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Egmont Colerus: Leibniz - Kapitel 60
Quellenangabe
typebiography
authorEgmont Colerus
titleLeibniz
publisherPaul Zsolnay Verlag
addressHamburg
printrun39.-43. Tausend
year1950
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100315
projectid895c7d1c
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Sechzigstes Kapitel

Im Belvedere

Prinz Eugen empfing Leibniz im oberen Belvederegarten. Er war eben in einer Gruppe von Baumeistern und Werkleuten gestanden, aus denen er sich losgelöst hatte und dem erwünschten Gast mit einigen schnellen Schritten entgegengekommen war.

»Verzeihen Sie, liebwerter Baron, daß ich mich noch hier umhertreibe!« Prinz Eugen drückte Leibniz kurz und soldatisch die Hand. »Aber es liegt ja noch Tau auf den Gräsern. Und ich erwartete nichts weniger als solche unwahrscheinliche Pünktlichkeit. Und dann noch ein kleiner Entschuldigungsgrund. Wir bauen seit einundzwanzig Jahren und da kommt es gerade auf diese Stunde an.« Er lachte kurz und in deutlicher Selbstironie auf.

»Lassen Sie sich durch den Bücherwurm nicht stören, Hoheit« erwiderte Leibniz belustigt. »Ich sehe dort eine Bank. Auch mir wird die Sonne wohltun.«

»Also doch beleidigt?« Der Feldherr blickte beinahe unsicher zu Leibniz empor, da er äußerst klein von Statur war.

»Nein, Hoheit, nicht im geringsten. Man soll nicht sentimental sein. Aber eben Sie sind vielleicht der letzte Mensch auf der Erde, der mir das Leben erträglich und fruchtbar macht.«

Eine flüchtige Röte färbte die blassen Wangen des Prinzen.

»Äußerst ehrend, aber sicherlich zu viel«, erwiderte er beinahe hart. Dann setzte er fort: »Auf jeden Fall akzeptiere ich die mir damit angebotene unverdiente Freundschaft. Und daher bitte ich den Freund Leibniz, sich nicht auf die Bank zu setzen, sondern uns bei der Beratung zu unterstützen. Dann wollen wir oben ein kleines Frühstück nehmen. Gestattet Ihre Zeit dieses Programm?«

»Der ganze Tag steht zu Ihrer Verfügung, Hoheit. Je länger Sie mich heute bei sich behalten, um so besser für mich. Lassen Sie mich einige Stunden mitleben. Es ist für mich ein Tag des Heiles und des Unheils.«

Prinz Eugen horchte auf. Was für Welten von Traurigkeit zitterten hinter diesen sonderbar versteinerten Tönen? Nein, nicht um Verärgerung, um Mißerfolg, um Laune handelte es sich hier. Hier hatte ein tödliches Geschoß getroffen.

»Kommen Sie, mein Leibniz!« Er schob seinen Arm fest und heischend unter Leibnizens Arm. »Ein Kamerad ist ohne Reserve bereit, den verwundeten Mitstreiter aus dem Getümmel zu führen.« Und der Strom von weltgeschichtlicher Kraft, gepaart mit schlichtester Menschlichkeit, eine Größe, die sich wiederum nicht nur graduell, sondern wesenhaft von andrer Größe unterschied, durchdrang Leibniz so unmittelbar, daß er gar nicht wußte, wie er in den Kreis der Baumeister gelangt war, deren Fragen Eugen schon beantwortete.

Die folgende Stunde gehörte dem Auge. Man schritt auf und nieder, betrachtete die Parkmauern, den großen Teich, das Schloß selbst, das noch nicht vollendet war. Ein Flügel stand noch im Gerüst. Gleichwohl waren alle Umrisse bereits deutlich und die teilweise Unfertigkeit war eher ein Reiz als ein Mangel.

Es war sehr still und abgeschlossen in diesem oberen Garten, obgleich er sehr groß war. Aber die wesentliche Aussicht wurde eben durch das Schloß selbst verdeckt.

