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Liquidiert

Rudolf Lindau: Liquidiert - Kapitel 1
Quellenangabe
typenovelette
booktitleAusgewählte Erzählungen
authorRudolf Lindau
yearca. 1930
publisherWegweiser Verlag
addressBerlin
titleLiquidiert
pages15-155
created20040409
sendergerd.bouillon
firstpub1877
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Rudolf Lindau

Liquidiert


I

Die Freundschaft, welche Wilson und Irwing verband, hatte einen guten, triftigen Grund: – die beiden hatten sich gegenseitig das Leben gerettet.

Dies war folgendermaßen zugegangen.

Im Jahre 1860 waren die Changmaos, die »langhaarigen« chinesischen Rebellen, unter Führung ihres »himmlischen Königs« Taï-ping-wang, des »Herrschers der allgemeinen Glückseligkeit«, von der Südprovinz Kwangsi bis hoch nach Norden vorgedrungen. Sie hatten Nanking, die alte Hauptstadt, Hang-tschau, »das Paradies auf Erden«, Su-tschau, die zweitreichste und größte Stadt Chinas, erobert und zerstört, und sie bedrohten Peking. – Hang-tschau war, nachdem die Changmaos dort ein furchtbares Blutbad angerichtet, von den Kaiserlichen wieder genommen worden; aber Su-tschau, die Hauptstadt der Seidenprovinz Kiang-su, war in den Händen der Rebellen geblieben.

Die europäischen und amerikanischen Kaufleute, die sich seit 1844 in der Hafenstadt Schanghai niedergelassen hatten, und die von dort aus einen ergiebigen Handel mit den Chinesen betrieben, waren in großen Ängsten. Für ihr Leben und ihren Reichtum fürchteten sie nicht. Es waren ihrer zwar nur wenige Hundert, aber sie hatten sich in der »fremden Niederlassung« verbarrikadiert, sie waren gut bewaffnet, sie konnten auf die Unterstützung einiger englischer und französischer Kanonenboote rechnen, die in Wusung vor Anker lagen, und sie verachteten die Chinesen, als Soldaten, so gründlich, daß ihnen eine Armee, wo sie einer gegen zehn zu kämpfen gehabt haben würden, keine Furcht eingeflößt hätte. Dazu kam, daß verschiedene »Taïpingkönige«, wie sie selbst sich nannten, – Rebellen-Häuptlinge, wie man sie in Schanghai bezeichnete, jede Gelegenheit wahrgenommen hatten, um freundliche Beziehungen mit den Fremden herzustellen. Diese durften deshalb annehmen, daß, für den Fall die Changmaos bis nach Schanghai kommen sollten, Leben und Eigentum der Europäer und Amerikaner dennoch nicht gefährdet sein würden. – Was die Kaufleute verdroß, war, daß sich die Rebellenarmeen nach der Einnahme von Su-tschau und Sung-kiang zwischen Schanghai und die Seidendistrikte geschoben hatten, und daß die chinesischen Seidenverkäufer, die gleichzeitig die Hauptkäufer von indischem Opium und englischen Manufakturen waren, sich nun nicht mehr nach Schanghai wagten, aus Furcht, unterwegs ausgeplündert oder ermordet zu werden. Der Handel, der viele von den Fremden bereits reich gemacht hatte und sämtliche Neuangekommene in wenigen Jahren reich machen sollte, drohte vollständig in Stocken zu geraten.

Diese Befürchtungen waren jedoch nur von kurzer Dauer. Unter den Einwohnern von Schanghai fanden sich bald einige verwegene Abenteurer, die es gegen gute Bezahlung übernahmen, die unterbrochene Verbindung zwischen der Hafenstadt und den Seidendistrikten wieder herzustellen. Sie wußten sich von dem »Himmlischen Könige« Geleitschreiben und Pässe zu verschaffen, und mit diesen Papieren und ihrem waghalsigen Mute zogen sie vereinzelt oder in Gruppen von dreien oder vieren, in kleinen Booten, hunderte von Meilen weit in das Innere, um dort Opium und Waffen gegen Seide einzutauschen. Es war eine kurze Zeit, wo das Glück dem Verwegenen lächelte und ihn in wenigen Wochen zum reichen Manne machte.

