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Königin Margot. Erster Band

Alexandre Dumas (der Ältere): Königin Margot. Erster Band - Kapitel 11
Quellenangabe
typefiction
authorAlexander Dumas
titleKönigin Margot. Erster Band
publisherHeimat und Welt-Verlag Dieck & Co.
printrunDritte Auflage
translatorManfred Freiherr v. Pillerstorff
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectida1f7004a
created20070128
modified20171227
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Tod, Messe oder Bastille

Die Königin von Navarra hatte, wie schon berichtet, die Tür geschlossen und war in ihr Zimmer zurückgekehrt. Doch wie sie, noch am ganzen Körper bebend, eintrat, erblickte sie Gillonne, die mit sichtlichem Schrecken, gegen die Türe des Nebenzimmers gekehrt, die auf dem Bett, auf den Möbeln und auf dem Teppich verstreuten Blutspuren betrachtete.

»Ah, Madame!« rief sie, als sie die Königin bemerkte. »Ah, Madame, ist er also tot?«

»Still, Gillonne!« sagte Margarete mit einer Stimme, die den Ernst der Warnung erkennen ließ.

Gillonne schwieg.

Darauf zog Margarete einen kleinen vergoldeten Schlüssel aus ihrer Geldbörse, öffnete die Tür des Nebenzimmers und zeigte ihrer Zofe den jungen Mann.

La Mole war es gelungen sich zu erheben und sich dem Fenster zu nähern. Ein kleiner Dolch, wie ihn die Frauen zu jener Zeit trugen, war ihm in die Hände geraten. Den hatte er ergriffen, als er hörte, daß sich die Tür öffnete.

»Fürchten Sie nichts,« sagte Margarete, »denn bei meiner Seele, jetzt sind Sie in Sicherheit!«

La Mole ließ sich auf die Knie niederfallen.

»Oh, Madame,« rief er aus, »Sie sind für mich mehr, denn eine Königin, Sie sind eine Gottheit!«

»Regen Sie sich nicht so sehr auf!« ermahnte Margarete.

»Sie bluten noch ... oh! sieh hin, Gillonne, wie er blaß ist! Sehen wir nach, wo Sie verwundet sind.« »Madame,« sagte La Mole und versuchte, trotzdem sich die Schmerzen über seinen ganzen Körper erstreckten, die Hauptwunden festzustellen, »ich glaube einen Dolchstoß in die Schulter erhalten zu haben, einen zweiten in die Brust. Die andern Verwundungen sind so bedeutungslos, daß man sich um sie gar nicht zu kümmern braucht.«

»Das wollen wir erst sehen,« antwortete Margarete. »Gillonne, bring mir mein Kästchen mit dem Wundbalsam!«

Gillonne gehorchte und brachte in der einen Hand das Kästchen, in der anderen einen mit Wasser gefüllten Silberkrug und Wäsche aus feinster holländischer Leinwand. »Hilf mir ihn jetzt heben, Gillonne,« sagte Margarete, »denn der Unglückliche hat, als er sich selbst aufrichtete, seine ganzen Kräfte verbraucht.«

»Aber, Madama,« meinte La Mole, »ich bin beschämt, ich kann doch wahrhaftig nicht zulassen ...«

»Sie werden sich alles nach meinem Gutdünken gefallen lassen müssen, mein Herr, denn es wäre ein Verbrechen, Sie sterben zu lassen, wenn die Möglichkeit einer Rettung vorhanden ist.«

»Oh,« tief La Mole aus, »ich würde lieber sterben, als daß ich sehen müßte, daß sich Ihre Hände, die Hände der Königin, mit meinem unwürdigen Blut beflecken ... nein, niemals, niemals!«

Er wich ehrerbietig zurück.

»Ihr Blut, mein verehrter Herr?« meinte lächelnd Gillonne, »Eh, Sie haben, wie es Ihnen nur beliebte, bereits das Bett und das Zimmer Ihrer Majestät mit Blut besudelt.«

Margarete schloß ihren Mantel über das mit hochroten kleinen Flecken besprengte batistene Unterkleid. Diese frauenhaft keusche Bewegung erinnerte La Mole plötzlich daran, daß er diese schöne, diese geliebte Königin in seinen Armen gehalten, an seine Brust gepreßt hatte! Eine flüchtige Röte überzog seine fahlen Wangen.

»Madame,« stammelte er, »könnten Sie mich nicht der Obhut eines Wundarztes überlassen?«

»Eines katholischen Wundarztes, nicht wahr?« fragte die Königin mit einem Gesichtsausdruck, den La Mole schaudernd verstand.

