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Königin Margot. Zweiter Band

Alexandre Dumas (der Ältere): Königin Margot. Zweiter Band - Kapitel 16
Quellenangabe
typefiction
authorAlexander Dumas
titleKönigin Margot. Zweiter Band
publisherHeimat und Welt-Verlag Dieck & Co
printrunDritte Auflage
translatorManfred Freiherr v. Pillerstorff
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectida755e5cc
created20070203
modified20171227
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Herr Mouy von Saint-Phale

Diesmal hatte Katharina ihre Vorbereitungen so gut getroffen, daß sie sich eines Erfolges sicher glaubte.

Demzufolge schickte sie gegen zehn Uhr ihre Tochter Margarete nach Hause und war, was auch richtig sein mußte, vollständig davon überzeugt, daß die Königin von dem Anschlag gegen ihren Gatten keine Ahnung hatte. Dann hatte sich Katharina zum König begeben und hatte ihn gebeten, seine Nachtruhe noch etwas zu verschieben.

Der siegessichere Ausdruck, der trotz geübter Verstellung das Gesicht seiner Mutter verklärte, erregte Karls Mißtrauen. Als er sie auszuforschen versuchte, erhielt er aber nur folgende Antwort: »Ich kann Eurer Majestät nur das eine sagen und das ist, daß sie heute abend noch von ihren grausamsten Feinden befreit werden wird.«

Karl zog seine Brauen zusammen, wie ein Mann, der sich sagt: Gut, wir werden ja sehen! Dann pfiff er sein großes Windspiel herbei. Wie eine Schlange kroch das Tier auf dem Bauche zu ihm heran und legte den feinen und gescheiten Kopf auf das Knie seines wartenden Herrn.

In den folgenden Minuten sah Katharina mit gespannten Augen und Ohren vor sich hin, und tatsächlich war bald im Hof des Louvre ein Pistolenschuß zu hören.

»Was ist das für ein Lärm?« fragte Karl und legte die Stirn in Falten. Der Windhund warf plötzlich den Kopf auf und spitzte die Ohren.

»Nichts, nur ein Zeichen, das ist alles!« erwiderte Katharina.

»Und was soll das bedeuten?«

»Es bedeutet, daß von diesem Augenblick an, Sire, Ihr einziger und wirklicher Feind Ihnen keinen Schaden mehr zufügen kann!«

»Hat man vielleicht einen Menschen getötet?« fragte Karl und warf seiner Mutter einen herrischen Blick zu, der besagen sollte, daß es nur dem König zusteht, über Tod oder Leben zu gebieten.

»Nein, Sire, man hat gerade nur zwei Menschen verhaftet.«

»Ach,« murmelte Karl, »immer diese geheimen Anschläge, immer diese angezettelten Verschwörungen, von denen der König nichts weiß! Tod und Teufel! Ich bin doch groß und erwachsen genug, liebe Mutter, und kann über mich selbst wachen und brauche doch nicht mehr am Gängelband geführt oder auf Polstern getragen zu werden! Gehen Sie zu Ihrem Sohn Heinrich nach Polen, wenn Sie regieren wollen, doch hier, das sage ich Ihnen, ist es unangebracht für Sie, dieses Spiel zu treiben!«

»Mein Sohn,« antwortete die Königin, »es ist heute das letzte Mal, daß ich mich um Ihre Angelegenheiten kümmere! Diese Unternehmung jedoch war schon seit langer Zeit vorbereitet, und weil Sie mir in dieser Beziehung stets unrecht geben, lag es mir am Herzen, Eure Majestät von der Richtigkeit meiner Annahme zu überzeugen.«

Im nächsten Augenblick hörte man, wie einige Männer in das Vorzimmer eintraten und wie Gewehrkolben auf die Steinfliesen aufgestützt wurden.

Fast gleichzeitig holte auch Herr von Nancey die Erlaubnis ein, beim König vorsprechen zu dürfen.

»Er soll eintreten!« rief Karl lebhaft.

