen kann und es mir vielmehr zumute ist, als läge ich in wirren Träumen oder läse in Tausendundeiner Nacht. – Doch, mag dem sein wie ihm wolle, Ihr habt Euch einmal in meinen Schutz begeben, lieber Meister, und nichts soll mich vermögen, Euch Euern Feinden auszuliefern, die verführerische Dirne will ich gar nicht wiedersehen. Ich verspreche das feierlich und würde Euch die Hand darauf reichen, hättet Ihr eine dergleichen, die meine zu erfassen und meinen ehrlichen Druck zu erwidern.« –

Damit streckte Herr Peregrinus seinen Arm weit aus über die Bettdecke.

»Nun«, sprach der kleine Unsichtbare, »nun bin ich ganz getröstet, ganz beruhigt. Habe ich auch keine Hand Euch darzureichen, so erlaubt wenigstens, daß ich Euch in den rechten Daumen steche, teils um Euch meine innige Freude zu bezeugen, teils um unser Freundschaftsbündnis noch fester zu besiegeln.«

Herr Peregrinus fühlte auch in dem Augenblick an dem Daumen der rechten Hand einen Stich, der so empfindlich schmerzte, daß er nur von dem ersten Meister aller Flöhe herrühren konnte.

»Ihr stecht«, rief Peregrinus, »ihr stecht ja wie ein kleiner Teufel.« »Nehmt das«, erwiderte Meister Floh, »für ein lebhaftes Zeichen meiner biedern guten Gesinnung. Doch billig ist es, daß ich als Pfand meiner Dankbarkeit Euch eine Gabe zukommen lasse, die zu dem Außerordentlichsten gehört, was die Kunst jemals hervorgebracht hat. Es ist nichts anders als ein Mikroskop, welches ein sehr geschickter, kunstvoller Optiker aus meinem Volk verfertigte, als er noch in Leuwenhoeks Dienste war. Euch wird das Instrument etwas subtil vorkommen, denn in der Tat ist es wohl an einhundertzwanzigmal kleiner als ein Sandkorn, aber der Gebrauch läßt keine sonderliche Größe zu. Ich setze das Glas nämlich in die Pupille Eures linken Auges, und dieses Auge wird dann mikroskopisch. – Die Wirkung soll Euch überraschen, ich will daher für jetzt darüber schweigen und Euch nur bitten, daß Ihr mir erlaubt, die Operation vorzunehmen dann, wenn ich überzeugt bin, daß Euch das mikroskopische Auge große Dienste leisten muß. Und nun schlaft wohl, Herr Peregrinus, Euch ist noch einige Ruhe vonnöten.«

Peregrinus schlief nun wirklich ein und erwachte erst am hellen Morgen.

Er vernahm das wohlbekannte Kratzen des Besens der alten Aline, die das Nebenzimmer auskehrte. Ein kleines Kind, das sich irgendeiner Unart bewußt, kann sich nicht so vor der Rute der Mutter fürchten, als Herr Peregrinus sich fürchtete vor den Vorwürfen des alten Weibes. Leise trat die Alte endlich hinein mit dem Kaffee. Herr Peregrinus schielte durch die Bettgardinen, die er zugezogen, und war nicht wenig über den hellen Sonnenschein verwundert, der auf dem Gesicht der Alten ausgebreitet lag.

»Schlafen Sie noch, lieber Herr Tyß?« so fragte die Alte mit dem süßesten Ton, der in ihrer Kehle liegen mochte. Peregrinus erwiderte, ganz ermutigt, ebenso liebreich: »Nein, liebe Aline, setze Sie nur das Frühstück auf den Tisch, ich steige gleich aus dem Bette.«

Als Peregrinus nun aber wirklich aufstand, war es ihm, als wehe der süße Atem des lieblichen Geschöpfs, das in seinen Armen lag, durch das Zimmer; es wurde ihm so heimisch und dabei so ängstlich zumute; er hätte um alles in der Welt wissen mögen, was aus dem Geheimnis seiner Liebe geworden; denn wie dies Geheimnis selbst war ja das allerliebste Wesen erschienen und verschwunden.