In der Kegelbahn des englischen Klubs von Schanghai waren an einem heißen Juliabend des Jahres 1860 einige zwanzig junge Männer versammelt. Sie hatten die leichten, weißen leinenen Jacken ausgezogen und die Halstücher abgelegt, und sie schlenderten, sich träge fächelnd, in dem großen luftigen Saale langsam umher. Einige von ihnen hatten sich an einer Partie Kegel beteiligt; die andern sahen den Spielern zu oder unterhielten sich miteinander. Ein jeder von ihnen hatte irgendwo, auf einem der Tische oder Sessel, ein Glas eiskaltes Sodawasser mit Brandy stehen.

»Nun, Wilson ist also von seinem Ausfluge zurück?« fragte, sich an seinen nächsten Nachbar wendend, ein großer, hagerer, blasser Mann. »Man sagt mir, er habe sechzig Ballen TsatleeTsatlee, Name einer Seidensorte, die in China in den Handel kommt. mitgebracht. Wissen Sie etwas Näheres?«

»Sechzig Ballen?« erwiderte der Angeredete verdrießlich, »das muß ich erst sehen, um es zu glauben. Dividieren Sie durch zwei, und Sie kommen der Wahrheit wahrscheinlich näher. Ich weiß von nichts. Dort steht übrigens Wilson. Fragen Sie ihn doch selber! Er kann Ihnen am besten sagen, was er mitgebracht hat.«

Der hagere Mann, der »lange Neville«, wie man ihn in Schanghai nannte, wandte seine schwachen Augen der Richtung zu, nach der sein Nachbar gedeutet hatte und näherte sich der Gruppe der Spieler. Er musterte diese aufmerksam, einen nach dem andern, bis er unter ihnen den gesuchten Richard Wilson entdeckte.

»Nun, Dick,« sagte er, ihm vertraulich auf die breite Schulter klopfend, »aus dem Innern zurück? Gute Geschäfte gemacht?«

Richard Wilson, ein kleiner, untersetzter Mann von zwanzig Jahren, mit kurzgeschorenen, dichten blonden Haaren wandte sich rasch um. Er hatte ein Gesicht, in dem der Ausdruck verwegener, sorgloser Entschlossenheit alles andere beherrschte: eine breite, offene Stirn, helle, blitzende, schnelle Augen, einen großen, geraden, festgeschlossenen Mund und ein breites Kinn.

»Wie Sie sehen, Neville! Hier sind wir wieder!« Es war eine Stimme voller Frische und Lebensmut.

»Nun, und wie ist es Ihnen ergangen?« fragte Neville weiter.

»Gut natürlich! Wie soll es mir sonst gehen?« und er lachte laut auf und zeigte zwei Reihen weißer, starker Zähne.

»Haben Sie Seide mitgebracht?«

»Jawohl!«

»Ist dort, wo Sie gefunden haben, noch mehr zu holen?«

»Haufen, Neville, Haufen!«

»Nun aber wo denn, alter Freund?«

»Ja wo? Da liegt der Hase im Pfeffer. – Da hinten, links, immer grad' aus, bis nach Su-tschau; dann rechts und bis zum Tai-woe – und da ›irgendwo‹!« – Er zeigte mit der Hand ins Blaue hinein und lachte dabei wieder laut und herzlich. – »Suchen Sie, Neville, suchen Sie, wie ich es getan, und wenn Sie ebensoviel Glück wie ich haben, so werden Sie vielleicht finden.«

»Wilson!« rief einer der Kegelspieler.

» Adsum!« und mit einem Satze hatte er sich von Neville entfernt und die schwere Kegelkugel ergriffen, die gleich darauf die Bahn hinunterflog.

