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Lord Jim

Joseph Conrad: Lord Jim - Kapitel 37
Quellenangabe
typefiction
titleLord Jim
authorJoseph Conrad
translatorHedwig Lachmann
publisherS. Fischer
addressBerlin
year1927
senderreuters@abc.de
created20040806
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Siebenunddreissigstes Kapitel

Das Ganze beginnt mit dem bemerkenswerten Handstreich eines Mannes namens Brown, der es richtig fertigbrachte, einen spanischen Schoner aus einer kleinen Bucht bei Zamboanga zu stehlen. Bis ich den Kerl entdeckte, war mein Wissen unvollständig, aber höchst unerwartet stieß ich auf ihn, wenige Stunden, bevor er seinen unverschämten Geist aufgab. Glücklicherweise war er imstande und willens, zwischen den Erstickungsanfällen des Asthmas zu reden, und sein zermarterter Körper wand sich vor boshaftem Triumph bei dem bloßen Gedanken an Jim. Er triumphierte, wenn er daran dachte, daß er es »dem aufgeblasenen Hund doch gehörig heimgezahlt habe«. Er weidete sich an seiner Tat. Ich mußte den erloschenen Blick seiner wilden, von Krähenfüßen umgebenen Augen ertragen, wenn ich etwas erfahren wollte; und so ertrug ich ihn denn in der Erwägung, wie sehr gewisse Formen des Bösen dem Wahnsinn verwandt sind, da sie aus überspannter Selbstsucht herrühren, durch Widerstand angefacht werden, die Seele in Stücke zerreißen und dem Körper eine Scheinkraft verleihen. Die Geschichte enthüllt auch unvermutete Tiefen von Verschlagenheit in dem elenden Cornelius, dessen gemeiner, eingefleischter Haß als treibende Kraft wirkt und den nicht zu verfehlenden Weg zur Rache weist.

»Ich konnte, sobald ich ihn nur erblickte, sehen, was für eine Art Narr er war«, keuchte der sterbende Brown. »Er, ein Mann! Teufel! Er war ein hohler Schwindler! Als hätte er nicht gradaus sagen können: ›Hände weg von meiner Beute!‹ Der verdammte Schuft! Das wäre Mannesart gewesen! Mag er zur Hölle fahren! Er hatte mich in Händen – aber er hatte nicht Teufel genug im Leibe, um mir den Garaus zu machen. Weiß Gott! So ein Wahnsinn! Mich laufen zu lassen, als wäre ich keinen Fußtritt wert!...« Brown rang verzweifelt nach Atem... »Der Schwindler... Mich laufen zu lassen... Und so hab' ich ihm schließlich doch den Kragen gebrochen...« Er würgte wieder... »Ich glaube, die Sache bringt mich um, aber ich sterbe jetzt leicht; Sie... Sie hören ... Ich weiß Ihren Namen nicht. – Ich gäbe Ihnen gern eine Fünfpfundnote – wenn ich sie hätte – für die Nachricht – oder ich heiße nicht Brown...« Er grinste abscheulich... »Gentleman Brown.«

Er sagte all das mit furchtbarer Atemnot und starrte mich dabei mit seinen gelben Augen aus einem langen, verwüsteten, braunen Gesicht an; sein linker Arm machte eine krampfhafte Bewegung; ein verfilzter Bart, grau wie Pfeffer und Salz, hing ihm fast bis auf den Schoß hinab; eine schmutzige, zerfetzte Decke lag über seinen Knien. Ich hatte ihn in Bangkok durch den Hans-in-allen-Gassen, den Gastwirt Schomberg, ausfindig gemacht, der mich, im Vertrauen, an die rechte Adresse gewiesen hatte. Es scheint, daß ein versoffener, verbummelter Lump, ein Weißer, der unter den Eingeborenen mit einem siamesischen Weibe lebte, es als Ehre angesehen hatte, dem berühmten »Gentleman Brown« in seinen letzten Tagen ein Obdach zu gewähren. Während er in der elenden Hütte mit mir sprach und, sozusagen, um jede Minute seines Lebens rang, saß die Siamesin, mit dicken, nackten Beinen und einem blöden, groben Gesicht, in einer Ecke und kaute stumpfsinnig Betel. Ab und zu stand sie auf, um ein Hühnchen aus der Tür zu jagen. Die ganze Hütte wankte, wenn sie ging. Ein häßliches gelbes Kind, nackt und dickbäuchig wie ein kleiner Heidengott, mit dem Finger im Mund, stand, in tiefe, ruhige Betrachtung des sterbenden Mannes verloren, am Fuß des Bettes.