Herr von Nancey kam in das Zimmer, grüßte den König und wandte sich an die Königin-Mutter: »Madame,« meldete er, »der Befehl Eurer Majestät ist durchgeführt worden: er ist verhaftet!«

»Wie?« rief Katharina sehr erstaunt, »er? ... Haben Sie nur einen ergriffen?«

»Er war allein, Madame!«

»Und hat er sich widersetzt?«

»Nein, er hat in aller Ruhe in einem Zimmer genachtmahlt und hat auf die erste Aufforderung seinen Degen übergeben.«

»Wer ist das?« fragte der König.

»Sie werden ihn gleich sehen!« unterbrach Katharina. »Führen Sie den Gefangenen herein, Herr von Nancey.«

Fünf Minuten später wurde Mouy in das Zimmer des Königs gebracht.

»Herr von Mouy!« rief der König. »Ja, was gibt es denn, mein Herr?«

»Eh! Sire,« sagte Mouy mit unerschütterlicher Ruhe, »wenn Eure Majestät mir die Erlaubnis erteilen, würde ich die gleiche Frage an Eure Majestät richten.«

»Anstatt die Frage an den König zu stellen,« sagte Katharina, »werden Sie die Güte haben, Herr von Mouy, meinem Sohn zu erklären, wer der Mann gewesen ist, der sich in der gewissen Nacht im Schlafzimmer des Königs von Navarra aufgehalten hat, sich dem Befehl des Königs widersetzt hat wie ein Empörer und zwei Gardesoldaten getötet, Herrn von Maurevel aber verwundet hat!«

»Wahrhaftig,« meinte der König und runzelte die Brauen, »sollten Sie den Namen jenes Mannes kennen, Herr von Mouy?«

»Jawohl, Sire! Wünschen Eure Majestät zu wissen, wie der Mann heißt?«

»Würde mir sehr angenehm sein, das will ich zugeben!«

»Nun gut, Sire, der Mann heißt: Mouy von Saint-Phale!«

»Sie waren es?«

»Ich, in eigener Person!«

Katharina, verblüfft über diese Verwegenheit, tat einen Schritt auf den jungen Mann zu.

»Und wieso,« begann Karl der Neunte, »durften Sie sich dem Befehl des Königs widersetzen?«

»Vor allem andern wußte ich nicht, daß es sich um einen Befehl Eurer Majestät handle. Dann faßte ich nur ein Ding, vielmehr ein Wesen ins Auge, Herrn von Maurevel, den Mörder meines Vaters und des Admirals. Und da erinnerte ich mich daran, daß Eure Majestät vor anderthalb Jahren, hier in diesem gleichen Zimmer, am Abend des 24. August mir persönlich versprochen hatten, Recht und Genugtuung zu unsern Gunsten walten zu lassen. Da sich aber seit dieser Zeit so schwerwiegende Ereignisse zugetragen haben, mußte ich annehmen, daß Eure Majestät unwillkürlich Ihre Ansicht und Ihren Willen geändert hätten. Als ich Maurevel da in erreichbarer Nähe erblickte, da glaubte ich fest, daß ihn mir der Himmel geschickt hätte. Eure Majestät kennen das Ende. Ich habe ihn niedergestochen, wie man einen Mörder unschädlich macht, und habe auf seine Begleiter geschossen, wie man sich gegen Wegelagerer verteidigt!«

Karl antwortete nicht. Seine Freundschaft mit Heinrich hatte ihn gelehrt, die Dinge von einer ganz anderen Seite zu betrachten als früher, da er sie mehr als einmal nur vom Standpunkt der Furcht und des Schreckens ins Auge gefaßt hatte.

Die Königin-Mutter hatte gelegentlich der Bartholomäusnacht gemachte Äußerungen ihres Sohnes sehr gut im Gedächtnis behalten und wußte, daß sie seinem gepeinigten Gewissen entsprungen waren.

