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Mädchenlose

Brigitte Augusti: Mädchenlose - Kapitel 21
Quellenangabe
typefiction
authorBrigitte Augusti
titleMädchenlose
publisherFerdinand Hirt & Sohn.
printrunZweite, unveränderte Auflage
year1888
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060920
projectid7372b597
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Neuntes Kapitel

Was daraus wurde

Den 30. Juli,

Tage vergehen in stillem Abschiednehmen von allem, was mir hier lieb und teuer geworden ist; ich möchte jede schöne Stelle zeichnen, um wenigstens ein schwaches Abbild davon mitzunehmen. Gestern vormittag erhielt ich einen Brief vom Papa, der mir schreibt, er käme am 31., um mich abzuholen, ich möchte für einige Stunden die Gastfreundschaft des Hauses für ihn erbitten, abends führen wir weiter, um Mama entgegenzureisen. Eine reizende Aussicht! – Ich eilte mit dieser Botschaft zu Frau Klingemann, sie nahm die Anmeldung sehr freundlich auf und sagte dann in herzlich warmem Ton:

»So bald also wollen Sie uns verlassen, mein liebes Kind? Wir werden Sie alle sehr vermissen.«

Ich küßte ihr die lieben Hände und sagte ihr, wie dankbar ich ihre Güte empfände und welchen Segen ich aus ihrem Hause davontrüge; ich wäre hier in der Schule des wirklichen Lebens gewesen, während ich bisher nur in der Welt meiner eigenen Gedanken und Träume heimisch war. Ich kann sonst nicht leicht über das sprechen, was mein Inneres erfüllt; aber diesmal floß mir das Herz über, und ich sagte ihr rückhaltlos alles, was ich unzähligemale in diesen Wochen empfunden hatte. Sie verstand mich vollkommen, küßte mich herzlich und sprach so mütterlich liebevoll zu mir, daß ich's nie vergessen werde; sie dankte mir auch für meine Freundlichkeit gegen Bruno, die mir zuerst ihr Herz gewonnen habe. Es war eine schöne Abschiedsstunde.

Als die Kinder zum zweiten Frühstück kamen, sagte ich ihnen, daß ich nun bald fortführe; sie erhoben einen wahren Klagegesang, nur Max erklärte ganz trotzig, er ließe mich nicht eher fort, als bis die Geschichte zu Ende sei. Die Mädchen schmiegten sich an mich und machten betrübte Gesichter; darüber trat Rose ein, die in der Küche beschäftigt gewesen war.

»Was ist geschehen, Kinder?« fragte sie, »ihr seht ja alle zusammen aus, als ob euch die Petersilie verhagelt sei.«

»Erna will übermorgen fort«, riefen sie.

»Schon übermorgen?« sagte Rose langsam und schien ordentlich starr vor Überraschung, »da hat sie's ja entsetzlich eilig! und natürlich freut sie sich noch darüber.«

»Ich freue mich, meine Eltern wiederzusehen, aber der Abschied von hier wird mir sehr schwer.« Sie fiel mir um den Hals und lief ohne ein weiteres Wort zur Thür hinaus.

Beim Vespern fragte Herr v. Rothenburg, ob die Damen vielleicht eine Spazierfahrt wünschten, er könne sein Reitpferd in die kleine Droschke spannen. Ich hatte große Lust, einige Punkte zu besuchen, die zu Fuß schwer zu erreichen sind; Rose war auch nicht abgeneigt, und Tante Emma war freundlich bereit, ihre Begleitung zuzusagen, ohne die wir doch nicht fahren konnten. Die beiden saßen hinten, ich neben Rothenburg, der selbst kutschierte. Es war eine schöne Fahrt; ich rief all meinen Lieblingsplätzen ein Lebewohl zu und prägte die lieblichen Aussichten noch einmal tief in meine Erinnerung ein. Rothenburg war die Liebenswürdigkeit selbst und aufs freundlichste bemüht, mich überall hinzufahren, wohin ich es wünschte. Das war auch eine Abschiedsstunde!