Während Herr Peregrinus vergeblich versuchte, Kaffee zu trinken und Weißbrot zu genießen, da ihm jeder Bissen im Munde quoll, trat die Alte hinein und machte sich dies und das zu schaffen, während sie vor sich hin murmelte: »Wundersam! – Unglaublich! – Was man nicht alles erlebt! – Wer hätte das gedacht!« –

Peregrinus, der es vor Herzklopfen nicht länger aushalten konnte, fragte: »Was ist denn wundersam, liebe Aline?«

»Allerlei, allerlei!« erwiderte die Alte schalkisch lächelnd, indem sie in ihrem Geschäft, das Zimmer aufzuräumen, fortfuhr. – Die Brust wollte dem armen Peregrinus zerspringen, und unwillkürlich rief er mit dem Tone der schmerzlichsten Sehnsucht: »Ach, Aline!«

»Ja, Herr Tyß, hier bin ich, was befehlen Sie?« –o sprach die Alte und stellte sich breit hin vor Peregrinus, als erwarte sie seine Befehle.

Peregrinus starrte in das kupfrige, abscheulich verzerrte Gesicht der Alten, und alle Scheu brach sich an dem tiefen Unwillen, der ihn plötzlich erfüllte.

»Was ist«, so fragte er mit ziemlich barschem Tone, »was ist aus der fremden Dame geworden, die sich gestern abend hier befand? – Hat Sie ihr die Haustüre aufgeschlossen, hat Sie, wie ich befohlen, für einen Wagen gesorgt? Ist die Dame nach ihrer Wohnung gebracht worden?« –

»Türe aufgeschlossen?« sprach die Alte mit einem fatalen Grinsen, welches aussehen sollte wie schlaues Lächeln, »Wagen geholt? – Nach Hause gebracht? War alles nicht vonnöten! Die schöne Dame, das allerliebste Ding, ist im Hause geblieben, befindet sich noch hier und wird das Haus auch wohl nicht vor der Hand verlassen.«

Peregrinus fuhr auf im freudigen Schreck; die Alte erzählte ihm nun, wie, als die Dame die Treppe auf eine Art herabgesprungen, daß ihr Hören und Sehen vergangen, unten der alte Herr Swammer in der Türe seines Zimmers gestanden mit einem mächtigen Armleuchter in der Hand. Der alte Herr habe unter vielen Verbeugungen, wie es sonst gar nicht seine Art sei, die Dame in sein Zimmer eingeladen, diese sei auch gleich ohne Anstand hineingeschlüpft, und Herr Swammer habe dann die Türe fest verschlossen und verriegelt.

Viel zu sonderbar sei ihr doch des menschenscheuen Herrn Swammers Beginnen vorgekommen, um nicht ein wenig an der Türe zu lauschen und durch das Schlüsselloch zu kucken. Da habe dann Herr Swammer mitten im Zimmer gestanden und so beweglich und kläglich zu der Dame gesprochen, daß ihr, der Alten, die Tränen in die Augen gekommen, unerachtet sie kein einziges Wort verstehen können, da Herrn Swammers Sprache ausländisch gewesen. Nichts anders habe sie glauben können, als daß der Herr Swammer sich gemüht, die Dame auf den Weg der Tugend und Gottesfurcht zurückzubringen, denn er sei immer mehr in Eifer geraten, bis die Dame auf die Knie gesunken und gar demütig seine Hand geküßt, auch dabei etwas geweint. Sehr freundlich habe aber nun Herr Swammer die Dame aufgehoben, sie auf die Stirne geküßt, wobei er sich sehr bücken müssen, und sie dann zu einem Lehnstuhl geführt. Sehr geschäftig habe Herr Swammer ein Feuer im Kamin gemacht, ein Gewürz herbeigetragen und, soviel sie wahrnehmen können, einen Glühwein zu kochen begonnen. Unglücklicherweise habe sie, die Alte, jetzt etwas Tabak genommen und stark geniest. Da sei es ihr denn durch alle Glieder gefahren und sie wie vernichtet gewesen, als der Herr Swammer den Arm ausgestreckt nach der Türe und mit einer furchtbaren Stimme, die Mark und Bein durchdrungen, gerufen: »Hebe dich hinweg, horchender Satan!« – Sie wisse gar nicht, wie sie herauf und ins Bett gekommen. Am Morgen, als sie die Augen aufgeschlossen, habe sie geglaubt, ein Gespenst zu sehen. Denn Herrn Swammer habe sie erblickt vor ihrem Bette in einem schönen Zobelpelz mit goldnen Schnüren und Troddeln, Hut auf dem Kopfe, Stock in der Hand.