Er redete fieberhaft; doch mitten in einem Wort nahm ihn vielleicht eine unsichtbare Hand bei der Kehle, und dann starrte er mich stumm an, mit einem Ausdruck voll Angst und Zweifel. Er schien zu fürchten, daß ich es satt bekommen könnte, zu warten, und wegginge, ohne daß er seine Geschichte und seinen Triumph an den Mann gebracht hätte. Er starb, glaube ich, während der Nacht, aber da hatte ich auch schon alles gehört.

Soviel vorläufig, was Brown angeht.

Acht Monate vorher, als ich nach Samarang kam, besuchte ich wie gewöhnlich Stein. Auf der Gartenseite des Hauses, auf der Veranda, grüßte mich schüchtern ein Malaie, und ich erinnerte mich, ihn in Patusan unter andern Bugismännern, die abends zu kommen und endlos über ihre Kriegserinnerungen zu plaudern und Staatsangelegenheiten zu erörtern pflegten, in Jims Hause gesehen zu haben. Jim hatte mich einmal auf ihn aufmerksam gemacht, als auf einen ehrsamen, bescheidenen Handelsmann, der ein kleines seetüchtiges Eingeborenenfahrzeug besaß, und mir gesagt, daß er sich bei der Einnahme der Schanze als einer der Tüchtigsten erwiesen habe. Ich war nicht überrascht, ihn zu sehen, denn jeder Händler aus Patusan, der sich bis nach Samarang wagt, findet selbstverständlich den Weg zu Stein. Ich erwiderte seinen Gruß und ging weiter. An der Tür von Steins Zimmer stieß ich auf einen andern Malaien, in dem ich Tamb' Itam erkannte.

Ich fragte ihn sofort, was er hier täte; es kam mir in den Sinn, Jim könnte zu einem Besuch hergekommen sein. Ich gestehe, daß ich bei dem Gedanken erregt und erfreut war. Tamb' Itam sah aus, als wüßte er nicht, was er sagen sollte. »Ist Tuan Jim drinnen?« fragte ich voll Ungeduld. – »Nein«, murmelte er und ließ einen Augenblick den Kopf hängen. Dann sagte er mit plötzlichem Ernst zweimal hintereinander: »Er wollte nicht kämpfen. Er wollte nicht kämpfen.« Da er nicht imstande schien, etwas anderes zu sagen, schob ich ihn beiseite und ging hinein.

