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König Rhampsinit

Max Dürr: König Rhampsinit - Kapitel 17
Quellenangabe
authorMax Dürr
titleKönig Rhampsinit
publisherLipsia-Verlag Friedrich & Co.
year1943
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16.

Wieder einige Tage später saß Leonhard Kaubisch in fröhlichster, beinahe übermütiger Laune an diesem Schreibtische seines Arbeitszimmers.

Alles war nach Wunsch gegangen. Sozusagen programmäßig.

Nun hatte er soeben einen Brief an Assessor Wusterhaus beendet, in dem er ihm von dem ausgezeichneten Erfolge seines Rates Mitteilung machte und ihm seinen Dank aussprach.

... Ich werde Ihnen gelegentlich noch alles genauer erzählen. Der Täter ist natürlich, wie Sie vermuteten, völlig unbekannt geblieben, was mir gar nicht unangenehm ist, denn den Schaden, der mir durch die Auszahlung der Belohnung entstanden ist, verschmerze ich leicht, nachdem ich die Marke wieder im Besitz habe und so vor weit größerem Schaden bewahrt bin ...

Gerade war er im Begriffe, den Brief zu schließen und die Anschrift auf den Umschlag zu setzen, als ihm Besuch gemeldet wurde, ein Herr Hagmann aus Zürich in Begleitung des Kriminalinspektors Degas.

»Alle Wetter!« sagte er ziemlich unwirsch und seine frohe Laune schien schwinden zu wollen. »Hört denn diese Geschichte nicht endlich einmal auf? ... Ich lasse die Herren bitten!«

Dann kämpfte er das aufsteigende Unbehagen sofort wieder nieder, er wollte sich die Freude über den wiedererlangten Besitz seiner geliebten Britanniamarke nicht verderben lassen.

Degas und der Fremde traten ein und nahmen auf die Einladung Kaubischs Platz, nachdem Degas zuerst seinen Begleiter bekannt gemacht hatte.

Dieser Fremde war ein kleiner runder, gemütlich aussehender Mann, aber mit stets lächelnden schlauen Augen, er war gut gekleidet und machte den Eindruck eines begüterten Gewerbetreibenden.

Schon nach den ersten Worten erinnerte sich Kaubisch des Namens wieder.

Dieser Hagmann war einer der bekanntesten und angesehensten Philatelisten Deutschlands und der Schweiz.

»Was führt Sie zu mir?« sagte Kaubisch mit der Artigkeit und Zuvorkommenheit, die er stets gegenüber Leuten anwendete, welche dieselben Ideale und Bestrebungen, wie er sie selbst pflegte, verfolgten. »Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?«

»Herr Hagmann hat von Ihrer Britanniamarke und deren Schicksal gehört«, klärte Degas, der im Gegensatze zu dem Fremden von einer merkwürdigen Unruhe befallen schien, rasch auf.

Kaubisch runzelte ein wenig die Stirne. Da ihm die Diebstahlsgeschichte abgetan schien, hatte er wenig Lust, auf die Vergangenheit zurückzukommen.

»Ich habe bei meiner Ankunft in der hiesigen Stadt«, schloß sich Hagmann mit verbindlichem, teilnehmendem Lächeln den Worten des Kriminalinspektors an, »mit Bedauern das eigentümliche Mißgeschick vernommen, das Sie betroffen hat, und da ich nun Ihre Veröffentlichung in den Neuesten Nachrichten las, war mein erster Gedanke, Ihnen eine von mir wohlgemeinte Warnung zukommen zu lassen, denn dieses Ihr Angebot erschien mir nicht ungefährlich. Ich wandte mich deshalb an Herrn Degas, der die Liebenswürdigkeit hatte, mich bei Ihnen einzuführen, Herr Kaubisch.«

»Ich hoffe«, fiel Degas in nervöser Unruhe schnell ein, »Sie haben sich noch auf nichts eingelassen, Herr Kaubisch?«