»Gute Frau Aline«, habe Herr Swammer zu ihr gesprochen, »ich muß in wichtigen Geschäften ausgehen und werde vielleicht erst nach mehreren Stunden wiederkehren. Sorgen Sie dafür, daß auf dem Flur des Hauses vor meinem Zimmer kein Geräusch entstehe oder gar jemand es wage, in mein Gemach eindringen zu wollen. Eine vornehme Dame, und daß Sie es nur wissen, eine fremde, reiche, wunderbar schöne Prinzessin hat sich zu mir geflüchtet. Ich war in früherer Zeit, am Hofe ihres königlichen Vaters, ihr Informator, deshalb hat sie Zutrauen zu mir, und ich werde und muß sie schützen wider alle böse Angriffe. Ich sage Ihnen das, Frau Aline, damit Sie der Dame die Ehrfurcht beweisen, die ihrem Range gebührt. Sie wird, erlaubt es Herr Tyß, Ihre Bedienung in Anspruch nehmen, und Sie sollen, gute Frau Aline, dafür königlich belohnt werden, insofern Sie nämlich schweigen können und niemanden den Aufenthalt der Prinzessin verraten.« Damit sei Herr Swammer dann schnell fortgegangen.

Herr Peregrinus Tyß fragte die Alte, ob es ihr denn nicht gar seltsam vorkomme, daß die Dame, die er, wie er nochmals beteuern könne, bei dem Buchbinder Lämmerhirt in der Kalbächer Straße getroffen, eine Prinzessin sein und zu dem alten Herrn Swammer geflüchtet sein solle. Die Alte meinte indessen, sie traue Herrn Swammers Worten mehr noch als ihren eignen Augen und glaube daher, daß alles, was sich bei dem Buchbinder Lämmerhirt und hier im Zimmer zugetragen, entweder nur zauberisches Blendwerk gewesen oder daß die Angst, die Verwirrung auf der Flucht die Prinzessin zu solchem abenteuerlichen Beginnen vermocht. Übrigens werde sie ja wohl bald alles von der Prinzessin selbst erfahren.

»Aber«, sprach Herr Peregrinus weiter, eigentlich nur um das Gespräch über die Dame fortzusetzen, »aber wo ist Ihr Verdacht, die böse Meinung geblieben, die Sie gestern von der fremden Dame hegte?«

