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Michael Georg Conrad: Majestät - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
booktitleMajestät
authorMichael Georg Conrad
yearca. 1905
publisherOtto Janke Verlag
addressBerlin
titleMajestät
pages4-398
created20020616
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Staatsgeschäfte waren in aller Herrgottsfrühe erledigt. Der Tag sollte dem Meister gehören. Da lagen die Pläne, die Kostenvoranschläge. Dem König pochte das Herz. Er fühlte nie deutlicher als heute die Wunderkraft der Kunst. Nie war er überzeugter, der Künstler erstrebe seine eigene höchste Befriedigung – und mit der eigenen Seligkeit mache er Millionen selig. Das ist durch alle Zeitalter der Kunst erprobt. Der Schöpfungsegoismus bedarf keiner Rechtfertigung mehr. In dem Maße, als die Kulturmenschheit Kunst in sich aufgenommen hat, ist sie humaner, feiner, edler, im höchsten Sinne religiöser geworden. Tausend wertvolle Kräfte, die in der Menschheit schlummern, werden durch die Kunst lebendig und strahlen neue Schönheit, jugendfrische Daseinsreize aus. So wird sie zugleich zur vornehmsten ökonomischen Macht. Sie steigert die alten Werte und schafft neue.

Der Kassenbeamte wurde gemeldet. Ein nüchterner Kopf, ein treuer Diener. Der König wollte ihm ein wenig aus den Zahn fühlen und ihm einen Blick in des Meisters Pläne gestatten, die ja zugleich des Königs Pläne waren. Er sollte ihm dann die Wunder der Kunst in das Finanztechnische übersetzen. Was für Summen wird ihm dieser harte Tatsachenmensch aus den Phantasien der Architekten herausrechnen – was für Unsummen! Und wie wird er dann verblüfft sein, wenn ihm der König aus dem fertigen Kostenvoranschlag die Bagatelle einer einzigen Million Gulden für den grandiosen Festspieltempel unter die Nase reibt. Der König wollte diese Freude haben. Er wollte die Überraschung des alten Beamten Zug für Zug auskosten.

»Wir wollen ein wenig bauen«, begann der König liebenswürdig schalkhaft. »Ein klein wenig. Eine Feststraße, eine Brücke, eine Terrasse und ein schönes Haus darauf. So ähnlich wie die Maximiliansstraße mit der Maximiliansbrücke und dem Maximilianeum. Nur etwas geschmackvoller und solider. Dies alles ist nur ein erster Anfang. Ein bescheidener Anfang. Später kommt mehr – und noch viel Schöneres. Wir wollen die guten Münchener erst daran gewöhnen, an das Neue, das wir vorhaben. Aller Anfang ist schwer. Sie wissen ja, nicht wahr, auch im Rechnungswesen ist's so. Man muß sich an die größeren Summen gewöhnen, dann rechnet's sich damit so bequem wie mit den kleinen. Die Scheu vor der großen Ziffer – na, Sie sagen gar nichts?«

»Majestät, ich weiß nicht –«

»Ach so!« lachte der König. »Setzen Sie sich einmal her und betrachten Sie sich diese Pläne. Ganz gemütlich. Dieses Blatt – nein, das ist der Festspieltempel –, dieses andre hier, damit wollen wir anfangen. Hier ist die Residenz mit dem Festsaalbau, hier das Tor in den Arkaden mit dem Blick in die Brienner Straße. Das haben wir seit Großvaters Zeit fix und fertig. Nicht wahr? Doch nicht! Fertig ist's offenbar nicht, denn hier bricht die Straße am Hofgarten und Marstall ab und in der allernächsten Nähe der Residenz steht das vorsintflutliche Gerümpel und Winkelwerk der Sankt Annavorstadt vom Lehel. Da brechen wir durch! Da räumen wir auf! Da machen wir uns Luft bis an die Isar und darüber hinaus!«

Der König kam so in Hast, daß ihm der Atem ausging. Er richtete sich auf, stemmte die Fäuste in die Hüften und drückte die Brust heraus.