»Diese Menschen sind wirklich bewunderungswert,« sagte Wilson eine Minute darauf, sich an einen der Mitspieler wendend. »Da habe ich mich vierzehn Tage lang im Innern umhergetrieben, bin einem halben Dutzend Sonnenstichen entgangen, habe jede Nacht bis vier Uhr morgens Wache gestanden, von Reis und Fisch gelebt wie ein heidnischer Chinese, lauwarmes Soda und Brandy trinken müssen und endlich mit Mühe und Not ein paar Ballen Seide gefunden, die ich mit Lebensgefahr nach Schanghai gebracht habe – und nun erwarten die Menschen, daß ich ihnen meine sauer erworbene Erfahrung für nichts und wieder nichts zur Verfügung stellen soll.«

Der junge Mann, dem Wilson diese Bemerkungen mit halblauter Stimme machte, war von großer, kräftiger Statur, er hatte schlichtes, blondes Haar und ein ehrliches, ruhiges Gesicht. Er hörte aufmerksam zu, zog die Schultern lächelnd in die Höhe, aber antwortete nicht und fuhr fort, sich um die Kegelpartie zu bekümmern, an der er beteiligt war. Nachdem diese beendet, brachte er seinen Anzug in Ordnung, setzte sich einen großen leichten Filzhelm auf, wie ihn die Europäer in China zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen als Kopfbedeckung tragen, und blieb dann, an einem Pfeiler des Schuppens gelehnt, mit übergeschlagenen Armen nachdenklich stehen. Wilson unterbrach ihn in seinen Träumereien.

»Gehen Sie nach Hause, Irwing?« fragte er ihn. »In diesem Falle begleite ich Sie.«

Irwing, anstatt zu antworten, begnügte sich damit, sich zu Wilson zu gesellen. Nachdem die beiden einige Minuten lang in der Straße schweigend nebeneinander hergegangen waren, fing Wilson die Unterredung von neuem an.

»Nun, was treiben Sie jetzt?« fragte er.

»Nichts!« antwortete der andere lakonisch.

»Das ist verdammt wenig. Haben Sie Aussicht, etwas Besseres zu finden?«

»Nein.«

Wieder eine Pause, während der Irwing wohl fühlen mußte, daß er seinen freundlichen Genossen etwas gar zu kurz abgefertigt hatte. Er nahm deshalb das unterbrochene Gespräch wieder auf.

»Ich war in England falsch unterrichtet worden«, sagte er. »Man hatte mir dort erzählt, daß ich als Zivilingenieur reichliche und gute Beschäftigung in Schanghai finden werde. Nun treibe ich mich hier aber schon drei Monate ›suchend‹ umher, langweile mich, verzehre meine kleine Barschaft und stehe heute noch genau auf demselben Fleck, auf dem ich mich am Tage meiner Ankunft befand. Ich habe mich beinahe entschlossen, den ersten Dampfer, der nach Nagasacki oder Yokohama geht, zu nehmen, um mein Glück in Japan zu versuchen.«

»Augenblicklich sind hier bessere Aussichten für einen Mann wie Sie als irgendwo anders.«

»Ich sehe sie nicht.«

»Ich gehe in vier oder fünf Tagen wieder in das Innere. Begleiten Sie mich, und ich will Ihnen Aussichten zeigen, daß Ihnen die Augen übergehen sollen. Hunderttausende sind jetzt aus dem Innern zu holen, junger Mann! Hunderttausende!«

»Was Sie jüngst erfahren und gelernt haben, ist Ihr Eigentum. Ich mag es Ihnen nicht fortnehmen.«