Nun wurde Kaubisch tatsächlich ärgerlich. Er sah befremdet vom einen zum andern. »Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Besorgnis, Herr Hagmann«, sagte er. »Ich kann aber die Herren nicht verstehen. Welche Besorgnis haben Sie denn? Warum sollte ich mich auf nichts einlassen? Es ist übrigens alles schon in wünschenswerter Einfachheit erledigt worden und nunmehr in bester Ordnung ... Ich kann mir also nicht recht vorstellen, was Sie befürchteten. Mindestens waren diese Ihre Befürchtungen unnötig. Ich habe mein Eigentum, die Britanniamarke, wieder im Besitz und freue mich dessen, ich kann es Ihnen versichern ...«

»Und Sie haben die ausgesetzte Belohnung bezahlt?« unterbrach Degas wiederum bestürzt.

»Ei, warum denn nicht?« erwiderte Kaubisch mit großer Ruhe. »Ihre eigene vorgesetzte Behörde, in diesem Falle vertreten durch den Herrn Staatsanwaltschaftsassessor Wusterhaus, hat den von mir jetzt eingeschlagenen Weg angeraten und ich bin ihm dankbar dafür, denn ich habe vollen Erfolg gehabt und bin mit einem Verlust weggekommen, der mir nicht gar zuviel Kummer macht, nachdem ich die Marke wieder unbeschädigt bekommen habe. Also, meine Herren?«

Degas blinzelte mit den Augen, als wäre ihm etwas Unerwartetes, Unangenehmes vorgekommen. »Es steht mir nicht zu und ist nicht meine Gepflogenheit, die Handlungsweise des Herrn Staatsanwalts zu kritisieren«, erwiderte er verdrießlich und der Ärger war ihm deutlich anzumerken. »Ob der Herr Assessor Wusterhaus die praktische Erfahrung hat, die im vorliegenden Falle nötig ist ...?«

Kaubisch lächelte überlegen. »Meinetwegen soll er sie nicht haben. Das ist mir egal. Aber sein Rat war gut und er hat mir sogleich eingeleuchtet. Dieser Rat weist auf ein praktisches Verständnis hin, um das ihn andere beneiden könnten ... Auf mein Ausschreiben, mein Versprechen in den Zeitungen traf ein Brief ein, es waren kaum einige Tage vergangen, in dem mir der Dieb vorschlug, wie er mir gegen die ausgesetzte Belohnung die Marke zurückgeben wolle. Ich sagte wiederum in den Zeitungen, wie er verlangt hatte, zu und erneuerte mein Versprechen. Noch am gleichen Abend kam ein zweiter Brief, welcher nichts enthielt als meine Marke ... Für mich vollkommen genug ... Der Dieb hatte sein Versprechen erfüllt, demgemäß erfüllte ich noch in der gleichen Nacht mein eigenes und hinterlegte für ihn das Geld an einer bestimmten von ihm angegebenen Stelle, nämlich in der Blumennische der Parkmauer gegenüber der Staatsbibliothek.«

»Sie haben wirklich das Geld in die Schale gelegt?«

»Nun natürlich! Ich hatte mein Ehrenwort gegeben, daß ich das tun werde, sobald ich die Marke in Händen habe. Der Zeitpunkt der Hinterlegung war genau ausgemacht. Als ich eine halbe Stunde später zurückkehrte, um mich zu überzeugen, ob das Geld abgeholt sei, war es verschwunden. Da um die genannte Nachtzeit jene Straße, wie Sie wissen, völlig menschenleer zu sein pflegt, hat mich niemand gesehen, als ich das Geld hinterlegte, wie ich selbst auch keinen Menschen sah. Ich konnte also mit Bestimmtheit annehmen, daß das Geld in die richtigen Hände gekommen ist.«

»Und Sie wissen also nicht, wer es war?« fragte Degas hastig.