Dann begann er wieder zu dem schweigend dasitzenden alten Finanzmann. »Nicht wahr, lieber Hofrat, das leuchtet Ihnen ein, daß der Zustand zwischen dem Festsaalbau und der Isar eigentlich ein Skandal ist? Das gräßliche Quartier, das sich hier einschiebt, stinkt zum Himmel, deutsch gesprochen. Es ist einer Residenzstadt unwürdig. Und da ich der nächste Nachbar bin, so ist es meine Pflicht, dem ein Ende zu machen. Ich muß es aber wie ein König tun, nicht wie ein gemeiner Grund und Bodenspekulant. Der Spekulant brauchte nur das ganze Terrain zwischen Schloß und Fluß aufzukaufen, die Knallhütten wegzurasieren und den gewonnenen Baugrund zu parzellieren. Tut's kein Einheimischer, so besorgt's eines Tages ein Fremder, steckt sich den Gewinn in die Tasche und geht davon und lacht das dumme München aus. Tut's kein einzelner, so tut's eine Spekulantengesellschaft, eine Bank oder dergleichen. Geschehen wird es. Auf alle Fälle. Gehen Sie nur auf das andere Flußufer hinüber, auf die Bogenhauser oder Gasteiger Anhöhe oder auf die Rampe des Maximilianneums – und überschauen Sie sich das Gebiet zwischen meiner Residenz und der Isar. Ein solches Schmutznest in dieser herrlichsten Gegend! Hier muß einer der grandiosesten Stadtteile entstehen. Ein Villenviertel mit Prunkstraßen. Das ist zweifellos. Nun, was sagen Sie?«

Schüchtern wickelte sich der Hofrat aus seiner Zurückhaltung heraus. »Gestatten Eure Majestät eine Frage: Wo nimmt man die Leute her, die das Villenviertel bewohnen und die Prunkstraßen bezahlen?«

»Oh, die werden kommen, seien Sie unbesorgt. Die Schönheit hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft!« rief der König ungeduldig.

»Zukunftsmusik«, sagte der Alte tonlos.

»Bravo, Hofrat! Wir machen Zukunftsmusik!« brach der König voll Begeisterung los. »Das ist die Zauberformel: Sesam, tue dich auf. Mit dieser Musik geht alles. So muß ich als König bauen, mit Zukunftsmusik: Sie haben's richtig getroffen. Auf der Waldhöhe an der rauschenden grünen Isar baue ich den Weihetempel der Zukunftsmusik, von meinem Festsaalbau lege ich die Feststraße hinüber durch das elendeste Quartier Münchens – und durch den Zauber der Schönheit, nicht durch gemeine materielle Spekukulation, wird ringsum eine neue, herrliche Welt erstehen. Sehen Sie sich doch die Pläne an, lieber Hofrat, recht genau sehen Sie sich die Pläne an: einer der ersten Meister der Baukunst hat sie entworfen!« Der König beugte sich darüber und fuhr mit dem schlanken Zeigefinger den Linien nach: »Hier vom Hofgarten bis zur Isar die Via triumphalis der neuen Kunst, über die Isar wölbt sich die Brücke wie ein schimmernder Regenbogen, Terrassen und Straßen in Windungen durch den Wald die Höhen hinan und auf dem höchsten Punkt des Ufergeländes der Festspieltempel im reichsten Renaissancestil, das Ganze beherrschend durch monumentale Schönheit, durch den tiefsten Sinn der neuen Kunst. Die Welt wird Augen und Ohren ausmachen, verlassen Sie sich drauf.«

»Ja, das ist alles sehr schön, Majestät!«

»Gut, freue mich Ihrer Zustimmung, lieber Hofrat«, sagte der König erregt. »Nun werden Sie nach den Kosten fragen. Eigentlich wollte ich Sie danach fragen, schätzungsweise. Aber gehen wir schnell zum Positiven über: hier sind die Voranschläge. Nun?«

Nach einer Weile erhob der Alte den Bulldoggenblick zum König. »Majestät, die Summe ist unerschwinglich.«

Der König lachte . »Das ist ein guter Spaß. Eine Million Gulden für den Prachtbau unerschwinglich!«

»Ja, Majestät, wenn's bei der einen Million bliebe. Doch da sind noch vier Millionen für Grund und Boden und für die Anlage der Straße, Brücke und Terrasse. Macht in Summa fünf Millionen – und wie die Dinge liegen, muß ich diesen Betrag unerschwinglich finden.«

Der König entschieden, vorwurfsvoll: »Lieber Hofrat, ich hätte Sie für einen besseren Rechner gehalten. Sie übersehen vollständig, daß der spätere Gewinn den einmaligen Kostenaufwand vielfach decken wird. Die Pläne und Voranschläge sind wohl durchdacht. Die Sache ist reif. Es ist mein königlicher Wille, daß der Ausführung kein unnützer Widerstand bereitet werde.«

Der Kassenbeamte war geknickt. Er fühlte die Ungnade seines jungen Herrn. Trotzdem wagte er noch die Bemerkung: »Majestät halten einem alten Beamten zu Gnaden: Zukunftsmusik und Gegenwartsrechnung, es ist nicht meine Schuld, wenn das nicht zusammenstimmt.«

»Das lassen Sie meine Sorge sein. Adieu.«

Er kehrte dem Alten, der sich unter tiefen Bücklingen entfernte, den Rücken und trat in stolzer Haltung ans Fenster. Draußen dunstschwerer, dunkelgrauer Himmel.

