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Lieder eines Sünders

Hermann Conradi: Lieder eines Sünders - Kapitel 9
Quellenangabe
typepoem
booktitleLieder eines Sünders
authorHermann Conradi
year1887
publisherVerlag von Wilhelm Friedrich
addressLeipzig
titleLieder eines Sünders
pagesI-III
created20040522
sendergerd.bouillon
firstpub1887
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Im Vorüberfluge.

         

Mit metallhartem Rotgelb
Hat sich des Himmels
Westliche Wölbung beflammt.

Mein Auge starrt staunend
In die leuchtende Blende,
Die wachsend fortglüht,
Als sei nimmer ihr Ende
Die lichtlose Nacht . .

Da streift die brennende
Lichtwand ein Fittig –
Der nachtschwarze Fittig
Eines Dämmerungsvogels . . .

Eine kleine Spanne
Und die Weite verschlang ihn.

Also trägt auch der Mensch
Mit schwankem Fittig
Sein zwielichtbefangenes Sein
Vorüber an der stetig leuchtenden
Kristallwand der Ewigkeit . . .

Er huscht dahin
Ein Traum – ein Wahn –
Auf schmaler Bahn
So bald – so bald
Raubt seiner Gestalt
Schattengefüge
Des Nichtseins
Farblose Wahrheitslüge.

Aber im Fluge –
Im Vorüberfluge –
Ahnt er das Rätsel
Der stetig und still,
In sattem Glanze
Fortdauernden Ewigkeit . . .

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