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Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil

: Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil - Kapitel 7
Quellenangabe
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typelegend
authorVerschiedene Autoren
titleLustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil
publisherVerlag von Holland & Josenhans
seriesWürttembergische Volksbücher
volume
printrun2. Auflage. 9. 12. Tausend
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120411
projectid88bbeee9
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Wo ist der Fisch?

Die Schwaben gelten allgemein im Reiche draußen für starke Esser. Die Spottnamen »Suppenschwabe«, »Knöpflesschwabe«, »Spätzlesschwabe« hängen wohl damit zusammen. Daß es in Schwaben wirklich einen gesegneten Appetit gibt, hat ein Mann aus Lustnau bewiesen, dessen »Tat« nachfolgend berichtet werden soll. – Kamen da eines Tages nach Lustnau in eine Wirtschaft zwei Tübinger Studenten und verlangten etwas Apartes zu essen. Antwortete der Wirt: »Ihr kommt gerade recht, ihr Herren; soeben hat mir der Fischer einen wunderschönen Hecht gebracht, der wiegt gut seine acht bis zehn Pfund; das wäre was für Sie.« – »Wo denken Sie hin?« sagten die Studenten lachend, »acht bis zehn Pfund Hecht, das können zwei Mann unmöglich leisten.« – »Ei was,« entgegnete der Wirt, »das ist doch nichts Besonderes; wir haben hier in Lustnau einen Taglöhner, der zwingt den Hecht allein und noch mehr dazu.« Die Studenten hielten einen solchen Appetit für unmöglich und erboten sich, den Hecht zu bezahlen, falls der Mann ihn wirklich aufesse. »Doch«, sagten sie, »muß der Hecht in kleine Stücklein zerschnitten und als Suppe angerichtet werden, damit es eine recht große Portion gibt.« Der Wirt ließ den Taglöhner holen und teilte ihm mit, daß er einen Hecht essen müsse, der acht bis zehn Pfund wiege. Der Mann war des zufrieden und setzte sich an den Tisch, der zunächst der Küchentüre sich befand. Bald darauf ward auch der Fisch in einer mächtig großen dampfenden Schüssel hereingetragen, zubereitet wie die Studenten es angegeben hatten. Der Mann nahm den Löffel zur Hand und fing an zu essen. Er löffelte und löffelte, und richtig – er löffelte auch die ganze Schüssel aus, so daß auch kein Bröcklein mehr darin verblieb. Darauf legte er den Löffel weg und schaute nach der Küchentür, einmal, zweimal, sehnsüchtig und voll Erwartung. Als aber die Türe sich gar nicht auftun wollte, stand er endlich auf, streckte den Kopf zur Küche hinein und rief: »So, d'Supp' ist gessa, wo hänt ihr jetzt uiren Fusch?«

(Mündlich. K. Rommel-R.)

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