Am Abend schöner Vollmond. Das machte den König wieder froh. Er sah in dem verklärten Himmel, der sich über seine Residenz in lichter Herrlichkeit weitete, eine liebe Verheißung.

»Zukunftsmusik!« rief der König, setzte sich hin und schrieb dem Meister einen von Treuebeteuerungen überfließenden Brief.

Seltsam weich wurde ihm ums Herz, als er die Feder aus der Hand legte und träumerisch vor sich hinsann. Wenn die Schönheit zu dem Volke käme, und das Volk wiese sie von der Schwelle? Wenn die Schönheit ein Juwel böte, und man schlüge es ihr aus der Hand? Seit Jahrhunderten geht die deutsche Bildung bei den Hellenen in die Schule, bei Römern, Florentinern, Venezianern und Parisern, und rühmt sich ihrer Klassizität und Universalität – und jedes neue Kunstwerk, jede große schöpferische Tat begegnet ihrem Widerspruch. Der gute Hofrat, ach, wie merkwürdig typisch ist sein »unerschwinglich«!

Der König ging unruhvoll hin und her. Shelleys Hymne an die geistige Schönheit schlug in seiner Seele an wie ferne Töne von goldenen Harfen.

»Der Schatten einer unsichtbaren Macht
    Umwaltet hehr uns, ob kein Aug' ihn sieht,
    So rasch entgleitend, wie der West entflieht,
Der Blum' auf Blume seinen Gruß gebracht.
Wie Mondlicht glänzt durch eines Tannwalds Nacht,
    Fällt er mit unbeständ'gem Licht
    Auf Menschenherz und Angesicht,
    Wie Abendrot und stilles Abendlied.
    Wie sterndurchblitzter Wolkensaum,
    Verklungnen Liedes Echotraum,
    Wie alles Holde, das uns lieb,
Und lieber noch, weil es Geheimnis blieb.
O, Geist der Schönheit, der mit deinem Strahl
    Du alles heiligst, drauf dein Schimmer fällt.
    Wohin entflohst du aus der Menschenwelt?
Weshalb entschwindest du und lässest fahl
Und öde unser Reich, dies dunkle Tränental?
    Ich schwor, für ewig meine Kraft zu weihn
    Dir und dem Deinen. Hielt ich nicht den Schwur?
    Ruf' ich doch jetzt pochenden Herzens nur
    Viel Traumgebilde aus des Busens Schrein,
    Darin sie schliefen, auf; sie haben still und rein
    Von Eifer oder Lieb' entfacht,
    Die neidische Nacht mit mir durchwacht,
    Ach, nie erglänzte mir der Freude Spur
    Als in der Hoffnung, daß der Welt
    Durch dich einst jede Kette fällt,
    Daß du, o hehre Lieblichkeit,
    Uns spendest, was kein Gott zu künden leiht.«

Nein, diese Übersetzung genügte nicht. Sie gibt nicht den feinsten Sinn und Klangzauber des englischen Originals. Er fand das Buch nicht. Er rief den Kammerherrn, der am Hofe den Ruhm genoß, in allen modernen Literaturen bewandert zu sein und die hervorragendsten Poesien Europas auswendig zu wissen. Einmal die Probe darauf zu machen, schien dem König erwünschte Gelegenheit.

»Ich schenke Ihnen vierzehn Tage keinen Blick mehr,« drohte der König mit huldvollem Lächeln, »wenn Sie mir nicht sofort Shelleys Hymne an die Schönheit in der Ursprache rezitieren!«

Der Unglückselige bestand die Probe nicht.

Er wurde vom verstimmten König sehr ungnädig entlassen.

Noch stehen der Meister und sein königlicher Freund mit ihren treuen Gehilfen in der Morgenröte ihres herrlich anbrechenden gemeinsamen Kunstarbeitstages, und schon huschen mit den ersten Strahlen der blendend aufzuckenden Sonne die Schatten über ihr ideales Freundschaftsverhältnis.

Die Schwarzalben können es nicht vertragen, daß Reines und Lichtes aus Erden bestehe, daß sich von Herzen zu Herzen goldene Brücken bauen, aus denen die Gedanken der Schönheit ihrer vollkommenen Verwirklichung entgegenwandeln.

»Wir müssen die klare Kunst in trübe Politik verkehren, im Sinn und Urteil der Menschen, wir müssen ihren Blick unsicher machen, daß sie im schöpferischen Künstlergeist einen politischen Ränkespieler zu sehen vermeinen, wir müssen ihre schlimmen Instinkte kitzeln, daß sie als Neidbolde und Intrigenknechte hervorbrechen und uns und unserem Spiele zu Willen sind. Lügendünste, qualmt herauf! Verleumdungsschwaden, steigt und braut!«

So machen sich die hämischen Schwarzalben an ihr düsteres Geschäft.

