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Master Humphrey's Wanduhr. Erster Band

Charles Dickens: Master Humphrey's Wanduhr. Erster Band - Kapitel 24
Quellenangabe
typefiction
authorCharles Dickens
titleMaster Humphrey's Wanduhr. Erster Band
publisherVerlag von Carl Zieger
printrunDritte Auflage
yearo.J.
translatorCarl Kolb
correctorJosef Muehlgassner
senderbruce.welch@gmx.net
created20150221
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Der Raritätenladen. Vierzehntes Kapitel

Da es Kit sehr leicht war, sich zu bereden, das alte Haus liege auf seinem Wege, mochte dieser auch hinführen, wo er wollte, so machte er den Versuch, es für eine gebieterische und unangenehme Nothwendigkeit zu halten, noch einmal daran vorbei zu spazieren, ganz, als fühle er durchaus keinen eigenen Antrieb, welchem nachzugeben er sich gezwungen sähe. Es ist keine ungewöhnliche Erscheinung, daß sogar Leute von weit besserer Erziehung, als diejenige war, welcher sich Christoph Nubbles zu erfreuen hatte, in zweifelhaften Fällen ihre Neigungen als ein Muß betrachten und sich viel auf ihre Selbstverläugnung zu Gute thun, durch die sie eigentlich doch nur sich selbst etwas Angenehmes bereitet haben.

Dießmal war keine Vorsicht nöthig, auch hatte er durchaus nicht zu fürchten, Daniel Quilp's Jungen Revanche geben zu müssen. Der Ort war ganz verlassen, und sah so staubig und schmutzig aus, als ob er sich schon seit Monaten in diesem verödeten Zustande befände. Ein rostiges Vorlegschloß hing an der Thüre, die Enden mißfarbiger Blenden und Vorhänge flatterten traurig gegen die halb offenen oberen Fenster, und die gekrümmten Löcher, welche in die unteren Läden geschnitten waren, ließen nur das finstere Schwarz des Innenraums durchschauen. Eine von den Fensterscheiben, die er so oft bewacht hatte, war in der rohen Eile des Morgens zerbrochen worden, und das Gemach sah jetzt trübseliger und verödeter aus, als alle übrigen. Ein Haufen müssiggängerischer kleiner Knirpse hatte die Thürstaffel in Besitz genommen, und einige spielten mit dem Thürklopfer, auf dessen Töne sie mit entzückter Furcht horchten, wenn sie so hohl durch das leere Haus wiederhallten, während andere sich um das Schlüsselloch schaarten und halb im Scherz, halb im Ernst nach dem »Geist« sahen, den das Düster einer Stunde und das Geheimniß, welches die letzten Bewohner umhüllte, bereits in der fruchtbaren Einbildungskraft der Nachbarn geschaffen hatte. In Mitte der Geschäftigkeit und Rührigkeit der Straße allein stehend, sah das Haus wie ein Bild kalter Verwüstung aus; und Kit, welcher sich wohl noch des lustigen Feuers erinnerte, das an Winterabenden dort zu brennen pflegte und auch das heitere Lachen, von dem das kleine Gemach wiederhallte, frisch im Gedächtniß hatte, wandte sich wehmüthig ab.

Um dem armen Kit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, muß hier ausdrücklich bemerkt werden, daß sein Charakter durchaus keine sentimentale Richtung besaß – ein Beiwort, das er vielleicht in seinem ganzen Leben nie gehörte hatte. Er war nur ein weichherziger, dankbarer Junge, der nichts Gentiles und Abgeschliffenes an sich hatte; statt daher seinen Schmerz nach Hause zu tragen, die Kinder zu plagen und seine Mutter zu mißhandeln (denn unsere gebildeten jungen Herrchen lieben es, wenn es ihnen nicht ganz nach Wunsche geht, ihre ganze Umgebung gleichfalls unglücklich zu machen), versuchte es die gemeine Seele, den Gedanken, wo möglich, eine heitere Richtung zu geben.

