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Master Humphrey's Wanduhr. Zweiter Band

Charles Dickens: Master Humphrey's Wanduhr. Zweiter Band - Kapitel 33
Quellenangabe
typefiction
authorCharles Dickens
titleMaster Humphrey's Wanduhr. Zweiter Band
publisherVerlag von Carl Zieger
printrunDritte Auflage
yearo.J.
translatorCarl Kolb
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150121
modified20180917
projectide099f732
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Der Raritätenladen.

Dreiundsechzigstes Kapitel

Der Mann vom Fach, welcher Kit die tröstliche Belehrung ertheilt hatte, daß sein kleines Anliegen in Old Bailey bald vorkommen und abgethan sein würde, hatte ganz richtig prognosticirt. Acht Tage nachher begannen die Sitzungen. Am zweiten Tage fand die große Jury eine Klage gegen Christoph Nubbles wegen eines Kapitalverbrechens für begründet, und nach zwei weiteren Tagen wurde der besagte Nubbles vorgefordert, um sich für schuldig oder unschuldig zu erklären gegen die Bezüchtigung, daß erwähnter Christoph aus der Wohnung und dem Bureau eines Gentlemans, Namens Sampson Braß, eine Banknote von fünf Pfunden, ausgestellt von dem Direktor und der Compagnie der Bank von England, böslicherweise entwendet und gestohlen, folglich die für einen solchen Fall vorgesehenen Statuten übertreten und gegen den Frieden unseres souveränen Herrn, des Königs, seine Krone und seine Majestät sich verfehlt habe.

Auf diese Anschuldigung erklärte sich Christoph Nubbles in leiser und zitternder Stimme für nicht schuldig; und hier mögen diejenigen, welche vorschnell aus dem Aeußern ein Urtheil fällen und von Christoph zum Beweis seiner Unschuld verlangt haben würden, daß er kräftig und laut sich ausspreche, die Lehre nehmen, daß Gefangenschaft und Angst auch die muthigsten Herzen einzuschüchtern vermag, und daß auf einen Menschen, der – wäre es auch nur für zehn oder eilf Tage – eingeschlossen ist, wo er nichts als steinerne Wände und ein paar steinerne Gesichter sieht, der plötzliche Eintritt in eine große, mit Menschen erfüllte Halle als ein ziemlich verblüffender und einschüchternder Umstand wirken kann. Diesem müssen wir noch beifügen, daß ein Kopf mit einer Perücke auf eine große Masse von Leuten einen weit kräftigeren und schreckhafteren Eindruck macht, als ein Kopf mit seinen natürlichen Haaren; und wenn man zu diesen Rücksichten Kit's natürliche Erregung mit in Rechnung bringt, als er die beiden Herren Garland und den kleinen Notar mit ängstlichen und blassen Gesichtern dastehen sah, so wird man sich vielleicht nicht so sonderlich wundern, daß der Gefangene etwas außer Fassung und nicht im Stande war, sich hier ganz heimisch zu fühlen.

Obgleich er seit seiner Verhaftung weder von den Herren Garland noch von Herrn Witherden etwas gesehen hatte, so war doch die Mittheilung an ihn ergangen, daß sie einen Rechtsfreund für ihn aufgestellt hätten. Als daher einer von den mit Perücken versehenen Herren aufstand und sagte: »Ich bin für den Gefangenen, mein Lord,« so machte ihm Kit eine Verbeugung; und als ein anderer Herr in einer Perücke aufstand und sagte: »Ich bin gegen ihn, mein Lord,« so zitterte Kit heftig und verbeugte sich auch gegen diesen. Und hoffte er nicht in den Tiefen seiner Seele, daß sein Herr dem andern gewachsen sei, und daß er ehestens ihn dahin bringen würde, sich vor sich selbst zu schämen.

