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Lebenserinnerungen

Helene Lange: Lebenserinnerungen - Kapitel 18
Quellenangabe
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typebiography
authorHelene Lange
titleLebenserinnerungen
publisherF. A. Herbig G. m. b. H.
printrun8. und 9. Tausend
year1925
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Neue Probleme der Frauenbewegung

Es war nicht nur die Lehrerinnenfrage, die anfangs der neunziger Jahre zu Neugestaltungen drängte: das ganze Gebiet der Frauenfrage war unter andere Bedingungen gestellt als bisher. Bis Anfang der neunziger Jahre waren die Erfolge der Frauenbewegung in Deutschland praktisch wie geistig gering. Die Frauen wurden auf die neuen Ziele hingewiesen, dafür erwärmt; der geistig-sittliche Hintergrund der ganzen Bewegung wurde ihrem Bewußtsein nahegebracht. Das war, was sie selbst, wollten; das bestimmte auch die Wahl der Themen. »Was wir wollen und warum wir es wollen« – »die Frauenfrage eine Menschheitsfrage« – »Darf die Frau denken?« – »Pflicht und Notwendigkeit der Selbsthilfe« – »Weibliche Charakterbildung« – »Frauenfrage und Männerbedenken« – das sind Themen aus den achtziger Jahren. Als mich selbst die Anknüpfung der persönlichen Beziehungen zu Auguste Schmidt zuerst in den Kreis des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins zog, wurde mir für den Frauentag in Erfurt 1889 als Thema »die ethische Bedeutung der Frauenbewegung« gestellt. Aber auf diesem geistig-sittlichen Hintergrund, der sich nie aus dem Bewußtsein verlor, wurden doch die realen Probleme schon mehr und mehr erörtert: die Frage der kommunalen Arbeit der Frau, des Frauenstudiums, der Heimarbeit u. a. m.

Die neunziger Jahre werten das alles in einer uns jetzt sehr plötzlich erscheinenden Entwicklung um. Es ist die Zeit, in der sich der Typus neudeutschen Lebens entscheidet, in seiner Bestimmtheit durch Industrie, Weltwirtschaft, Bevölkerungsvermehrung, technische Entwicklung. Die neue Auffassung der inneren und äußeren Aufgaben, die sich wandelnde Lebensanschauung, die mancherlei Konventionen zerbricht und das Kommen einer neuen sozialen Ordnung bewußt in sich aufnimmt, macht sich auch auf dem Gebiet der Frauenbewegung geltend, beeinflußt ihren Inhalt, ihre tatsächlichen Probleme, ihre geistigen Grundlagen. In weit größerem Umfang und in größerer Deutlichkeit erkannt, nehmen Schutzfragen, Ausbildungs-, Lohn- und Organisationsfragen, die Beziehungen zwischen männlicher und weiblicher Lohnarbeit, das Problem von Beruf und Mutterschaft die Aufmerksamkeit in Anspruch. Die einzelnen Berufe fordern Lösungen für ihre Sonderprobleme: »Richtungen« entstehen. Die Themen »fürs Herz« werden selten; nüchtern und konkret heißt es nun: »Die Nachtarbeit der Frau« – »Das Leben der Fabrikmädchen« – »Die Besoldungsverhältnisse der Lehrerinnen« – »Die Kasernierung der Prostitution« – »Der Mutter- und Säuglingsschutz in der Reichsversicherungsordnung« – »Weibliche Vormundschaft« – »Der Geburtenrückgang« – »Das Stimmrecht der Frau in Gemeinde, Kirche und Staat«.