»Ist es Ihnen denn unbekannt,« setzte die Königin fort, und unvergleichlich süß war ihr Lächeln und ihre Stimme, »daß wir Prinzessinnen des königlichen Hauses von Frankreich gelehrt wurden, die Heilkraft der Pflanzen zu kennen und Wundbalsam zu brauen? Unsere Aufgabe als Frauen und als Königinnen war ja doch immer nur, Schmerzen zu lindern! Und so können wir es auch mit den besten Wundärzten der Welt aufnehmen – wie es wenigstens die behaupten, die uns schmeicheln wollen. Ist Ihnen mein Ruf in dieser Wissenschaft nicht etwa schon zu Ohren gekommen? Doch vorwärts, Gillonne, an die Arbeit!«

La Mole versuchte noch ein wenig Widerstand zu leisten. Er wiederholte, daß er lieber sterben wollte, als für die Königin die Ursache zu mühevoller Arbeit zu werden, zu einer Arbeit, die mit Mitleid beginnen würde und mit Ekel endigen müßte. Dieser Widerstand diente nur dazu, seine Kräfte vollends zu erschöpfen. Er wankte, schloß die Augen und ließ den Kopf nach rückwärts sinken. Er war zum zweitenmal in Ohnmacht gefallen.

Margarete ergriff rasch den Dolch, den er fallen gelassen hatte, und schnitt das Schnürband des Wamses durch, während Gillonne mit einem anderen Messer die Ärmel La Moles auftrennte oder vielmehr zerschnitt.

Mit einem Linnen, das mit frischem Wasser durchtränkt war, stillte Gillonne das Blut, das aus der Schulter und aus der Brust des jungen Mannes hervorsickerte. Margarete untersuchte mit einer goldenen Sonde, deren Spitze abgerundet war, die Wunden und tat dies mit einer Zartheit und Geschicklichkeit, wie sie unter gleichen Umständen nur der Meister Ambrosius Parè hätte entwickeln können.

Die Wunde an der Schulter war tief, während der Stich in die Brust seitwärts abgeglitten war und nur die Haut durchbohrt hatte. Keiner der Stiche war aber in die Höhlung der natürlichen Festung gedrungen, die Herz und Lungen schützt.

»Schmerzhaft, jedoch nicht tödlich, acerrimum humeri vulnus, non autem letale,« murmelte die schöne und weise Ärztin, »reich mir den Balsam und bereite die gezupfte Leinwand vor, Gillonne!«

Während die Königin diese neue Anweisung gab, hatte Gillonne die Brust des jungen Mannes gereinigt und gesalbt. Das gleiche tat sie mit seinen nach antikem Muster geformten Armen, mit den Schultern, die anmutig nach rückwärts geworfen waren, mit dem Hals, der umrahmt von dichten Locken, weit eher einer Statue aus parischem Marmor, als dem verletzten Körper eines sterbenden Menschen angehören konnte.

»Armer, junger Mann!« sagte Gillonne und richtete ihre Aufmerksamkeit nicht so sehr auf ihre Arbeit, als auf den Gegenstand ihrer Bemühungen.

»Nicht wahr, er ist schön?« fragte Margarete mit ganz königlicher Offenheit.

»Ja, Madame, doch ich glaube, daß wir ihn, anstatt ihn auf der Erde liegen zu lassen, aufheben und auf das Ruhebett legen sollten, an das er sich lehnt.«

»Du hast recht, Gillonne,« sagte die Königin.

Die beiden Frauen bückten sich und mit vereinten Kräften hoben sie La Mole auf. Sie legten ihn auf einen geschnitzten Liegestuhl beim Fenster und öffneten dieses, um frische Luft hereinzulassen.

Die Bewegung weckte La Mole aus der Bewußtlosigkeit, er öffnete die Augen. Er empfand nun das unvergleichliche Wohlgefühl, wie es den Verwundeten erfaßt, wenn er zum Leben zurückkehrt, wenn er statt verzehrenden Feuers lindernde Kühle verspürt, statt des lauen und Übelkeit erregenden Blutgeruches den Duft des Balsams einatmet.

Er murmelte einige unzusammenhängende Worte, die Margarete mit gütigem Lächeln beantwortete. Dann legte sie ihm leise den Finger auf den Mund.

In dem Augenblick ertönten mehrere Schläge an einer Tür.

»Man klopft beim geheimen Ausgang!« sagte Margarete.

»Wer kann da kommen?« fragte Gillonne erschrocken.

»Ich werde selbst nachsehen! Du bleibst bei ihm und verläßt ihn nicht für einen Augenblick.«

Margarete kehrte in ihr Zimmer zurück, verschloß die Tür zum Nebengemach und öffnete dann die Pforte des geheimen Ganges, der zum König und zur Königin-Mutter führte.

»Madame von Sauve!« rief sie aus und wich heftig zurück.

Ihr Gesichtsausdruck verriet nicht so sehr Schrecken, als Verachtung, denn nie verzeiht es ja eine Frau der anderen, wenn diese ihr selbst einen ungeliebten Mann abspenstig gemacht hat.