»Unsinn, Mann! Sie glauben doch nicht etwa, daß die Bemerkungen, die ich vorhin über den langen Neville machte, auf Sie gemünzt waren? Ein Hasenherz wie der wird in der Tat niemals erfahren, was ich heute weiß; aber ein Mann wie Sie kann in acht Tagen gerade ebenso klug sein wie ich. – Hören Sie mich an. Ich bin, wie Sie wohl wissen, für Sands' Rechnung in das Innere gezogen. Ich habe ganz gute Geschäfte gemacht; aber ich selbst habe dabei nicht viel verdient. Sands stecken die großen Gewinste ein, und mir bleibt nur eine erbärmliche Kommission. Dafür mag ich die Geschichte nicht ein zweites Mal durchmachen. Ich habe es James Sands offen gesagt, und er sieht ein, daß ich recht habe; aber er will das Geschäft nicht auf gemeinschaftliche Rechnung mit mir machen: dazu, meinte er, wäre ihm das Risiko zu groß; er müßte auf bedeutenden Gewinn hoffen dürfen, um sich veranlaßt zu fühlen, ein Kapital aufs Spiel zu setzen. Er hat nicht unrecht, – und ich habe recht – und wir haben uns in Freundschaft voneinander getrennt. Ich will nun also eine neue Expedition für eigene Rechnung unternehmen; – aber nicht allein. Die Sache kann nur gut durchgeführt werden, wenn man zu zweien geht. Als ich Sie nun heute abend in der Kegelbahn sah, ist mir der Gedanke gekommen, Ihnen vorzuschlagen, mit mir zu gehen. Wollen Sie nicht kommen, so suche ich mir einen anderen; – aber Sie sind mir der Liebste. – Wollen Sie kommen?«

»Unter diesen Umständen, ja!«

»Sehr wohl! Das ist dann eine abgemachte Sache.« Wilson streckte die kräftige harte Rechte aus, in die Irwing einschlug.

Nach einer kurzen Pause fuhr Wilson fort: »Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß die Sache geheim gehalten werden muß.«

»Versteht sich.«

»Und daß wir keine Zeit zu verlieren haben, wenn wir nicht wollen, daß uns andere zuvorkommen und uns die Sahne von der Milch fortnehmen.«

»Einverstanden.«

»Nun denn, mein Plan ist fix und fertig. Ich habe zweitausend Dollars bares Geld, die ich mitnehme. Wieviel können Sie dazuschießen?«

»Achthundert Dollars.«

»Hm, mit zweitausendachthundert Dollars können wir keine großen Sprünge machen; aber gleichviel. – Sodann handelt es sich darum, eine kleine Konsignation zu erhalten; und da habe ich an Julius Weber, Ihren Wirt, gedacht. Ich kenne ihn seit langer Zeit. Er hat nicht viel; aber er riskiert das wenige gern, wenn er sieht, daß ehrlich gespielt wird. – Glauben Sie, daß er schon zu Bett gegangen ist?«

»Nein; er wartet gewöhnlich, bis ich nach Hause komme.«

»Nun, dann will ich mit Ihnen hineingehen und wir können die Sache zu dreien weiter besprechen.«

Wilson und Irwing waren vor einem kleinen zweistöckigen Hause angelangt, dessen Türen und Fenster weit offen standen, und in das sie hineintraten, ohne von jemand gesehen zu werden.

»Wer ist da?« rief eine helle Stimme von der Veranda.

»Ich bin es, Irwing; und ich habe Ihnen noch Besuch mitgebracht.«

»Kommen Sie auf die Veranda; es ist kühler hier als im Zimmer.«

Irwing und Wilson folgten der Stimme, die einem kleinen, behäbigen Mann angehörte, der im Nachtanzuge – das heißt in weiten seidenen Hosen, sogenannte Pudjamas, und in einer leichten chinesischen Jacke, die nackten Füße in Strohpantoffeln – auf zwei großen Sesseln aus Bambus, lang ausgestreckt lag und eine Zigarre rauchte. Er hatte ein Gesicht wie Milch und Blut und große, lachende blaue Augen, die hinter einer Goldbrille verschmitzt und wohlwollend zugleich in die Welt hinausblickten.

»Das ist recht, Wilson, daß Sie mich besuchen. Entschuldigen Sie, wenn ich liegen bleibe. Es ist gar zu heiß. Machen Sie es sich bequem. – Boy!Sämtliche chinesischen Diener werden Boy gerufen. Cheroots, Brandy und Soda für die Herren!«

Die Neuangekommenen folgten, ohne sich nötigen zu lassen, der Einladung ihres Wirtes, schoben sich ein jeder zwei Sessel zurecht, um sich gehörig ausstrecken zu können, und ließen sich sodann nieder. Der Diener brachte gleich darauf die von Weber bestellten Zigarren und Getränke.

