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Lebensbilder - Band 2

Honoré de Balzac: Lebensbilder - Band 2 - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleLebensbilder - Band 2
publisherGeorg Müller
addressMünchen und Leipzig
volume2
editorFriedrich Hirth
year1913
translatorDr. Schiff
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20060627
modified20180411
projectid0c7c724d
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Zweiter Teil

Vorrede des Verfassers

Es gibt ohne Zweifel Mütter, denen eine vorurteilsfreie Erziehung keinen der weiblichen Reize geraubt: deren gründliche Geistesbildung sich von aller Pedanterie frei erhielt; – werden diese die Lehren, die ich hier gegeben, ihren Töchtern vorlegen? – Der Autor wagt, dies zu hoffen.

Der unparteiische Leser wird ihm daraus keinen Vorwurf machen, daß er das Familienleben, welches man heutzutage den Blicken der Welt so sehr als möglich zu entziehen strebt, in wahrhaften Gemälden aufgedeckt hat. Er hat die gefährlichen Stellen des Lebenspfades mit Merkzeichen ausgestattet, wie die Schiffer der Loire die Sandbänke bezeichnen, um den Augen des Unerfahrenen eine sichtliche Warnung zu geben.

Soll er auch in den Salons um Vergebung nachsuchen? – In diesem Werke gibt er der Welt wieder, was ihm die Welt gegeben. Wird man es ihm dort verübeln, daß er die Ereignisse, die einer Heirat vorangehen oder nachfolgen, treu geschildert, und sollte deshalb sein Buch jungen Frauenzimmern entzogen werden, die auf demselben Schauplatz einst sich zeigen müssen?

Der Autor sieht nicht ein, weshalb eine Mutter den nötigen Unterricht ihrer Tochter um ein oder zwei Jahre vorenthalten soll, warum sie sie nicht beizeiten auf die Stürme vorbereiten wird, denen sie sich aussetzen muß.

Dieses Werk soll eigentlich die dummen Bücher verdrängen, welche abgeschmackte Schriftsteller bisher den Frauen darbrachten. Möge der Autor den Bedürfnissen der Zeit und dem Zweck seines Unternehmens nachgekommen sein, – er selbst darf sich dies Zeugnis nicht geben. Vielleicht wird man ihm das Beiwort anhängen, das er seinen Vorgängern gab, allein er weiß, in der Literatur heißt nicht gefallen, nicht existieren. Das Publikum hat das Recht, den Künstlern zu sagen: – Vae victis! –

Schließlich erlaubt er sich noch die Bemerkung, man könnte ihm vorwerfen, sich oft auf Einzelheiten mehr als gebührend eingelassen zu haben. Es wird leicht sein, ihm Geschwätzigkeit nachzuweisen. Seine Bilder haben oft die Fehler niederländischer Schule ohne ihre Vorzüge; aber er will dieses Buch unschuldigern, unverdorbenern, weniger unterrichteten und daher auch nachsichtsvollern, Lesern widmen, als die eigentlichen Kritiker sind, deren Kompetenz er sich entzieht.

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