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Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters

Franz Dingelstedt: Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters - Kapitel 4
Quellenangabe
typepoem
booktitleLieder eines kosmopolitischen Nachtwächters
authorFranz Dingelstedt
year1923
publisherKlinkhardt & Biermann
addressLeipzig
titleLieder eines kosmopolitischen Nachtwächters
pages1-167
created20020609
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1842
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III

              Hat ihnen gar zu hell geklungen
Der Ton von meinem alten Horn,
Hab' ihnen gar zu grell gesungen,
Den Herrn – sie schliefen just nach vorn.

Erwachten immer unbequemlich,
Und träumten sie auch noch so tief,
Sobald ich stattlich und vernehmlich
Vor ihrem Haus mein Sprüchlein rief.

Nun haben sie mir's weggenommen
Mein gutes, altes, liebes Horn,
Ein Pfeiflein hab' ich drein bekommen
Von Gott's- und Magistrates-Zorn;

Ein Pfeiflein, wie für Diebsgesindel
Und für der Haderlumpen Schwarm,
Die Kinder spielen in der Windel
Mit solchen Dingern, Gott erbarm'!

Sie meinten baß für mich zu sorgen
Und dachten, mir wär's schon genehm,
Daß ich nicht jeden lieben Morgen
Wie athemlos nach Hause käm'.

Prosit, ihr hohen Herrn, ich merke,
Wo hier begraben liegt der Hund:
Nicht meiner guten Lungen Stärke,
Euer schlechter Schlaf allem ist Grund.

Doch Euch mag's zum Exempel dienen,
Ihr jungen Hörner fern und nah,
Verfistelt Euch in Piccolinen,
Geschieht Euch sonst, wie mir geschah!

Gottlob, daß ich so abgekommen,
Die Herrn sind sonsten nicht so faul,
Dem Heinz dem ward sein Horn genommen
Und schmissen ihn dazu auf's Maul!

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