»Aber,« so meinte sie nun, »was hatten Sie denn zu so später Stunde beim König von Navarra zu suchen?«

»Oh,« erwiderte Mouy, »das ist eine recht lange Geschichte, die ich erzählen müßte! Wenn aber Eure Majestät die Geduld haben, sie anzuhören ...«

»Ja,« sagte Karl, »sprechen Sie nur, ich will es!«

»Zu Befehl, Sire,« erwiderte Mouy mit einer Verbeugung.

Katharina ließ sich auf einen Stuhl nieder und betrachtete den jungen Hugenottenführer mit unruhigen Blicken.

»Wir hören!« erklärte der König. »Her zu mir, Actäon!«

Der Hund nahm wieder den Platz ein, den er vor Eintritt des Gefangenen innegehabt hatte.

»Sire,« begann Mouy, »ich kam zu Seiner Majestät, dem König von Navarra, als Abgesandter unserer Brüder, Eurer Majestät treuer Untertanen protestantischen Glaubensbekenntnisses.«

Katharina machte Karl dem Neunten ein Zeichen mit der Hand.

»Bleiben Sie nur ruhig, liebe Mutter,« sagte dieser, »ich verliere nicht ein Wort. Fahren Sie fort, Herr von Mouy, fahren Sie fort! Warum sind Sie zum König gekommen?«

»Um dem König von Navarra mitzuteilen, daß er durch seinen Übertritt zur katholischen Kirche das Vertrauen der Hugenottenpartei verloren hätte. Nichtsdestoweniger hatte ich ihn aber auch zu benachrichtigen, daß die Anhängerschaft dieser Religionspartei im Andenken an seinen Vater, Anton von Bourbon, hauptsächlich jedoch im Andenken an seine Mutter, der mutigen Johanna von Albret, deren Name bei uns hochgehalten wird, ihm die schuldige Achtungsbezeigung noch dadurch erweisen wollte, daß sie ihm durch mich die Bitte nahelegte, von dem Rechte auf die Krone von Navarra abzustehen.«

»Was sagt er?« schrie Katharina auf, denn sie konnte trotz ihrer Selbstbeherrschung diesen unerwarteten, gut sitzenden Hieb nicht ohne Schrei ertragen.

»Ah, ah!« staunte Karl. »Doch diese Krone von Navarra, die man so ohne weiteres auf alle möglichen Köpfe hin und her springen läßt, gehört doch, wie mir scheint, auch ein klein wenig mir!«

»Die Hugenotten, Sire, erkennen mehr als andere den Grundsatz der Oberlehensherrschaft an, den der König verkündet. Auch hoffen sie, daß Eure Majestät die Krone mit ihrer vollen Zustimmung auf ein Haupt setzen werden, das Eurer Majestät lieb und wert ist.«

»Mir?« fragte der König. »Auf ein Haupt, das mir lieb und wert ist? Tod und Teufel! Von welchem Haupt wollen Sie denn sprechen, mein Herr? Ich verstehe Sie nicht!«

»Vom Haupt des Herrn Herzogs von Alençon!«

Katharina wurde totenbleich, ein flammender Blitz aus ihren Augen traf Herrn von Mouy.

»Und mein Bruder Alençon wußte von diesem Wunsch?«

»Jawohl, Sire!«

»Und er nahm dieses Angebot der Krone an?«

»Mit vorbehaltlicher Genehmigung Eurer Majestät, an die er uns wies.«

»Oh!« sagte Karl, »das ist eine Krone, die unserem Bruder Alençon vortrefflich passen würde ... und ich hatte daran niemals gedacht! Ich danke, Herr von Mouy, ich danke! Wenn Sie derart ähnliche gute Gedanken haben sollten, werden Sie immer im Louvre willkommen geheißen werden!«

»Sire, Sie würden seit langer Zeit über derartige Pläne am laufenden erhalten worden sein, wenn die unglückliche Angelegenheit mit Maurevel mich nicht hätte befürchten lassen müssen, daß ich bei Eurer Majestät in Ungnade gefallen sei.«

»Ja, was sagte aber Heinrich von Navarra zu dieser Absicht?« fragte Katharina.

