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Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters

Franz Dingelstedt: Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters - Kapitel 85
Quellenangabe
typepoem
booktitleLieder eines kosmopolitischen Nachtwächters
authorFranz Dingelstedt
year1923
publisherKlinkhardt & Biermann
addressLeipzig
titleLieder eines kosmopolitischen Nachtwächters
pages1-167
created20020609
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1842
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XIII

                  Den Wolken nah, auf dürrer Felsenspitze,
Wo nur die Eulen nisten und die Raben,
Will ich der Liebe Kenotaph bestatten.
Ein letzter Blick zurück von meinem Sitze:
Ich bin allein, ich habe sie begraben,
Und ach! sie folgt mir nicht, wie einst der Schatten
Euridikes dem Gatten.
Da unten liegt, dem Auge kaum erkennbar,
Die Hütte wie ein Särglein anzuschauen . . . .
Ein Schmerz durchzuckt mich tödtlich und unnennbar:
Aus mit der Liebe! Fertig mit den Frauen! –
Dann weiter in die Welt mit halber Seele,
Der Haß ergänze, was an Liebe fehle!

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