Diese Fülle der Probleme war nicht mehr durch eine Organisation zu bewältigen. Es entstanden die großen Berufsvereine: wie die Lehrerinnen, so schlossen sich auch die Künstlerinnen, die kaufmännischen Angestellten u. a. zusammen. Auch für die einzelnen Fragen der Frauenbewegung mußten Sonderorganisationen geschaffen werden, wollte man sie aus dem Stadium der theoretischen Erörterung in das der Tat, der umgestaltenden Arbeit überführen. So bildeten sich die Vereine Frauenbildung-Frauenstudium, die Sittlichkeitsvereine, die Rechtsschutzvereine. Und das einfache Programm der Frauenbewegung mußte sich spezialisieren; wie es erst aus der Theorie entstanden war und die Praxis geschaffen hatte, so zwang es die Fülle flutenden Lebens nun ihrerseits zur Aufnahme immer neuer Forderungen, die aber immer wieder von einem geistigen Zentrum aus beherrscht und gestaltet werden mußten, sollten sie den Charakter der ersten, geistig befruchtenden Bewegung dauernd bewahren.

Es entsprach dem Geist des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, daß er sich dieses ersten Ursprungs immer bewußt blieb und ihm nach wie vor die Bildungsfragen als das Zentrale erschienen. Nur die innerlich durchgebildete Frau, das war die feste Überzeugung seiner Führerinnen, konnte das volle Gefühl der Verantwortung, des Maßes, der Richtung haben, das nötig war, wenn man nicht nur die Frau äußerlich in das Wirtschaftsleben eingliedern, sondern ihr den innerlich umgestaltenden Einfluß sichern wollte, an dem ihnen im Grunde einzig lag. Gerade diese Überzeugung zog mich an und einte mich mit ihnen.

Wenn bei Auguste Schmidt Wesen, Sprache, Geste die idealistische Weltanschauung auch äußerlich verkörperte, so konnte man Luise Otto bei der ersten Begegnung leicht falsch einschätzen. Ausgesprochen kleinbürgerlich sächsischer Typ, fehlte ihr mit ihrer leisen, stark dialektisch gefärbten Sprache, ihrer kleinen Gestalt und unscheinbaren Äußerlichkeit jede Möglichkeit, hinreißend zu wirken, und so weckte sie auf den ersten Blick nicht das unbedingte Vertrauen in ihre Kraft und ihr Können, das man nach der oft trügenden Theorie: Es ist der Geist, der sich den Körper baut, großen Menschen mit vollem Brustton immer zu schenken bereit ist. Das änderte sich, wenn man sie leiten sah, ob in einer Vorstandssitzung oder einer größeren Versammlung. Auch da erhob sie kaum die Stimme, aber ihre Beherrschung der parlamentarischen Formen, ihr unbeirrbares Festhalten an den Richtlinien einer Diskussion, ihre ruhige Konsequenz und ihre unbedingte Sachlichkeit erzwangen ihr überall Beachtung. Nie ließ sie sich von einer einmal reiflich erwogenen Überzeugung abdrängen, nie zu Kompromissen bereit finden, wenn es sich um Prinzipienfragen handelte. Sie war in dieser Beziehung in dem seltenen, neidlosen und freundschaftlichen Zusammenarbeiten mit Auguste Schmidt die stärkere, was von dieser ebenso zugestanden und freudig anerkannt wurde wie die glänzende, ihr selbst so ganz fehlende rednerische Begabung der Freundin durch Luise Otto. So lernten wir Jüngeren die große Verehrung verstehen, die Vorstand und Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins ihrer Führerin entgegenbrachten, wenn wir auch die Bewunderung für die Dichterin und Schriftstellerin nur insofern noch teilen konnten, als wir den unbedingten Wahrheitsdrang, Freimut und den hohen Idealismus anerkannten, die ihr die Feder geführt und ihr Töne der Empörung gegen soziale Ungerechtigkeit verliehen hatten, die weit über die unzulängliche Sprache hinaus zündend gewirkt hatten. Die seltsame Mischung starker geistiger Interessen mit einer gewissen Spießbürgerlichkeit, die aus der Situation spricht, in der sie einmal ein Hausfreund traf: Hegel studierend, mit der Katze auf dem Schoß und dem Strickstrumpf in der Hand, konnte auch plötzlich in der Unterhaltung einmal zutage treten oder in den »Neuen Bahnen«, wo sie auf der einen Seite die Ideale der Frauenbewegung, auf der anderen eine Warnung vor den Gefahren des eben aufkommenden Petroleums bringen konnte.

