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Marceline Desbordes-Valmore

Stefan Zweig: Marceline Desbordes-Valmore - Kapitel 14
Quellenangabe
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typebiography
authorStefan Zweig
titleMarceline Desbordes-Valmore
publisherInsel-Verlag
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Zweiter Teil. Gedichte

Von den Gedichten der Marceline Desbordes-Valmore ist in dieses Werk nur eine verhältnismäßig enge Auswahl aufgenommen, und zwar aus künstlerischen Gründen. Die besondere Eigenart jener französischen Verse ruht nebst ihrer sehr zarten Melodik in ihrer Einfachheit, in den natürlichen brüsken, fast naiv offenbaren Ausbrüchen und Interjektionen, in dem unerhört Unmittelbaren, mit dem sich hier das Gefühl noch heiß und zitternd an die nachschwingende Strophe weitergibt. Jede Nachdichtung gerät da in Gefahr, entweder an das Banale des Ausdrucks oder an eine Künstlichkeit sich zu verlieren: nichts ist ja schwerer zu übertragen als die spontane Einfachheit. So wurden (im Gegensatz zur früheren Ausgabe) aus größerer Anzahl nur jene Verse gewählt, die auch in deutscher Übertragung das Ungekünstelte ihres Gefühls zu vollem dichterischen Ausdruck bringen, und außerdem die Anordnung so gefügt, daß in den Versen das Lebensschicksal sprechend zutage tritt. Mit Absicht habe ich zudem in der Einleitung zwei Gedichte und einige Strophen im Originaltext französisch belassen, damit der Vergleich mit der Urmelodie sich jedem handlich darbiete.

Die Übertragungen stammen (mit Ausnahme von »Vorahnung« und »Um das Kind einzuschläfern«, die Friderike Maria Zweig übersetzt hat) von Gisela Etzel-Kühn, der hochbegabten Dichterin, der wir auch eine außerordentliche Nachdichtung von John Keats verdanken. Ihre Absicht, das lyrische Werk der von ihr sehr bewunderten Marceline Desbordes-Valmore vollständig der deutschen Sprache zu gewinnen, machte ihr früher Tod zunichte. Sie ist im vierten Jahre des Krieges in Bern gestorben, mitten im Werke, dem sie viel von ihrer Kunst und ihre ganze Liebe gab.

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