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Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil

: Lustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil - Kapitel 66
Quellenangabe
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typelegend
authorVerschiedene Autoren
titleLustige Geschichten aus Schwaben. Zweiter Teil
publisherVerlag von Holland & Josenhans
seriesWürttembergische Volksbücher
volume
printrun2. Auflage. 9. 12. Tausend
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Über den Umgang mit Bauern.

Man kann mit den Bauern schon zurechtkommen, wenn man's eben nur versteht... In Leipheim (ist ein Städtle nicht weit von Ulm) fiel der Jahrmarkt gerade auf den Tag, wo auch Holzmarkt war. Wie nun die Krämer ankamen mit ihren Waren und wollten ihre Stände aufrichten, da fanden sie die besten Plätze schon von den Holzwagen besetzt, und die Bauern machten eben keine Miene, daß sie weiterfahren wollten. Da trat ein Krämer unter sie und sagte in höflicher Weise: »Liebe Leute, seid doch so gut und macht uns hier Platz.« Die Bauern schwiegen und hielten aber still. Drauf ging ein andrer zu ihnen und schrie: »Ihr donnerschlächtigen Kerle! Wollt ihr weichen oder nicht?« Die Bauern lachten; sie wichen aber nicht. Zuletzt kam ein Dritter, ein stattlicher Mann, aus dem nächsten Wirtshause; der verstand die rechte Weise. Er fragte den nächsten Bauern, wie teuer er seine Fuhr gäbe bis vor das Haus. Der sagte ihm den Preis, und sie wurden sogleich eins; und der Mann sagte, er solle nur einstweilen vor das Tor hinausfahren; er werde gleich nachkommen und ihm den Platz bezeichnen, wo er abladen solle. Desgleichen handelte er einem zweiten, dritten, und allen übrigen ihre Fuhren ab, und er bestellte sie sämtliche vor das Tor. Die Bauern dankten und fuhren mit Freuden ab, und sie dachten, die große Bestellung sei gewiß für einen reichen Bräu in dessen Märzenkeller, und es könnte noch ein und das andere Mäßle gutes Bier statt des Trinkgeldes absetzen. – Als nun indessen die Marktstände alle geordnet und aufgeschlagen waren, kam der Käufer zu den Bauern, die vor dem Tor seiner harrten und sagte: »So, liebe Leute! Jetzt könnt ihr gemächlich fortfahren bis nach Hochstädt vor mein Haus. Es ist das dritte, links, wenn man zum Tor hineinfährt. ihr könnt nicht irren. Wenn ich dann abends nach Hause komm', werd' ich euch richtig bezahlen.« Die Bauern schimpften; aber sie hielten vor dem Tore, bis andere Käufer kamen, denen sie das Holz nicht so weit führen durften vor das Haus.

(Aurbacher, Volksbüchlein I.)

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