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Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg

Ulrich Bräker: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg - Kapitel 6
Quellenangabe
typeautobio
booktitleDer arme Mann im Tockenburg
authorUlrich Bräker
year1993
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn3-257-22662-4
titleLebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg
pages37-40
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1789
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XVIII.
Neue Lebensgefahren.

Im Kohlwald war eine Buche; gerad über einem mehr als thurmhohen Fels herausgewachsen, so daß ich über ihren Stamm wie über einen Steg spatzieren, und in eine gräßlich finstre Tiefe hinabgucken konnte; wo die Aeste angiengen, stuhnd sie wieder geradauf. In dieses seltsame Nest bin ich oft gestiegen, und hatte meine größte Lust daran, so in den fürchterlichen Abgrund zu schauen, und zu sehn wie ein Bächlein neben mir herunterstürzte, und sich in Staub zermalmte. Aber einst schwebte mir diese Gegend im Traum so schauderhaft vor, daß ich von da an nicht mehr hingieng. – Ein andermal befand ich mich mit meinen Geissen jenseits der Aueralp, auf der Dürrwälder-Seite gegen dem Rotenstein. Ein Junges hatte sich zwischen zween Felsen verstiegen, und ließ eine jämmerliche Melodie von sich hören. Ich kletterte nach, um ihm zu helfen. Es gieng so eng und gäh, und zick zack zwischen Klippen durch, daß ich weder obsich noch niedsich sehen konnte, und oft auf allen Vieren kriechen mußte. Endlich verstieg ich mich gänzlich. Über mir stuhnd ein unerklimmbarer Fels; unter mir schien's fast senkrecht – ich weiß selbst nicht wie weit hinab. Ich fieng an rufen und beten, so laut ich konnte. In einer kleinen Entfernung sah ich zwey Menschen durch eine Wiese marschiren. Ich gewahrt' es gar wohl, sie hörten mich; aber sie spotteten meiner, und giengen ihre Strasse. Endlich entschloß ich mich, das Äusserste zu wagen, und lieber mit Eins des Todes zu seyn als noch weiter in dieser peinlichen Lage zu verharren, und doch nicht lange mehr ausharren zu können. Ich schrie zu Gott in Angst und Noth, ließ mich auf den Bauch nieder, meine Händ' ob sich verspreitet, daß ich mich an den kahlen Fels so gut als möglich anklammern könne. Aber ich war todmüd, fuhr wie ein Pfeil hinunter – zum Glück war's nicht so hoch als ich im Schrecken glaubte – und blieb wunderbar ebenrecht in einem Schlund stecken, wo ich mich wieder halten konnte. Freylich hat ich Haut und Kleider zerrissen, und blutete an Händen und Füssen. Aber wie glücklich schätzt' ich mich nicht, daß ich nur mit dem Leben und unzerbrochnen Gliedern davonkam! Mein Geißchen mag sich auch durch einen Sprung gerettet haben; einmal ich fand's schon wieder bey den übrigen. – Ein andermal, da