»Ja, Eure Majestät!« sagte Frau von Sauve und rang die Hände.

»Sie hier; Madame?« fragte Margarete und ihre Stimme klang erstaunt und befehlend.

Charlotte fiel auf die Knie.

»Madame,« sagte sie, »verzeihen Sie mir, ich weiß wohl inwiefern ich mich gegen Sie versündigt habe ... doch wenn Sie alles wüßten! Nicht alle Schuld liegt an mir ... ein ausdrücklicher Befehl der Königin-Mutter ...«

»Erheben Sie sich!« sagte Margarete. »Ich kann nicht glauben, da Sie hierher gekommen sind, um sich mir gegenüber zu rechtfertigen. Sagen Sie mir also, warum Sie gekommen sind.«

»Ich bin gekommen,« erwiderte Charlotte noch immer auf den Knien und mit einem fast irren Blick, »ich bin gekommen, um Sie zu fragen, ob er nicht hier ist?«

»Hier, wer denn? Von wem reden Sie, Madame? ... Ich verstehe wirklich nicht ...«

»Ich rede vom König.«

»Vom König! Sie verfolgen ihn scheinbar bis in meine Gemächer! Indessen wissen Sie sehr gut, daß er nicht hierher kommt.«

»Ah, Madame,« meinte die Baronin von Sauve, ohne auf die Ausfälle der Königin einzugehen oder sie zu beachten, »ah, wollte Gott, daß er hier wäre!«

»Warum?«

»Mein Gott, Madame, weil man heute alle Hugenotten umbringt und der König von Navarra das Haupt der Hugenotten ist!«

»Oh!« rief Margarete aus, ergriff Frau von Sauve bei der Hand und zwang sie aufzustehen. »Oh, ich hatte es vergessen, und außerdem hatte ich nie geglaubt, daß ein König den gleichen Gefahren ausgesetzt sein könnte, wie die anderen Sterblichen.«

»Tausendmal mehr, Madame!« rief Charlotte aus.

»Die Herzogin von Lothringen hat mich tatsächlich gewarnt. Ich sagte ihm, er solle nicht ausgehen! Sollte er es trotzdem getan haben?«

»Nein, nein, er ist im Louvre, aber er ist unauffindbar. Wenn er nicht hier ist ...«

»Nein, er ist nicht hier!«

»Oh,« rief Frau von Sauve schmerzvoll aus, »dann ist es um ihn geschehen, denn die Königin-Mutter hat seinen Tod geschworen.«

»Seinen Tod? Sie versetzen mich in Schrecken! Das ist doch unmöglich!«

»Madame,« erwiderte Frau von Sauve mit einer Entschlossenheit, wie sie nur die Leidenschaft eingibt, »ich sage Ihnen, daß man in der Tat nicht weiß, wo sich der König von Navarra befindet.«

»Und wo hält sich die Königin-Mutter auf?«

»Die Königin-Mutter hat mich um den Herzog von Guise und um Herrn von Tavannes geschickt, die sich, als ich von ihr verabschiedet wurde, im Betzimmer aufgehalten hatten. Dann bin ich, Verzeihung, Madame, in meine Wohnung gegangen und habe dort wie gewöhnlich gewartet.«

»Sie haben auf meinen Mann gewartet, nicht wahr?«

»Er ist nicht gekommen. Ich habe ihn dann überall gesucht, ich habe überall nach ihm gefragt. Ein einziger Soldat glaubte ihn gesehen zu haben, und zwar umgeben von der Leibwache, die ihn mit gezogenem Degen begleitete. Das war eine Stunde vor Beginn des Blutbades, und die Metzelei hat gerade vor einer Stunde begonnen.«

»Ich danke Ihnen, danke Ihnen ungeachtet dessen, daß das Gefühl, das Sie zu diesem Schritt bewog, eine neuerliche Beleidigung meiner Person bedeutet.«

»Oh, verzeihen Sie mir also, Madame!« sagte Charlotte. »Durch Ihre Gnade gestärkt, werde ich zu mir zurückkehren, denn ich darf Ihnen ja nicht folgen, nicht einmal von ferne!«

Margarete reichte ihr die Hand.

»Ich werde die Königin Katharina aufsuchen,« sagte sie, »der König von Navarra steht unter meinem Schutz, ich habe ein Bündnis mit ihm geschlossen und werde meinem Versprechen treu bleiben.«

»Doch wenn Sie nicht Zutritt zu der Königin-Mutter bekommen können, Madame?«

»Ich werde mich an meinen Bruder Karl halten, es ist ja wichtig, daß ich auch mit ihm spreche.«

»Oh, gehen Sie, Madame,« sagte Charlotte und ließ der Königin den Weg frei, »und daß Gott Eure Majestät geleiten wolle!«

Margarete begab sich in den Gang, doch wie sie sein Ende erreicht hatte, kehrte sie sich um, um sich zu vergewissern, daß Frau von Sauve nicht zurückbliebe. Frau von Sauve folgte ihr.