»Ach«, erwiderte die Alte schmunzelnd, »ach, das ist alles vorbei. Man darf ja nur die liebe Dame recht ansehen, um zu wissen, daß es eine vornehme Prinzessin ist und dabei so engelsschön, wie nur eine Prinzessin gefunden werden kann. Ich mußte, als Herr Swammer fortgegangen war, ein wenig nachsehen, was die gute Dame macht, und kuckte durch das Schlüsselloch. Da lag die Dame ausgestreckt auf dem Sofa und hatte das Engelsköpfchen auf die Hand gestützt, so daß die schwarzen Locken durch die lilienweißen Fingerchen quollen, welches ganz hübsch aussah. Und gekleidet war die Dame in lauter Silberzindel, der den niedlichen Busen, die rundlichen Ärmchen durchschimmern ließ. An den Füßchen trug sie goldne Pantoffeln. Einer war herabgefallen, so daß man gewahrte, wie sie keine Strümpfe angezogen; das bloße Füßchen kuckte unter dem Kleide hervor, und sie spielte mit den Zehen, welches artig anzusehen war. – Doch gewiß liegt die Dame unten noch ebenso wie vorher auf dem Sofa, und wenn es Ihnen gefällig ist, lieber Herr Tyß, sich an das Schlüsselloch zu bemühen, so –«

»Was sprichst du«, unterbrach Peregrinus die Alte mit Heftigkeit, »was sprichst du! – soll ich mich hingeben dem verführerischen Anblick, der mich vielleicht hinreißen könnte zu allerlei Torheiten?«

»Mut, Peregrinus, widerstehe der Verlockung!« so lispelte es dicht bei Peregrinus, der die Stimme des Meister Floh erkannte.

Die Alte lächelte geheimnisvoll und sprach, nachdem sie einige Augenblicke geschwiegen: »Ich will Ihnen nur alles sagen, lieber Herr Tyß, wie mir die ganze Sache vorkommt. – Mag nun die fremde Dame eine Prinzessin sein oder nicht, so viel bleibt gewiß, daß sie sehr vornehm ist und reich und daß Herr Swammer sich ihrer lebhaft annimmt, mithin lange mit ihr bekannt sein muß. Und warum ist die Dame Ihnen nachgelaufen, lieber Herr Tyß? Ich sage, weil sie sich sterblich verliebt hat in Sie, und die Liebe macht ja wohl einen ganz blind und toll und verführt auch wohl Prinzessinnen zu den seltsamsten, unüberlegtesten Streichen. – Eine Zigeunerin hat Ihrer seligen Frau Mutter prophezeit, daß Sie einmal glücklich werden sollten durch eine Heirat, gerade wann Sie am wenigsten daran dächten. Das soll nun wahr werden!« –

Und damit begann die Alte aufs neue zu schildern, wie allerliebst die Dame aussähe.

Man kann denken, wie sich Peregrinus bestürmt fühlte. »Schweige«, brach er endlich los, »schweige Sie doch nur, Frau Aline, von solchen Dingen. Verliebt in mich sollte die Dame sein! – wie albern, wie abgeschmackt!« »Hm«, sprach die Alte, »wäre das nicht der Fall, so würde die Dame nicht so gar jämmerlich geseufzt, so würde sie nicht so gar kläglich gerufen haben: ›Nein, mein lieber Peregrinus, mein süßer Freund, du wirst, du kannst nicht grausam gegen mich sein! – Ich werde dich wiedersehen und alles Glück des Himmels genießen!‹ – Und unsern alten Herrn Swammer, den hat die fremde Dame ganz umgekehrt. Habe ich sonst außer dem Kronentaler zu Weihnachten auch nur einen einzigen Kreuzer von ihm erhalten? Und diesen schönen blanken Karolin, den gab er mir heute morgen mit solcher freundlicher Miene, wie er sie sonst gar nicht im Antlitz hat, als Douceur im voraus für die Dienste, die ich der Dame leisten werde. Da steckt was dahinter. Was gilt's, Herr Swammer spielt am Ende den Freiwerber bei Ihnen, Herr Tyß!« – Wiederum sprach die Alte von der Liebenswürdigkeit und Anmut der Dame mit begeisterten Worten, die in dem Munde eines abgelebten Weibes seltsam genug klangen, bis Peregrinus, ganz Feuer und Flamme, aufsprang und wie rasend ausrief: »Mag es gehen, wie es will – hinab, hinab, ans Schlüsselloch!«

Vergebens warnte Meister Floh, der in das Halstuch des verliebten Peregrinus gesprungen war und sich dort in den Schlupfwinkel einer Falte versteckt hatte. Peregrinus vernahm nicht seine Stimme, und Meister Floh erfuhr, was er längst hätte wissen sollen, nämlich daß mit dem störrigsten Menschen etwas anzufangen ist, nur nicht mit einem Verliebten.