Leibniz war nach wenigen Minuten schon in den Bann der Schaffensfreude und rastlosen Umsicht des Prinzen Eugen geraten. Und es war nur selbstverständlich, daß er sich sogleich an den Besprechungen beteiligte, Einwürfe und Vorschläge machte und dabei sogar in zunehmendes Feuer geriet.

Plötzlich sagte Prinz Eugen:

»Ich denke, wir sind jetzt so weit, die Künstler ihrem Schicksal und ihrer Arbeit überlassen zu können. Sie waren noch nie bei mir hier oben? Nicht, Baron Leibniz?«

»Nein, es ist das erste Mal.«

»Es freut mich für Sie.« Prinz Eugen machte den Architekten und Werkleuten eine freundliche Verbeugung und schob neuerlich seinen Arm unter den Arm Leibnizens. Dabei rief er im Vorbeigehen einigen Lakaien kurze Weisungen zu.

Als die beiden in einem kleineren Arbeitsgemach vor dem offenen Fenster standen, entfuhr Leibniz ein Ruf der Verwunderung. Nur der sechste Sinn des Strategen konnte diesen Platz für ein Schloß erwählt haben, der durch einen Blick ganz Wien erobern ließ: Vor ihnen abfallende, breite, glatte Parkanlagen. Rechts eine stolze Kuppel, die die geraden Fronten eines Klosters überragte. Und gleichsam als Ausläufer des Parks die Wälle und Bastionen der Stadt. Das hohe Dach der Minoritenkirche, spitze Türme und Giebel und in der Mitte, sonderbar breit, schwarz und wuchtig, der riesenhafte Turm von St. Stephan. Dahinter aber als Abschluß die Hänge des Wiener Waldes, der Kahlenberg und der von Burg und Kirche gekrönte Leopoldsberg.

»Ein Symbolum, daß ich den Türken nicht mehr fürchte«, sprach gedämpft die Stimme des Zenta-Siegers hinter Leibniz. »Es war ein Trotz von mir, mein liebstes Tusculum ungeschützt an die Stelle außerhalb der Mauern Wiens zu legen, an der die Türken zuerst hereinbrechen müßten – wenn ich eben den Limes nicht tief unten in Pannonien errichtet hätte.« Er lachte kurz auf. Dann setzte er sachlich fort: »Wenn Sie sich sattgesehen haben, Leibniz, wollen wir zuerst über die Akademie sprechen. Ich habe Gutes zu melden.«

Leibniz drehte sich herum. Wie durch Zauberhände war nahe an das Fenster ein gedecktes Tischchen geschoben worden, das er erst jetzt bemerkte. Prinz Eugen saß schon und hatte Papiere vor sich hingebreitet.

»Wir haben mächtige Verstärkung erhalten«, sprach Prinz Eugen weiter, als auch Leibniz sich niedergelassen hatte. »Der Kanzler Graf Zinzendorf, Graf von Khevenhüller, Graf Philipp von Dietrichstein, Graf von Harrach, der Fürst von Liechtenstein und unser werter verrückter Graf von Bonneval sind für den Gedanken gewonnen...«

»Ihr Werk, Hoheit«, erwiderte Leibniz.