Die Königin von Navarra sah dann, wie sie die Stiege zu ihrer Wohnung hinaufging und setzte ihren Weg gegen die Gemächer der Königin-Mutter fort.

Hier hatte sich alles verändert. Statt einer Menge geschäftiger Höflinge, die wie gewöhnlich vor der Königen sofort ihre Reihen öffneten und ehrfurchtsvoll grüßten, begegnete Margarete diesmal nur Gardesoldaten mit geröteten Partisanen und blutbefleckter Kleidung oder Edelleuten mit zerrissenen Mänteln und pulvergeschwärzten Gesichtern, Überbringern von Meldungen und Weisungen, die da ein und aus gingen. Das Kommen und Gehen verursachte in den Galerien ein fürchterliches und ungeheuerliches Gedränge.

Trotzdem kam Margarete doch vorwärts und gelangte bis in das Vorzimmer der Königin-Mutter. Dieser Vorraum war aber von zwei Reihen Soldaten abgesperrt, die die Ankommenden nur auf ein gegebenes Losungswort hin durchließen.

Die Königin versuchte vergeblich die lebendigen Schranken zu durchbrechen. Sie sah, wie sich die Eingangstür öfters öffnete und schloß und bemerkte jedesmal zwischen den Flügeln die Königin-Mutter. Sie schien durch ihre Tätigkeit verjüngt, war geschäftig wie eine Frau von zwanzig Jahren, schrieb, empfing Briefe, entsiegelte sie, gab Befehle, schenkte den einen ein paar Worte, den anderen ein Lächeln. Am freundschaftlichsten behandelte sie aber diejenigen, die am meisten mit Blut und Staub beschmutzt waren.

Mitten in dem großen Gedränge, das durch den Louvre lärmte, und trotz des schrecklichen Getöses, hörte man deutlich die Büchsensalven von der Straße her, die sich immer mehr verstärkten.

»Mir wird es nicht gelingen zu ihr zu kommen,« sagte sich Margarete, denn sie hatte noch dreimal nutzlos versucht, durch die Lanzenträger zu kommen, »statt hier die Zeit zu verlieren, will ich trachten meinen Bruder zu finden.«

In dem Augenblick ging der Herzog von Guise vorüber. Er hatte der Königin-Mutter den Tod des Admirals gemeldet und begab sich wieder in das Gemetzel.

»Heinrich,« rief Margarete, »wo ist der König von Navarra?« Der Herzog betrachtete sie mit einem erstaunten Lächeln, verbeugte sich und entfernte sich, ohne eine Antwort zu geben mit seiner Leibwache.

Margarete lief an einen Kapitän heran, der im Begriffe war den Louvre zu verlassen und seinen Soldaten gerade den Auftrag gegeben hatte, die Büchsen zu laden.

»Der König von Navarra?« fragte sie. »Mein Herr, wo ist der König von Navarra?«

»Weiß ich nicht, Madame,« antwortete der Offizier, »ich gehöre nicht zum Gefolge Seiner Majestät.«

»Ach, mein lieber René!« rief Margarete, denn sie hatte den Gewürzkrämer der Königin-Mutter erkannt. »Sie sind es? Sie kommen gerade von meiner Mutter? ... Wissen Sie was mit meinem Gatten geschehen ist?«

»Seine Majestät, der König von Navarra, ist nicht mein Freund, Madame ... daran müssen Sie denken!« erwiderte René. »Man sagt sogar,« und sein Gesicht verzerrte sich mehr zu einem Grinsen als zu einem Lächeln, »man sagt, daß er sich erlaubt, mich zu beschuldigen, im Verein mit der Königin Katharina seine Mutter vergiftet zu haben.«

»Nein, glauben Sie nur das nicht, mein guter René!« rief Margarete.

»Was ficht das mich an, Madame!« meinte der Spezereihändler. »Weder der König von Navarra, noch die Seinigen sind in diesem Augenblick viel zu fürchten.«

Und nach diesen Worten drehte er Margarete den Rücken.

»Oh, Herr von Tavannes, Herr von Tavannes,« bat Margarete, »ein einziges Wort, ein einziges, ich bitte darum!«

Tavannes, der gerade vorüber wollte, blieb stehen.

»Wo ist Heinrich von Navarra?«

»Meiner Treu,« sagte der ganz laut, »ich glaube der König stöbert mit dem Herzog von Alençon und mit Herrn von Condé die Stadt durch.«

Dann fügte er so leise hinzu, daß es nur Margarete hören konnte: »Schöne Majestät, wenn Sie den sehen wollen, der einen Platz einnimmt, für den ich mein Leben hingeben würde, dann müssen Sie beim Waffensaal des Königs anklopfen.«

»Dank, Tavannes!« sagte Margarete, die von allem, was er ihr zugeflüstert hatte, nur die Hauptsache verstanden. »Dank, Tavannes, ich eile!«

Sie setzte ihren Weg fort.