Zwei Dinge standen ihr fraglos fest: daß für die Frauen alles durch die Frauen gewonnen werden müsse, wenn es Bestand haben solle, und das demokratische Ideal. Es war bei ihr noch mit der ganzen Romantik der vierziger Jahre umkleidet, aber es war echt durch und durch, und sie hat ihr Leben lang jede Folgerung daraus gezogen. Und diese beiden Punkte waren es wieder, wo wir ganz übereinstimmten.

Es waren noch die Zeiten, wo man Vorstandssitzungen mit Kaffee und Kuchen einleitete. Ehe dann das Geschäftliche in sein Recht trat, wurde allerlei Persönliches berührt, und da konnte man manchmal von Luise Otto eine Äußerung hören, die einem plötzlich die Identität der vor einem sitzenden, zusammengesunkenen. gebrechlichen Gestalt mit der Frau klar machte, die 1848 dem Ministerium Oberländer ihre Adresse zugunsten der Arbeiterinnen einreichte und die sieben lange Jahre auf den als politischer Verbrecher eingekerkerten geliebten Mann gewartet hatte. Und dann wieder freute man sich an dem Humor, mit dem sie kleine, alltägliche Vorkommnisse zu verwandeln verstand, mit dem sie auch wohl die ganz neue Weisheit eben in die Bewegung eingetretener Bakkalaureusgestalten trocken zu kennzeichnen wußte. So war die Einleitung zu den dann ohne jede Abschweifung aufgenommenen Geschäften immer eine persönliche Bereicherung.

Auch Henriette Goldschmidt lernte ich in diesem Kreise kennen. Sie war dem Verein schon im ersten Jahre seines Bestehens beigetreten und hatte Auguste Schmidt wirksame Hilfe als Rednerin aus den Wanderversammlungen des Vereins geleistet. Gern erzählte sie von den Schwierigkeiten, die es gehabt hatte, die Frauen überhaupt nur erst zu Äußerungen zu veranlassen, eine Debatte zustande zu bringen. Zuweilen hatten die beiden Apostel der Frauenbewegung eine künstliche Diskussion miteinander angefangen, um nur erst einmal eine Einleitung zu haben. Der Erfolg war dann aber wohl, daß man meinte, erst möchten sie sich untereinander einigen, ehe sie andere gewinnen wollten. Frau Goldschmidts Hauptinteresse lag auf dem Gebiet der kommunalen Frauenarbeit; sie hat zuerst auf den Versammlungen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins dafür zu gewinnen gewußt.

Ich war noch vor meinem Eintritt in den Vorstand des Vereins, der erst 1893 erfolgte, dauernd mit ihm in Berührung. Eine Massenpetition um die Zulassung der Frauen zum medizinischen Studium – die besonders auf die Rührigkeit von Mathilde Weber zurückzuführen war und schließlich 60 000 Unterschriften gewann – hatte auch mich mit beschäftigt. 1891 hatte ich dann abermals auf dem Frauentag (Dresden) zu sprechen. Ich stand über mein Thema, das sozialen Charakter haben sollte, nachdenkend an meinem Bücherschrank, ziemlich achtlos dabei in einem Gedichtbändchen von Ada Christen blätternd, als mich plötzlich die Zeilen packten:

»All euer girrendes Herzeleid
Tut lange nicht so weh.
Wie Winterkälte im dünnen Kleid,
Die bloßen Füße im Schnee.

