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Kriegslied für die österreichische Armee

Ignaz Franz Castelli: Kriegslied für die österreichische Armee - Kapitel 1
Quellenangabe
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typepoem
authorIgnaz Franz Castelli
titleKriegslied für die österreichische Armee
publisherVerlag von Mayer und Compagnie
seriesI. F. Castelli's Gedichte. Vollständige Ausgabe letzter Hand, in strenger Auswahl.
volumeErstes Bändchen.
printrunZweite vermehrte Auflage.
year1848
pages229-232
firstpub1809
correctorreuters@abc.de
senderkm.schweinzer@web.de
created20090106
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Ignaz Franz Castelli

Kriegslied für die österreichische Armee

I. F. Castelli's Gedichte.

Vollständige Ausgabe letzter Hand, in strenger Auswahl.
Erstes Bändchen.
Zweite vermehrte Auflage.
Wien 1848.

Verlag von Mayer und Compagnie.

Kriegslied für die österreichische Armee

(Im Jahre 1809.)

Hinaus, hinaus, mit frohem Muth!
Hinaus, in's Feld der Ehre,
Damit der Feinde Übermuth
Nicht uns'rer Brüder Hab' und Gut
Und unser Land verheere.

Soldaten! laßt uns zieh'n mit Gott,
Wohin die Fahnen winken;
Sie nicht verlassen, wenn auch Tod
Aus tausend Feuerschlünden droht,
Wir siegen, oder sinken.

Zwar sind wir nicht aus einem Land,
Doch einer Kette Glieder,
Denn Franzens milde Herrscherhand
Umschlingt uns mit dem Segensband,
Und so sind wir ja Brüder.

Einst hatte auch der Römer Heer
Die halbe Welt verschlungen,
Da traten unsre Väter her
Und stellten muthig sich zur Wehr,
Und Roma ward bezwungen.

Noch erbte euer Sinn sich fort,
Ihr Väter! auf die Söhne;
Wir dulden auch kein schimpflich Wort,
Ein Schuft nur leidet es hinfort,
Daß man den Deutschen höhne.

Was, Feinde! Euer Stolz entwarf,
Das sollt mit Blut ihr büßen,
Beweisen wollen wir's euch scharf,
Daß man nicht Jahre lernen darf,
Um auf den Feind zu schießen.

Vom "Rechtsumkehrteuch!" wollen wir
Im Schlachtgewühl nichts wissen;
Nur vorwärts wehe das Panier,
Für dießmal wollen wir dafür
Euch auf den Rücken schießen.

Dem Vaterland' bleibt jeder treu
Im Tode, wie im Leben.
Und schleichet ihr mit Gold herbei,
So wollen wir mit unserm Blei
Euch kräftig Antwort geben.

Was Franz befiehlt, das thun wir gern,
Und keiner wird da weilen;
Doch lassen wir – nein, das sei fern! –
Von keinem andern fremden Herrn
Befehle uns ertheilen.

Was ihr uns einst in Schlachten nahmt,
Damit müßt ihr nicht prahlen;
Wir handeln nun das Rächeramt,
Ihr müßt uns alles insgesamt
Mit Interessen zahlen.

Vertraut nicht jener Völker List,
Die sich euch überließen:
Denn, wie ihr euern Freund begrüßt,
Wenn er euch nicht mehr nöthig ist,
Das habt ihr ja bewiesen.

Baut nicht auf eurer Krieger Schar,
Auf jene leichten Kinder,
Oft dreht das Glück sich wunderbar;
Sie laufen schnelle vorwärts zwar,
Doch rückwärts noch geschwinder.

Ihr droht der ganzen Welt den Krieg,
Fröhnt sie nicht euren Winken;
Bisher bekrönt' euch zwar der Sieg,
Doch, was so schnelle aufwärts stieg,
Pflegt schneller noch zu sinken.

Hoch lebe unser Herrscherpaar! –
Es enden, Franz! – die Leiden;
Du fühltest manche Jahre zwar
Der Krone Last nur immerdar,
Nun fühl' auch ihre Freuden.

Es lebe Carl!, der deutsche Held,
Dem neue Lorbeern grünen;
Er führt uns selbst auf's Ehrenfeld:
Auf, Kameraden! zeigt der Welt,
Daß wir es auch verdienen.

Ihr Lieben, reicht uns noch die Hand!
Und weinet keine Zähre;
Ihr wollt ja nicht der Kinder Schand',
Es gilt für Fürst und Vaterland,
Für Eigenthum und Ehre.

Und nun, Ihr Brüder! was auch droht,
Hinaus! hinaus zur Rache!
Scheut keine Lasten, keine Noth,
Wir siegen, denn mit uns ist Gott
Und die gerechte Sache!!! –








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