»Oh, meinem Versprechen gemäß, in Anbetracht seines Benehmens, während dieser undankbare Heinrich in meinem Nebenzimmer eingeschlossen war, kann ich ihn nicht umkommen lassen!« murmelte sie vor sich hin.

Bald klopfte sie an die Tür des Königs. Doch dessen Gemächer waren innen von zwei Kompagnien Gardesoldaten geschützt.

»Man hat keinen Zutritt zum König!« rief ein Offizier und trat entschlossen vor.

»Auch ich nicht?« fragte Margarete.

»Der Befehl gilt für alle.«

»Ich, die Königin von Navarra, ich, seine Schwester?«

»Meine Dienstvorschrift läßt keine Ausnahme zu, Madame! Wollen Sie mich gütigst entschuldigen!«

Der Offizier schloß wieder die Tür.

»Ach, er ist verloren!« rief Margarete aus. Der Anblick der düsteren Gestalten im Louvre, die, wenn sie schon nicht rachsüchtig aussahen, so doch den Eindruck einer Unbeugsamkeit hervorriefen, hatte Margarete in Angst versetzt.

»Ja, jetzt verstehe ich alles ... man hat mich als Köder mißbraucht ... ich bin die Falle, mit welcher man die Hugenotten gefangen, um sie zu töten ... Oh, ich werde zum König gelangen, selbst wenn ich mich töten lassen müßte!«

Wie eine Tolle lief Margarete durch die Gänge und durch die Galerien. Plötzlich vernahm sie bei einer kleinen Tür einen weichen, fast schwermütigen Gesang, eintönig war die Weise. Eine zitternde Stimme sang einen kalvinistischen Psalm im benachbarten Zimmer.

»Die Amme meines Bruders, des Königs, die gute Madelon ... sie ist hier,« rief Margarete und schlug sich an die Stirn, als ob ihr ein plötzlicher Gedanke gekommen wäre, »sie ist hier! Gott aller Christen, hilf mir!«

Hoffnungsfroh klopfte Margarete leise an die Tür.

Heinrich von Navarra war nach der Warnung, die ihm Margarete übermittelt hatte, nach seinem Gespräch mit René, nach seiner Verabschiedung durch die Königin-Mutter, bei welcher Gelegenheit die arme kleine Phöbe, wie ein guter Geist, seinen Abgang zu verhindern gesucht hatte, einigen katholischen Edelleuten begegnet. Unter dem Vorwand, ihm eine Ehrung zuteil werden zu lassen, hatten sie ihn bis in seine Wohnung begleitet, wo ihn einige zwanzig Hugenotten erwarteten. Diese hatten sich allmählich bei dem jungen Prinzen versammelt und einmal beieinander, wollten sie ihn auch nicht mehr verlassen, weil seit einigen Stunden im Louvre eine gewisse Vorahnung der Schicksalsnacht in der Luft lag. Sie waren also dort geblieben, ohne daß man versucht hätte, sie zu stören. Beim ersten Glockenschlag von Saint-Germain-l'Auxerrois, der wie der Klang einer Totenglocke in ihren Herzen widerhallte, war Tavannes eingetreten und hatte, während Totenstille im Zimmer herrschte, Heinrich die Nachricht überbracht, daß der König Karl der Neunte ihn zu sprechen wünschte.

Niemand dachte daran, sich diesem Wunsch zu widersetzen. Man hörte die Zimmerdecken, die Galerien, die Gänge im Louvre unter den Tritten der Soldaten krachen. Sie waren sowohl in den Höfen, als auch in den Wohnräumen untergebracht worden, fast zweitausend an der Zahl. Heinrich verabschiedete sich von seinen Freunden, die er nie wiedersehen sollte, und folgte Tavannes, der ihn in eine kleine, der Wohnung des Königs benachbarte Galerie führte. Hier ließ ihn Tavannes allein zurück, ohne Waffen, mit größtem Mißtrauen im Herzen.

Der König von Navarra verbrachte hier zwei schreckliche Stunden, zählte Minute um Minute, hörte mit zunehmendem Schrecken den Glockenlärm und den Widerhall der Büchsenschüsse. Durch ein kleines, verglastes Fenster sah er im Schein der Feuersbrunst, im Lichte der Pechfackeln, die Flüchtlinge und die Mörder vorübereilen. Unverständlich blieben ihm die Wutschreie der Schlächter und die Verzweiflungsrufe der Verfolgten. Obwohl er Karl den Neunten, die Königin-Mutter und den Herzog von Guise genügend kannte, konnte er das furchtbare Trauerspiel, das sich in diesem Augenblicke vollzog, nicht ahnen.