»Nein, die Werbekraft und die immanente Lebendigkeit der Sache. Aber wir wollen nicht streiten. Denn es gibt auch mächtige Widerstände. Unser Plan ist manchen kirchlichen Kreisen zu umfassend, zu materialistisch, wie sie sagen. Und der große Führer der protestantischen Unionsbewegung, der Ministerprätendent des freigeisternden Albion, ist trotz seiner Theodice für diese Kreise ein Gemenge von Indifferentismus und zu allgemeingültigem Monotheismus. Aber wir werden die Widerstände brechen.« Er machte eine Pause. Dann fuhr er fort: »Wenn es nach mir geht, darf der Plan nicht zugestutzt werden. Entweder alles oder nichts. Und jetzt verbessern Sie mich, wenn ich etwas vergessen sollte. Ich will ihn auswendig hersagen: Also zuerst die historische Gruppe mit ihren Untersuchungen der Testimonia, wie Sie es nennen. Weiters die Bibliothek, bestehend aus allen Neuerscheinungen der Literatur. Dann das Münz- und Antikenkabinett. Dann die Sammlungen, genannt Theater der Natur und Kunst. Die chymischen Laboratorien. Das astronomische Observatorium. Das Modellen- und Maschinenmagazin. Der botanische Garten. Das Mineralien- und Gesteinskabinett. Die Pflanzschule für Chirurgie und Astronomie. Die jährliche physiko-medizinische Berichterstattung mit einer Geschichte des Einflusses der Jahreszeiten. Die Statistik der Verwaltung und Bevölkerung unserer Länder. Die Ermöglichung von Forschungsreisen zur Untersuchung der Gebiete der Kunst, Literatur und Natur. Preiskollegium für Erfindungen und Entdeckungen. Ich denke, Leibniz, das wird die größte und strahlendste Akademie der Erde. Habe ich in meiner Aufzählung etwas vergessen?«

»Nein, Hoheit. Ich bin nur erstaunt, daß Sie es nicht einsehen, warum mir durch Sie das Leben lebenswert wird.«

»Pflicht, Leibniz. Ich bin eben auch im Frieden ein Soldat. Aber wenn Sie es durchaus wollen: Ich sehe es ein. Denn es gilt auch umgekehrt für mich. Sine Leibnitio non est vita, et si est vita non est ita. Da haben Sie meine Replik. Außerdem sind wir Leidensgenossen. Dieselbe Königin Anna von England ist unser Schicksal, das uns um die letzten Früchte unsrer Mühen brachte ...«

»Sie meinen die Entfernung Marlboroughs, Hoheit?«

»Ja, Leibniz. Wozu haben wir bei Höchstädt, bei Ramillies, bei Turin, bei Oudenarde, bei Malplaquet gesiegt? Nur um den faulen Frieden von Utrecht abzuschließen? Und Sie? Wozu haben Sie den Algorithmus der hohen Mathematik entdeckt? Auch nur dazu, um sich von neidgeschwollenen Halbkönnern als Plagiator verurteilen zu lassen?«

»Newton ist kein Halbkönner«, erwiderte Leibniz leise.

»Ehrenhaft, ritterlich, daß Sie das eben jetzt sagen, Leibniz. Für mich aber ist aus dem gleichen Grunde des Ehrgefühls Herr Newton, ob er etwas kann oder nicht, ein hinterhältiger Patron und Krämergeist. Sie kennen meine Ehrfurcht vor der Wissenschaft, Leibniz. Noch größer ist aber meine Forderung an den Charakter. Und Sie werden es sehen oder Spätere werden es sehen, Leibniz. Ein Mann wie Newton wird trotz all seinem Genie in der Mathematik nicht siegen. Bei gleichem Können entscheidet für mich die Selbstsicherheit des Genius, mit der er die eigene Leistung beurteilt. Und Newtons Kampfesweise gegen Sie beweist mir, daß er sich im Infinitesimalen als der Schwächere weiß. Verzeihen Sie, Leibniz, daß ich Ihren tückischesten Feind angreife. Verzeihen Sie! Aber ich sehe auch geistige Schlachtfelder eben als Schlachtfelder, und Schlachtfelder sind mein Spezialgebiet. Alles täuscht mich, nur nicht mein strategisches Kräftegefühl. Sie sind schon heute der Sieger, Leibniz. Auch wenn zehn Akademien Protokolle und Briefsammlungen verfassen. Nicht trotzdem, sondern eben deshalb!«