»Keine Ahnung. Ich habe ja keine Spur von ihm gesehen. Der Ort der Hinterlegung war so geschickt gewählt, daß der Dieb in der kilometerlangen geraden Straße bei der nächtlichen Beleuchtung von weitem sehen konnte, daß niemand in der Nähe war und daß er mich beobachten konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Selbst von der Staatsbibliothek aus konnte er, wie ich mich überzeugt habe, nicht gesehen werden, weil die Kastanienbäume in der Straße die Sicht auf den Gehweg an der Parkmauer völlig ausschließen. Der Dieb hat also, wie gesagt, die Örtlichkeit äußerst geschickt gewählt.«

Degas wurde immer nervöser. »Aber der Brief, Herr Kaubisch, der Brief! Den Sie erhielten! Aus dem Brief muß man doch manches entnehmen können. Sicherlich ist er mit der Schreibmaschine geschrieben? Es ist aber gar nicht so schwierig, den Schreiber festzustellen, weil jede Maschine sich von der anderen unterscheidet, selbst diejenigen des gleichen Typs.«

»Er war mit der Hand geschrieben, Herr Degas.«

»Wie? Mit der Hand? Vielleicht verstellt? ... Das ist ein Kinderspiel, solche verstellte Handschriften herauszubringen! Bitte, Herr Kaubisch, zeigen Sie mir den Brief!«

»Ich bin, auch nach unserer Abmachung, nicht mehr gebunden, den Brief geheimzuhalten ... Hier ist er.«

Kaubisch zog den Brief aus einer Schublade des Schreibtisches und reichte ihn Degas, der begierig darnach griff.

Kaum hatte er aber einen Blick in das anonyme Schriftstück geworfen, als er es achtlos seinem Begleiter weitergab. »Ach«, sagte er mit schmerzlicher Enttäuschung, »der Brief ist, Buchstabe für Buchstabe, aus einer kalligraphischen Vorlage geradezu abgemalt, die sicherste Art, die Entdeckung des Schreibers zu vereiteln! ... Es muß ein ganz raffinierter Kerl sein, ein Bursche, der mit allen Hunden gehetzt ist.«

»Kein Zweifel«, erklärte der Schweizer mit seinem gleichen, freundlichen Lächeln, indem er den Brief an Kaubisch zurückgab. »Vielleicht hätten Sie jetzt die Güte, Herr Kaubisch, mich die Marke sehen zu lassen, wenn Sie schon die Kostbarkeit nicht mehr gerne aus der Hand geben werden.«

Kaubisch war durch das unerwartete Erscheinen der beiden Männer sonderbar bedrückt, aber er überlegte sich, daß Degas einzig deshalb gekommen sei, weil er hoffte, auf Grund des Briefes den Täter zu entlarven oder daß er, verdrossen über seine eigenen Mißerfolge, ihm, Kaubisch, den eigenen Erfolg nicht gönnte, und daß der fremde Herr sicherlich nur aus der für einen Sammler erklärlichen Neugier gekommen sei, diese nie wieder vorkommende Seltenheit zu sehen.

Er beruhigte sich also bei diesem Gedanken und erwiderte: »Warum sollte ich Ihnen die Marke nicht zeigen? Zumal mir Ihr Name genügend Bürgschaft Ihrer ehrenhaften Absicht ist. Es ist mir ein Vergnügen, Ihren Wunsch zu erfüllen.«

Sofort entnahm er die erbetene, nunmehr auf einem feinen Täfelchen befestigte und jetzt auch noch zu einer unangenehmen Berühmtheit gelangte Marke einem Geheimfach seines Schreibtisches. »Hier, Herr Hagmann, besehen Sie sich die Marke ganz nach Belieben«, sagte er und übergab das Täfelchen seinem Besucher.

Der Züricher beschaute das Stück mit außerordentlicher Genauigkeit, das Lächeln verschwand aus seinem wohlwollenden Gesichte und seine Stirne faltete sich leicht.