Der Herr, der sich gegen ihn erklärt hatte, durfte zuerst sprechen, und da derselbe in schrecklich guter Laune war (denn es war ihm bei der letzten Sitzung beinahe gelungen, die Freisprechung eines jungen Gentleman zu erwirken, der das Unglück gehabt hatte, seinen Vater zu ermorden), so kann man sich denken, wie er sprach. Er sagte nämlich der Jury, wenn sie diesen Gefangenen frei spräche, so hätten sie dieselben Gewissensbisse und Seelenqualen zu gewärtigen, welche er der andern Jury zuverlässig prophezeit hatte, wenn sie den damaligen Gefangenen verurtheilte. Und als er ihnen den Fall weitläufig auseinander gesetzt und erklärt hatte, es sei der schlimmste Fall, der ihm je vorgekommen, hielt er eine kleine Weile inne, wie ein Mann, der irgend etwas Schreckliches sagen will, und dann sagte er, wie er höre, solle von seinem gelehrten Freunde (er blickte daher zur Seite auf Kit's Herrn) der Versuch gemacht werden, die Aussagen jener makellosen Zeugen, die er vorrufen werde, zu entkräften; er hoffe und vertraue jedoch, daß sein gelehrter Freund eine größere Achtung vor dem Ankläger habe, sintemalen er recht wohl wisse, daß kein achtbareres Glied des höchst achtbaren Berufes, dem er sich zugewandt, existire oder existirt habe. Dann fragte er, ob die Jury Bevis-Marks kenne, und wenn sie Bevis-Marks kenne, wie er um des persönlichen Charakters der Geschworenen willen zuversichtlich hoffe, ob ihr die geschichtlichen und erhebenden Anknüpfungspunkte bekannt seien, die mit diesem höchst merkwürdigen Ort in Verbindung ständen? Ob sie glaubte, daß ein Mann, wie Braß, an einem Orte, wie Bevis-Marks, wohnen könnte, ohne ein tugendhafter und höchst aufrichtiger Charakter zu sein? Und als er noch Vieles über diesen Punkt gesprochen hatte, bemerkte er, es wäre eine Schmähung ihrer Einsicht, wenn er sich noch weitere Worte über einen Gegenstand erlauben wollte, der auch ohne ihn klar vor ihrer Ueberzeugung stehen müsse, weßhalb er ohne Weiteres Sampson Braß in die Zeugenloge rufe.

Dann kommt ganz frisch und rasch Herr Braß herauf, verbeugt sich gegen den Richter, wie ein Mann, der schon früher das Vergnügen gehabt hat, ihn zu sehen, und nun hofft, daß er sich seit der letzten Begegnung ziemlich wohl befunden habe, kreuzt die Arme und sieht auf seinen Herrn, als wollte er sagen: »Hier bin ich – voll von Beweisen – zapfe mich an!« Und der Herr zapft ihn augenblicklich an und zwar mit vieler Umsicht, läßt ganz langsam die Beweise herauslaufen, und macht alle Anwesenden darauf aufmerksam, wie ganz rein und klar sie entströmen. Dann nimmt ihn Kit's Herr in die Mache, kann aber nicht viel mit ihm anfangen; und nach sehr vielen langen Fragen und sehr kurzen Antworten zieht Herr Sampson Braß mit Glanz ab.

Ihm folgt Sarah, die in gleicher Weise durch den Sachwalter des Herrn Braß, um so schwieriger aber durch den des armen Kit zu handhaben ist. Kurz, Kit's Herr kann nichts aus ihr herausbringen, als eine Wiederholung dessen, was sie früher gesagt hat, – nur dießmal etwas stärker, als gegen seinen Clienten, – und läßt sie daher gehen, selbst etwas verwirrt. Dann ruft der Sachwalter des Herrn Braß Herrn Richard Swiveller auf, welchem Aufrufe Richard Swiveller auch Folge leistet.

Nun ist aber dem Sachwalter des Herrn Braß zugeflüstert worden, daß dieser Zeuge freundlich gegen den Gefangenen gestimmt sei – was ihm, die Wahrheit zu gestehen, nur lieb ist, da man allgemein annimmt, seine Kraft bestehe eigentlich nur in dem, was man im gemeinen Leben »das Gehetze vor Gericht« nennt. Er beginnt demgemäß damit, daß er den Gerichtsdiener ersucht, sich gehörige Sicherheit zu verschaffen, daß dieser Zeuge das Buch küsse, und fängt dann an, mit Zehen und Nägeln über ihn herzufallen.