All eure romantische Seelennot
Schafft nicht so herbe Pein,
Wie ohne Dach und ohne Brot
Sich betten auf einen Stein.«

Wenn ich nach einem Wort gesucht hatte, um von ihm als Ausgangspunkt die Gleichgültigkeit der Frauen in bezug auf ihre sozialen Aufgaben anzupacken, hier stand es vor mir. Und der Lehrerin wurde die Frage gleich zur Erziehungsfrage. So gestaltete sich mir die Anknüpfung an das erschütternde Dichterwort von selbst:

»In den Worten liegt eine ganze Lebensanschauung und eine unsäglich beschämende Wahrheit. Sie scheinen zwei Menschenklassen: die da ringen ums tägliche Brot, die in greifbaren, äußeren Leiden klagen, denen am Tisch des Lebens kein Platz gedeckt ist, – und die, die, vor wirklicher Not geschützt, im Kultus Wertherscher Seelenstimmungen vermeintes Unglück empfinden: die da essen, trinken, sich gut kleiden und spazieren gehen und »ihr Herzchen halten wie ein krankes Kind«. Zwischen beiden gähnt eine Kluft des Denkens und Empfindens, der Lebensgewohnheiten und Überzeugungen, die unausfüllbar scheint. Und sie ist unausfüllbar, solange die Charakteristik Ada Christens zutrifft, solange der Kultus des eigenen Ich, das Versenken in Gefühlsschwelgerei, die Überschätzung rein ästhetischer Kultur unser Denken gefangen hält; sie ist zu überbrücken, sobald wir die Augen nur öffnen wollen für wirkliches Leid, sobald wir nur zufassen wollen und im Tun das Mitgefühl zeigen wollen, das in romantischer Stimmung zuweilen in Worte sich kleidet. Und weil in der Überbrückung dieser Kluft zwischen uns und denen, die da ringen und leiden, ein wesentlicher Teil der Lösung der ganzen sozialen Frage liegt, so ist es wohl der Mühe wert, zu untersuchen, wohin das Wort von Ada Christen zielt, und wo hier ein Verschulden liegt, das etwa gutzumachen wäre. Und zwar in erster Linie bei den Frauen. Denn ich glaube nicht zu irren, wenn ich annehme, daß das Wort in erster Linie uns gilt, daß die Frau zu den Frauen spricht. Die Ichsucht, mit der beide Geschlechter gleicherweise zu der Erweiterung der Kluft zwischen Mensch und Mensch beitragen, nimmt eben entsprechende Gestalt an: sie offenbart sich beim Mann mehr als häßliche, brutale Genußsucht nach außen hin: romantische Seelennot kann man ihm schwerlich vorwerfen. Beim jungen Mädchen nimmt die Ichsucht liebenswürdigere Formen an, ohne im geringsten entschuldbarer oder schöner zu sein: die krankhafte Beziehung aller Lebensvorgänge auf das eigene Ich ist sogar häufig in noch höherem Grade vorhanden als beim Mann. Für den jungen Mann ist die Welt – die Welt, von deren guten Dingen er einen möglichst großen Teil für sich zu erlangen sucht: für das junge Mädchen ist sie häufig nur Kulisse, nur der Hintergrund für die phantastischen Träume, die in unendlichen Variationen sich um das eine Thema, das arme, kleine Ich drehen: nicht das große, überwältigende Getriebe, in dem sie ein bescheidenes Plätzchen sucht, um dem Ganzen zu dienen: das sie mit offenen Sinnen in sich aufnimmt, um je nach Anlage und Verständnis es auf sich wirken zu lassen oder darin einzugreifen. Bei keinem Menschen ist die Fähigkeit, nicht zu sehen, was wirklich vorgeht, nicht zu hören, wenn ein Notschrei durch das Land schallt, nicht zu empfinden, wenn das Elend ihnen nahe tritt, in Träumerei zu versinken, wenn das Leben wache Menschen verlangt, größer als bei der Mehrzahl unserer jungen Mädchen der sogenannten besseren Stände, und empfindsame Mütter freuen sich in glücklicher Rückerinnerung an die eigene Jugend der Fähigkeit ihrer Töchter, sich in Träume einzuwiegen und in »mädchenhafter Schwärmerei« die wahre Welt um sich her zu vergessen.