»Den edlen Ritter als Verbündeten zu haben, ist auch in der Analysis des Unendlichen nicht zu verachten«, erwiderte Leibniz, der sich zwang, einen Ausbruch aufquellender und überströmender Herzlichkeit zu unterdrücken. Er konnte es aber nicht verhindern, daß Tränen in seinen Augen schimmerten. Sogleich blickte Prinz Eugen zu Boden. Leibniz aber sagte hell und klar: »Stände es in meiner Macht, Hoheit, Ihnen eine besondere Freude zu bereiten? Etwas, das Sie nur durch mich auf dieser Welt erlangen könnten? Ich bin zu allem bereit. Ihr Wunsch wäre auch mein Wunsch, in dem Augenblicke als Sie ihn aussprächen.«

»Das ist ein Wort, Leibniz!« Prinz Eugen sah Leibniz forschend und gerade ins Gesicht. Dann setzte er langsam fort: »Ja, so etwas gibt es, Leibniz. Ich hatte nur bisher buchstäblich nicht den Mut, Sie zu bitten. Auch das ist auf den geistigen Schlachtfeldern möglich, daß ein Prinz Eugen sich fürchtet. Weil nämlich zum Wesen der geistigen Welt auch die Ehrfurcht gehört. Nun ist aber die Einleitung lange genug geworden. Darum jetzt das Signal zum Sturm und hinein ins Getümmel. Also, zuerst die Voraussetzung: Es gibt bis heute keine geschlossene Übersicht der Philosophie eines Herrn Leibniz. Nach dieser Voraussetzung der Wunsch: Prinz Eugen bittet ganz ergebenst und zaghaft, Herr Leibniz möge zu dieses Prinzen und der ganzen Welt Belehrung auf einigen Seiten einen Abriß seines ewigen Systems, seiner Philosophia perennis – wie derselbe Leibniz in richtiger und selbstbewußter Einschätzung seiner Kraft diese Philosophie nennt – in die Hände des begierigen Feldherrn legen. Soviel ich verstehe, müßte der Titel dieser kleinen Schrift ›Monadologie‹ lauten. Und nun warte ich auf das Urteil.« Eugen blickte Leibniz mit merkwürdig kindlichen Augen an, daß diesem ein Schauer über den Leib lief. Denn der Ausdruck war fast derselbe wie der Charlottens.

»Wie ich sagte, ist Ihr kleiner Wunsch so gut wie erfüllt, Hoheit.« Leibniz schüttelte den Kopf. »Merkwürdig dieses geheime Gesetz der Venus Urania, der himmlischen Liebe. Alle, die von uns jedes Leid, jedes Opfer, jede Erniedrigung begehren dürften, bitten uns um unsren und nicht um ihren eigenen Vorteil.«

»Es ist nicht merkwürdig, Leibniz. Denn ein zweites Gesetz der himmlischen Venus lautet, daß es das größte Glück eines Menschen ist, seinen eigenen Mangel im geliebten größeren Menschen zu tilgen und sich durch ihn zu vollenden.«

Noch bevor ein glitzernder, kühler Vorsommernachmittag über den Gärten des Belvedere lag, hatte Leibniz dem Prinzen Eugen den Grundriß seiner »Monadologie« mitgeteilt. Und hatte darüber hinaus die Abgründe und Hintergründe seiner Philosophie aufgedeckt. Nur aus drei die ganze Welt des Inhaltes fassenden Grundformeln, um die er Jahrzehnte gerungen hatte, bestehe der Algorithmus, der kosmische Ansatz seines Systems. Ähnlich den zwingend umfassenden Spitzenbegriffen aller dauernden Systeme. Und wie neue Kategorien des Weltverstehens durch das »Apeiron«, das »Panta rhei«, das »Hen kai pan«, das »Atoma«, die »Eidos-Idea«, die »Entelechia«, die »Autarkeia«, die »Ataraxia«, den »Logos«, den »Nous«, das »Cogito ergo sum«, das »bellum omnium contra omnes«, die »causes occasionelles«, das »white-paper« ins Dasein gesetzt worden seien, so würden hinfürder drei Begriffe, drei Grund-Erkenntnisse den unerschöpflichen Schatz der Weisheit mehren: Die Monade mit ihrem Satelliten der Kraft, die prästabilierte Harmonie und alles bindend das Prinzip der Stetigkeit, der Kontinuität.

