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Egmont Colerus: Leibniz - Kapitel 12
Quellenangabe
typebiography
authorEgmont Colerus
titleLeibniz
publisherPaul Zsolnay Verlag
addressHamburg
printrun39.-43. Tausend
year1950
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100315
projectid895c7d1c
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Elftes Kapitel

Ein hochpolitisches Abendessen

Ais die Kerzen in den schweren silbernen Leuchtern schon tiefer brannten und eben der Nachtisch abgeräumt wurde, bemerkte Leibniz erst, daß der Minister Boineburg ein wenig zerstreut war.

Die kleine Gesellschaft, die im vornehmen großen Speisesaal Boineburgs eben die Tafel beendigt hatte, erhob sich, von Dienern umstanden, in zeremonieller Weise. Außer dem Hausherrn und seiner Gattin waren noch Boineburgs Schwiegersohn, Obermarschall von Schönborn mit seiner Frau, Leibniz und der Geschäftsträger Triers in Paris, Herr von Heiß, anwesend. Alle, auch Leibniz, waren sorgfältig nach Pariser Mode gekleidet. Wie denn überhaupt der ganze Umkreis, die herrlichen Ölbilder, die prächtigen Kamine, die Wappenschilder und der Tafelschmuck einen durchaus höfischen Eindruck machten.

Leibniz, der solchen Äußerlichkeiten seit seiner Nürnberger Zeit höchst abhold war, hatte am Nachmittag von Boineburg den ausdrücklichen Auftrag erhalten, sich aus »Staatsräson«, wie der Minister ihm sarkastisch geschrieben hatte, höchst repräsentabel herauszuputzen; man könne nicht wissen, in welch wichtige Staatsgeschäfte er heute noch werde einzugreifen haben.

Diese letzten Worte kamen ihm wieder zum Bewußtsein, als er die Zerstreutheit Boineburgs bemerkte, der zudem in den wenigen Monaten der Abwesenheit Leibnizens sichtlich gealtert war. Sein Haar war jetzt völlig ergraut, und er ging selbst in den Zimmern gestützt auf einen zierlichen Stock mit Elfenbeinkrücke.

Noch deutlicher aber wurde die Absicht des heutigen Abendessens, dessen bisheriger Verlauf durch Erzählungen ausgefüllt gewesen war, die Leibniz auf ausdrücklichen Wunsch des Ministers über Straßburg und den jungen Boineburg zum Besten gegeben hatte, als sich, scheinbar zufällig, die beiden Damen absonderten und zurückzogen; und der Minister Herrn von Heiß, seinen Schwiegersohn und Leibniz in entgegengesetzte Richtung durch mehrere Salons in die Bibliothek führte, wo schon Backwerk und verschiedene Weine vorbereitet waren.

Nach einigen nichtssagenden Einleitungsworten über Bücher, Reisen und Wetter überzeugte sich der Minister, daß sich keiner der Diener mehr in Hörweite befand. Dann sagte er tonlos, indem er mit den Fingern an der Krücke seines Stockes spielte:

»Ich habe allen Herren eine Neuigkeit mitzuteilen. Der Außenminister des großen Königs, Ludwigs des Vierzehnten, Herr Hugo von Lionne, ist plötzlich gestorben. Damit kann die Lage der Welt eine ungeheure Veränderung erfahren. Man sollte allerdings, wenn ein Mensch den letzten schweren Weg gemacht hat, nichts andres tun, als still für seine Seele beten. Aber Außenminister sind leider nicht bloß Menschen, sie sind Systeme, sind Krieg und Frieden. Dies nur zur Entschuldigung, wenn ich am offenen Grabe eines mir persönlich Bekannten, dazu noch eines mir feindlich gesinnten Mannes, nicht von den großen Tugenden dieses Mannes spreche, sondern seinen Tod bloß als geschichtliches Faktum feststelle.«

Obwohl sich im Zimmer niemand befand, der nicht vollendet die Übung größter Selbstbeherrschung sein eigen nannte, ging doch eine Welle des Staunens und der Überraschung blitzartig über alle Züge.