ich an einem schönen Sommertag mit meiner Heerde herumgetrillert, überzog sich der Himmel gegen Abend mit schwarzen Wolken; es fieng gewaltig an blitzen und donnern. Ich eilte nach einer Felshöhle – diese oder eine grosse Wettertann waren in solchen Fällen immer mein Zufluchtsort – und rief dann meine Geissen zusammen. Die, weil's sonst bald Zeit war, meinten es gelte zur Heimfahrt, und sprangen über Kopf und Hals mir vor, daß ich bald keinen Schwanz mehr sah. Ich eilte ihnen nach. Es fieng entsetzlich an zu hageln, daß mir Kopf und Rücken von den Püffen sausten. Der Boden war dicht mit Steinen bedeckt; ich rannte in vollem Galopp drüber fort, fiel aber oft auf den Hintern, und fuhr grosse Stück weit wie auf einem Schlitten. Endlich in einem Wald, wo's gäh' zwischen Felsen hinuntergieng, konnt' ich vollends nicht anhalten, und glitschte bis zu äusserst auf einen Rand, von dem ich, wenn mich nicht Gott und seine guten Engel behütet hätten, viele Klafter tief herabgestürzt und zermürst worden wäre. Jetzt ließ das Wetter allmählig nach; und als ich nach Haus kam, waren meine Geissen schon eine halbe Stund daheim. Etliche Tag lang fühlt' ich von dieser Parthie keinerley Ungemach; aber mit Eins fiengen meine Füß zu sieden an, als wenn man sie in einem Kessel kochte. Dann kamen die Schmerzen. Mein Vater sah' nach, und fand mitten an der einten Fußsohle ein groß Loch, und Moos und Gras darinn. Nun erinnert' ich mich erst, daß ich an einem spitzen Weißtann-Ast aufgesprungen war: Mooß und Gras war mit hineingegangen. Der Aeti grub mir's mit einem Messer heraus, und verband mir den Fuß. Nun mußt' ich freylich ein Paar Tage meinen Gaissen langsam nachhinken; dann verlor ich die Binde: Koth und Dreck füllten jetzt das Loch, und es war bald wieder besser. – Viel andre Mal, wenn's durch die Felsen gieng, liefen die Thiere ob mir weg, und rollten grosse Stein herab, die mir hart an den Ohren vorbeypfiffen. Oft stieg ich einem Wälschtraubenknöpfli, Frauenschühlin, oder andern Blümchen über Klippen nach, daß es eine halsbrechende Arbeit war. Wieder zündete ich grosse, halbverdorrte Tannen von unten an, die bisweilen acht bis zehen Tag an einander fortbrannten, bis sie fielen. Alle Morgen und Abend sah ich dann nach, wie's mit ihnen stuhnd. Einst hätte mich eine maustodt schlagen können: Denn indem ich meine Geissen forttrieb, daß sie nicht getroffen würden, krachte sie hart an mir in Stücken zusammen. – So viele Gefahren drohten mir während meinem Hirtenstand mehrmal, Leibs und Lebens verlurstig zu werden, ohne daß ich's viel achtete, oder doch alles bald wieder vergaß, und leyder damals nie daran dachte, daß du allein es warst, mein unendlich guter himmlischer Vater und Erhalter! der in den Winkeln einöder Wüste die Raben nährt, und auch Sorge für mein iunges Leben trug.