Nachdem Wilson einen tüchtigen Schluck Brandy und Soda genommen und sich eine frische Zigarre angesteckt hatte, setzte er Weber ohne irgendwelche Umschweife den Zweck seines späten Besuches auseinander. Er erzählte ihm, er sei im Innern gewesen, er wisse, wo dort Seide billig zu finden, und Opium, Waffen und Pulver teuer zu verkaufen seien, er habe sich mit Irwing verständigt, um eine neue Expedition für gemeinschaftliche Rechnung mit diesem zu unternehmen, und er frage nun an, ob Weber sich bei dem Geschäfte durch eine Konsignation beteiligen wolle.

Julius Weber, der, freundlich lächelnd, aufmerksam zugehört hatte, richtete sich jetzt aus seiner liegenden Stellung in die Höhe, nahm die Goldbrille ab, reinigte die Gläser sorgfältig mit einem Zipfel seiner seidenen Jacke, setzte die Brille bedächtig wieder auf, atmete tief, spitzte den Mund, rieb sich das Kinn, sah Irwing und Wilson einige Sekunden lang fest und fragend an, bog sich dann wieder langsam in seine alte Stellung zurück und antwortete endlich:

»Das gefällt mir!« Darauf leerte er das halbvolle Glas, das neben ihm stand, und ging auf die näheren Einzelheiten des Geschäfts ein. Nachdem er in Erfahrung gebracht hatte, daß Wilson und Irwing zusammen 2800 Dollars in das beabsichtigte Geschäft stecken wollten, erbot er sich nach einigem Hin- und Herreden mit Wilson, dem gemeinschaftlichen Unternehmen für 4000 Dollars Opium, Waffen und Munition zum Kostenpreise, nach Zuschlag von zehn Prozent Profit, auf Kredit zu verkaufen, und beanspruchte dagegen mit einem Drittel am Gewinn oder Verlust des Unternehmens beteiligt zu werden. Er vertiefte sich sodann noch mit Wilson in eine lange geschäftliche Unterhaltung über die Qualität und den Preis des Opiums, der Waffen, des Pulvers und der Patronen, die er herbeizuschaffen übernahm, und nachdem dies zu beiderseitiger Befriedigung erledigt worden war, stellte er zuletzt sein eigenes großes »Hausboot« den beiden Freunden zur Verfügung.

»Sie werden darin so gut aufgehoben sein wie in Ihren Zimmern in Schanghai«, sagte er. »Ich habe das Boot erst vor drei Monaten ganz neu instand setzen lassen. Sie haben dort zwei gute Betten, bequeme Sessel, einen Weinkeller, den ich füllen werde, und eine Eiskiste, die Ihnen fünf Tage aushalten kann, wenn Sie nicht zu verschwenderisch zu Werke gehen. Mein Lauder (Steuermann) ist der beste Bootsmann in Schanghai, und wenn ich ihm sage, um was es sich handelt, und ihm eine gute Belohnung verspreche, so wird er sich noch fünf andere Ruderer aussuchen, die nichts zu wünschen übrig lassen werden.«

Weber übernahm es, das Boot in der nächstfolgenden Nacht laden zu lassen. Wilson sagte, er habe nur noch Abrechnung mit Sands zu machen und einige persönliche Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und werde übermorgen zur Abreise fertig sein. Irwing, der bis jetzt kein Wort gesprochen hatte, erwiderte auf eine von Weber an ihn gerichtete Frage, daß er jeden Augenblick zum Aufbruch bereit sei – und die drei Freunde trennten sich spät in der Nacht, nachdem die Abreise von Schanghai auf den 1. August, das heißt den zweitfolgenden Tag, abends zehn Uhr, festgesetzt worden war.

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