Himmel, welche Unzahl von Gentlemen, die hin und her ritten – und wie Wenige, die ihre Pferde halten lassen wollten! Ein guter Stadtspeculant oder ein Nationalöconom aus dem Parlament hätte, bis auf ein Bruchtheil hin aus den Massen von Reitern auf den Straßen berechnen können, welche Geldsummen im Laufe eines Jahres zu London nur durch Pferdehalten verdient würden. Und ohne Zweifel müßte damals auch ein erkleckliches Geld gefallen sein, wenn nur der zwanzigste Theil der Herren, welche nicht mit Reitknechten versehen waren, Anlaß gehabt hätten, abzusteigen. Dieß war jedoch nicht der Fall – und oft ist es ein übler Umstand, wie der gegenwärtige, der die scharfsinnigsten Berechnungen zu Schanden macht.

Kit ging umher, bald mit raschen, bald mit langsamen Schritten, das eine Mal zögernd, wenn ein Reiter sein Pferd langsamer traben ließ und umhersah, ein ander Mal in vollem Galopp eine Nebengasse hinauf, wenn er wahrnahm, daß in der Entfernung Jemand auf der Schattenseite des Weges fortritt und alle Augenblicke an irgend einer Thüre absteigen zu wollen schien. Aber Einer zog nach dem Andern weiter, und noch immer wollte sich kein Penny verdienen lassen.

»Ich möchte doch wissen,« dachte der Knabe, »ob nicht einer dieser Herren, um mich eine Kleinigkeit verdienen zu lassen, absichtlich halten und so dergleichen thun würde, als hätte er irgendwo einen Besuch zu machen, wenn ihm bekannt wäre, daß bei uns zu Haus nichts im Schranke ist.«

Völlig ermattet vom Pflastertreten – der oft wiederholten Täuschungen gar nicht zu gedenken – hatte er sich eben auf eine Thürtreppe gesetzt, um ein wenig auszuruhen, als eine kleine, rasselnde, vierrädrige Chaise mit einem ziemlich störrig aussehenden, rauhhaarigen Pony, der von einem kleinen, fetten, alten Herrn mit einem gefälligen Gesichte getrieben wurde, auf ihn zukam. Neben dem kleinen alten Herrn saß eine kleine alte Dame von eben so beleibtem und gefälligem Ansehen, und der Pony ging ganz seinen eigenen Schritt, ohne sich viel an seinen Treiber oder die Equipage überhaupt zu kehren. Wollte der alte Herr durch Schütteln der Zügel eine Vorstellung machen, so antwortete der Pony durch ein Schütteln des Kopfes, und es war klar, daß das Höchste, wozu ich der Pony verstehen wollte, darin bestand, in seinem eigenen Schritt allenfalls die Straße, welche der alte Herr ausdrücklich passiren wollte, hinanzugehen; es schien jedoch ein gegenseitiges Einvernehmen darüber stattzufinden, daß es in der Manier des Gaules geschehen mußte, wenn es überhaupt geschehen sollte.

Als sie an der genannten Thürtreppe vorbei kamen, blickte Kit so sehnsüchtig auf das gefährliche kleine Fuhrwerk, daß der alte Herr ihn wiederum ansah, worauf Kit aufstand und die Hand an den Hut legte. Der alte Herr deutete sofort dem Pony seine Absicht an, Halt zu machen – ein Vorschlag, welchem der Pony (der selten gegen diesen Theil seiner Obliegenheit etwas einzuwenden hatte) gnädig seine Zustimmung ertheilte.

»Ich bitte um Verzeihung, Sir,« sagte Kit. »Vielleicht wollen Sie halten, und da möchte ich nur fragen, ob Sie Jemand brauchen, der auf Ihr Pferd Acht hat?«

»Erst in der nächsten Straße,« entgegnete der Herr. »Wenn du aber nachkommen willst, so soll dir diese Verrichtung übertragen werden.«

Kit dankte und ging mit Freuden hinter der Chaise her. Der Pony jagte auf eine scharfe Ecke zu, um den Lampenpfosten auf der entgegengesetzten Seite der Straße zu inspiciren, und verfügte sich sodann in einer Tangente nach dem Lampenpfosten auf der andern Seite. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß Form und Material bei beiden gleich waren, machte er Halt, augenscheinlich ganz in Betrachtungen vertieft.