XIX.
Kameradschaft.

Mein Vater hatte bisweilen aus der Gaißmilch Käse gemacht, bisweilen Kälber gesäugt, und seine Wiesen mit dem Mist geäufnet. Dieß reitzte unsre Nachbarn, daß ihrer Vier auch Gaissen anschaffen, und beym Kloster um Erlaubniß baten, ebenfalls im Kohlwald hüten zu dürfen. Da gab's nun Kameradschaft. Unser drey oder vier Gaißbuben kamen alle Tag zusammen. Ich will nicht sagen, ob ich der beßte oder schlimmste unter ihnen gewesen – aber gewiß ein purer Narr gegen die andern – bis auf einen, der ein gutes Bürschgen war. Einmal die übrigen alle gaben uns leider kein gutes Exempel. Ich wurde ein Bißlein witziger, aber desto schlimmer. Auch sah's mein Vater gar nicht gern, daß ich mit ihnen laichte; und sagte mir, ich sollte lieber allein hüten, und alle Tag auf eine andre Gegend treiben. Aber Gesellschaft war mir zu neu und zu angenehm; und wenn ich auch etwa einen Tag den Rath befolgte, und hörte dann die andern hüpen und jolen, so war's, als wenn mich ein Paar beym Rock zerrten, bis ich sie erreicht hatte. Bisweilen gab's Zänkereyen; dann fuhr ich wieder einen Morgen allein, oder mit dem guten Jacoble; von dem hab' ich selten ein unnützes Wort gehört, aber die andern waren mir kurzweiliger. Ich hätte noch viele Jahre für mich können Gaissen hüten, eh' ich den Zehntheil von dem allem inne worden wäre, was ich da gar in Kurzem vernahm. Sie waren alle grösser und älter als ich – fast aufgeschossene Bengel, bey denen schon alle argen Leidenschaften aufgewacht. Schmutzige Zotten waren alle ihre Reden, und unzüchtig alle ihre Lieder; bey deren Anhören ich freylich oft Maul und Augen aufthat, oft aber auch aus Schaamröthe niederschlug. Über meinen bisherigen Zeitvertreib lachten sie sich die Haut voll. Späne und junge Vögel galten ihnen gleich viel, aussert wenn sie glaubten Geld aus einem zu lösen; sonst schmissen sie dieselben samt den Nestern fort. Das that mir Anfangs weh; doch macht' ich's bald mit. So geschwind konnten sie mich hingegen nicht überreden, schaamlos zu baden wie sie. Einer besonders war ein rechter Unflath; aber sonst weder streit- noch zanksüchtig, und darum nur desto verführerscher. Ein andrer war auf alles erpicht, womit er einen Batzen verdienen konnte; der liebte darum die Vögel mehr als die andern, die nämlich welche man ißt; suchte allerley Waldkräuter, Harz, Zunderschwamm, u.d.g. Von dem lernt' ich manche Pflanze kennen; aber auch, was der Geitz ist. Noch einer war etwas besser als die schlimmern; er machte mit, aber furchtsam. Jedem gieng sein Hang sein Lebenlang nach. Jacoble ist noch ein guter Mann; der andre blieb immer ein geiler Schwätzer, und ward zuletzt ein miserabler hinkender Tropf; der dritte hatte mit List und Ränken etwas erworben, aber nie kein Glück dabey. Vom Vierten weiß ich nicht wo er hinkommen ist.