»Merkwürdig, ich habe in meinem Portefeuille eine Botschaft desselben Herrn von Lionne«, sagte nach langer Pause Herr von Heiß. »Eine ungeheuer weittragende Botschaft. Ich wollte sie Ihnen, Herr Minister, und dem Herrn Obermarschall zur Begutachtung vorlegen, bevor ich sie der kurfürstlichen Hoheit offiziell überreiche.«

»Ist ein Nachfolger genannt?« fragte Schönborn, der eben ein Glas Wein hingestellt hatte und dabei so sehr mit den Fingern zitterte, daß das Glas klirrte.

»Es ist ein Name in Kombination. Marquis Arnaud de Pomponne, derzeit Gesandter Ludwigs in Schweden«, erwiderte Boineburg. »Allerdings braucht das Gerücht, das mir geheim mitgeteilt wurde, nicht zu stimmen.«

Leibniz schüttelte den Kopf.

»Zweifeln Sie an dem Gerücht?« fragte Boineburg, der die Geste bemerkt hatte.

»Aufrichtig gesagt, ja!« Leibniz lächelte, ohne es zu wissen, was Herrn von Heiß befremdete, der überhaupt noch nicht wußte, wie er sich zu dem jungen Manne stellen sollte.

Auch diesen Blick fing Boineburg auf und meinte nebenhin:

»Ich bitte Sie, Herr Leibniz, nur zu allem, was Sie hören werden, unumwunden Ihre Meinung zu äußern. Seine Hoheit, der Kurfürst legt großes Gewicht auf Ihre Zwischenbemerkungen. Er hat mir erst gestern den Auftrag erteilt, Sie, wie er sagte, wegen Ihres politischen Instinktes zu den diplomatischen Secretis zuzuziehen.«

Leibniz, der diese indirekte Einführung bei Heiß sogleich verstand, verbeugte sich, als ob er eben diese Meinung des Kurfürsten zum erstenmal gehört hätte. Dann erwiderte er sachlich:

»Wenn ich mich nicht täusche, ist Marquis Arnaud von Pomponne der Neffe des berühmten Führers von Port Royal, des Jansenisten Arnaud. Ich selbst hatte mit diesem großen Sektenführer vor kurzem einen lebhaften Briefwechsel. Und glaube nicht fehlzugehen, daß man von französisch-katholischer Seite die Jansenisten einer mechanistischen, wenn nicht freigeisternden Weltansicht verdächtigt; wenn sie sich auch noch so sehr auf die Durchdringung des Wunders der Fleischwerdung bei der Kommunion als Zentrum ihrer religiösen Ansicht festlegen. Das aber nur nebenbei. Ich meinte bloß, daß ich eine so enge verwandtschaftliche Beziehung zu einem mindestens angefeindeten Sektenführer als große Belastung eines Außenministers empfinde. Eines Außenministers des sogenannten allerchristlichsten Königs.«

»Auch ich war erstaunt.« Boineburg nickte zustimmend. »Aber kann es nicht sein, daß man eben gerade dadurch die Jansenisten lahmlegen will? Durch notwendige Rücksicht auf den Neffen des Führers? Oder gar, daß man über Arnaud de Pomponne zu Gegnern im Ausland Brücken schlagen will? Schließlich – er ist noch nicht Außenminister, der Herr Marquis von Pomponne. Und uns interessiert heute nicht die Schwierigkeit, die er oder sein König heraufbeschwört. Uns interessiert sein Verhalten gegen uns. Was denken Sie dazu, Herr von Heiß?«