»Willst du weiter gehen, Bürschchen,« rief der alte Herr gravitätisch, »oder sollen wir hier warten, bis es zu spät wird für unser Geschäft?«

Der Pony blieb unbeweglich.

»O du Taugenichts von einem Klepper,« sagte die alte Dame. »Pfui über dich! Ich schäme mich deines Betragens.«

Der Pony schien durch diese Apellation an sein Ehrgefühl gerührt zu werden, denn er trottelte alsbald weiter, obgleich in einer sehr verdrießlichen Weise, und hielt nicht früher, bis er an einer Thüre anlangte, auf dessen Messingschild die Worte » Witherden, Notar« zu lesen waren. Hier stieg der alte Herr ab, half der alten Dame heraus und zog dann unter dem Sitze einen Blumenstrauß hervor, der an Gestalt und Größe einer umfangreichen Wärmflasche mit kurzem Handgriffe ziemlich ähnlich war. Diesen nahm die alte Dame mit würdevoller und stattlicher Miene mit in's Haus, und der alte Herr, der einen Klumpfuß hatte, folgte ihr auf der Ferse nach.

Sie begaben sich, wie man aus dem Tone ihrer Stimmen entnehmen konnte, in das Vorderzimmer, welches eine Art Geschäftsbureau zu sein schien. Der Tag war sehr warm, die Straße eine ruhige, und da die Fenster weit offen standen, so konnte man durch die venetianischen Blenden leicht hören, was in dem Innern vorging.

Zuerst gab es viel Händeschütteln und Fußscharren, worauf die Ueberreichung des Blumenstraußes folgte, denn eine Stimme, welche der Zuhörer für die des Herrn Notars Witherden hielt, rief zu wiederholten Malen: »oh, köstlich!« – »in der That ein herrlicher Wohlgeruch!« und eine Nase, welche gleichfalls das Eigenthum des genannten Herrn sein mochte, saugte hörbar mit ungemein vergnügtem Schnüffeln den Duft ein.

»Ich brachte ihn der gegenwärtigen Gelegenheit zu Ehren mit, Sir,« sagte die alte Dame.

»Ah, in der That eine Gelegenheit, Ma'am; eine Gelegenheit, die ich mir zur Ehre rechne, Ma'am, zur großen Ehre,« versetzte Herr Witherden, der Notar. »Ich habe schon manchen Gentleman bei mir eingeschrieben, Ma'am; ja, schon manchen. Einige davon wälzen sich jetzt in Reichthümern, ohne ihres alten Freundes zu gedenken, Ma'am; andere besuchen mich heutgen Tages noch und sagen mir: ›Herr Witherden, die vergnügtesten Stunden meines Lebens habe ich in Ihrem Bureau zugebracht – ja, Sir, sogar auf diesem nämlichen Schreibebock,‹ – aber nicht Einer war unter ihrer Zahl, Ma'am, so sehr ich ihnen auch zugethan war, dem ich eine so glänzende Zukunft voraussagen könnte, als ich Ihrem einzigen Sohne prophezeihe.«

»Ach du mein Himmel!« sagte die alte Dame. »Gewiß, Sie können nicht glauben, wie glücklich Sie uns durch diese Versicherung machen.«

»Ich sage ihnen, Ma'am,« entgegnete Herr Witherden, »was ich als ehrlicher Mann denke, der, wie der Dichter sagt, das edelste Werk Gottes ist. Ich bin hier – wie mit Pope ganz einer Meinung, Ma'am. Die Alpen auf der einen und der Kolibri auf der andern Seite sind – als Gebilde der Allmacht betrachtet – Nichts gegen einen ehrlichen Mann – oder eine ehrliche Frau – ja, auch gegen eine ehrliche Frau.«

»Alles, was Herr Witherden von mir sagen kann,« bemerkte eine kleine, ruhige Stimme, »kann ich gewiß mit Zinsen auch von ihm sagen.«