Aber aus den Mädchen werden Frauen. Ihre Gedanken wandern die gewohnten Kreise. Das Zentrum wird vielleicht ein größeres: die eigene Familie. Mit derselben Gedankenlosigkeit steht die Frau fremdem Elend gegenüber wie das Mädchen. Sie weiß nichts von denen, die für sie arbeiten, sie rafft ihre Kleider zusammen, wo der Schmutz sie zu berühren droht; die »gewöhnlichen Leute« sind ihr eine Klasse, mit der sie innerlich und äußerlich nichts gemeinsam hat. Die Kluft ist da, und jenseits derselben wächst das Elend, wächst aber auch Haß und Erbitterung.«

Ich habe dann in meinem Vortrag, der den Titel des Christenschen Gedichts »Not« Berlin, L. Oehmigkes Verlag (R. Appelius). 2. Auflage 1892. trug, versucht, dem pflichtlosen Dasein zu Leibe zu gehen, das man ganz allgemein die jungen Mädchen gedankenlos führen ließ, wo keine äußere Not zwingend eingriff, als »frommen Wunsch« auch schon den Gedanken an ein soziales »Dienstjahr« ausgesprochen. Wieder und wieder aber auch die Forderung einer besseren geistigen Bildung: »Wir wollen sie als Grundlage einer erhöhten Lebensanschauung, als Vorbedingung eines erweiterten Gesichtskreises ... Wir wollen sie, weil die Gefahren des modernen Lebens weit größer sind für die Ungebildeten und die Halbgebildeten als für die wirklich Gebildeten ... Die gebildete Frau soll den Idealismus in ihrer Person verkörpern; dazu muß das Geistige in ihr eine Herrschaft gewonnen haben, die nur durch ernste sittliche Selbsterziehung und intensive geistige Kultur, durch wirkliche Gedankenarbeit, nicht durch geistiges Naschen errungen wird. Sie soll die Augen öffnen lernen für alles, was in unserer Zeit tatsächlich überlebt, reformbedürftig, ungerecht ist, was gebessert werden muß und kann, wenn auch nicht durch Gleichmacherei und Halbbildung; dazu gehört Kraft und Mut zu selbständigem Denken und Wille und Fähigkeit zum Opferbringen und Entsagen, als höchste Frucht geistiger und sittlicher Durchbildung. Ist die Frauenbildung auf diesem Niveau einmal angelangt, so werden übertriebener Luxus, extravagante Toiletten, bloßer Sinnengenuß keine Bedeutung mehr für uns haben; dann und nur dann sind wir fähig, mit positiver Arbeit an der sozialen Reform in den Kampf einzutreten gegen die Antikultur, das Schablonentum, die Verrohung der Weltanschauung, die jetzt durch das schöne und edle Wort »sozial« sich zu decken sucht, und die es herabwürdigt. Das ist ein Kampf gegen eine Herzensnot, die nicht romantisch, die tiefergreifend ist, und in die das Volk hineingeraten ist ohne seine Schuld. Zu keiner Zeit ist Frauenhilfe so notwendig, Frauenarbeit so vielversprechend gewesen. Und wenn die deutschen Männer in unbegreiflicher Verblendung ruhig zusehen, daß ein pflichtenloses, denkträges Frauengeschlecht in seinen höheren Ständen großgezogen wird, so lassen Sie uns Frauen vom Allgemeinen Deutschen Frauenverein wie bisher aus allen Kräften danach streben, daß das anders werde.«

Die Zitate mögen mit dem Vergriffensein des Heftchens entschuldigt werden. Meine Ausführungen haben damals zu tatsächlichen Versuchen in den angedeuteten Richtungen Veranlassung gegeben. Für mich selbst war der Vortrag – und darum habe ich Gewicht darauf gelegt – wieder ein Stück Programm, das sich nun allmählich lückenloser aufzubauen begann und dringender nach Erfüllung verlangte.

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