»Ich wollte mich eben zum Wort melden.« Der Geschäftsträger Triers hatte die Lippen eingezogen, da er sichtlich von großer Unruhe erfüllt war. Er setzte schnell fort: »Ich werde Ihre Frage, Herr Minister, später im Zusammenhang beantworten. Meine Mission ist eine schwere, wenn nicht abenteuerliche. Abenteuerlich dadurch, daß ich Vertrauensmann eines Toten bin und Ihnen das Konzept dieses Toten mitzuteilen habe.« Er zog ein Staatsschreiben aus seinem Portefeuille. »Ich werde die Siegel erst vor dem Kurfürsten erbrechen. Ich kenne den Inhalt jedoch Wort für Wort. Also hören Sie, nachdem ich Ihr Stillschweigen unter Eid voraussetze.« Er machte eine Pause. Da alle nickten, sprach er weiter: »Aus Courtoisie hat man den Geschäftsträger Triers und nicht einen Franzosen zu Ihnen gesandt. Wenn Sie bloß mir, dem Unterhändler, nein sagen, ist das kein Kriegsgrund für Frankreich. Das heißt, Frankreich könnte in solchem Fall trotzdem vom Krieg absehen, wenn es will. Ich habe dann eben – offiziell – in Mainz nichts mitgeteilt. Und wenn Mainz etwas nicht weiß, kann man es für Folgen daraus nicht verantwortlich machen.«

Plötzlich war eine brennende Röte über Boineburgs Gesicht geflammt. Er war aufgesprungen:

»Zu welcher Handlungsweise will man uns zwingen? Ich finde es – sagen wir – ein wenig unfreundschaftlich vom deutschen Trier, uns diese Drohung ins Haus zu bringen.«

»Vielleicht ist das zu scharf, Exzellenz, was Sie da formulierten.« Herr von Heiß erwiderte tonlos. »Vielleicht haben Sie recht. Aber eines ist sicher. Selbst wenn Sie mich in der nächsten Minute durch Ihre Diener vor die Tür setzen lassen, wird das keine Folgen haben. Denn ich bin weder Gesandter Triers, da ich im Auftrage Frankreichs handle, noch bin ich Gesandter Frankreichs, da ich dem Rat von Trier angehöre. Ist das nicht für Sie sehr angenehm? Ist das nicht geradezu freundschaftlich vom Herrn von Lionne, der leider nur mehr in diesem Brief lebt?«

Boineburg hatte sich wieder gesetzt und stürzte ein Glas Wein hinunter. Dann lächelte er plötzlich verzerrt:

»Ich bin ein wenig reizbar geworden in den letzten Monaten. Entschuldigen Sie, Herr von Heiß. Aber ich sehe seit Jahren einen furchtbaren Schatten vom Westen näher und näher rücken. Den Schatten einer riesigen Kralle, die über den Rhein langt. Und auf dieser Kralle sehe ich als Nägel Lilien. Nichts als die dreiblättrigen Lilien. Verzeihen Sie, Herr von Heiß! Trier ist in keiner besseren Lage als wir. Ich werde jetzt schweigen.« »Gottlob ist Ihre Sorge den Tatsachen weit voran.« Herr von Heiß ging in einen fast jovialen Plauderton über. »Sie werden angenehm enttäuscht sein, Exzellenz. Also jetzt ohne viel Umschweife: Ich habe Ihnen im Namen des toten Außenministers – es ist gräßlich, fortwährend im Namen eines Toten zu sprechen – mitzuteilen, daß Seine Majestät der König von Frankreich beabsichtigt, in nächster Zeit die Holländer für ihre ununterbrochenen Schmähungen und Lästerungen seiner Person verantwortlich zu machen ...«

»Krieg?« Leibniz entfuhr der Ausruf gegen seinen Willen.

»Wahrscheinlich Krieg«, erwiderte Heiß gedämpft. »Wahrscheinlich. Der Tote, Herr von Lionne, wollte ihn unbedingt. Ich weiß nicht, wie sein Nachfolger denken wird. Jedenfalls will sich Frankreich in keiner Weise gewaltsam gegen uns benehmen. Darum teilt es uns seine Pläne so frühzeitig mit und ersucht um nichts andres als um freie Rheinschiffahrt und Neutralität. Außerdem erwartet Frankreich, daß Kur-Mainz den deutschen Kaiser und das Reich im eigenen wohlverstandenen Interesse ebenfalls zur Neutralität in dieser höchstpersönlichen Angelegenheit Ludwigs und der holländischen Lästerer bewegen werde.«

Es entstand eine minutenlange Pause, in der die Teilnehmer an dieser furchtbaren Unterredung mechanisch nach Backwerk langten und ebenso mechanisch, oft ohne es zu wollen, an den Weingläsern nippten. Der Obermarschall von Schönborn zerkrümelte einen Kuchen und blickte besorgt auf Boineburg, dessen Antlitz sich wieder drohend gerötet hatte.

