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Krieg und Frieden

Lew Tolstoi: Krieg und Frieden - Kapitel 217
Quellenangabe
typefiction
authorLeo N.Tolstoi
titleKrieg und Frieden
publisherNon-Stop Bücherei
translatorL. A. Hauff
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080215
modified20161220
projectid408400b9
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217

Nach der Hinrichtung wurde Peter von den anderen Gefangenen getrennt und blieb allein in einer kleinen, zerstörten und halb verbrannten Kirche. Gegen Abend kam ein Unteroffizier mit zwei Soldaten und teilte Peter mit, er sei begnadigt und komme jetzt in die Baracken der Kriegsgefangenen. Ohne zu begreifen, was man ihm sagte, stand Peter auf und ging mit den Soldaten. Man führte ihn in einen Verschlag, der aus halb verbrannten Brettern und Balken aufgeführt war. In der Dunkelheit umgaben Peter etwa zwanzig verschiedene Menschen. Peter sah sie an, ohne zu begreifen, was das für Leute seien und was sie von ihm wollten. Er vernahm die Worte, die sie zu ihm sprachen, ohne sie zu begreifen. In diesem Verschlag, in dem Peter vier Wochen zubrachte, waren dreiundzwanzig gefangene Soldaten, drei Offiziere und zwei Beamte. Alle erschienen in seiner Erinnerung später nur nebelhaft, mit Ausnahme von Platon Karatajew, einem alten Soldaten, der ihm stets eine lebhafte und teure Erinnerung blieb. Als Peter am andern Morgen diesen seinen Nachbarn erblickte, bestärkte sich sein erster Eindruck von etwas Rundem noch mehr, die ganze Gestalt Karatajews mit seinem französischen Mantel und seiner Mütze war rund, der Kopf war vollkommen rund, der Rücken, die Brust, die Schultern, sogar die Hände, welche er immer so hielt, als ob er etwas umarmen wollte, waren ebenfalls rund, auch sein freundliches Lächeln und die großen, schwarzen Augen waren rund. Er mochte etwa fünfzig Jahre zählen, kannte aber selber nicht sein Alter. Aber seine Zähne waren schön und vollständig, kein einziges graues Haar war in seinem Bart und sein ganzer Körper hatte ein Ansehen von Gewandtheit, Festigkeit und Ausdauer. Sein Gesicht hatte einen naiven, sogar jugendlichen Ausdruck.

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