Stein stand allein, groß und vornübergebeugt, in der Mitte des Zimmers zwischen den Reihen der Schmetterlingskästen. »Ach, Sie sind es, mein Freund?« sagte er traurig und sah mich durch seine Brille an. Ein grauer, sackartiger Rock aus Alpaka hing aufgeknöpft bis an seine Knie hinab. Er hatte einen Panamahut auf dem Kopf, und seine blassen Wangen waren von tiefen Falten durchzogen. »Was ist denn los?« fragte ich aufgeregt. »Tamb' Itam ist hier...« – »Kommen Sie zu dem Mädchen. Kommen Sie zu dem Mädchen. Sie ist da«, sagte er mit einem matten Anflug von Lebhaftigkeit. Ich suchte ihn zurückzuhalten, aber er ließ mit sanftem Eigensinn meine besorgten Fragen außer acht. »Sie ist hier, sie ist hier«, wiederholte er in großer Verwirrung. »Sie sind vor zwei Tagen hergekommen. Ein alter Mann wie ich, ein Fremder – sehen Sie – kann nicht viel tun... Hierher, bitte... Junge Herzen wollen nicht vergeben...« Ich konnte sehen, daß er aufs tiefste bekümmert war... »Die Lebenskraft in ihnen, die grausame Lebenskraft...« Er stammelte und führte mich rund um das Haus herum; ich folgte ihm, in trübe, unwillige Vermutungen verloren. An der Tür des Empfangszimmers versperrte er mir den Weg. »Er liebte sie sehr?« meinte er fragend, und ich nickte nur, da ich so bitter enttäuscht war, daß ich keine Worte herausbrachte. »Furchtbar«, murmelte er. »Sie kann mich nicht verstehen. Ich bin ein fremder, alter Mann. Vielleicht können Sie... sie kennt Sie. Reden Sie mit ihr. Wir können das nicht so lassen. Sagen Sie ihr, sie soll ihm vergeben. Es war wirklich schrecklich.« – »Ich glaube es wohl«, sagte ich, äußerst gereizt, daß ich im Dunkeln tappte; »aber haben Sie ihm denn vergeben?« Er machte ein eigentümliches Gesicht. »Sie werden hören«, sagte er, indem er die Tür öffnete und mich förmlich hineinschob.

Sie kennen Steins großes Haus und die beiden riesengroßen, unbewohnten und unbewohnbaren Empfangszimmer, die so peinlich sauber, voll Einsamkeit und glänzender Möbel sind und so aussehen, als ob nie ein menschliches Auge darauf weilte. Sie sind kühl an den heißesten Tagen, und man tritt dort ein wie in einen gescheuerten, unterirdischen Keller. Ich durchschritt das eine, und in dem zweiten sah ich das Mädchen am Ende eines großen Mahagonitisches sitzen, auf den sie ihren Kopf stützte. Das Gesicht hatte sie in den Händen vergraben. Der gewachste Fußboden spiegelte wie eine Eisfläche undeutlich ihre Gestalt. – Die Rohrjalousien waren heruntergelassen, und ein starker Wind blies in Stößen durch das eigentümliche grünliche Licht, das vom Blattwerk der Bäume draußen kam, und ließ die langen Vorhänge der Fenster und Türen aufflattern. Ihre weiße Gestalt schien aus Schnee gebildet zu sein; die Kristallgehänge eines großen Lüsters klirrten über ihrem Kopf wie glitzernde Eiszapfen. Sie blickte auf und wartete auf mein Näherkommen. Mich fröstelte, als wären diese weiten Räume die kalte Wohnung der Verzweiflung gewesen.

Sie erkannte mich sofort und sagte, als ich stehenblieb und auf sie niederblickte, ruhig: »Er hat mich verlassen; ihr verlaßt uns immer – um eurer eigenen Zwecke willen.« Ihr Gesicht war gefaßt. Alle Lebenswärme schien sich an eine unzugängliche Stelle in ihrer Brust zurückgezogen zu haben. »Es wäre leicht gewesen, mit ihm zu sterben«, fuhr sie fort und machte eine leichte, müde Bewegung, als gebe sie das Unbegreifliche auf. »Er wollte nicht! Es war wie eine Blindheit – und doch war ich es, die zu ihm sprach, ich war es, die vor ihm stand, die er die ganze Zeit ansah. Ah! Ihr seid hart, verräterisch, ohne Wahrheit, ohne Mitleid. Was macht euch so böse? Oder seid ihr am Ende alle wahnsinnig?«

Ich nahm ihre Hand; sie antwortete dem Druck nicht, und als ich sie losließ, hing sie leblos auf den Boden hinunter. Diese Gleichgültigkeit, schrecklicher als Tränen, Schreie und Vorwürfe, schien der Zeit und jedem Trost Trotz zu bieten. Man hatte das Gefühl, daß nichts, was man sagen konnte, den Sitz des stillen, betäubenden Schmerzes erreichen würde.