In Leibniz blafften zuerst nur die Worte, die er auf der Rheinfahrt niedergeschrieben hatte. Diese Worte: »Bald von gewaltigen Heeren eingezäumt, bald durch Furten besudelt, bald unter das Joch von Brücken geschickt« wiederholten sich in seinem Kopfe, ohne daß er zu etwas andrem herausfand. Dann aber, früher als die anderen, gewann er alle Beherrschung. Denn sein Plan, den dieselbe Rheinfahrt erweckt hatte, wurde stets greifbarer. Und er sagte kühl:

»Sie verzeihen mir, Herr von Heiß, wenn ich einige kritische Worte zu Ihren Eröffnungen hinzusetze. Ich sehe den Fall nämlich anders, als dies aus Ihrer Botschaft hervorgeht. Gewiß kann man alles so wenden, als ob der Krieg gegen Holland Privatsache der beiden Staaten wäre. Aber, frage ich, und dieses ›Aber‹ ist das Entscheidende, was bietet man uns für unsre und des Reiches Neutralität? Was für die Bequemlichkeit, mit der dieser Krieg geführt werden soll? Was dafür, daß der höchste Ruhm Ludwigs gesichert ist, wenn wir zustimmen? Halten Sie es ernstlich für eine Gegenleistung, daß man uns nicht durch Krieg zwingt, den Durchmarsch zu gestatten? Man will uns doch nichts schenken. Zur Ehre des toten Lionne und der anderen Ratgeber Ludwigs, die aus der Schule Richelieus und Mazarins stammen, will ich nicht glauben, daß Frankreich aus Altruismus oder gar aus Rührseligkeit gegen Trier und Mainz derart handelt. Nein, Herr von Heiß, dreimal nein! Unsre Neutralität ist mehr wert, als die gnädige Botschaft Lionnes zugeben darf. Sie muß viel wert sein, sonst hätte man nicht eben Sie geschickt, sondern den französischen Gesandten. Oder überhaupt niemanden. Wäre einfach durchmarschiert. Und hätte den Krieg mit uns riskiert. Aber noch viel mehr. Man will sogar, wenn wir Ihnen jetzt nein sagen, noch ein Türchen zum Feilschen offen halten. Denn Holland muß gezüchtigt werden. Schnell gezüchtigt. Furchtbar gezüchtigt. Das Ansehen Ludwigs in ganz Europa ist in Gefahr, wenn die angeblichen Pamphlete ungestraft weiterverbreitet werden. Und ein zerstörtes Ansehen frißt weiter und weiter und wirbt wie nichts Zweites Feinde, ermutigt zum Widerstand. Ich spreche jetzt zum Geschäftsträger Triers, Herr von Heiß, damit Sie mich verstehen. Was nun weiter? Was weiter, wenn man sich erst nach Holland durchkämpfen muß und sich durch Bekriegung Triers, durch Brandschatzung von Mainz ganz Deutschland auf den Hals lädt? Nehmen wir an, Frankreich besiegt uns alle. Und Holland lacht inzwischen über Frankreich, hetzt und schürt weiter, lugt nach Bundesgenossen über den Kanal. Und findet sie vielleicht gegen das geschwächte Frankreich. Was dann? Bricht da nicht Frankreichs Ende an, das Ende der Herrschaft Ludwigs? Ich gebe zu, daß ich phantasiere, träume, rase. Aber ein Körnchen Wahrheit mag schon in dem sein, was ich da vor mir selbst an Möglichkeiten ausbreitete. Kurz, meine Meinung, meine Privatmeinung, Herr von Heiß, geht dahin, daß die Neutralität von Kur-Mainz weder ertrotzt noch erdroht, sondern erkauft werden muß. Kur-Mainz will keinen Krieg. Aber ohne jede Sicherung wird es nach Niederwerfung Hollands gefährdeter sein als jetzt. Denn es könnte Frankreichs Plan sein, getrennte Gegner zu schlagen. Oder die hereinziehenden Truppen im neutralen Mainz haltmachen zu lassen. Sie verstehen, wie ich das meine.«