Kaum, daß es der König in seinen Träumen ahnt: seine keusche Jünglingsseele ist noch unvermögend, hellsichtig die schlimmen Vorboten in Ferne und Nähe schleichen zu sehen. Seine Idealität hat sich aus Schwärmerei und holder Zuversicht Schleier gewoben, die seinen Blick schützen, daß er nicht zu schnell die gemeine Natur der Alltagswelt gewahre. Seines Willens hehre Reinheit schafft ihm unerschütterliche Hoffnung. Seines Königtums makelloser Stolz schützt ihn vor dem Dunst der Pfütze, der noch nicht bis zu seiner Höhe zu steigen vermag.

Aber der Meister ahnt, der Meister fühlt. Er hat den Weg zu seinen Himmeln der Kunst durch die schauerlichen Klüfte und Abgründe der Lebensgemeinheit nehmen müssen. Er hat mit Dreckseelen gekämpft und ihren giftigen Dunst in Erinnerung behalten. Sein Gedächtnis hat die feinsten Merkmale der menschlichen Niedertracht aufbewahrt. Auf weite Distanz wirkt seine pessimistische Witterung. Jede Gunst des Schicksals, jedes Lächeln der Stunde untersucht sein allzeit wacher Zweifel auf geheime Verbindung mit unsichtbaren bösen Mächten. Der Schmerz, den seine Seele in langen Kämpfen und Fährlichkeiten erduldet, hat ihm alle Sinne geschärft, daß sie wie empfindlichste Wecker und Alarmrufer auf die leisesten Bebungen des Bodens unter seinen Füßen antworten. Nicht die verschmitzteste Maske vermag ihn in falsche Sicherheit zu lächeln, keine Veränderung in der Atmosphäre vermag seinen Atem zu täuschen und sein mikroskopisches Wahrnehmungsvermögen zu betäuben.

Noch steht das schwarze Gelichter in den Vorbereitungen der Wühlarbeit, und schon zittert es schmerzlich durch die Seele des Meistes wie feindselige Mitternachtsschauer.

Er schiebt leise die Notenblätter beiseite, ergreift einen Briefbogen und schreibt hastig an seine vertraute Freundin:

»Mir bangt in tiefster Seele, und ich frage meinen guten Dämon: Warum mir dieser Kelch? Warum muß ich da, wo ich nichts als Ruhe und ungestörte Arbeitsmuße suchte, in eine Verantwortlichkeit verwickelt werden, in welcher das Heil eines himmlisch begabten Menschen, vielleicht das Wohl eines Landes in meine Hände gelegt ist? Wie hier mein Herz retten? Wie hier noch Künstler sein sollen? Ihm, ach, fehlt jeder Mann, der ihm so nötig wäre! Dies allein ist meine wahre Beklemmung. Das äußere Spiel der Intrige, nur darauf berechnet, mich außer mich zu bringen, um mir eine Indiskretion zu entlocken, zerfällt leicht in sich. Aber welcher gänzlich und für immer meiner Ruhe mich entreißenden Energie bedürfte ich, um meinen jungen Freund vor seiner Umgebung für immer zu schützen? Er hält ja treu und rührend schön zu mir – –«

Und später, wie er von dem ersten Aufruhr, den ihm der nahende neue Kampf verursachte, sich wieder erholt hatte.

»Jetzt gilt es, dem jungen König etwas Zeit zu lassen, damit er das Regieren und Herrsein nun ein wenig lerne. Die Schule der Leiden wird für ihn gut sein. Seine zu große Liebe zu mir machte ihn für alles Umschauen nach anderen Verhältnissen blind: so war er leicht zu täuschen. Er kennt niemand – muß nun erst Leute kennen lernen – –«

Ein denkwürdigster Tag deutscher Kunstgeschichte nahte: die erste Aufführung des Liebesmysteriums »Tristan und Isolde«, eines Werkes aus der vollen Reife des Dichterkomponisten und Denkers, worin er mit dem Machtbewußtsein genialer Meisterschaft neue dramatische Formen in Wort, Ton und Bühnenbild schuf. Ein Hohelied der tragischen Minne, wie noch keines in der deutschen Oper erklungen, ein Hohelied der Seelenverklärung im Liebestod.