Heute habe ich meine Sachen gepackt und alles zur Abreise gerüstet – mir ist sehr abschieds-wehmütig zu Mut. Lebewohl, du liebes Haus, wo Tüchtigkeit und Güte wohnen, wo jeder mit ganzem Herzen seine Pflicht thut, Gott fürchtet und seinen Nächsten liebt. Hier habe ich erkannt, daß in dem einseitig geistigen Streben ein starker Egoismus verborgen liegt und daß ein Mädchen noch andere dringende Pflichten hat, als seinen Geist zu bilden, wenn es seinen Platz im Leben mit Ehren ausfüllen will. Ich habe den festen Entschluß gefaßt, nicht eher meine Feder zu einer schriftstellerischen Arbeit – sonst, das höchste Ideal meines Strebens – anzusetzen, als bis ich mir die nötigsten praktischen Kenntnisse erworben habe, damit, wenn ich einmal heiraten sollte, ich im stände sei, meinem Hause mit Umsicht und Verständnis vorzustehen. Lebt wohl, ihr guten Menschen, unter denen ich so viel Liebe und Edelsinn gefunden habe; an euch habe ich gelernt, wie man mit seinen Händen arbeiten und rastlos schaffen, und sich doch dabei ein warmes empfängliches Herz für alles Edle und Schöne bewahren kann! – – –


Erna v. Westheim an Rose Grund.

M., den 10. August.

Meine liebe Rose!

Gestern sind wir zu Hause angekommen, nachdem wir eine wunderschöne kleine Reise gemacht haben. So überglücklich ich war, mit meinen Eltern vereint zu sein, so herrliche Eindrücke ich auf der Reise empfangen habe, so sind meine Gedanken doch oft in dem lieben Lindenhorst eingekehrt und haben Euch alle in dem wohlbekannten Kreise mit inniger Liebe und treuem Gedenken aufgesucht. Heute komme ich mit einer Anfrage zu Dir, liebe Rose, mit einem Plan, der mich schon in Lindenhorst lebhaft beschäftigte und der die volle Billigung meiner Mutter gefunden hat. Du sagtest mir einmal, Du wolltest zum Herbst eine Stelle zur Stütze der Hausfrau suchen – könntest Du Dich entschließen, sie in unserm Hause anzunehmen? Unsere alte Haushälterin kann ihr Amt nicht mehr versehen und hat schon lange gebeten, es niederlegen zu dürfen; ohne eine Hilfe aber möchte Mama ihre Wirtschaft nicht führen, und die meinige reicht doch nicht aus. Alles Nähere würde Mama selber mit Dir verabreden, ich möchte nur anfragen, ob Du überhaupt Neigung hättest, diesen Vorschlag anzunehmen, und Dich versichern, daß neben den Pflichten, die Du zu übernehmen hättest, meine Eltern immer meine Freundin in Dir sehen und daß Du vollen Anteil an dem Leben in unserm Hause nehmen würdest. Ich male es mir verlockend aus, unser Zusammensein in Lindenhorst hier fortzuführen, mit Dir zu studieren und zu musizieren und all die praktischen Künste von Dir zu lernen, in denen ich so weit hinter Dir zurück bin.

Ich reiche Dir mit herzlicher Liebe die Hand; schlage ein, liebe Rose, und gieb bald einen günstigen Bescheid

Deiner

Erna.

Rose Grund an Erna v. Westheim.

Lindenhorst, den 15. August.