Leibniz hatte derart schnell gesprochen, daß ihn niemand unterbrechen konnte, obwohl er alles in sehr verbindlichem Ton, manchmal fast wie im Scherze, vorgebracht hatte.

Am Beginn war der Obermarschall ein wenig erschrocken. Boineburg aber, der die Wirkung der langen Rede auf Herrn von Heiß beobachtete und sogleich feststellte, daß dieser alles eher denn erbittert war, freute sich schließlich mit einer Art von Kunstfreude an der Logik seines Lieblings und Vertrauten und fand die Vorbereitung der Verhandlungen durch Leibniz äußerst günstig. Denn er selbst hatte eigentlich nichts mehr zu tun, als einige Schärfen zu mildern, um die Interessen von Kur-Mainz in jeder Weise zu sichern. Vorläufig wollte er übrigens noch die Antwort des Herrn von Heiß abwarten, bevor er selbst eingriff.

Dieser jedoch schien durch die Gegenforderungen Leibnizens so wenig überrascht zu sein, daß er sie absichtlich überhörte und mit einer Finte vom Hauptthema absprang. Er wandte sich, als ob nichts gesprochen, oder besser alles schon erledigt worden wäre, an Boineburg und sagte sehr freundlich:

»Für Sie, Herr Minister, habe ich noch einen Sonderwunsch Seiner Majestät, des Königs, zu bestellen. Ludwig wünscht Sie in nächster Zeit in Paris zu sehen. Vielleicht kommen Sie in privaten Angelegenheiten in die Hauptstadt. Ihr Sohn könnte in die Pariser Gesellschaft eingeführt werden. Nicht wahr? Seine Majestät weiß nämlich, daß Sie seit einiger Zeit zur Loyalität gegen Frankreich raten. Es wäre Seiner Majestät aber mehr als angenehm, wenn Sie diese Gesinnungen an Ort und Stelle vertieften und befestigten.«

Boineburg starrte einen Augenblick vor sich hin. Dann erwiderte er mit großer Liebenswürdigkeit und Glätte, allerdings mit etwas heiserer Stimme:

»Wir haben jetzt alles gehört, Herr von Heiß. Wir danken Ihnen aus vollem Herzen für Ihr Vertrauen und für Ihre Bereitwilligkeit, den Vermittler zwischen Frankreich und uns zu spielen. Ich verkenne nicht die Schwierigkeit Ihres Dienstes. Ich denke aber, daß wir gar nicht beabsichtigen heute zu endgültigen Ergebnissen zu gelangen. Wenn ich Sie recht verstand, wollten Sie uns informieren, damit wir in Ruhe alles überlegen können, was unsre Gegenforderungen für die Neutralität und was meine Reise nach Paris betrifft. Irre ich mit meiner Annahme?«

»Man kann meine Absicht so auffassen«, sagte Herr von Heiß ein wenig kühl. »Gewiß, ich setzte Ähnliches voraus. Wir werden hoffentlich bald zu Ergebnissen gelangen.« Und er lenkte in eine gewöhnliche Konversation ab, die noch eine Viertelstunde dauerte. Dann verabschiedete er sich sehr höflich. Obermarschall Schönborn erbot sich, ihn zu begleiten und auch Leibniz wollte gehen.

Boineburg flüsterte ihm jedoch zu, daß er noch manches heute mit ihm besprechen wolle.

 

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