XX.
Neue sonderbare Gemüthslage, und End des Hirtenstands.

Daheim durft' ich nichts merken lassen von dem, was ich bey diesen Cameraden sah' und hörte: genoß aber nicht mehr meine vorige Fröhlichkeit und Gemütsruhe. Die Kerls hatten Leidenschaften in mir rege gemacht, die ich noch selbst nicht kannte – und doch merkte, daß es nicht richtig stuhnd. Im Herbst, wo die Fahrt frey war, hütete ich meist allein; trug ein Büchlein, das mir bloß darum jetzt noch lieb ist, bey mir, und las oft darinn. Noch weiß ich verschiedene sonderbare Stellen auswendig, die mich damals bis zu Thränen rührten. Jetzt kamen mir die bösen Neigungen in meinem Busen abscheulich vor, und machten mir angst und bang. Ich betete, rang die Hände, sah zum Himmel, bis mir die hellen Thränen über die Backen rollten; faßte einen Vorsatz über den andern, und machte mir so strenge Pläne für ein künftiges frommes Leben, daß ich darüber allen Frohmuth verlor. Ich versagte mir alle Arten von Freude, und hatte z. E. lang einen ernstlichen Kampf mit mir selber wegen einem Distelfink der mir sehr lieb war, ob ich ihn weggeben oder behalten sollte? Über diesen einzigen Vogel dacht' ich oft weit und breit herum. Bald kam mir die Frommkeit, wie ich mir solche damals vorstellte, als ein unersteiglicher Berg, bald wieder federleicht vor. Meine Geschwister mocht' ich herzlich lieben; aber je mehr ich's wollte, je mehr sah ich Widriges an ihnen. In Kurzem wußt' ich weder Anfang noch End mehr; und niemand war der mir heraushelfen konnte, da ich meine Lage keiner Menschenseele entdeckte. ich machte mir alles zur Sünde: Lachen, Jauchzen und Pfeifen per se. Meine Gaißen sollten mich nicht mehr erzörnen dürfen – und ich ward eher böser auf sie. Eines Tags bracht' ich einen todten Vogel nach Haus, den ein Mann geschossen, und auf einem Stecken in die Wiese aufgesteckt hatte: Ich nahm ihn, wie ich in dem Augenblick wähnte, mit gutem Gewissen weg; ohne Zweifel weil mir seine zierliche Federn vorzüglich wohl gefielen. Aber, sobald mir der Vater sagte: Das heisse auch gestohlen, waint' ich bitterlich – und hatte dießmal recht – und trug das Aeschen Morgens darauf in aller Frühe wieder an sein Ort. Doch behielt ich etliche von den schönsten Federn; aber auch dieses kostete mich noch ziemlich Überwindung. Doch dacht' ich: Die Federn sind nun ausgerupft; wenn du's schon auch hinträgst, so verblast sie der Wind; und dem Mann nützen sie so nichts. – Bisweilen fieng ich wieder an zu jauchzen und zu jolen, und trollte aufs neue sorglos über alle Berge. Dann dacht' ich: So Alles Alles verläugnen, bis auf meine selbstgeschnitzelten hölzernen Kühe – wie ich mir damals den rechten Christensinn ganz buchstäblich vorstellte – sey doch ein traurig elendes Ding. Indessen wurde der Kohlwald von den immer zunehmenden Gaissen übertrieben; die Rosse die man auf den fettern Grasplätzen waiden ließ, bisweilen von den Gaissenbuben verfolgt, gesprengt u.d.g. Einmal legten die Bursche ihnen Nesseln unter die Schwänze; ein Paar stürzten sich im Lauf über einen Felsen zu tod. Es gab schwere Händel, und das Hüthen im Kohlwald wurde gänzlich verboten. Ich hüthete darauf noch eine Weile auf unserm eignen Gut. Dann löste mich mein Bruder ab. Und so nahm mein Hirtenstand ein Ende.