»Es ist ein glücklicher Umstand – ein wahrhaft glücklicher Umstand,« sagte der Notar, »daß dieß gerade an seinem achtundzwanzigsten Geburtstag zutrifft, und ich hoffe, daß ich es zu schätzen weiß. Sicherlich, mein lieber Herr Garland, dürfen wir uns gegenseitig zu diesem Glück weissagenden Umstande gratuliren.«

Der alte Herr entgegnete, er fühle sich überzeugt, daß sie es dürften. Dann schien wieder ein Händeschütteln stattzufinden, und als dieß vorüber war, sagte der alte Herr, er sollte es zwar nicht sagen, aber er glaube, nie habe ein Sohn seinen Eltern mehr zur Freude gelebt, als Abel Garland den seinigen.

»Wir, seine Mutter und ich, haben uns erst spät im Leben geheiratet, Sir, nachdem wir lange genug auf günstige Glücksverhältnisse gewartet – wir kamen bereits nicht mehr jung zusammen: und trotz dem doch noch mit einem Kinde gesegnet werden – nun, das ist doch gewiß eine Quelle großen Glücks für uns Beide, Sir.«

»Begreiflich – das unterliegt gar keinem Zweifel,« versetzte der Notar mit sympathisirender Stimme; »und die Betrachtung solcher Fügungen läßt mich mein Geschick beklagen, das mich zu einem Hagestolz bestimmt hat. Ich kannte einmal eine junge Dame, Sir, die Tochter eines Handlungshauses von größter Respectabilität – doch das ist eine Schwäche. Chuckster, bringen Sie Herrn Abels Lehrcontract herein.«

»Sie sehen, Herr Witherden,« sagte die alte Dame, daß Abel nicht wie der große Haufe anderer junger Leute aufgewachsen ist. Er hatte immer eine Freude an unserer Gesellschaft und war immer bei uns. Abel ist nie von dem Elternhaus abwesend gewesen – keinen Tag; nicht wahr, mein Lieber?«

»Nie, mein Schatz,« entgegnete der alte Herr, »ausgenommen damals, als er Sonnabends mit Herrn Tomkinley, einem Lehrer an der Schule, welche er besuchte, nach Margate ging und am Montag wieder zurückkam; aber du erinnerst dich noch, meine Liebe, daß es ihm sehr übel bekam; er war ganz aus der Ordnung.«

»Begreiflich; er war so etwas nicht gewohnt,« erwiederte die alte Dame, »und so konnte er es natürlich nicht ertragen. Außerdem hatte er dort keine Freude, weil wir ihm fehlten und er deßhalb mit Niemand plaudern oder sich erheitern konnte.«

»Ja, das war es,« fiel dieselbe kleine, ruhige Stimme ein, die schon einmal gesprochen hatte. »Ich war ganz in der Fremde, Mutter, ganz vereinzelt; und wenn ich dabei dachte, daß das Wasser zwischen uns läge – oh, ich will nie vergessen, was ich bei dem Gedanken fühlte, durch die See Herr Abel Garland meint damit nur die Themse. von Ihnen getrennt zu sein.«

»Sehr natürlich unter diesen Umständen,« bemerkte der Notar. »Herrn Abels Gefühle machen seinem Herzen Ehre, und auch dem Ihrigen, Ma'am, und dem seines Vaters – überhaupt der ganzen menschlichen Natur. Nun erst kann ich genau den Strom verfolgen, der sich durch sein ganzes ruhiges und bescheidenes Wesen hinzieht. – Ich bin jetzt, wie Sie bemerken, im Begriffe, unter Herrn Chuckster's Zeugschaft den Lehrbrief mit meinem Namen zu unterzeichnen; indem ich nun meine Finger auf diese ausgezackte, blaue Oblate lege, sehe ich mich genöthigt, mit deutlicher und bestimmter Stimme – erschrecken Sie nicht, Ma'am, es ist bloß eine gesetzliche Form – zu erklären, daß ich dieß thue mit bestem Wissen und Willen. Herr Abel wird seinen Namen der andern Oblate gegenübersetzen und die gleichen cabalistischen Worte wiederholen, womit das Geschäft abgethan ist. Ha, ha, ha! Sie sehen, wie leicht solche Dinge gehen.«