Die Dame lag in der Tat noch ebenso auf dem Sofa, wie die Alte es beschrieben hatte, und Peregrinus fand, daß keine menschliche Sprache hinreiche, den himmlischen Zauber in Worten auszudrücken, der über der ganzen holden Gestalt ausgebreitet lag. Ihr Anzug, wirklich Silberzindel mit seltsamer bunter Stickerei, war ganz fantastisch und konnte sehr füglich für das Negligé der Prinzessin Gamaheh gelten, das sie in Famagusta vielleicht in dem Augenblick getragen, als der boshafte Egelprinz sie totküßte. Wenigstens war der Anzug so reizend und dabei so über alle Maßen seltsam, daß die Idee dazu weder in dem Kopfe des genialsten Theaterschneiders entsprossen, noch in dem Geiste der sublimsten Putzhändlerin empfangen zu sein schien. »Ja, sie ist es, es ist Prinzessin Gamaheh!« So murmelte Peregrinus, indem er bebte vor süßer Wonne und dürstendem Verlangen. Als nun aber die Holde aufseufzte: »Peregrinus, mein Peregrinus!« da erfaßte den Herrn Peregrinus Tyß der volle Wahnsinn der Leidenschaft, und nur eine unnennbare Angst, die ihm alle Kraft des Entschlusses raubte, hielt ihn zurück, nicht die Türe mit Gewalt einzustoßen und sich dem Engelsbilde zu Füßen zu werfen.

Der geneigte Leser weiß bereits, was es mit den zauberischen Reizen, mit der überirdischen Schönheit der kleinen Dörtje Elverdink für eine Bewandtnis hat. Der Herausgeber kann versichern, daß, nachdem er ebenfalls durch das Schlüsselloch gekuckt und die Kleine in ihrem fantastischen Kleidchen von Silberzindel erblickt hatte, er weiter nichts sagen konnte, als daß Dörtje Elverdink ein ganz liebenswürdiges, anmutiges Püppchen sei.

Da aber kein junger Mann sich zum erstenmal in ein anderes Wesen verliebt hat als in ein überirdisches, in einen Engel, dem nichts gleichkommt auf Erden, so sei es dem Herrn Peregrinus auch erlaubt, Dörtje Elverdink für ein dergleichen zauberisches überirdisches Wesen zu halten. –

»Nehmt Euch zusammen, denkt an Euer Versprechen, werter Herr Peregrinus Tyß. – Niemals wolltet Ihr die verführerische Gamaheh wiedersehen, und nun! – Ich könnte Euch das Mikroskop ins Auge werfen, aber Ihr müßt ja auch ohne dasselbe gewahren, daß die boshafte Kleine Euch längst bemerkt hat, und daß alles, was sie beginnt, trügerische Kunst ist, Euch zu verlocken. Glaubt mir doch nur, ich meine es gut mit Euch!« – So lispelte Meister Floh in der Falte des Halstuchs; solch bange Zweifel aber auch in Peregrinus' Innerm aufstiegen, doch konnte er sich nicht losreißen von dem bezaubernden Anblick der Kleinen, die den Vorteil, sich unbemerkt glauben zu dürfen, gut zu benutzen und, mit verführerischen Stellungen wechselnd, den armen Peregrinus ganz außer sich selbst zu setzen verstand.