Die Monaden, jene Vielheit, jener Stufenbau von substantiellen Formen, die das Reich alles Seins, streng voneinander geschieden, aufbauten. In ewiger Stufenfolge und Transformation vom dumpfen Ur-Punkt bis hinauf zur Monade der Monaden, zu Gott. Es gibt keinen Abschluß außer bei Gott. Die Welt ist ein Reich ewigen Fortschreitens aus niederen zu höheren Zuständen. Gleichwohl aber spiegelt jede Monade das ganze Universum. Wie etwa auch das dyadische, das Zweiersystem alle Zahlen der Welt enthalte, obgleich es nur die Null und die Eins als Eigenschaften besitzt.

Die prästabilierte Harmonie aber löse den Zweifel über die Beziehung zwischen Geist und Körper. Und erkläre die scheinbare Wechselbedingtheit dieser zwei Reiche ohne Annahme des Influxus physicus, der körperlichen Einwirkung. Zwei Uhren könnten in dreierlei Art isochron laufen. Weil sie aufeinander Einfluß hätten, weil ein Uhrmacher danebenstände, der sie stets zu gleichem Lauf korrigierte, und weil endlich drittens ihr Werk schon von vorneherein so vollkommen gestaltet wäre, daß sie gleichen Gang haben müßten. Der dritte Fall aber sei, im Gleichnis ausgedrückt, die prästabilierte Harmonie.

Die Welt der Monaden und der Harmonie jedoch werde durch das Prinzip der Stetigkeit, der Kontinuität geschlossen. Die Natur macht keine Sprünge. Sprunghaft ist nur der teilende Verstand. Das Leben selbst beweise und verifiziere dieses Grundprinzip, ein Leben, das in einem Wassertropfen Leeuwenhoekscher, Swammerdamscher, Malpighischer Kleinwelten 800.000 Lebewesen offenbare. Und wie die höchste Pflanze unmerklich in die Form niederer Tiere hinübergleite, so gleite alles in andere höhere Zustände kontinuierlich hinüber. Und trotzdem oder ebendeshalb herrsche das Prinzip der Identität des Nichtzuunterscheidenden. Nicht ein Ding sei dem andern wirklich gleich, Monade unterscheide sich von Monade, ein Blatt des Baums vom anderen und gehe wieder ohne sichtbaren Übergang in die andre Form ein ...

 

Stark und sicher verließ Leibniz das Belvedere. Und ein Wachtraum gaukelte ihm die Welt vor, die er mit Prinz Eugen aufbauen würde, wenn er, Leibniz, den Wettlauf mit dem Tode gewann; wenn er nämlich als Ratgeber der großen Sophie Englands Flotte in die Hand bekam.

Nach der Zusammenschweißung aller Deutschen, ein Ziel, für das Prinz Eugen schon seit zwei Jahrzehnten die eigene Brust den Kugeln und Kartätschen einer feindlichen Welt entgegenhielt, das große, allgemeine Reich des Friedens, des Aufstiegs, der völkerverbindenden Kanäle der Akademien und der großen universellen Republik der Geister. Im nie rastenden Wettstreit aller Nationen. Und auf diesem Schlachtfeld wieder Prinz Eugen an der Spitze deutschen Gesittungs- und Weisheitswillens.

Die offene Wunde, die nicht mehr verheilende Wunde an seinem Fuße schmerzte. Er war achtundsechzig Jahre alt. Wie würde alles Planen, alles Hoffen enden? Würde er siegen? Oder würde er, wie er heute schon in der düsteren Stimmung des grauenden Morgens niedergeschrieben hatte, gleich Moses das gelobte Land der Vollendung nur aus der Ferne sehen?

Nein, jetzt kein Zweifel! Sturmsignal, hat Prinz Eugen gesagt. Wieder und wieder hinein ins Getümmel, solange noch ein Pulsschlag die Brust durchzittert.

 

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