»Der König von Navarra, Madame, fügte sich dem Wunsche seiner Brüder und seine Verzichtleistung war schon ausgesprochen.«

»In diesem Falle müssen Sie ja eine schriftliche Verzichtleistung in Händen haben?« rief Katharina.

»Tatsächlich, Madame,« sagte Mouy, »zufällig habe ich sie bei mir, unterschrieben und datiert!«

»Mit einem Datum, das älter ist, als der Tag, an dem das Ereignis im Louvre stattfand?« fragte Katharina.

»Ja, ich glaube mit dem Datum des vorhergehenden Tages.«

Und Herr von Mouy zog die Verzichtleistung zugunsten des Herzogs von Alençon aus seiner Tasche, die Heinrich eigenhändig geschrieben, unterfertigt und mit dem angegebenen Datum versehen hatte.

»Meiner Treu, ja!« sagte Karl. »Das Schriftstück ist in bester Ordnung.«

»Und was verlangte Heinrich von Navarra als Gegenleistung für diesen Verzicht?«

»Nichts, Madame! Die Freundschaft des Königs Karl, so sagte er uns, entschädige ihn reichlich für den Verlust der Krone.«

Katharina biß sich auf die Lippen vor Wut und verdrehte ihre schönen Hände.

»Das alles ist vollkommen zuverlässig, Herr von Mouy!« fügte der König hinzu.

»Da also alles zwischen dem König von Navarra und Ihnen abgemacht war,« begann die Königin-Mutter abermals, »muß die Zusammenkunft, die Sie heute abend mit ihm gehabt haben, doch irgendeinen Zweck verfolgen?«

»Ich, Madame, mit dem König von Navarra?« sagte Mouy. »Herr von Nancey, der mich festgenommen hat, kann Zeugenschaft dafür ablegen, daß ich allein war. Eure Majestät können ihn rufen.« »Herr von Nancey!« rief der König. Der Kapitän der Garde erschien bei der Tür. »Herr von Nancey,« fragte Katharina lebhaft, »war Herr von Mouy ganz allein im Gasthof ›Zum schönen Sternbild‹?«

»Im Zimmer wohl, Madame, doch im Gasthof nicht.« »Ah!« sagte die Königin, »wer war denn sein Genosse?« »Ich weiß nicht, ob er der Genosse des Herrn von Mouy war, Madame, doch ich weiß, daß er durch eine Hinterpforte entflohen ist, nachdem er zwei von meinen Leuten auf das Pflaster niedergeworfen hatte.«

»Und Sie haben diesen Herrn zweifellos erkannt?« »Ich nicht, doch meine Gardesoldaten.« »Wer war es also?« fragte Karl der Neunte. »Der Herr Graf Hannibal von Coconas.« »Hannibal von Coconas!« wiederholte der König verdüstert und nachdenklich, »derselbe, der in der Bartholomäusnacht ein so furchtbares Blutbad unter den Hugenotten angerichtet hat?«

»Herr von Coconas, Edelmann im Dienst des Herzogs von Alençon,« erklärte Herr von Nancey. »Gut, gut!« sagte Karl der Neunte. »Ziehen Sie sich zurück, Herr von Nancey, und ein anderes Mal erwägen Sie nur folgendes...« »Was, Sire?«

»Daß Sie in meinem Dienste stehen und daß Sie demnach nur mir allein zu gehorchen haben.« Herr von Nancey zog sich, rückwärts schreitend, zurück und grüßte ehrerbietig.

Herr von Mouy lächelte feinspöttisch zu Katharina hinüber. Einen Augenblick lang herrschte Stille im Zimmer. Die Königin-Mutter verdrehte die Schleifen ihres Strickgürtels, Karl liebkoste seinen Hund. »Was war eigentlich Ihr Ziel, mein Herr?« unterbrach Karl das Schweigen. »Wollten Sie gewaltsam vorgehen?« »Gegen wen, Sire?«

»Ja, gegen Heinrich, gegen Franz oder gegen mich?«

»Sire, wir hatten die Verzichterklärung Ihres Schwagers, wir hatten die Genehmigung Ihres Bruders. Wie ich schon die Ehre hatte es zu sagen, waren wir gerade im Begriff, die Ermächtigung Eurer Majestät einzuholen, als dieser mißliche Zwischenfall im Louvre erfolgte.«