Stein hatte gesagt: »Sie werden hören.« Ich hörte. Ich hörte alles und lauschte mit Staunen und Grauen den Tönen ihrer wie erstarrten Trauer. Sie konnte den wirklichen Sinn dessen, was sie mir erzählte, nicht fassen, und ihre Bitterkeit erfüllte mich mit Mitleid für sie und – für ihn. Ich stand wie angewurzelt auf dem Fleck, nachdem sie geendet hatte. Auf ihren Arm gelehnt, stierte sie mit harten Augen vor sich hin; der Wind blies stoßweise, die Kristallgehänge klirrten im grünlichen Dämmerlicht. Sie flüsterte wieder vor sich hin: »Und er hat mich doch angesehen! Er sah mein Gesicht, hörte meine Stimme, meinen Schmerz! Als ich zu seinen Füßen zu sitzen pflegte, meine Wange an seine Knie gelehnt und seine Hand auf meinem Kopf, war der Fluch der Grausamkeit und des Wahnsinns schon in ihm und wartete nur auf den Tag. Der Tag kam!... und ehe die Sonne unterging, sah er mich schon nicht mehr – er war blind und taub geworden und erbarmungslos, wie ihr alle. Ich werde keine Träne um ihn vergießen. Niemals, niemals. Nicht eine Träne. Ich will nicht! Er ging fort von mir, als wäre ich schlimmer gewesen als der Tod. Er floh, als wäre ihm etwas Grauenhaftes auf den Fersen, das er im Schlaf gesehen oder gehört hatte...«

Ihre starren Augen schienen die Gestalt des Mannes zu verfolgen, der durch die Macht eines Traumes aus ihren Armen gerissen worden war. Sie schenkte meiner stummen Verbeugung keine Beachtung. Ich war froh, davonzukommen.

Ich sah sie noch einmal am gleichen Nachmittag. Als ich sie verließ, ging ich auf die Suche nach Stein, den ich im Innern des Hauses nicht fand; und ich wanderte, von kummervollen Gedanken bestürmt, in die Gärten, Steins berühmte Gärten, in denen man jeden Baum und jede Pflanze der Tropenniederung finden kann. Ich folgte dem Lauf des kanalisierten Stromes und saß lange auf einer schattigen Bank neben dem Zierweiher, in dem Wasservögel mit gestutzten Flügeln lärmend plätscherten und tauchten. Die Zweige der Streitkolbenbäume hinter mir säuselten leise, unaufhörlich, und mahnten mich an das Rauschen der Tannenbäume daheim.

Dieser trauervolle, rastlose Ton war die geeignete Begleitung zu meinen Betrachtungen. Sie hatte gesagt, daß ein Traum ihn ihr entrissen habe – und man konnte ihr keine Antwort hierauf geben –, es schien für solch einen Frevel keine Verzeihung möglich. Und doch! Stürmt nicht auch die ganze Menschheit blindlings, von einem Traum von Macht und Größe getrieben, auf die dunklen Pfade ausschweifender Grausamkeit und ausschweifenden frommen Eifers? Und was ist im Grunde die Jagd nach der Wahrheit anderes?

Als ich aufstand, um ins Haus zurückzukehren, erblickte ich durch eine Lücke im Laubwerk Steins grauen Rock, und sehr bald, bei einer Wegbiegung, traf ich ihn mit dem Mädchen zusammen. Ihre kleine Hand ruhte auf seinem Arm, und unter der flachen, breiten Krempe seines Panamahuts beugte er sich, grauhaarig, väterlich, mit mitleidiger, ritterlicher Ehrerbietung zu ihr hinab. Ich stand seitwärts, aber sie blieben vor mir stehen. Sein Blick heftete sich auf den Boden zu seinen Füßen; das Mädchen starrte, schlank und aufrecht an seinem Arm, düster, mit schwarzen, klaren, unbeweglichen Augen über meine Schulter weg ins Weite. »Schrecklich«, murmelte er. »Schrecklich! Schrecklich! Was kann man tun?« Er schien mich beschwören zu wollen, etwas für sie zu tun; doch ihre Jugend, die Öde ihrer Tage beschworen mich in noch eindringlicherer Weise; und plötzlich, während ich mich überzeugte, daß nichts gesagt werden konnte, fühlte ich mich gedrängt, um ihretwillen ein Wort für ihn einzulegen. »Sie müssen ihm vergeben.« Ich schwieg, meine eigene Stimme hatte mir erstickt geklungen, in leere, trübe Unendlichkeit verloren. Nach einer Weile fügte ich noch hinzu: »Wir alle brauchen Vergebung.«