Liebe süße Herzens-Erna! Als ich Deinen Brief gelesen hatte, habe ich mich hingesetzt und geweint, wie noch kaum in meinem ganzen Leben; es ging mir wie Frau Neßler, als sie die Kuh sah, ich konnte mich vor Freuden gar nicht beruhigen. Und dann habe ich an Tante Emmas weise Worte gedacht: dankt dem lieben Gott dafür, aber mit frohem Herzen und nicht mit Thränen, und ich bin herumgesprungen in der Wonne meines Herzens und habe es im Triumph dem ganzen Hause verkündet, welch ein Glück mir zu teil geworden wäre. O lieber Gott, wie gut bist Du, daß Du so für ein armes Waisenkind sorgst! – O Erna, wie einzig von Dir, so an mich zu denken und Deine Mama für Deinen liebreichen Plan zu gewinnen! Ich will arbeiten und schaffen, daß es eine Lust sein soll; ich will nur für Euer Wohl und Bestes sorgen und meine ganze Befriedigung darin suchen, die treueste, gewissenhafteste, anspruchsloseste Stütze zu sein, die es je gegeben hat. Daß Du auch künftig in mir Deine Freundin sehen willst, dafür segne Dich Gott und schenke Dir das höchste irdische Glück, denn Du verdienst es.

Liebe süße Erna, wie haben wir alle uns nach Dir gesehnt, und wie vermissen wir Dich noch heute! Es ist mit Worten nicht zu sagen, welch einen Riß Deine Abreise machte. Alle Poesie schien mir mit einem Schlage aus der Welt geschafft zu sein. Lache mich nur aus, daß ich hausbackenstes aller Wesen von Poesie spreche; ich glaube, ich habe erst durch Dich eine Ahnung von diesem Artikel erhalten. Jetzt scheint mir alles trocken und nüchtern, es ist niemand mehr da, der die wirtschaftlichen Vorgänge mit großen, erstaunten Augen betrachtet, niemand, der wie aus einer andern Welt in all unser Treiben hineinschaut. Bruno sieht noch viel trüber und bleicher aus, seit er seine gelehrte Freundin verloren hat; Dr. Kron findet kein Ohr mehr für seine litterarischen Untersuchungen; die Kinder langweilen sich ohne Deine Geschichten, und Herr v. Rothenburg – doch ich schweige ja schon still, da Du über manche Punkte leicht böse wirst. Alle senden Dir die zärtlichsten Grüße, manche auch nur warme oder respektvolle, je nach ihrer Stellung. Ich mache Deiner verehrten Mutter meine tiefste Reverenz und sehe ihren Wünschen mit vollem Vertrauen und unbedingter Zustimmung entgegen.

Lebewohl, Herzens-Erna! künftig werde ich dich gnädiges Fräulein nennen; aber heute bleibe ich noch mit Gruß und Kuß

Deine glückliche Rose.

Nora Diethelm an Erna v. Westheim.

D., den 20. Oktober.

Meine Erna!

Du gehörst zu den ersten, die mein Glück erfahren, bist Du doch auf so vielfältige Weise damit verbunden, hast Du doch, bewußt und unbewußt, so viel dazu beigetragen. Was mir für immer versagt zu sein schien, das ist mir nun in reiferen Jahren zugefallen, reicher, schöner, voller, als ich es je geahnt – das Glück, von dem edelsten, besten aller Männer geliebt zu werden. Seit wenigen Tagen bin ich Freyensteins Braut. Dir, mein Liebling, ist es nicht verborgen, daß ein geheimnisvolles Band zwischen uns bestand, lange ehe wir uns kannten; aber von Herzen danke ich Dir für die zarte Diskretion, mit der Du dies Geheimnis bewahrt und es auch gegen mich nicht angedeutet hast, so daß ich ihm mit voller Unbefangenheit entgegentreten und nur den Zauber seines ganzen Wesens auf mich wirken lassen konnte. O meine Erna, wie überreich hat Gott das kleine Wagnis belohnt, das ich vor zehn Jahren in Deiner Krankheit unternahm; erst schenkte Er mir dafür Dein teures Leben und die Freundschaft Deiner Mutter, und jetzt läßt er mich dadurch das höchste Glück meines Lebens finden! Ich preise Seine unendliche Güte und bete Seine wunderbaren Wege mit dankerfülltem Staunen an!

Zwei Jahre später.

Erna v. Westheim an Frau Klingemann

Teure hochverehrte Frau!