Er sah auf. »Ich habe gehört, die Marke werde in einer eigens für sie angefertigten Kapsel oder Hülse aufbewahrt oder sei in dieser aufbewahrt gewesen, als Sie sie erwarben und als Sie sie an jenem Abend, an dem sie gestohlen wurde, in der Gesellschaft herumreichten. Darf ich Sie fragen, warum Sie die Marke nicht mehr in dieser Hülse aufbewahren und wo dieselbe ist? ... Ich hoffe, Sie haben sie auch zurückerhalten, Herr Kommerzienrat?«

Kaubisch fühlte, daß diese Frage eine Gefahr in sich barg. Sie war ihm peinlich, erschreckte ihn. »Ich verstehe Sie nicht, mein Herr, was haben Sie nur? Die Kapsel hat mir der Täter nicht zurückgegeben, wie ich annehme, weil er sie vernichtet hatte. Denn sie konnte leicht zu seiner Entdeckung führen und die Marke war ohne die Kapsel weit leichter zu verbergen. Schließlich war sie auch ohne jede Bedeutung.«

Der Züricher verzog ein wenig das Gesicht. »Wissen Sie, Herr Kaubisch«, sagte er, wiederum sehr höflich, »ich befürchtete, Sie seien aufs neue einer andern Gaunerei zum Opfer gefallen. Deshalb kam ich auch her, Sie zu warnen. Aber ich sehe, daß ich zu spät komme ... Haben Sie nicht daran gedacht, daß Ihr Ausschreiben in der Zeitung einen Betrüger auf den Gedanken bringen könnte, Ihnen die Nachbildung dieser Marke an Stelle der echten zu übersenden? Die Summe von zwanzigtausend Mark findet man nicht auf der Straße und es lohnt sich der Versuch eines solchen Betrugs, der außerdem nach den Umständen völlig gefahrlos durchgeführt werden kann.

Jetzt erblaßte Kaubisch, in dem Gedanken, nicht nur seine ganze Freude an der Wiedererlangung der Marke möglicherweise vernichtet zu sehen, sondern auch aufs neue schwer geschädigt worden zu sein. »Aber ich weiß«, erwiderte er ängstlich, »es gibt gar kein Falsifikat dieser Marke. Es konnte keines hergestellt werden, weil man ja wußte, daß nur ein einziges Exemplar vorhanden sein kann, dessen Besitzer bekannt war. Es ist darum auch gar nicht denkbar, daß jemand ein Falsifikat hergestellt hat, um die zwanzigtausend Mark zu erhalten. Nein, nein, das ist nicht denkbar. Zumal nicht die Herstellung in wenigen Tagen.«

Er suchte sich selbst mit diesen Worten zu beruhigen und seine neue Angst nicht aufkommen zu lassen.

»O nein, o nein«, sagte der Schweizer bedächtig, »das ist eine große Täuschung. Sie irren sich außerordentlich, Herr Kaubisch ... Ich will ja keineswegs sagen, daß diese Marke hier gefälscht und nicht diejenige ist, welche Sie von Magnus erworben haben. Es liegt mir fern, Ihnen die Freude zu verderben. Aber Sie müssen mir selbst zugeben, daß diese ersten Briefmarken der Welt bei dem gegenüber der Jetztzeit geringen Stande der Technik verhältnismäßig einfach zu reproduzieren sind ... Sehen Sie, diese einfache Zeichnung, diese einfache rote Farbe, diese ganze Kunstlosigkeit der Herstellung! Es handelte sich ja auch eigentlich nur um ein Muster. Es existieren bis ins einzelnste gehende Beschreibungen dieser ersten Briefmarke, ja sogar genaue Abbildungen in philatelistischen Büchern. Ich habe selbst schon eine solche Reproduktion in der Hand gehabt. Manche ernsten Sammler kaufen eine solche und fügen sie ihrer Sammlung ein mit der Bezeichnung, daß dies eine Abbildung der ersten Briefmarke der Welt sei, einer Briefmarke, die sich im Besitze dieses oder jenes befinde. Sie versehen dann diese Kopie, die ja nicht mehr sein soll als eine Kopie des nicht erreichbaren Originals, mit einigen historischen Bemerkungen und schmücken damit die erste Seite ihrer Sammlung ... Der Erfinder der Briefmarke, Rowland Hill, war sich auch dessen wohl bewußt, wie leicht Falsifikate seiner Briefmarke hergestellt werden können, und er hat sich aus diesem Grunde, was Ihnen vielleicht nicht bekannt ist, eines Hilfsmittels bedient, der Fälschung entgegenzuarbeiten und sie als solche erkennbar zu machen. Er hat nämlich in aller Verschwiegenheit der von ihm hergestellten ersten Briefmarke in der linken Ecke die mikroskopisch kleinen Anfangsbuchstaben seines Namens eingedruckt. Ein zweites Merkmal der Echtheit ist, daß in der Zeichnung der allegorischen Frauengestalt am Oberarme die Linie absichtlich unterbrochen ist. Die Unterbrechung ist wiederum so unmerklich gehalten, daß sie nur unter dem Mikroskop festzustellen ist.«