Schon vor fast zehn Jahren, mitten in seiner Nibelungenarbeit, kam dem Meister plötzlich der Gedanke, diesen höchsten seiner Künstlerlebensträume zu gestalten. Damals schrieb er an Franz Liszt:

»Da ich im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller Träume noch ein Denkmal setzen, in dem vom Anfang bis zu Ende diese Liebe sich einmal so recht sättigen soll: ich habe im Kopfe einen Tristan und Isolde entworfen, die einfachste, aber vollblütigste musikalische Konzeption; mit der schwarzen Flagge, die am Ende weht, will ich mich dann zudecken, um – zu sterben.«

Mit erstaunlicher Meisterschaft hat Richard Wagner alle Mittel der Musik und der dramatischen Technik zusammengefaßt, seine höchste künstlerische Absicht zu erreichen, eine Vision der Liebesleidenschaft, wie sie von diesem schier beklemmend zarten und unsinnlichen Seelenreiz noch auf keiner Bühne der Welt erlebt worden ist – eine Liebesdichtung, die nicht nur in ihrer berückenden musikalischen Schönheit, sondern auch in ihrem Stil und sinnfälligen Ausdrucksvermögen eine neue Sonderart bildet.

Zur ersten Aufführung an der Münchener Hofbühne versandte der Meister eine gedruckte Einladung an seine Freunde. Darin betonte er, daß die Aufführungen von Tristan und Isolde dem Charakter gewöhnlicher Theatervorstellungen entrückt und aus der üblichen Beziehung zwischen dem Theater und dem Publikum heraustreten sollen, daß man sie als Kunstfeste feiere! Er sagte wörtlich. »Es handelt sich diesmal nicht um Gefallen oder Nichtgefallen, um dieses wunderliche moderne Theaterhasardspiel, sondern einzig darum, ob künstlerische Aufgaben, wie die von mir in diesem Werke gestellten, zu lösen sind, auf welche Weise sie zu lösen sind, und ob es sich der Mühe verlohne, sie zu lösen? Daß mit der letzten Frage nicht gemeint sein kann, zu erfahren, ob mit derlei Aufführungen viel Geld zu machen sei (denn dieses ist der Sinn des heutigen Gefallens oder Nichtgefallens im Theater), sondern lediglich, ob mit Werken der vorliegenden Art durch vorzügliche Aufführungen die erwartete richtige Wirkung auf das gebildete menschliche Gemüt überhaupt zu ermöglichen ist, dies wäre hier zu betonen. daß es sich also zunächst um die Lösung reiner Kunstprobleme handle –«

Die Aufführung war folglich eine entscheidende Tat, gleichviel, wie das gemischte große Publikum sich dazu stellte. Das eigentliche Publikum, das diesmal zu befinden hatte, war der Meister selbst und sein kongenialer königlicher Freund.

Aus dem Hintergrunde der Königsloge erlebte der Meister sein Werk – und sein und seines Freundes Eindruck war, daß man nun mit Siegesgewißheit zur Gründung der Festspiele schreiten könne. Der König, dieser stolzeste und reinste Kunstfürst, hatte die herrliche Bestätigung, daß er allein von allen hochstehenden Deutschen die überragende Bedeutung des Meisters rechtzeitig erkannt und dieser Erkenntnis gemäß gehandelt habe. Und der Meister hatte nach all dem unsäglichen Jammer seines bisherigen Lebens die Gewißheit, daß dieser König überhaupt der allererste Mann war, der ganz genau gewußt und empfunden hat, wer der verlästerte Wagner war und was er wollte. Der Meister drückte diese Gewißheit in den ergreifenden Worten aus: »Er kennt und weiß alles von mir und versteht mich wie meine eigene Seele.« Und in einer späteren Rede: »Was dieser König mir ist, geht über mein Dasein weit hinaus. Das, was er in mir und mit mir gefördert, stellt eine Zukunft dar, die uns in weiten Kreisen betrifft, die weit über das hinausreicht, was man unter bürgerlichem und staatlichem Leben versteht. Eine hohe, geistige Kultur, ein Ansatz zu dem Höchsten, was einer Nation bestimmt ist, das drückt sich in dem wunderbaren Verhältnis aus, von dem ich hier rede.«

Der wüste Unsinn, den die Zeitungen über die erste Aufführung von Tristan und Isolde aus »sachverständigen« Federn ergossen, ging vorüber wie eine Schlammflut, ohne der reichen, blühenden Gedankenwelt des Meisters und seines königlichen Freundes weiteren Schaden zuzufügen, als flüchtige, schmutzige Spritzer. Aber kaum vier Wochen nach dem denkwürdigen Abend starb der gewaltige Sänger Schnorr von Carolsfeld, der den ersten Tristan zum Entzücken seines Schöpfers verkörpert hatte. Wagner und den König erfaßte tiefe Trauer.

Wieder krächzten die Raben aus dem Blätterwald: die verrückte, unmenschliche Kunst des »Meisters« (immer in höhnischen Gänsefüßchen) hat ihn gemordet!