Ihnen darf nicht eine gedruckte Karte das Glück verkünden, das Gott mir beschert hat; bei Ihnen muß ich selbst anklopfen und um Ihre Teilnahme und Ihren Segenswunsch bitten. Als Braut trete ich heute vor Sie hin, als die unsäglich glückliche Braut Waldemars v. Rothenburg. Mir ist, als müßte ich Ihnen einen besonderen Dank sagen, denn unter Ihren lieben, mütterlichen Augen fing unsere Bekanntschaft an, die uns zu so hohem Glück geführt hat.

Schon vor zwei Jahren im Herbst hatte Waldemar sich meinem Vater erklärt, doch Papa hatte ihm erwidert, wir seien beide noch zu jung, um unsere Herzen zu kennen; vor meinem achtzehnten Jahre werde er seine Einwilligung zu einer Verlobung nicht geben, die später einen von uns noch gereuen könnte. Doch stelle er es ihm frei, an ihn, den Papa, zu schreiben, wenn sein Herz ihn dazu triebe, er wolle gelegentlich Grüße gern bestellen. Das hat er treulich gethan: aus England, aus Frankreich kamen Briefe, immer hörte ich von ihm und fing allmählich an, mir manches dabei zu denken. Im letzten Jahre, in dem er sich in der Heimat niederließ, besuchte er uns einigemale, und endlich trafen wir in diesem Sommer in Bad R. zusammen. Es waren wonnige Tage, die wir dort verlebten, ihr seliger Abschluß war unsere Verlobung.

Und nun soll ich wirklich eine Hausfrau werden und einen ländlichen Haushalt regieren! Wenn Sie an die Erna denken, die in Ihrem Hause war und in allen praktischen Dingen so fremd und ängstlich herumtappte – da möchte Ihnen wohl bange werden um das zukünftige Haus des Herrn v. Rothenburg! Aber seitdem habe ich manches gelernt; die Eindrücke, die ich bei Ihnen aufnahm, sind nicht verloren gewesen. Mit Rosens Hilfe habe ich mich sehr vervollkommnet, und ich habe wenigstens einen Begriff gewonnen, wie man haushalten muß.

Wie froh bin ich, daß wir Rose haben, daß sie meiner lieben Mama bleibt, wenn ich aus dem Elternhause scheide! Sie ist die treueste Seele von der Welt und hat reichlich erfüllt, was sie versprach. Mit ihr und unserer lieblichen kleinen Nora wird Mama nicht zu einsam sein.

In der Weihnachtszeit soll unsere Hochzeit gefeiert werden; wir alle hoffen, daß Sie, meine teure mütterliche Freundin, dabei sein werden. Waldemar sendet die innigsten Grüße; wir haben den sehnlichen Wunsch, uns Ihnen persönlich als Brautpaar vorzustellen und noch einmal alle die Stätten zu durchwandeln, an denen unsre Liebe begann.

In inniger Liebe und Verehrung bleibe ich für alle Zeit

Ihre

treu ergebene Erna.

Rose Grund an Fräulein Lietzner.

Meine liebe Tante Emma!

Nun wissen Sie schon, daß unsere Erna eine glückliche Braut ist, und sind ohne Zweifel ungeheuer gespannt, etwas Näheres zu hören; ist es da nicht sehr gut von mir, daß ich alle meine Arbeit stehen und liegen lasse, um Ihnen einen langen Brief zu schreiben? Ich male es mir ganz deutlich aus, mit welcher Ungeduld Sie den Postboten erwarten, mit welcher Spannung alle um die verschlossene Posttasche versammelt sind, die nur der Hausherr öffnen darf, und mit welcher Genugthuung Sie endlich sagen: von Rose! Ihre alte Rose läßt Sie doch nicht im Stich, Sie können allezeit auf sie bauen, denn wenn sie von Natur auch ein leichter Vogel war, so hat sie doch ein treues Herz und vergißt niemals das Gute, das ihr erwiesen ist.