»Was habe ich getan?« fragte sie, nur mit den Lippen.

»Sie haben ihm immer mißtraut«, erwiderte ich.

»Er war wie die andern«, sagte sie langsam.

»Nicht wie die andern«, widersprach ich, doch sie fuhr gleichmäßig, fühllos fort:

»Er war falsch.« Und plötzlich fiel Stein ein: »Nein! Nein! Nein! Mein armes Kind!...« Er streichelte ihre Hand, die widerstandslos auf seinem Arm lag. »Nein! Nein! Nicht falsch! Treu! Treu! Treu!« Er versuchte in ihr steinernes Gesicht zu blicken. »Sie verstehen nicht. Ach! warum verstehen Sie nicht? ... Schrecklich«, sagte er zu mir. »Eines Tages wird sie verstehen.«

»Wollen Sie erklären?« fragte ich, ihn fest ansehend. Sie schritten weiter.

Ich sah ihnen nach. Das Gewand des Mädchens schleppte auf der Erde, ihr schwarzes Haar fiel lose herab. Sie schritt aufrecht und leicht an der Seite des großen Mannes dahin, dessen langer, formloser Rock in senkrechten Falten von den vorgebeugten Schultern herunterhing und dessen Füße sich langsam vorwärtsbewegten. Sie verschwanden hinter dem Buschwerk – Sie werden wissen, welches ich meine –, wo sechzehn verschiedene Bambusarten, die für das sachkundige Auge alle zu unterscheiden sind, zusammen wachsen. Ich war von der köstlichen Anmut und Schönheit dieses schlanken, von spitzen Blättern und federgleichen Wipfeln gekrönten Haines, der so vernehmlich die Leichtigkeit und Kraft dieses einfachen, üppigen Lebens kündet, wahrhaft bezaubert. Ich stand lange davor, wie man sich einem tröstlichen Zureden hingibt. Der Himmel war perlgrau. Es war einer jener in den Tropen so seltenen bedeckten Tage, wo einen die Erinnerung überkommt, die Erinnerung an andere Küsten, andere Gesichter.

Ich fuhr am selben Nachmittag zur Stadt zurück und nahm Tamb' Itam und den anderen Malaien mit mir, in dessen Fahrzeug sie in ihrer Verwirrung, Furcht und unter dem Druck des Geschehnisses entkommen waren. Die Erschütterung schien beide von Grund auf verändert zu haben, hatte des Mädchens Leidenschaftlichkeit zu Stein verwandelt und den mürrischen, schweigsamen Tamb' Itam fast redselig gemacht. Seine Grimmigkeit sogar war zu einer ratlosen Demut herabgestimmt, als hätte er in einem entscheidenden Augenblick das Versagen eines kräftigen Zaubers mit angesehen. Der Bugishändler, ein scheuer, zaghafter Mann, war sehr klar in dem Wenigen, was er zu sagen hatte. Beide standen offenbar unter dem Bann eines tiefen, rätselhaften Wunders, eines unerforschlichen Geheimnisses...

Hier schloß der eigentliche Brief mit Marlows Unterschrift. Der bevorzugte Leser schraubte seine Lampe in die Höhe und wandte sich, einsam über dem Gewoge der Dächer wie ein Leuchtturmwärter über der See, den Seiten der Geschichte zu.

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