Der König, in Angst, sein Freund möchte den Mut zur Vollendung des monumentalen Nibelungenwerkes verlieren, tröstete so gut er konnte, mündlich und in heilig beschwörenden Briefen. Wagner weilte vorübergehend am Walchensee, auf dem Hochkopf.

Aus der Purschlingshütte in den Ammergauer Bergen schrieb der König an den Meister:

»Mehr und mehr muß ich einsehen lernen, daß unsere Absichten, unser Wirken zur Förderung der Kunst von nur wenig Auserwählten verstanden werden. Dies zeigen mir aufs neue die Vorschläge des Kultusministers. Ist ein größerer Unsinn je in eines Menschen Gehirn ausgebrütet worden? – Nein, so kann es nicht gehen, ein anderer Weg zur Erreichung des Heils muß betreten werden. Das Konservatorium muß vom Kultusministerium völlig getrennt und die zu bestreitenden Kosten von der Zivilliste übernommen werden. Das Werk muß gedeihen, die Tat ins Leben treten! Geliebter, alles wird vollbracht werden! Das Feuer der Begeisterung, das mich jede Woche heftiger entflammt, soll nicht umsonst erglühen. Die Frucht muß reisen und gedeihen. (Es handelt sich um die in München zu gründende deutsche Musikschule.) – Heil dir! Heil der Kunst! Gott gebe, daß der Aufenthalt auf Bergeshöhen, das Weben in der freien Natur, in unsern deutschen Wäldern dem Einzigen heilbringend sei! Ihn froh und heiter stimme, zum Schaffen entflamme! Und wenn wir beide längst nicht mehr sind, wird doch unser Werk noch der späteren Nachwelt als leuchtendes Vorbild dienen, das die Jahrhunderte entzücken soll, und in Begeisterung werden die Herzen erglühen für die Kunst, die gottentstammte, ewiglebende! – Wann gedenkt mein Freund nach dem Hochkopfe zu ziehen, nach des Waldes würzigen Lüften? Sollte ihm der Aufenthalt daselbst nicht vollkommen zusagen, so bitte ich den Teuren, irgendeine andere meiner Gebirgshütten sich zum Wohnorte zu erwählen. Was mein ist, gehört ihm! Vielleicht begegnen wir uns dann auf dem Wege zwischen Wald und Welt, wie mein Freund sich ausdrückte. – Die Sehnsucht läßt mir nicht Ruhe. Wenn ich an ›Lohengrin‹, an meinen ›Tristan‹ denke, wenn ich erwäge, daß ein Geist, der diese Wonnen in das Leben zauberte, nur durch sich selbst übertroffen werden kann, daß in Jahrtausenden vielleicht keiner, der ihm gleich ist, die Welt zu beseligen berufen ist, wenn ich dies alles bedenke, so kann ich nicht schweigen, das Drängen der Seele nicht zurückhalten, ich muß flehen, beschwören! Lasse den Mut nicht sinken! Deine Schöpferkraft, sie verläßt dich nie! Gedenke der Nachwelt! Was an mir liegt, will ich redlich tun. – Vielleicht interessiert es meinen geliebten Freund, einiges über meine letzten Erlebnisse zu erfahren. Den Tag, nach welchem wir uns zum letztenmal in Schloß Berg gesehen, besuchte ich mein teures Hohenschwangau, das ich von Kind auf liebe, den Ort, wo ich ›Tristan und Isolde‹ und den ›Ring der Nibelungen‹ zum erstenmal gelesen. Es gefiel mir so, daß ich beschloß, nicht wieder nach Berg zurückzukehren, sondern daselbst auf längere Zeit zu verweilen. Gegenwärtig bin ich wieder hoch in einsamer Berghütte, umweht von erfrischenden Alpenlüften, selig in der freien Natur, und denke an den Stern, der meinem Leben strahlt, an den Einzigen! Möchte ihn froh und glücklich wissen und beitragen können zu seiner Ruhe, zu seiner Seligkeit! Heil ihm! – Segne ihn, mein Herr und Gott, gib ihm den Frieden, den er bedarf, entziehe ihn den profanen Augen der eitlen, leeren Welt, bekehre sie durch ihn von dem Wahn, der sie gefangen hält! – Dir bin ich ganz ergeben, nur dir, nur dir zu leben! Bis in den Tod getreu

Ludwig.«

Inzwischen hat Wagner trotz aller schlimmen Ahnungen und Bekümmernisse nicht gerastet. Die größten und stärksten Werke sollten nun erst geschaffen werden. Soeben hat er den Entwurf zur Dichtung seines »Parsifal« vollendet, mitten in der Komposition der Nibelungen.