Kaubisch wurde abwechselnd rot und blaß, er atmete schwer. »Da könnte ich am Ende schon von diesem Herrn Magnus betrogen worden sein? Das ist aber doch kaum denkbar, denn Magnus mußte doch damit rechnen, daß der Betrug sofort aufgedeckt würde. Schon durch die Presse, die den Verkauf in aller Welt bekannt gab. Nein, nein, bitte, machen Sie mir keine unnötigen Sorgen und lassen Sie mir die Freude, diese in der Welt einmal vorhandene Kostbarkeit zu besitzen.«

Hagmann machte eine abwehrende Handbewegung. »Darüber können Sie beruhigt sein, Herr Kaubisch. Magnus hat Ihnen die echte Marke verkauft. Ich kenne Herrn Magnus persönlich, er hat sich nicht umsonst die Dokumente der Echtheit der Marke verschafft und Ihnen mitgegeben. Ich selbst habe, wenige Tage vor dem Verkauf der Marke, Gelegenheit gehabt, die Marke des Herrn Magnus zu sehen und zu untersuchen und habe die soeben genannten Kennzeichen der Echtheit bei ihr gefunden. Ich bin darum auch nicht hergekommen, wie Sie meinen, um die Marke zu sehen, denn sie war mir schon bekannt, sondern einzig zu dem Zwecke, Sie zu warnen, als ich Ihr Ausschreiben las ... Sind Sie vielleicht im Besitze eines Mikroskopes? Es würde ein gewöhnliches Schulmikroskop genügen. Dann könnten wir ja sofort die Probe machen und feststellen, wie es sich verhält ... Daß Sie die Kapsel oder Hülse der Marke nicht mitbekommen haben, ist mir, ich muß es gestehen, einigermaßen verdächtig. So leid es mir tut, Ihnen das zu sagen, Herr Kaubisch.«

Kaubisch stand erregt auf. »Ich habe ein kleineres Mikroskop«, sagte er hastig und sichtlich erblaßt und öffnete ein besonderes Fach seines Schreibtisches. Er brachte ein hübsches elegantes Instrument zum Vorschein und stellte es auf den Tisch. »Genügt Ihnen das?« fragte er, jetzt schon voll banger Sorge.

»O gewiß, längst!« erklärte der Schweizer.

Sofort begann er die Untersuchung, während Kaubisch mit ängstlicher Miene sein Beginnen verfolgte.

Es dauerte nicht lange, so hob Hagmann sein von dem Niederbeugen über das Instrument gerötetes Gesicht.

Es war sehr ernst geworden.

Er zuckte bedauernd die Achseln. »Es tut mir sehr leid, Herr Kaubisch«, sagte er mit sichtlichem Bedauern, »aber Sie sind tatsächlich betrogen worden. Es ist nicht die echte Marke, es fehlt sowohl der Namenszug als die Unterbrechung der Armlinie. Sie sind zum zweitenmal das Opfer eines Verbrechers geworden. Überzeugen Sie sich selbst ... Entweder hat Ihnen der Dieb nicht die echte Marke ausgeliefert oder ist ein Dritter im Spiele, der sich Ihr Ausschreiben zunutze gemacht hat.

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