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Annette von Droste-Hülshoff: Letzte Gaben - Kapitel 27
Quellenangabe
pfad/droste/gaben/gaben.xml
typepoem
authorAnnette von Droste-Hülshoff
titleLetzte Gaben
booktitleGesammelte Werke, Band II: Gedichte
year1948
publisherLiechtensteinverlag, Vaduz
editorReinhold Schneider
correctorreuters@abc.de
pages235-356
senderbelmekhira@hotmail.com
firstpub1860
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Denkblätter

An Philippa

Im Osten quillt das junge Licht,
Sein goldner Duft spielt auf den Wellen,
Und wie ein zartes Traumgesicht
Seh' ich ein fernes Segel schwellen;
O, könnte ich der Möwe gleich
Umkreisen es im lust'gen Ringen,
O, wäre mein der Lüfte Reich,
Mein junge, lebensfrische Schwingen!

Um dich, Philippa, spielt das Licht,
Dich hat der Morgenhauch umgeben,
Du bist ein liebes Traumgesicht
Am Horizont von meinem Leben;
Seh' deine Flagge ich so fern
Und träumerisch von Duft umflossen,
Vergessen möcht' ich dann so gern,
Daß sich mein Horizont geschlossen;

Vergessen, daß mein Abend kam,
Mein Licht verzittert Funk' an Funken,
Daß Zeit mir längst die Flagge nahm
Und meine Segel längst gesunken;
Doch können sie nicht jugendlich
Und frisch sich neben deinen breiten,
Philippa, lieben kann ich dich
Und segnend deine Fahrt geleiten.

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