Gleich übersandte er dem König die Reinschrift. Er wußte, mit welcher fieberhaften Erregung der Monarch seinem Schaffen folgte. Die neuen ästhetischen und philosophischen Ideen, welche durch Wagners stürmische Tätigkeit nun die ganze Welt beschäftigten, ohne von ihr nur halbwegs begriffen oder in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt zu werden, sie wurden von dem König mit gieriger Seele erfaßt. Wer schätzte in Deutschland damals die Mythenkreise, aus denen der »Ring des Nibelungen« und »Parsifal« hervorwuchsen? Wenige nur und keiner mit so reinster Inbrunst wie der junge Bayernkönig. So sollte er auch alleiniger Mitwisser des Entwurfs zur Parsifaldichtung sein, seinem edlen Gemüte sollte sich die tiefsinnige Idee, die der Meister hineinlegte, am ersten offenbaren. Wie unter den Augen des Königs die Nibelungenmusik entstand, so daß er all die Wonnen und Leiden des schöpferischen Genius mitempfand, so sollte er auch das Werden und Gestalten der Parsifal-Neudichtung in den ersten Phasen miterleben.

Der König empfing die teuren Blätter. Er antwortete dem Meister mit jugendheißem Brief.

    Mein Einziger! Mein göttlicher Freund!

Endlich finde ich einen freien Augenblick, endlich komme ich dazu, dem Geliebten für den übersandten Entwurf zum ›Parsifal‹ aus tiefster Seele zu danken. Die Flammen der Begeisterung erfassen mich. Mit jedem Tage wird sie glühender, meine Liebe zu dem, den ich einzig liebe auf dieser Welt, der meine höchste Freude, mein Trost, meine Zuversicht, mein alles ist. O Parsifal, wann wirst du geboren werden in vollendeter Schönheit? Ich bete sie an, diese höchste Liebe – das Versenken, das Aufgehen in den Leiden des Mitmenschen! Wie hat mich dieser Stoff ergriffen! – Ja, diese Kunst ist heilig, ist reinste, erhabenste Religion. – – Hier verlebe ich unruhige Tage. Ich werde am Sonntage mich wieder hinaufflüchten in die heilige Ruhe der Natur, in die reine Luft der Berge. Dort werde ich endlich wieder aufatmen können nach den Mühen bewegter Tage, lästiger Besuche, dort oben in wonniger Einsamkeit. Auf Bergeshöhe werde ich die mir so nötige Ruhe finden. Die Hütten, die ich bewohnen werde, sind nicht sehr entfernt. Will mein Teurer mir die Freude machen, mir zu schreiben, so bitte ich, die Briefe hierher zu adressieren, sie werden mir nachgesandt. Wie geht es dem Geliebten? Herrscht Ruhe um ihn? Ist er froh und heiter? Geliebter, wir wollen uns treu zur Seite stehen, das Ideal, welches uns begeistert, wird die Welt dereinst bekehren. – – Nur eine Frage erlaube ich mir an meinen geliebten Freund bezüglich des Parsifal zu richten: warum wird unser Held erst durch Kundrys Kuß bekehrt? Warum wird ihm dadurch seine göttliche Sendung klar? Erst von diesem Augenblick kann er sich in die Seele des Amfortas versetzen, kann er sein namenloses Elend begreifen, mit ihm fühlen!

O, könnten wir doch immer zusammen sein. In München müssen wir uns in jeder Woche wenigstens einmal sprechen. Länger halte ich es nicht aus, ohne meinem Einzigen nahe zu sein. Ruhe, Ruhe brauche auch ich so notwendig, hier konnte ich sie gegenwärtig nicht finden. Oben wird sie gewonnen werden.

Weiß ich den beliebten wohlgemut, so bin ich es auch. Mein Denken und Fühlen geht einzig auf ihn. Könnte ich bald von ihm hören. Heil und Segen dem Einzigen!

Sein treuer
Ludwig.«

Von der Kreuzenalp schrieb der König eine Woche später, um die Mitte des Septembers, folgende Zeilen:

    »Mein vielgeliebter Freund.