Heinrich von Navarra besaß nicht körperlichen Mut, er besaß besseres, er verfügte über seelische Kraft. Witterte er Gefahr, dann bot er ihr lächelnd die Stirne, doch das mußte die Gefahr auf dem Schlachtfelde sein, die Gefahr unter blauem Himmel, am hellen Tage, die Gefahr, die allen vor die Augen trat, die vom schmetternden Gleichklang der Trompeten und vom dumpfen, schwingenden Tosen gerührter Trommeln begleitet wurde ... aber hier? ... Er war ohne Waffen, ganz allein stand er da, eingesperrt, im Halbdunkel verloren, kaum wäre ein Feind zu bemerken gewesen, der sich bis an ihn heran hätte schleichen können, kaum das Eisen, das ihn durchbohren hätte sollen ... Die zwei Stunden waren vielleicht für ihn die schwersten im Leben.

Als der Aufruhr am stärksten wütete, als Heinrich langsam zu verstehen begann, daß es sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach um eine vorbereitete Niedermachung der Hugenotten handelte, trat ein Kapitän ein, der den Prinzen durch einen Gang bis in die Wohnung des Königs geleitete. Als sie sich dieser näherten, öffnete sich eine Tür, gleichzeitig schloß sich die Pforte, durch die sie gekommen waren, ganz so, als wie in einem Zauberschloß. Dann führte der Offizier Heinrich zu Karl dem Neunten, der in seinem Waffensaal weilte.

Bei ihrem Eintritt saß der König in einem großen Lehnstuhl, hatte beide Arme auf die Stützen des Sitzes gelegt und hatte sein Haupt auf die Brust sinken lassen. Bei dem Lärm der Ankommenden hob Karl der Neunte die Stirn, und Heinrich bemerkte, daß der Schweiß in großen Tropfen von ihr abfloß.

»Guten Abend, Henriot!« rief der König in derber Art. »Sie, La Chastre, lassen uns allein!«

Der Kapitän gehorchte.

Es folgte nun eine kurze, dumpfe Stille.

Unterdessen blickte Heinrich beunruhigt um sich herum und stellte fest, daß er tatsächlich mit dem jungen König allein war.

Karl der Neunte erhob sich plötzlich von seinem Stuhl.

»Verdammte Geschichte!« meinte er, strich sich mit einer raschen Bewegung die blonden Haare zurück und wischte sich gleichzeitig den Schweiß von der Stirne weg. »Sie werden wohl froh sein, sich in meinem Zimmer zu befinden, ist es nicht so, Henriot?«

»Aber ganz ohne Zweifel,« antwortete der König von Navarra. »Ich finde mich immer mit großem Vergnügen bei Eurer Majestät ein.«

»Sie werden froh darüber sein, nicht da draußen weilen zu müssen, wie?« setzte Karl der Neunte den eigenen Gedanken fort, ohne auf die Schmeichelei Heinrichs einzugehen.

»Sire, ich verstehe nicht recht!«

»Schauen Sie dorthin und Sie werden alles verstehen!«

Mit einer jähen Bewegung schritt Karl der Neunte an ein Fenster, er stürzte sozusagen auf dieses los. Indem er seinen Schwager an sich heranzog, den immer mehr fassungslosen König von Navarra, zeigte er ihm die schaudererregenden Schattenbilder von Henkersknechten, die ihre Opfer auf einem Schiffsboden niedermachten und dann in das Wasser warfen. Ununterbrochen führte man ihnen Schlachtopfer zu. »Um Himmels willen,« rief Heinrich erblassend aus, »was geschieht denn eigentlich in dieser Nacht?«

»In dieser Nacht befreit man mich von allen Hugenotten!« sagte Karl der Neunte. »Bemerken Sie dort unterhalb des Palastes Bourbon den Rauch und die aufschlagenden Flammen? Dort brennt das Haus des Admirals! Sehen Sie den Leichnam, den die guten Katholiken auf einem zerrissenen Strohsack daherschleppen? Das sind die Reste des Schwiegersohns des Admirals, der Leichnam Ihres Freundes Teligny!«

»Was soll das heißen?« rief der König von Navarra, der unwillkürlich, doch auch vergeblich an seiner Seite den Griff des Dolches suchte. Er zitterte vor Scham und Grimm, denn er fühlte, daß er zu gleicher Zeit verspottet und bedroht wurde.

»Das soll heißen,« schrie Karl der Neunte wütend und plötzlich, verfärbte sich hierbei auf erschreckende Weise, »das soll heißen, daß ich keine Hugenotten in meiner Umgebung haben will, hören Sie, Heinrich? Bin ich denn nicht der König? Bin ich nicht der Herr?«

»Aber, Eure Majestät ...«

»Meine Majestät tötet und vernichtet zu dieser Stunde alles, was nicht katholisch ist, das ist ihr Vergnügen! Sind Sie Katholik?« schrie Karl, dessen Zorn beständig, wie eine gewaltige Flut, im Steigen begriffen war.