Es folgte nun ein kurzes Schweigen, während dessen Herr Abel wahrscheinlich die vorgeschriebene Form durchmachte; dann erneuerte sich das Händeschütteln und Fußscharren, und bald nachher hörte man das Klingen von Weingläsern nebst großer Redseligkeit von allen Seiten. Nach ungefähr einer Viertelstunde zeigte sich Herr Chuckster (mit der Feder hinter dem Ohre und einem weinrothen Gesichte) an der Thüre, ließ sich herab, Kit mit dem scherzhaften Titel »junger Schlingel« anzureden, und eröffnete ihm, daß der Besuch jetzt herauskäme.

Und so war es auch. Herr Witherden, ein kleiner, pausbackiger, munterer, pomphafter Mann mit einer frischen Gesichtsfarbe, führte die alte Dame ungemein höflich am Arme, während Vater und Sohn Hand in Hand folgten. Herr Abel, der ein wunderliches, altmodisches Wesen an sich hatte, sah fast so alt aus, wie sein Vater, und war demselben in Gesicht und Haltung zum Sprechen ähnlich, obgleich ihm einiges von seiner Fülle, Rundung und Heiterkeit abging, anderen letztere Stelle eine scheue Zurückhaltung getreten war. In jeder andern Hinsicht aber, namentlich auch in der Zierlichkeit des Anzuges, und selbst den Klumpfuß nicht ausgenommen, konnte man ihn das treue Conterfey des alten Herrn nennen.

Sobald die alte Dame unter Beihülfe des Sohnes wohlbehalten auf ihrem Platze saß und ihren Mantel nebst einem kleinen Korb, der einen unerläßlichen Theil ihrer Equipage bildete, untergebracht hatte, stieg Herr Abel auf einen kleinen Bock, der augenscheinlich nur um seiner Bequemlichkeit willen hinten angebracht worden war, und lächelte allen Anwesenden der Reihe nach zu, indem er bei seiner Mutter anfing und mit dem Pony aufhörte.

Man hatte viele Mühe, um den Klepper so weit zu bringen, daß er den Kopf in die Höhe hielt und den Zügel fest machen ließ. Endlich kam man jedoch auch hiemit zu Stande, und der alte Herr, der sich inzwischen gesetzt und das Leitseil zur Hand genommen hatte, steckte jetzt die Hand in seine Tasche, um ein Sixpencestück für Kit hervorzuholen.

Aber weder er, noch die alte Dame, noch Herr Abel, noch der Notar, noch Herr Chuckster besaß ein solches, und doch schien dem alten Herrn ein Shilling zu viel; da indeß kein Laden in der Straße war, wo man hätte wechseln lassen können, so erhielt der Knabe den ganzen Shilling.

»Da,« sagte er scherzend; »ich komme nächsten Montag um dieselbe Zeit wieder hieher. Du kannst dann auf mich warten. Junge, um ihn vollends abzuverdienen.«

»Ich danke, Sir,« versetzte Kit. »Ich werde gewiß hier sein.«

Er meinte es ganz im Ernste, und doch lachten Alle herzlich über seine Worte, insbesondere Herr Chuckster, welcher laut hinausbrüllte, und an dem Spaße erstaunlichen Geschmack zu finden schien. Da der Pony, in der Vorahnung, daß es nach Hause gehe, oder mit dem Entschlusse, keinen andern Weg einzuschlagen (was so ziemlich auf das Gleiche herauskam) ziemlich wacker darauf los trabte, so hatte Kit keine Zeit, sich zu rechtfertigen, und ging daher seines Weges. Er verwendete seinen Schatz auf Einkäufe, von denen er wußte, daß sie zu Hause am liebsten gesehen würden, ohne dabei den Hanfsamen für den wundervollen Vogel zu vergessen, und eilte dann, so schnell er konnte, zurück, durch das gute Glück seiner Geschäftswanderung so sehr begeistert, daß er mehr als halb hoffte, Nell und der alte Mann wären bereits vor ihm daselbst angelangt.

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