Es drängt mich, heute noch zu schreiben, dem Freunde zu sagen, daß mein Geist sich immer nur mit ihm beschäftigt, daß ich nur in der steten Erinnerung an ihn glücklich sein kann. Heute bezog ich eine andere Hütte in einem stillen, trauten Gebirgstale. So herrlich umragen mich die Gipfel der Berge, so anheimelnd umstehen mich die dunklen Fichten und Tannen. Ich komme eben von einem Spaziergang zurück in meine einsame Wohnung. Siegfriedsluft umwehte mich. Die Sonne sank hinab, es war der Tag vollbracht, ein glühend roter Saum leuchtete auf den Bergen. – Das Bild meines Einzigen umschwebte mich, trat mir immer näher vor das geistige Auge, ein Bild, das meine Augen zu schauen sich kaum getrauten. Sogar im Rauschen des Gebirgsbaches erkannte und hörte ich die Töne und Melodien aus den Werken des heiligen Freundes. Stets mußte ich an Parsifal denken. Ach, sind die Menschen würdig, dereinst jene Wonnen über sich ergießen zu sehen? Ich glühe danach. Tristan ward ja geboren, die Nibelungen werden ins Leben treten, Parsifal muß es, muß es auch und kostete es mein Leben. – ›Stark ist der Zauber des Begehrenden, doch größer der des Entsagenden.‹ Welch eine große, welch eine erschütternde Wahrheit in diesen Worten. O Parsifal, Erlöser! Heilige Nacht herrscht draußen im Tale. Es leuchten die glitzernden Sterne, der Tag verbirgt sich nur. Aufs neue entflammt mich die Begeisterung. ›Dir geweiht dies Haupt, dir geweiht dies Herz!‹ – Semper wird jetzt in München sein, der Platz wird bestimmt, der Geliebte träumt in seinen idealen Werken, die Erfüllung winkt! – Ich will alle Hindernisse siegend wie ein Held daniederkämpfen. Ich will alle Wetterwolken verscheuchen. Die Liebe hat Kraft zu allem.« –

Plötzlich überall geheime Widerstände, auffällige Verschleppungen, arglistige Durchkreuzungen, wo der Wille des Königs nach raschen, reinlichen Entscheidungen drängt.

Der Meister bemüht sich, die Situation philosophisch zu nehmen. Er zieht sein Tagebuch hervor und trägt volkspsychologische Betrachtungen ein:

»Wie, wäre ein Zustand denkbar, in welchem das deutsche Volk bestände, der deutsche Geist aber verwehte? Das schwer Denkbare haben wir näher vor uns, als wir glauben. Als ich das Wesen, die Wirksamkeit des deutschen Geistes bezeichnete, faßte ich die glückliche Entwicklung der bedeutendsten Anlagen des deutschen Volkes ins Auge; die Geburtstätte des deutschen Geistes ist aber auch der Grund der Fehler des deutschen Volkes. Die Fähigkeit, sich innerlich zu versenken und vom Innersten aus klar und sinnvoll die Welt zu betrachten, setzt überhaupt den Hang zur Beschaulichkeit voraus, welcher in minderbegabten Individuen leicht zur Lust an der Untätigkeit, zum reinen Phlegma wird. Was uns bei glücklichster Befähigung dem allerhöchst begabten Indusvolke als am verwandtesten hinstellt, kann der Masse des Volkes den Charakter der gewöhnlichen orientalischen Trägheit geben. Ja, selbst die naheliegende Entwicklung zur höchsten Befähigung kann uns zum Fluche werden, indem sie uns zu phantastischer Selbstgenügsamkeit verleitet. Daß aus dem Schoße des deutschen Volkes Goethe, Schiller, Mozart, Beethoven erstanden, verführt die große Zahl der Mittelmäßigen gar zu leicht, sie als von Rechts wegen zu sich gehörig zu betrachten und der Masse des Volkes mit demagogischem Behagen vorzureden, sie selbst sei Goethe, Schiller, Mozart und Beethoven. – Nichts schmeichelt dem Hang zur Bequemlichkeit und Trägheit mehr, als sich eine hohe Meinung von sich beigebracht zu wissen, die Meinung, als sei man von selbst etwas Großes und habe, um es zu werden, sich gar keine Muhe erst zu geben. Diese Neigung ist grunddeutsch. Kein Volk hat daher so nötig, aufgestachelt zu werden, in die Nötigung zur Selbsthilfe, zur Selbsttätigkeit versetzt zu werden, als das deutsche. Und sonderbar, gerade dieses Volk wird von seinen Regierungen mit einer Sorgsamkeit – –«

Der Meister schmiß die Feder fort und schrie mit größter Heftigkeit. »Na ja, Herrgott noch einmal, und da soll man sich nicht auf den Kopf stellen und mit den Beinen gegen die Decke strampeln! Da soll man sich am Ende noch seinen kostbaren Schädel einrennen? Ich danke. Ach, Cosima, wenn du eine Ahnung hättest, was mich dieses Metier kostet!«

Dann nahm er die Feder behutsam auf und legte sie wieder vorsichtig hin. »Nein, zum Viehtreiberstecken lassen wir uns von dem Volk nicht herunterwürdigen.« Und aufs neue verfiel er ins Wüten.

Aber da kam ein Brief vom König, ganz Unschuld und Güte.

Aber da legte sich ihm Cosimas Hand, ganz selige Gnade, auf die Stirn.

Aber – –

Wer wird sich grämen und mit dem traurigen Volke balgen in dieser Landschaft olympischer Visionen!

Durch den Abend klang die fröhliche Weise.

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