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...liner Roma...

Joachim Ringelnatz: ...liner Roma... - Kapitel 1
Quellenangabe
typenarrative
booktitle...liner Roma...
authorJoachim Ringelnatz
year1924
publisherJohannes Asmus Verlag
addressHamburg
title...liner Roma...
pages1-53
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Joachim Ringelnatz

...liner Roma...

Mit 10 Bildern von ihm selbst

(1924)

Dem Maler Karl Huegin in Zürich

1.

erfolgreichen Razzia vier Spielhöllen auszuheben und in der Motzstraße 296 die Eheleute Krusis zu verhaften, die dort gegen Eintrittsgeld eine Nacktvorstellung gaben.

Sie waren beide heißen Blutes trunken, auch von einem ausgesuchten Wein und von ungewöhnlichen Worten berauscht. Er rief sie Wiga, ohne ihren Nachnamen zu kennen. Aber spät morgens, als der Schlaf sie doch übermannte, betrachtete Gustav lange und nahe die Falten in Wigas Gesicht und das Tal zwischen ihren Brüsten und stand behutsam auf, um nackt und glücklich durch das Zimmer zu wandern. Er liebte den geheimnisvollen Modergeruch, der aus Gasthofkommoden strömt. Er las sieben Haarnadeln auf, die sich zwischen die Sofapolster verkriechen wollten. Und Wiga war wieder erwacht, denn sie sagte: "Wenn wir jetzt stürben, dann würde kein Mensch uns hier suchen." Hierauf stieg auch sie aus dem Bett, hoch und schlank, und stellte sich hinter Gustaven und lugte mit ihm zum Fenster hinaus auf den Kleinstadtmarkt, der für andere Leute unansehnlich, nun überdies vom Regen verdüstert war. Und eine fast vergessene Stadt in weiter Ferne hieß Berlin.

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