»Sire,« sagte Heinrich, »rufen Sie sich Ihre eigenen Worte in das Gedächtnis zurück: was liegt mir an der Religion ... wenn mir nur jeder ein treuer Diener ist!«

»Ah, ah!« lachte Karl düster auf, »ich soll mich meiner Worte erinnern? Das meinst du wohl, Heinrich? ... verba volant, behauptet meine Schwester Margot. Und die alle dort,« er zeigte mit dem Finger gegen die Stadt, »die alle dort, haben sie mir nicht etwa auch treu gedient? Waren sie nicht tapfer im Gefecht, vernünftig bei Ratschlüssen und allezeit ergeben? Alle waren mir nützlich ... aber sie waren eben Hugenotten, und ich will nur Katholiken um mich haben!«

Heinrich blieb stumm.

»Also? Verstehen Sie mich doch, Henriot!« schrie Karl.

»Ich habe verstanden, Sire.«

»Nun, und?«

»Nun, Sire, ich sehe nicht ein, warum der König von Navarra das tun soll, was so viele Edelleute und armes Volk nicht getan haben. Denn, wenn diese Unglücklichen sterben müssen, so geschieht das doch darum, weil man ihnen dasselbe vorgeschlagen hat, was Eure Majestät mir vorgeschlagen, und was sie zurückgewiesen haben, wie auch ich es zurückweise.«

Karl faßte den jungen Prinzen bei beiden Armen und betrachtete ihn mit einem Blick, der zuerst schlaff, allmählich eine falsche Freude zum Ausdruck brachte.

»Ah, du glaubst,« meinte er, »daß ich mir die Mühe genommen habe, den Leuten, die man dort umbringt, vorher die heilige Messe anzutragen?«

»Sire,« erwiderte Heinrich und machte seine Arme frei, »würden Sie nicht im Glauben Ihrer Väter sterben wollen?«

»Selbstverständlich, zum Teufel! Und du?«

»Nun wohl, ich auch, Sire!«

Karl der Neunte brüllte vor Wut auf und ergriff mit zitternder Hand die Büchse, die neben ihm auf dem Tische lag. Heinrich drückte sich an die Wand, Angstschweiß trat ihm auf die Stirne. Doch dank seiner Selbstbeherrschung blieb er äußerlich ruhig und verfolgte die Bewegungen des schrecklichen Monarchen mit der dumpfen Starrheit eines Vogels, der durch den Blick einer Schlange gebannt wird.

Karl nahm seine Büchse in die Hand und schlug blindwütig mit dem Fuß auf den Boden: »Willst du die heilige Messe?« schrie er und versetzte Heinrich mit dem spiegelnden Lauf der unglückseligen Waffe in hellen Schrecken.

Heinrich von Navarra schwieg.

Karl der Neunte stieß den gräßlichsten Fluch aus, der je über die Lippen eines Menschen gekommen oder das Gewölbe des Louvre erschüttert hatte, und seine Blässe verwandelte sich in fahles Grau.

»Tod, Messe oder Bastille!« brüllte er und legte auf den König von Navarra an.

»Oh, Sire,« rief Heinrich, »wollen Sie mich, Ihren Bruder, töten?«

Auf diese Art wich Heinrich vermöge seines unvergleichlichen Verstandes, welche Eigenschaft überhaupt zu den stärksten seiner Persönlichkeit zählte, der Antwort aus, die Karl der Neunte von ihm verlangte. Ohne Zweifel wäre, wenn die Antwort eine Verneinung enthalten hätte, Heinrich von Navarra ein toter Mann gewesen.

Nach den letzten Aufwallungen des Zornes machte sich bei Karl dem Neunten unverzüglich eine Rückwirkung geltend, er wiederholte die Frage nicht mehr, die er dem König von Navarra gestellt hatte, er verharrte einen Augenblick lang in einer Art Unentschlossenheit und ließ ein dumpfes Murren vernehmen. Dann wendete er sich gegen das offene Fenster und zielte auf einen Mann, der auf dem gegenüberliegenden Kai die Flucht ergriffen hatte.

»Immerhin, ich muß jetzt irgend jemanden töten!« schrie Karl der Neunte, farblos wie eine Leiche, deren Augen allein noch blutunterlaufen sind. Er drückte los, und im Schuß überschlug sich der flüchtige Mann.

Heinrich stieß einen Seufzer aus.

Von einer erschreckenden Leidenschaftlichkeit beherrscht, lud Karl seine Büchse immer wieder und schoß sie auf die Fliehenden ab. Bei jedem Treffer schrie er vor Freude auf.

