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Krieg und Frieden

Lew Tolstoi: Krieg und Frieden - Kapitel 166
Quellenangabe
typefiction
authorLeo N.Tolstoi
titleKrieg und Frieden
publisherNon-Stop Bücherei
translatorL. A. Hauff
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080215
modified20161220
projectid408400b9
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166

Benningsen ritt von Gorky die große Landstraße nach der Brücke hinab. Im Zentrum der Stellung ritten sie über die Brücke in das Dorf Borodino, bogen von dort links ab und ritten an einer großen Anzahl Soldaten und Kanonen vorüber nach einem hohen Hügel, auf welchem die Landsturmleute eine Schanze gruben. Das war die Redoute, welche später Rajewsky-Redoute oder Hügelbatterie genannt wurde. Peter wußte nicht, daß diese Redoute für ihn der denkwürdigste Punkt des ganzen Schlachtfeldes sein werde. Dann ritten sie durch eine Schlucht nach Semenowskoje, wo die Soldaten die letzten Balken der Hütten fortschleppten. Hierauf ritten sie wieder eine Anhöhe hinan, an neuaufgestellter Artillerie vorüber nach einer Befestigung, an welcher noch gegraben wurde. Bennigsen blickte nach der Redoute bei Schewardino hinüber, welche noch gestern unser war. Einige Reiter, welche man dort erblickte, hielten die Offiziere für Napoleon oder Murat. Bennigsen wandte sich an einen auf ihn zukommenden General und begann die ganze Stellung unserer Truppen zu erklären. Peter hörte gespannt auf Bennigsens Worte, mußte aber zu seinem Bedauern bemerken, daß seine geistigen Fähigkeiten ungenügend waren, um diese Erläuterungen der bevorstehenden Schlacht zu begreifen.

Von der Verschanzung ritten sie noch weiter nach links in einen niedrigen Birkenwald. Vor ihnen sprang ein Hase auf, erschreckt durch die Hufschläge, und verschwand in dem Gebüsch. Nach einem Weg von etwa zwei Kilometer durch den Wald kamen sie auf freies Feld hinaus, auf welchem die Truppen des Armeekorps von Tutschkow standen, welche den linken Flügel verteidigen sollten. Hier auf dem äußersten linken Flügel sprach Bennigsen viel und lebhaft und traf, wie es Peter schien, wichtige Anordnungen. Vor der Stellung der Truppen Tutschkows befand sich eine Anhöhe, welche nicht von Truppen besetzt war. Bennigsen tadelte laut diesen Fehler, und einige Generale stimmten ihm bei, worauf Bennigsen befahl, auf seine Verantwortung die Truppen vorzuschieben. Sogar Peter wunderte sich darüber, wie es möglich war, einen so groben Fehler zu begehen. Er wußte nicht, daß diese Truppen nicht zur Verteidigung der Stellung bestimmt waren, wie Bennigsen glaubte, sondern verdeckt in einem Hinterhalt aufgestellt waren, um den vorrückenden Feind plötzlich zu überfallen. Bennigsen wußte das nicht und schob die Truppen weiter vor, ohne dem Oberkommandierenden davon Mitteilung zu machen.

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