»Herr Swiveller,« sagte dieser Herr zu Dick, als letzterer, augenscheinlich mit vielem Widerstreben und unverkennbar in der Absicht, der Sache die beste Wendung zu geben, sein Zeugniß abgelegt hat: »Erlauben Sie mir die Frage, Sir, wo haben Sie gestern gespeist?« – »Wo ich gestern gespeist habe?« – »Ja, Sir, wo Sie gestern gespeist haben – war es in der Nähe von hier, Sir?« – »Allerdings – ja – gerade über die Straße hinüber –.« – »Allerdings. Ja. Gerade über die Straße hinüber,« wiederholt der Sachwalter des Herrn Braß mit einem Blick auf den Gerichtshof. »Allein?« – »Ich bitte um Verzeihung,« entgegnet Herr Swiveller, der die Frage nicht ganz verstanden hat. – »Allein, Sir? –« wiederholt der Sachwalter des Herrn Braß mit einer Donnerstimme. »Haben Sie allein gespeist, oder haben Sie Jemand traktirt?« – »O ja, Sie dürfen es mir nachsagen,« erwiederte Swiveller lächelnd. – »Haben Sie die Güte, jede Leichtfertigkeit zu verbannen, Sir, die sich nicht sehr zu dem Orte schickt, wo Sie sich befinden, obgleich Sie vielleicht Grund haben, Gott zu danken, daß es nur dieser Platz ist,« sagte der Sachwalter des Herrn Braß mit einem Kopfnicken, wodurch er anzudeuten beabsichtigte, Herrn Swiveller's eigentliche Thätigkeits-Sphäre wäre das Gefangenen-Schiff; »und horchen Sie auf. Sie haben gestern in der Meinung, das Verhör würde gleich angehen, irgendwo herum gewartet. Sie speisten über der Straße drüben. Sie haben irgend Jemanden traktirt. Es fragt sich nun, war dieser Jemand nicht ein Bruder des Gefangenen vor der Schranke?« – Herr Swiveller schickt sich an, eine Erklärung zu geben. – »Ja, oder nein, Sir,« ruft der Sachwalter des Herrn Braß. – »Aber Sie werden mir doch erlauben –« – »Ja, oder nein, Sir?« – »Ja, das war der Fall, aber –.« – »Ja, es war der Fall; er gesteht es zu,« ruft der Herr, ihn kurz beim Worte fassend. »Nun, Sie sind ein ganz vortrefflicher Zeuge.«

Der Sachwalter des Herrn Braß setzt sich nieder. Kit's Herr, der nicht weiß, wie die Sache wirklich steht, scheut sich, den Gegenstand zu verfolgen. Richard Swiveller zieht sich beschämt zurück. Der Richter, die Jury und die Zuschauer denken sich unter seinem Gaste einen übelaussehenden, langbärtigen, liederlichen jungen Burschen von sechs Fuß Höhe, während er in Wirklichkeit aus Niemand anders bestanden hat, als aus dem kleinen Jakob, der, in einen Shawl gewickelt und die Waden seiner kleinen Füße in der Luft baumelnd, zugegen ist. Niemand kennt die Wahrheit; alle Welt schließt auf irgend eine Hinterlist – und alles dieß nur in Folge der von Herrn Braßens Sachwalter entwickelten Schlauheit.

Dann kommen die Charakterzeugen, und hier tritt der Herr des Klägers abermals auf. Es stellt sich heraus, daß Herr Garland durchaus kein Zeugniß über Kit gehabt hat, daß derselbe ihm blos durch seine Mutter empfohlen, und daß er aus unbekannten Gründen plötzlich aus den Diensten seines früheren Herrn entlassen worden war.