Herr Peregrinus Tyß stünde vielleicht noch an der Türe des verhängnisvollen Gemachs, hätte es nicht stark geläutet und hätte die Alte ihm nicht zugerufen, daß der alte Herr Swammer zurückkehre. Peregrinus flog die Treppe hinauf, in sein Zimmer. – Hier überließ er sich ganz seinen Liebesgedanken, mit eben diesen Gedanken kamen aber jene Zweifel zurück, die Meister Flohs Mahnungen in ihm erregt hatten. Es hatte sich recht eigentlich ein Floh in sein Ohr gesetzt, und er geriet in allerlei beunruhigende Betrachtungen.

»Muß ich«, dachte er, »muß ich nicht wirklich daran glauben, daß das holde Wesen die Prinzessin Gamaheh, die Tochter eines mächtigen Königs ist? Bleibt dies aber der Fall, so muß ich es für Torheit, für Wahnsinn halten, nach dem Besitz einer so erhabenen Person zu streben. Dann aber hat sie auch ja selbst die Auslieferung eines Gefangenen verlangt, von dem ihr Leben abhinge, und stimmt dies genau mit dem überein, was mir Meister Floh gesagt, so kann ich auch beinahe nicht daran zweifeln, daß alles, was ich auf Liebe zu mir deuten dürfte, vielleicht nur ein Mittel ist, mich ihrem Willen ganz zu unterwerfen. Und doch! – sie verlassen – sie verlieren, das ist Hölle, das ist Tod!« –

Herr Peregrinus Tyß wurde in diesen schmerzlichen Betrachtungen durch ein leises bescheidenes Klopfen an der Türe gestört.

Wer hereintrat, war niemand anders, als der Mietsmann des Herrn Peregrinus. – Der alte Herr Swammer, sonst ein zusammengeschrumpfter menschenscheuer, mürrischer Mann, schien plötzlich um zwanzig Jahre jünger geworden zu sein. Die Stirne war glatt, das Auge belebt, der Mund freundlich; er trug statt der häßlichen schwarzen Peruque natürliches weißes Haar und statt des dunkelgrauen Oberrocks einen schönen Zobelpelz, wie ihn Frau Aline beschrieben.

Mit einer heitern, ja freudigen Miene, die ihm sonst ganz und gar nicht eigen, trat Herr Swammer dem Peregrinus entgegen. Er wünsche nicht, sprach Herr Swammer, seinen lieben Herrn Wirt in irgendeinem Geschäft zu stören; seine Pflicht als Mieter erfordere es aber, gleich am Morgen dem Hauswirt anzuzeigen, daß er in der Nacht genötigt worden, ein hilfloses Frauenzimmer bei sich aufzunehmen, das sich der Tyrannei eines bösen Oheims entziehen wolle und daher wohl einige Zeit in dem Hause zubringen werde, wozu es indessen der Erlaubnis des gütigen Wirts bedürfe, um die er hiemit ansuche.

Unwillkürlich fragte Peregrinus, wer denn das hülflose Frauenzimmer sei, ohne daran zu denken, daß dies in der Tat die zweckmäßigste Frage war, die er tun konnte, um die Spur des seltsamen Geheimnisses zu verfolgen.

»Es ist«, erwiderte Herr Swammer, »es ist recht und billig, daß der Hauswirt wisse, wen er in seinem Hause beherbergt. Erfahren Sie also, verehrter Herr Tyß, daß das Mädchen, das sich zu mir geflüchtet, niemand anders ist, als die hübsche Holländerin Dörtje Elverdink, Nichte des berühmten Leuwenhoek, der, wie Sie wissen, hier die wunderbaren mikroskopischen Kunststücke zeigt. Leuwenhoek ist sonst mein Intimus, aber ich muß bekennen, daß er ein harter Mann ist und die arme Dörtje, die noch dazu mein Patchen, mißhandelt auf arge Weise. Ein stürmischer Auftritt, der sich gestern abend ereignete, zwang das Mädchen zur Flucht, und daß sie bei mir Trost und Hülfe suchte, scheint natürlich.«