XXI.
Neue Geschäfte, neue Sorgen.
(1747.)

Denn nun hieß es: Eingespannt in den Karrn mit dem Buben, in's Joch – Er ist groß genug! – Wirklich tummelte mich mein Vater meisterlich herum; in Holz und Feld sollt' ich ihm statt eines vollkommnen Knechtes dienen. Die mehrern Mal überlud er mich; ich hatte die Kräfte noch nicht, die er mir nach meiner Grösse zutraute; und doch wollt' ich dann stark seyn, und keine schwere Bürde liegen lassen. In Gesellschaft von ihm oder mit den Taglöhnern arbeitete ich gern; aber sobald er mich allein an ein Geschäft schickte, war ich faul und läßig, staunte Himmel und Erde an, und hieng ich weiß selbst nicht mehr was vor allerley Gedanken und Grillen nach; das freye Gaißbubenleben hatte mich halt verwöhnt. Das zog mir dann Scheltwort oder gar Streiche zu; und diese Strenge war nöthig, obschon ich's damals nicht fassen konnte. Im Heuet besonders gab's bisweilen fast unerträgliche Bürden. Oft streckt' ich mich vor Mattigkeit, und fast zerschmolzen von Schweiß, der Länge nach auf dem Boden und dachte: Ob's wohl auch in der Welt überall so mühselig zugehe? Ob ich mich grad itzt aus dem Staub machen sollte? Es werde doch an andern Orten auch Brod geben, und nicht gleich Henken gelten: Ich hätte auf der Kreutzegg beym Gaißhüten mehrere solche Bursche gesehen, denen's ausser ihrem Vaterland, wie sie mir erzählten, recht wohl gegangen – und was des Zeugs mehr war. Dann aber fand ich wieder: Nein! Es wäre doch Sünd, von Vater und Mutter wegzulaufen: Wie? wenn ich ihnen ein Stück Boden abhandeln, es bauen, brav Geld daraus ziehen, dann aus der Losung ein Häusgen drauf stellen, und so vor mich leben würde? Husch! sagt ich eines Tags, das muß jetzt seyn! – Aber, wenn mir's der Aeti abschlägt? – Ey! frisch gewagt, ist halb gewonnen. Ich nahm also das Herz in beyde Händ', und bat den Vater noch desselben Abends, daß er mir ein gewisses Stücklein Lands abtreten sollte. Nun sah er freylich meine Narrheit wohl ein; aber er ließ mich's nicht merken, und fragte nur: Was ich dann damit anfangen wollte? «Ha!» sagt' ich, «es in Ehren legen, Mattland daraus machen, und den Gewinn davon beyseitethun.» Ohne ein mehreres Wort zu verlieren, sprach er dann: «So nimm eben die Zipfelwaid; ich geb sie dir um fünf Gulden.» Das war nun spottwohlfeil; hier zu W. wär' so ein Grundstück mehr als hundert Gulden werth. Ich sprang darum vor Freuden hoch auf, und fieng sogleich die neue Wirthschaft an. Den Tag über arbeitete ich für den Vater; sobald der Feyrabend kam, vor mich; sogar beym Mondschein, da macht ich aus dem noch vor Nacht gehauenen Holz und Stauden kleine Burden von Brennholz zum Verkaufen. Eines Abends dacht' ich so meiner jetzigen Lage nach; mir fiel ein: «Deine Zipfelwaid ist gar wohlfeil! Es könnte den Vater reuen, und er's wieder an sich ziehen, wenn ich ihm den Kaufschilling nicht baar erlege. Ich muß um Geld schauen, so kann er mir nicht mehr ab der Hand gehn.» Ich gieng also zum Nachbar Görg, erzählt' ihm den ganzen Handel, und bat ihn, mir die 5 fl. zu liehen; ich woll' ihm bis auf Wiederbezahlung mein Land dafür zum Pfand einsetzen. Er gab mir's ohne Bedenken. Ganz entzückt lief ich damit zum Vater, und wollt' ihn ausbezahlen. Potz hundert! wie der mich abschneutzte: «Wo hast du das Geld her?» Es fehlte wenig, so hätt' es noch Ohrfeigen obendrein gesetzt. Im ersten Augenblick begriff ich nicht was ihn so entsetzlich bös mache. Aber er erklärte mir's bald, da er fortfuhr: «Du Bärnhäuter! Mir mein Gut zu verpfänden!» riß mir dann die fünf Gulden aus der Hand, rannte im Augenblick zu Görg, und gab sie ihm wieder, mit Bedeuten: Daß er, so lieb ihm Gott sey! seinem Buben kein Geld mehr liehe; Er woll' ihm schon geben was er brauche, u.s.f. – So war meine Freude kurz. Der Aeti nachdem er bald wieder besänftigt war, mocht mir lang sagen: «Ich brauch ihm das Ding gar nicht zu zahlen; ich könn' ihm ja ein billiges Zinslein geben: Der Schlempen Waid werde die Sach nicht ausmachen; ich soll nur damit schalten und walten wie mit meinem Eigenthum.» Ich konnt' es ihm nicht glauben; denn er lachte dabey immer hinten im Maul. Das war mir verdächtig. Aber er hatte guten Grund dafür. Endlich fieng ich einfältiger Tölpel an, mich wieder zu beruhigen; und machte aufs neue die Rechnung hinterm Wirth, was ich aus dem Bletz mit der Zeit vor Nutzen ziehen wollte – als eines Tags mir die Kühe in mein Aeckerlein brachen, den jungen Saamen abfrassen, auch mein Holz eben damals keine Käufer fand, und mir fast alles liegen blieb. Solche gehäufte Unglücksstreiche nahmen mir nun mit Eins den Muth; ich überließ den ganzen Plunder wieder dem Vater, und bekam von ihm zur Entschädigung ein flanellenes Brusttuch.

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