»In der That, Herr Garland,« sagte der Herr des Klägers, »für einen Mann in Ihren Lebensjahren haben Sie sich da, um das Allermindeste zu sagen, eigentlich unklug benommen, denke ich.« Die Jury denkt auch so und findet Kit schuldig. Er wird abgeführt, obgleich er fortwährend de- und wehmüthig seine Unschuld betheuerte. Die Zuschauer nehmen mit erneuerter Aufmerksamkeit ihre Plätze wieder ein, denn es sollen jetzt mehrere weibliche Zeugen für den nächsten Fall vernommen werden, und es geht das Gerücht, daß der Sachwalter des Herrn Braß dem Auditorium viel Spaß machen wird durch das Kreuz- und Querverhör im Interesse des Gefangenen.

Kit's Mutter, das arme Weib, wartete bei dem Gitter unten an der Treppe, wo ihr Barbara's Mutter, die ehrliche Seele, Gesellschaft leistet und nichts anders zu thun weiß, als zu weinen und das Büblein zu halten. Es erfolgt eine traurige Zusammenkunft. Der zeitungslesende Schließer hat ihnen alles gesagt. Er glaubt nicht, daß es sich um Deportation für Lebenszeit handeln wird, weil man noch Zeit hat, für den Verurteilten gute Zeugnisse beizuschaffen, welche ihm jedenfalls zu Statten kommen müssen. Er wundert sich, warum er es gethan hat.

»Aber er hat es nicht gethan!« ruft Kits Mutter.

»Nun,« sagte der Schließer, »ich will Euch nicht widersprechen. Es ist jetzt alles eins, ob er es gethan hat oder nicht.«

Kit's Mutter kann durch die Eisenstangen seine Hand erreichen und drückt sie – nur Gott und diejenigen, denen er so viel Zärtlichkeit in's Herz gelegt hat, wissen, mit welchem Seelenschmerze. Kit sagt ihr, sie solle guten Muthes sein, und unter dem Vorwand, man solle die Kinder zu ihm emporheben, daß er sie küssen könne, bittet er Barbara's Mutter leise, sie fortzunehmen.

»Gewiß wird sich ein Freund für uns erheben, Mutter,« ruft Kit; »wenn auch nicht gleich im Augenblicke, so doch bald. Meine Unschuld wird an's Licht kommen, Mutter, und ich kehre wieder heim; ich fühle dieß zuversichtlich. Ihr müßt dem kleinen Jakob und dem Büblein erzählen, wie alles dieß kam; denn wenn sie denken könnten, ich sei je unehrlich gewesen, sobald sie einmal alt genug sind, um dieß zu verstehen, so würde es mir das Herz brechen, und wenn ich tausend Meilen weit weg wäre. – O, gibt es denn nicht irgend einen guten Herrn hier, der für sie Sorge tragen möchte!«

Ihre Hand gleitet aus der seinigen, denn das arme Geschöpf sinkt besinnungslos zu Boden. Richard Swiveller kömmt hastig hinzu, ellenbogt die Umstehenden aus dem Wege, nimmt sie, nicht ohne einige Mühe, in der Weise der Comödienentführer auf den einen Arm, nickt Kit zu, befiehlt Barbara's Mutter zu folgen, da draußen eine Kutsche auf sie warte, und trägt seine Last rasch von hinnen.

Richard brachte sie sofort nach Hause, und kein Sterblicher weiß, welche erstaunliche Abgeschmacktheiten er auf dem Wege durch fortwährendes Citiren aus Liedern und Gedichten begangen haben mag. Wie gesagt also, er brachte sie nach Hause, wo er wartete, bis sie sich erholt hatte; und da er kein Geld besaß, um die Kutsche zu bezahlen, so fuhr er ganz stattlich in Bevis-Marks vor und hieß den Kutscher (denn es war Samstag Abend) an der Thüre warten, während er hineinginge, um »wechseln zu lassen.«

»Ah, Herr Richard,« sagte Braß wohlgemuth. »Guten Abend.«

So ungemein abgeschmackt Kit's Erzählung anfangs auch erscheinen mochte, so beargwöhnte doch Herr Richard an diesem Abend seinen gesprächigen Brodherrn halb und halb irgend einer tief angelegten Büberei. Vielleicht hatte sein sonst so gleichgültiger Charakter nur aus dem Elend, dessen Zeuge er eben gewesen, den Anlaß dazu genommen; wie dem übrigens sein mag, der Gedanke wollte ihm gar nicht aus dem Kopfe, und er sagte in so wenig Worten als möglich, was er brauchte.