»Mir gilt es!« sagte sich der König von Navarra. »Wenn er niemanden mehr finden wird, wird er mich töten!«

»Nun,« ließ sich plötzlich eine Stimme im Hintergrunde vernehmen, »ist die Sache erledigt?«

Katharina von Medici war während des letzten Büchsenschusses ungehört eingetreten.

»Nein, Donner und Hölle, nein!« brüllte Karl und warf die Büchse quer durch das Zimmer. »Nein!... der Eigensinnige ... er will nicht!«

Katharina antwortete nicht. Langsam wendete sie ihren Blick in die Richtung, wo Heinrich von Navarra stand. Der verhielt sich so unbeweglich, wie die Gestalten der Wandverzierung, an welche er gelehnt war. Dann warf sie einen Blick zu Karl hinüber und in diesem Blick lag die stumme Frage: »Warum lebt er dann noch?«

»Er lebt ... er lebt ...,« murmelte Karl der Neunte, der den Blick so gut verstanden hatte, daß er sofort die Antwort fand, »er lebt, weil er ... mit mir verwandt ist.«

Katharina lächelte.

Heinrich sah dieses Lächeln und erkannte, daß es in erster Linie Katharina war, mit der er zu kämpfen hatte.

»Madame,« sagte er, »alles kommt von Ihnen, das erkenne ich, nichts von meinem Schwager Karl! Sie hatten den Gedanken, mir eine Falle zu legen, Sie dachten daran, Ihre Tochter als Lockspeise zu verwenden, die uns alle vernichten sollte. Sie waren es, die mich von meiner Frau trennte, damit ihr der widerwärtige Anblick meiner Tötung erspart bliebe ...«

»Ja, doch nie und nie wird das geschehen!« rief eine andere Stimme, atemlos und leidenschaftlich klang sie und wurde von Heinrich sofort erkannt. Karl der Neunte erbebte vor Überraschung, Katharina vor Grimm.

»Margarete!« rief Heinrich von Navarra.

»Margot!« sagte Karl.

Die Königin-Mutter murmelte: »Meine Tochter!«

»Mein Herr,« redete Margarete Heinrich von Navarra an, »Ihre letzten Worte haben mich beschuldigt. Sie hatten damit recht und unrecht zugleich! Recht, weil ich wirklich diejenige bin, die man benützt hat, um sie alle zu vernichten. Unrecht, weil ich nicht ahnte, daß Sie Ihrem Tod geradewegs in die Arme laufen würden. Ich selbst, mein Herr, wie Sie mich da vor sich sehen, verdanke mein Leben nur einem Zufall, vielleicht, weil meine Mutter auch mich vergessen hat! Sobald ich aber gehört hatte, daß Sie in Gefahr schweben, hatte ich mich auch sogleich meiner Pflicht erinnert. Die Pflicht einer Frau besteht aber darin, das Schicksal ihres Mannes zu teilen! Verbannt man Sie, dann werde ich Ihnen in die Verbannung folgen, wirft man Sie in ein Gefängnis, dann werde auch ich mich gefangennehmen lassen, tötet man Sie, dann werde auch ich sterben!«

Sie streckte ihrem Gemahl eine Hand hin, Heinrich ergriff sie, wenn auch nicht im Gefühl der Liebe, so doch in Empfindung aufrichtiger Dankbarkeit.

»Ach, meine arme Margot,« sagte Karl der Neunte, »du würdest besser daran tun, ihn zum Katholizismus zu bekehren.«

»Sire,« antwortete Margarete mit der ihr eigenen, erhabenen Würde, »Sire, hören Sie es: verlangen Sie von einem Prinzen Ihres eigenen Hauses nicht, daß er zu Ihren Gunsten eine Niederträchtigkeit begehe!«

Katharina warf Karl einen bezeichnenden Blick zu.

»Mein Bruder,« rief Margarete, die geradeso wie Karl das gefahrdrohende Zeichen der Königin-Mutter verstanden hatte, »mein Bruder, bedenken Sie, daß Sie es waren, der mir ihn zum Gemahl gegeben hat!«

Karl der Neunte fühlte sich durch den befehlenden Blick Katharinas einerseits und durch die flehentlichen Blicke Margaretes anderseits vor zwei entgegengesetzte Grundanschauungen gestellt. Eine kurze Zeit lang blieb er unentschlossen, bis ihn endlich Ormuzd, der Geist des guten Grundsatzes, für sich gewann.

»Schließlich, Madame,« sagte er und beugte sich zum Ohre der Königin-Mutter nieder, »schließlich hat Margot recht, und Henriot ist ja auch mein Schwager.«

»Ja,« erwiderte Katharina und näherte sich gleichfalls dem Ohre ihres Sohnes, »ja ... wenn er es aber nun nicht wäre?«

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