»Nun also, liebe Mutter,« sagte Karl, »ich kann an der ganzen Sache nichts Böses finden. Sie waren in Ihrem Recht, Herr von Mouy, als Sie einen König verlangten. Ja, Navarra kann und muß ein selbständiges Königreich bleiben. Ja mehr noch: dieses Königreich ist scheinbar gerade dazu geschaffen, meinem Bruder Alençon als Lehngut zuzufallen, ihm, der stets so sehr eine Krone zu tragen wünscht, der, wenn wir die unsrige tragen, seine Augen von ihr nicht lassen kann. Das einzige bisherige Hindernis gegen diese Thronverleihung waren die Rechte Henriots. Da aber nun Henriot freiwillig verzichtet hat ...«

»Freiwillig, Sire!«

»Es scheint, daß es der Wille Gottes ist! ... Herr von Mouy, Sie sind frei und können zu Ihren Brüdern zurückkehren, zu denen, die ich gezüchtigt habe ... vielleicht ein wenig zu streng! Doch das ist eine Angelegenheit, die zwischen Gott und mir zu regeln sein wird. Sagen Sie ihnen, daß der König ihrem Wunsche, den Herzog von Alençon als König von Navarra zu sehen, nachkommt. Von diesem Augenblick an ist Navarra ein Königreich, und sein Herrscher heißt Franz. Ich verlange nur acht Tage Zeit, damit mein Bruder Paris unter Festlichkeiten und mit dem Prunk verläßt, wie es sich einem Könige ziemt. Gehen Sie, Herr von Mouy, gehen Sie! ... Herr von Nancey, lassen Sie Herrn von Mouy hinaus, er ist frei!«

»Sire,« sagte Mouy und machte einen Schritt nach vorwärts, »gestatten, Eure Majestät?«

»Ja,« sagte der König.

Er reichte dem jungen Hugenotten die Hand hin.

Mouy ließ sich auf ein Knie nieder und küßte dem König die Hand.

»Bei dieser Gelegenheit,« sagte Karl und hielt ihn zurück, als er sich wieder erheben wollte, »baten Sie mich nicht, Herr von Mouy, um Gerechtigkeit und Sühne in Angelegenheit dieses Gauners Maurevel?«

»Ja, Sire!«

»Ich weiß nicht, wo er sich aufhält und kann daher nicht das Nötige einleiten, jedenfalls versteckt er sich. Sollten Sie ihm aber begegnen, dann üben Sie selbst Gerechtigkeit, ich ermächtige Sie hierzu, und zwar aus vollem Herzen.«

»Ah, Sire,« rief Mouy aus, »das macht das Maß meiner Freude wahrhaftig voll! Eure Majestät können sich auf mich verlassen. Ich weiß auch nicht, wo er sich befindet, doch ich werde ihn zu finden wissen, darüber können Eure Majestät unbesorgt sein.«

Und Herr von Mouy zog sich, nachdem er den König und die Königin Katharina ehrerbietig gegrüßt hatte, zurück, ohne daß ihn die Gardesoldaten, die ihn hierher gebracht hatten, irgendwie behinderten. Er ging durch den Gang und über die Stiegen und erreichte so rasch als möglich die kleine Pforte des Louvre. Von hier hatte er nur einen Katzensprung über den Platz Saint-Germain-l'Auxerrois bis zum Gasthof »Zum schönen Sternbild«. Dank seinem Pferde das er im Stall wiederfand, konnte er drei Stunden später hinter den festen Mauern von Mantes aufatmen.

Katharina barst vor Zorn, suchte ihre Wohnung auf und begab sich dann aus dieser zu ihrer Tochter Margarete.

Hier traf sie Heinrich im Schlafrock an, der scheinbar im Begriffe war, sich in das Bett zu begeben.

»Satan,« murmelte sie, »hilf einer armen Königin, für die Gott nichts mehr tun will!«

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