»Geld?« rief Braß, seine Börse herausnehmend. »Ha, ha! Natürlich, Herr Richard, ganz natürlich, Sir. Alle Menschen müssen leben. Können Sie eine Fünfpfundnote wechseln, Sir?«

»Nein,« versetzte Dick kurz angebunden.

»O!« sagte Braß, »da ist gerade die Summe. Es erspart uns Mühe. Sie sind mir natürlich sehr willkommen – Herr Richard –«

Dick, der inzwischen die Thüre erreicht hatte, drehte sich wieder um.

»Aber Sie brauchen sich nicht zu bemühen, je wieder zurückzukommen, Sir,« fügte Braß bei.

»Wie?«

»Sie sehen, Herr Richard«, entgegnete Braß, indem er die Hände in die Tasche steckte und sich auf seinem Schreibebock hin und her wiegte, »die Thatsache ist, daß ein Mann von Ihren Fähigkeiten verloren, ganz verloren ist, Sir, in unserem trockenen und schimmeligen Beruf. Es ist eine schreckliche Plackerei – herzbrechend. Ich möchte sagen, daß das Theater, oder die – oder die Armee, Herr Richard, oder irgend eine höhere Stellung in dem patentisirten Viktualienhandel so eine Art Sache wäre, worin sich das Genie eines Mannes, wie Sie, entwickeln könnte. Ich hoffe, Sie werden hin und wieder zu einem Besuche bei uns ansprechen. Sally wird sich gewiß sehr darüber freuen, Sir. Es thut ihr außerordentlich leid, Sie zu verlieren, Herr Richard, aber das Bewußtsein ihrer Pflicht gegen die Gesellschaft läßt sie es tragen. – Sie ist ein ganz erstaunliches Wesen, Sir! Sie werden das Geld richtig finden, denke ich. Da ist noch ein zerbrochenes Fenster Sir; aber ich habe Ihnen um deßwillen keinen Abzug gemacht. Wenn wir uns von Freunden trennen, Herr Richard, so muß es in liberaler Weise geschehn. Ein entzückendes Gefühl, Sir!«

Auf alle diese gelegentlichen Bemerkungen antwortete Herr Swiveller mit keinem Worte. Er kehrte nun zu seiner Wasserfahrtjacke zurück, rollte sie in einen dichten, runden Ballen zusammen und blickte dabei beharrlich auf Braß, als hätte er die Absicht, ihn damit niederzukugeln. Dieß unterblieb jedoch, denn er nahm sein Gepäck blos unter den Arm und marschierte in tiefem Schweigen aus dem Bureau. Er hatte jedoch kaum die Thüre geschlossen, als er sie wieder öffnete, auf einige Augenblicke in derselben bedeutungsvollen Gravität hineinstierte, noch einmal mit dem Kopfe nickte und endlich langsam, einem Gespenste ähnlich, verschwand.

Sobald er den Kutscher bezahlt hatte, drehte er Bevis-Marks den Rücken zu, angeschwellt von großartigen Plänen, wie er Kit's Mutter trösten und Kit selber Beistand leisten wolle.

Aber die Lebensstunden von Herren, welche sich Vergnügungen hingeben, wie Richard Swiveller, sind außerordentlich unzuverlässig. Die spirituose Aufregung der letzten vierzehn Tage, in Anbetracht, daß sie auf ein System wirkte, welches in nicht geringem Grade unter der spirituosen Aufregung mehrerer Jahre gelitten hatte, erwies sich etwas zu stark für ihn. In derselben Nacht wurde Herr Richard von einer beunruhigenden Krankheit befallen, und nach vierundzwanzig Stunden lag er im Fieberdelirium.


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