»Dörtje Elverdink«, sprach Peregrinus halb träumend, »Leuwenhoek! – vielleicht ein Abkömmling des Naturforschers Anton von Leuwenhoek. der die berühmten Mikroskope verfertigte?«

»Daß unser Leuwenhoek«, erwiderte Herr Swammer lächelnd, »ein Abkömmling jenes berühmten Mannes sei, kann man so eigentlich nicht sagen, da er der berühmte Mann selbst und es nur eine Fabel ist, daß er vor beinahe hundert Jahren in Delft begraben worden. Glauben Sie das, bester Herr Tyß, sonst könnten Sie wohl noch gar daran zweifeln, daß ich, unerachtet ich mich der Kürze halber und um nicht über Gegenstände meiner Wissenschaft jedem neugierigen Toren Rede stehen zu müssen, jetzt Swammer nenne, der berühmte Swammerdamm bin. Alle Leute behaupten, ich sei im Jahr 1680 gestorben, aber sie bemerken, würdiger Herr Tyß, daß ich lebendig und gesund vor Ihnen stehe, und daß ich wirklich ich bin, kann ich jedem, auch dem Einfältigsten aus meiner Biblia naturae demonstrieren. Sie glauben mir doch, werter Herr Tyß?«

»Mir ist«, sprach Peregrinus mit einem Ton, der von seiner innern Verwirrung zeugte, »mir ist seit ganz kurzer Zeit so viel Wunderbares geschehen, daß ich, wäre nicht alles deutliche Sinneswahrnehmung, ewig daran zweifeln würde. Aber nun glaube ich an alles, sei es auch noch so toll und ungereimt! – Es kann sein, daß Sie der verstorbene Herr Johann Swammerdamm sind und daher als Revenant mehr wissen als andere gewöhnliche Menschen; was aber die Flucht der Dörtje Elverdink oder der Prinzessin Gamaheh, oder wie die Dame sonst heißen mag, betrifft, so sind Sie im gewaltigen Irrtum. – Erfahren Sie, wie es damit herging.«

Peregrinus erzählte nun ganz ruhig das Abenteuer, das er mit der Dame bestanden, von ihrem Eintritt in Lämmerhirts Stube an bis zu ihrer Aufnahme in Herrn Swammers Zimmer.

»Mir scheint«, sprach Herr Swammer, als Peregrinus geendigt, »mir scheint, als wenn das alles, was Sie mir zu erzählen beliebt haben, nichts sei als ein merkwürdiger, jedoch ganz angenehmer Traum. Ich will das aber dahingestellt sein lassen und Sie um Ihre Freundschaft bitten, deren ich vielleicht gar sehr bedürfen werde. Vergessen Sie mein mürrisches Betragen und lassen Sie uns einander nähertreten. Ihr Vater war ein einsichtsvoller Mann und mein herzlichster Freund, aber was Wissenschaft, tiefen Verstand, reife Urteilskraft, geübten richtigen Lebensblick betrifft, so tut es der Sohn dem Vater zuvor. Sie glauben gar nicht, wie ich Sie hochschätzen mein bester würdigster Herr Tyß.« –

