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Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil

: Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil - Kapitel 76
Quellenangabe
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typelegend
authorVerschiedene Autoren
titleLustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil
publisherVerlag von Holland & Josenhans
seriesWürttembergische Volksbücher
volume
printrun2. Auflage. 9. 12. Tausend
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Zwei Schwabenstreiche.

I.

Ein Schwabe von der Ulmer Alb kam einstmals vor Jahren ins Preußische hinein. Und dieweil er redete, wie ihm der Schnabel gewachsen war, so merkte es bald jedermann, was für ein Landsmann er war. Da fingen nun die Preußen an, ihn zu rätzen und zu hänseln, und dazu haben sie ja dort drinnen das richtige Mundstück. Der Hannes aus Schwaben aber verstand einen Spaß, wie alle seine Landsleute auch. Und als die Preußen ihn nun einmal foppten: »He, Schwäble, ist es wahr, daß bei euch daheim die Leute erst mit dem vierzigsten Lebensjahr gescheit werden?« da lächelte der Schwabe nur ein wenig und sagte: »'s ist währle wohr, i kann's nit leugna. Meine Landsleut' werden erst mit dem vierzigsten g'scheit! Aber se müsset scharf aufpasse, daß sie's richtig Minütle nit verpasse, sonst bleibet se dumm, grad so dumm wie die Leut im Preußischen und um des Berlin 'rum.«

(C. Schnerring, Kirchheim u. T.)

Schlußvignette

II.

Ein preußischer Offizier reiste einst durch Schwaben und stellte, da ihn ein Regen überfiel, im Wirtshaus eines kleinen Dorfes ein. Während der Hausknecht das Pferd in den Stall brachte, geleitete der Wirt den Herrn in die Gaststube. Nachdem der Offizier die nassen Kleider gewechselt hatte, fragte ihn der Wirt: »Und nun, Herr Offizier, mit was darf ich jetzt aufwarten?« Der Preuße, einer von denen, die die Nase hoch tragen und klüger sind als andere Leute, wollte den »dummen Schwaben« uzen und sagte, indem er dem Wirt seine durchweichten Reitstiefel reichte: »Bitte, ein Paar Pantoffeln und – einen Schwabenstreich.« Der Wirt, der nicht so dumm war, wie er auszusehen schien, dachte: »Wart', du sollst einen Schwabenstreich haben, an den du noch lange denken wirst.« Er ging hinaus, nahm ein Messer und schnitt an den Stiefeln die Vorderfüße ab. Diese trug er sodann in die Stube hinein und stellte sie dem Herrn als Pantoffeln zu Füßen. »Um Gottes willen!« rief dieser aus, was habt Ihr da gemacht?« – »Nichts weiter,« entgegnete ruhig der Wirt, als einen Schwabenstreich, wie Ew. Gnaden es mir befohlen haben.«

(Nach Pegeus u. Webers Demokritos v. K. Rommel.)

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