Ihnen beschreiben, mit welchem Gesicht Erna hier aus dem Wagen stieg, als sie von ihrer Reise heimkehrte – das kann ich freilich nicht; es lag solch ein Glanz von Glück und Seligkeit darauf, daß ich auf den ersten Blick sah, es sei etwas Großes geschehen. Sie fiel mir um den Hals und flüsterte mir zu: »Rate, Rose, was ich gethan habe!«

»Du hast dich verlobt«, sagte ich, und als sie ganz glückselig nickte und so hold errötete, wie ein Röslein, da sagte ich ohne Besinnen: »mit Herrn v. Rothenburg!« – Ich habe es ja schon seit zwei Jahren gewußt, daß er sie liebte; aber was sie darüber dachte, darüber konnte ich nie recht ins Klare kommen, denn sie hatte eine Art, kleine Neckereien und Anspielungen zurückzuweisen, daß ich mir dergleichen nur selten erlaubte.

Ein paar Tage später kam Herr v. Rothenburg, Sie wissen, ich war immer eine Verehrerin von ihm, und er konnte mich zum Dank dafür nicht leiden; jetzt finde ich ihn noch viel schöner und interessanter, als vor zwei Jahren, aber wir sind gute Freunde geworden. Das Herz geht einem auf, wenn man die beiden zusammen sieht; sie sind so strahlend glücklich und haben doch dabei noch Sinn und Gedanken für andere Menschen. Es ist ein stolzes Paar, und wenn sie über die Straße gehen, bleiben die Leute stehen und schauen ihnen bewundernd nach; auch ich kann nur sagen: sie passen füreinander, als wären sie eigens einer für den andern geschaffen. Und das will etwas sagen, denn ich weiß nicht, ob es ein Wesen, wie unsere Erna, zum zweitenmal giebt, so klug und liebevoll, so gut und engelrein. Was hat sie mir in den beiden Jahren meines Hierseins gewährt, wie schwesterlich mich in alle fremden Verhältnisse eingeführt, wie zartfühlend mir den Weg gebahnt, um ihrer Mutter näher zu kommen! Wenn ich mich jetzt im Westheimschen Hause so heimisch fühle, als ob ich ganz und für immer hierher gehöre, so ist das zum größten Teil Ernas Verdienst, und nie kann ich ihr dafür dankbar genug sein. Sie meint zwar immer, ich hatte ihr alles reichlich vergolten, dadurch, daß ich sie in das praktische Leben eingeführt hätte, aber ich glaube, sie hatte das alles auch ohne mich gelernt, denn wenn sie sich mit ganzem Herzen einer Aufgabe widmet, so gelingt sie ihr auch, und sie ist viel zu klug, um das bißchen Wirtschaften nicht mühelos zu begreifen.

In drei Monaten soll die Hochzeit sein, und wir sollen den Schmuck und das Licht unseres Hauses verlieren! Für Mütter darf es gar keinen Egoismus geben, und wenn Frau v. Westheim die Trennung überwinden kann, so werden wir andern ihrem Beispiel wohl folgen müssen. Vorher wollen Westheims mit Erna nach Ostpreußen reisen, um die Braut den Schwiegereltern vorzustellen. Es soll dort wunderhübsch und besonders das Gut des Bräutigams eine Perle unter den Gütern sein, so daß unser Liebling aus ein schönes neues Heim rechnen kann. Und wie wird die reichste Liebe von allen Seiten bemüht sein, der jungen Frau ein weiches Nestchen zu bereiten! Erna hat mir schon gesagt, daß ich sie bald besuchen müsse – und Sie können denken, wie gern ich dieser Einladung folgen werde!

Eben steckt die Köchin den Kopf herein und verlangt energisch nach Rat und Anweisung; da muß ich flink meine Mappe zuklappen und in die Küche laufen, denn wenn das Abendbrot mißrät, laufe ich Gefahr, meine junge Freundschaft mit dem Bräutigam einzubüßen. Also ade, liebe Tante Emma! mit tausend Grüßen an das liebe Lindenhorster Haus bin und bleibe ich

Ihre

treue Rose.

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