»Jetzt ist es Zeit«, lispelte Meister Floh, und in dem Augenblick fühlte Peregrinus in der Pupille des linken Auges einen geringen schnell vorübergehenden Schmerz. Er wußte, daß Meister Floh ihm das mikroskopische Glas ins Auge gesetzt, doch fürwahr, diese Wirkung des Glases hatte er nicht ahnen können. Hinter der Hornhaut von Herrn Swammers Augen gewahrte er seltsame Nerven und Äste, deren wunderlich verkreuzten Gang er bis tief ins Gehirn zu verfolgen und zu erkennen vermochte, daß es Swammers Gedanken waren. Die lauteten aber ungefähr: »Hätte ich doch nicht geglaubt, daß ich hier so wohlfeilen Kaufs davonkomme, daß ich nicht besser ausgefragt werden würde. War aber der Herr Papa ein beschränkter Mensch, auf den ich niemals etwas gab, so ist der Sohn noch verwirrteren Sinnes, dem ein großer Besitz kindischer Albernheit zugegeben. Erzählt mir der Einfaltspinsel die ganze Begebenheit mit der Prinzessin und setzt nicht voraus, daß sie mir schon selbst alles erzählt hat, da mein Beginnen mit ihr ein früheres vertrauliches Verhältnis notwendig voraussetzte. – Aber was hilft's, ich muß schön mit ihm tun, weil ich seiner Hülfe bedarf. Er ist unbefangen genug, mir alles zu glauben, ja wohl in einfältiger Gutmütigkeit meinem Interesse manches Opfer zu bringen, wofür er keinen andern Dank ernten wird, als daß ich ihn, wenn alles gut abgelaufen und Gamaheh wieder mein ist, hinterm Rücken derb auslache.«

»War es«, sprach Herr Swammer, indem er dicht herantrat an Herrn Peregrinus, »war es mir doch, als säße ein Floh auf Ihrer Halsbinde, werter Herr Tyß!« – Die Gedanken lauteten: »Alle Wetter, das war doch wirklich Meister Floh! – das wäre ja ein verfluchter Querstreich, wenn Gamaheh sich nicht geirrt hätte.«

Schnell trat Peregrinus zurück, indem er versicherte, daß er den Flöhen gar nicht gram sei.

»So«, sprach Herr Swammer, sich tief verbeugend, weiter, »so empfehle ich mich fürs erste ganz ergebenste mein lieber wertester Herr Tyß.«

Die Gedanken lauteten: »Ich wollte, daß dich der schwarzgefiederte Satan verschlinge, du verdammter Kerl!« –

Meister Floh nahm dem ganz in Erstaunen versunkenen Peregrinus das mikroskopische Glas aus der Pupille und sprach dann: »Ihr habt nun, lieber Herr Peregrinus, die wunderbare Wirkung des Instruments, das wohl in der ganzen Welt seinesgleichen nicht findet, erkannt und werdet einsehen, welche Übermacht es Euch über die Menschen gibt, wenn Euch ihre innersten Gedanken offen vor Augen liegen. Trüget Ihr aber beständig dies Glas im Auge, so würde Euch die stete Erkenntnis der Gedanken zuletzt zu Boden drücken, denn nur zu oft wiederholte sich die bittre Kränkung, die Ihr soeben erfahren habt. Stets werde ich, wenn Ihr Euer Haus verlasset, bei Euch sein, entweder in der Halsbinde, im Jabot, oder sonst an einem schicklichen bequemen Orte sitzen. Wollt Ihr nun die Gedanken dessen wissen, der mit Euch spricht, so dürft Ihr nur mit dem Daumen schnippen, und augenblicklich habt Ihr das Glas im Auge.«

Herr Peregrinus Tyß, den unübersehbaren Nutzen dieser Gabe begreifend, wollte sich eben in die heißesten Danksagungen ergießen, als zwei Abgeordnete des hohen Rats eintraten und ihm ankündigten, daß er eines schweren Vergehens angeklagt sei, und daß diese Anklage vorläufige Haft und Beschlagnahme seiner Papiere zur Folge haben müsse.

Herr Peregrinus schwur hoch und teuer, daß er sich auch nicht des geringsten Verbrechens bewußt sei. Einer der Abgeordneten meinte aber lächelnd, daß vielleicht in wenigen Stunden seine völlige Unschuld aufgeklärt sein werde, bis dahin müsse er sich aber den Befehlen der Obrigkeit fügen.

Was blieb dem Herrn Peregrinus Tyß übrig, als in den Wagen zu steigen und sich nach dem Gefängnis transportieren zu lassen.

Man kann denken, mit welchen Empfindungen er an Herrn Swammers Zimmer vorüberging.

Meister Floh saß in der Halsbinde des Gefangenen.

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