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Läuschen un Rimels

Fritz Reuter: Läuschen un Rimels - Kapitel 11
Quellenangabe
authorFritz Reuter
titleLäuschen un Rimels
typenarrative
sendertorsten_schertel@talknet.de
created19990828
firstpub1853
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Perdüh.

Ick wahnte früher dicht bi Kalen
Un makt enmal en gaud’ Geschäft!
Ick hadd up ’t Güstrow’sch Mark ’ne Partie Fahlen
För einen schönen Pris verköfft.
Dat Gel läd’ ick in minen Kuffert ’rin,
Dei hinnen up den Wagen stünn,
Un führte nu mit einen gauden Fründ,

Dei man jo ümmer up en Johrmarkt find’t
Ganz wollgemaud taurügg nah Hus;
Un vör uns satt min Kutscher Jehann Dus.
Wi red’ten nu von dit un dat
Un ok von einen Kopmann in de Stadt,
Von den’n de Wohrheit sick nich let verhehlen,
Dat hei nu ok Pankrott wull spelen.
Wie deden Beid’den Kopmann ken’n.
"Je," seggt min Fründ, "dei is nu ok tau En’n."
"Ja," segg ick, "dei is rein perdüh."
Wi red’ten nu von ’t Gäuderpachten:
Wi wüßten nich, woher wi ’t nemen,
Un wenn wi dat so recht bedachten,
So müßt de Kammer sick doch schämen;
Bet wi des Abends gegen achten
Gesund un woll tau Hus ankemen.
Min Fründ, dei was ganz trurig word’n.
Wo süll dat warden hüt un morg’n!
Doch ick was lustig un fidel,
Wil mi in minen Sinn infel,
Dat ick noch hadd wat acht’re Hand:
Fiwhunnert Daler preuß’schen C’rant,
Dei ick hadd kregen för de Fahlen.
Ick let ne Buddel Win ’rup halen:
"Ih, Brauder," segg ick, "nich verzagt!
Hir drink mal eins! De Win is echt,
Man ümmer wedder frisch gewagt!
Dat treckt sick Allens wedder t’recht."
Un as ick so fin Sorg’ verdeil
Un sei mit Win em ’runner späul,
Dunn kümmt min Kutscher ’rin un fröggt:
"Oh, nich för œwel! Herr, oh, segg’n Sei mi:
Wat heit denn eigentlich ’perdüh’?" –
"Perdüh? Perdüh? Wat süll dat heiten?
Perdüh? Wat willst Du dorvon weiten?"
De Kirl, dei steiht un steiht un lurt:
"Ih, segg’n S’ doch, Herr, wat heit dat Wurt?"
"Perdüh, dat heit so vel as: is verluren."
"Na," seggt Jehann un kratzt sick acht’re Uhren,
"Dat heww ’ck mi dacht! Herr, süh mal, süh!
Denn is uns’ Kuffert ok perdüh."

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